Das Osiris Projekt – Teil 2 – Kapitel 14

14. Kaz – 2.W.Dez. 2045 – Donnerstag – Platzprobleme

Er strich sanft über Akiras Arm während sie schlief. Die Ärzte in der Klinik hatten sich heftig gewehrt. Aber Akira war jetzt zuhause und wurde von allen umsorgt. Ausgerechnet Dora vom dicken Fisch kümmerte sich um sie, aber als Ärztin und Physiotherapeutin konnte sie Akira bestimmt am besten helfen.
Horizon wollte heute jemanden schicken, der die weiteren Schritte besprach. Das Mädchen schämte sich entsetzlich, dass man ihr bei allem helfen musste, aber so war das nun mal und Dora war exzellent, wie man es von einem Geist erwartete.
   Akira hatte stark verquollene Augen und weinte jeden Tag. Er hatte leider recht gehabt, es war für sie schlimmer als der Tod und ihre Zukunft lag in den Sternen. Was war für sich schlimmer, nicht mehr laufen rennen und klettern zu können oder keine Kinder? Wahrscheinlich war beides gleich schlimm.
„Papa?“
Er war zwar ihr Onkel, aber sie nannten ihn gerne Papa und er hatte nichts dagegen.
„Ja Liebes? Geht es dir etwas besser?“
„Weiß nicht, kannst du mir ein Glas Limo holen?“
„Die Vertreter kommen gleich, wie wäre es wenn ich dich unten zum Esstisch trage und du bekommst du deine Limo.“
„Abgemacht, aber sei vorsichtig, es ist noch lange nicht alles verheilt.“
Behutsam trug er Akira die Treppe herunter und setzte sie sorgfältig auf einen gepolsterten Stuhl. Als er sich sicher war, dass sie nicht vom Stuhl fiel holte er ihr etwas zu trinken. Dann saßen sie sich eine ganze Weile gegenüber und warteten. Anna setzte sich zu ihnen und ergriff Akiras Hand, Tränen rollten dem Mädchen über die Wangen. Kaz stand auf und umarmte sie von hinten.
„Alles wird gut meine Liebe. Wir unterstützen dich bei allem.“
Die Tür öffnete sich und Emily verschwand kurz in die Garderobe, dann gesellte sie sich zu ihnen.
Eine weitere halbe Stunde warten und die Türglocke läutete. Kaz kletterte über das Geländer und ging unten ran. Er öffnete und ein Schwall Aftershave überfuhr ihn. Vor der Tür standen Ralf Horrowitz und Amanda Hopf. Er führte sie nach oben. Wie bekam man diesen Trampel dazu, sich nicht so sehr einzunebeln. Das war ja noch schlimmer als Johnny, als er Helena gedatet hatte.
„Guten Abend die Herrschaften. Entschuldigung die Verspätung, aber das Militär ist immer noch sehr strikt was die Luftraumüberwachung angeht. Mein Name ist Ralf Horrowitz und das ist Amanda Hopf, Leiterin des Augmentierungszentrums. Aufgrund der Schwere des Falles hat man uns sofort uns kontaktiert. Im Falle Ihrer Situation sind wir persönlich bei Ihnen erschienen.“
Akira schwieg und biss sich auf die Unterlippe. Amanda übernahm das Wort und legte ein Gerät auf den Tisch. Sofort erschienen Bilder auf der Tischoberfläche.
„Du bist Akira, stimmts? Ich gehe mit dir deine Optionen durch. Zuerst die einfachste Variante. Der Rollstuhl. Es gibt einfachere, aber auch hochmoderne mit vielen Komfortfunktionen.“
Akira schüttelte heftig den Kopf. Weitere Bilder.
„Dann die elektrischen Rollstühle. In ihrem Falle würde sich der Treppensteiger eignen. Ein Sechsbeiniger Läufer für Treppen und unwegsames Gelände. Der ist etwas hochpreisiger.“
„Ich will meinen elendigen Körper nicht durch die Gegend schieben, ich will laufen können.“
Amanda wechselte Blicke mit Ralf.
„Dann landen wir leider im hochpreisigen Segment, dass sich die meisten Menschen nicht ohne weiteres leisten können. Und zwar Exo-Suits und Augmentierungen. Der Läufer zum Beispiel. Eine Hose mit Gelenken und Motoren, mit der du Gehen, ein bisschen Laufen und Treppensteigen kann.“
„Und wenn ich klettern und rennen will?“
„Diese Option schlagen wir eigentlich nur Leuten mit Amputationen vor. Künstliche Beine. Eine sehr intensive Operation, nach der du dich wieder ganz normal bewegen kannst. Allerdings wird es jegliche Hoffnung auf einen Kinderwunsch zunichtemachen.“
Akira lächelte krampfhaft während sie heftig weinte. Emily umarmte das Mädchen. Sie hatte so eine Augmentierung und auch sie hatte sich immer Kinder gewünscht und durfte sie nie bekommen.
„Es gibt allerdings noch eine Sache. Noch im Prototyp Stadium und du wärst erst die fünfte Patientin. Wir nennen sie intern nur die Haut. Das ist ein hauchdünner Ganzkörperanzug, der mit Milliarden von Naniten bestückt ist, die deinen Körper langsam reparieren. Damit wirst du wieder rennen, klettern, schwimmen und auch Kinder bekommen kannst. Leider ist diese Methode extrem teuer.“
Akira hatte aufgehört zu weinen und hörte aufmerksam zu. Sie zog Kaz am Ärmel.
„Darf ich fragen, wie viel genau, diese Methode kostet?“
Fragte er.
„Das lässt sich nicht so einfach sagen, aber im dreistelligen Millionenbereich definitiv.“
Anna, Emily, er und Akira schluckten heftig, aber Akira wirkte entschlossen.
„Das will ich. Wann geht’s los?“
Amanda starrte sie entgeistert an und Ralf wirkte schwer überrascht.
„Einen Moment, erst müssen wir einen Termin für einen Körperscan arrangieren und die Haut ist eine Maßanfertigung, die braucht einige Monate in der Herstellung. Wie wäre es mit Ende Februar und die Operation ist dann für Frühjahr angesetzt. Die machen wir bei Horizon USA in Austin, Texas.
Flug erster Klasse und Unterbringung für dich und eine Begleitperson ist im Preis mit inbegriffen.“
Akira nickte gefasst.
„Ja so möchte ich das machen, auch wenn es mein Erbe auffrisst, aber mein Körper ist mir wichtiger als das doofe Geld.“
Da war was dran. Er warf einen Blick auf Emily. Liz hätte von dieser Technik bestimmt profitieren können oder? Nein, sie hatte ja diese merkwürdige Krankheit.
   Ralf und Amanda verabschiedeten sich nach einer Weile und Kaz brachte sie zur Tür. Endlich war dieser eingenebelte Typ weg. Er holte Akira und setzte sie auf eins der Sofas. Für die Übergangszeit würde Akira einen Rollstuhl nehmen, aber erst wenn ihre Brüche verheilt waren. Fürs erste würde Kaz sie durch die Gegend tragen, schwer war sie ja nicht.
„Stinkt der Typ immer so?“
Emily nickte schwer.
„Mein Chef ist zwar sehr fachkompetent, aber er riecht immer so, als er hätte er die ganze Flasche Duftwasser über sich ausgeschüttet. Persönliche Unterredungen werden echt zur Qual.“
„Und er ist die totale Memme. Der ist doch null durchsetzungsstark.“
„Das stimmt, ich hab mal seinen Computer geknackt und mich drauf umgesehen. Der muss sich echt hochgeschlafen haben, bei der Kompetenz in Sachen Sicherheit.“
„Wie? Das verstehe ich nicht.“
„Wessen Passwort Johnny4Ever ist und ein Bild von Johnny auf dem Schreibtisch steht. Entweder waren sie beste Freunde oder ein heimliches Pärchen.“
„Hat er schlau angestellt, schwängert seine ‚Freundin‘ um die Erbfolge zu sichern und lässt sie zuhause als Hausfrau vermodern, während er sich mit seinem schwulen besten Freund vergnügt.“
Akira war völlig entsetzt und ihr kamen wieder die Tränen.
„Papa war Mama die ganze Zeit nur untreu? Dieses Arschloch.“
„Mit Bestimmtheit wissen wir es nicht, aber es wäre doch naheliegend.“
Akira dachte nach.
„Hab ich eigentlich Führungspotential?“
„Leider nicht, Amber hat das auch wenn sie zu selten übt.“
„Tja mir scheint es, als könnte ich mein normales Leben mit der vierzig Stunden Woche gar nicht genießen. Mein Chef ist eine Memme und Amanda will ihr Team nicht im Stich lassen. Vielleicht sollte ich wieder CEO werden, wenn das Board mich wählt. Ich hab diesen Job lange genug gemacht und er hat mir leider Spaß gemacht. Aber erst wenn diese Spinnenfotze weg ist. Sonst knallt die mich noch ab wie sie es bei Kaz versucht hat. Würdet ihr mich denn unterstützen?“
„Klar, unterstützen wir dich. Wir organisieren dir den Haushalt und kochen für dich. Schade, dass ich dich nicht auch noch heiraten kann. Einer im Haushalt muss eben das Geld verdienen. Auch wenn sich die Bücher für meinen Geschmack gerade viel zu gut verkaufen. Und darfst so viele Perücken und Pelze und anderen Schrott horten wie du willst.“
„Willst du mich also wieder zurück haben? Den Quatsch mit der Glatze und der weißen Haut und den roten Kontaktlinsen und dem Nazioutfit lasse ich aber sein.“
„Das geht schwer in Ordnung. Darf ich dich Küssen?“
„Ich bin zuerst dran.“
Akira sah ihn etwas verstört an, als sich Anna und Emily eng umschlungen räkelten.
„Gewöhn dich an den Anblick, Akira“
Sagte er mit etwas Resignation in der Stimme.
   Ein bisschen Normalität gefällig? Bei den Neuwahlen hatte die neue Mitte mit Wilhelm Bluhm an der Spitze vernichtend gewonnen und hatte die Mehrheit der Sitze im Bundestag, auch wenn der in Ruinen lag und gerade wiederaufgebaut wurde.
   Die ersten Gesetze waren bejubelt gewesen. Verankerung des Rechtes auf freie Meinungsäußerung im Grundgesetz, Anti-Clown Maßnahmen, Aufhebung von Gesetzen zur Unterdrückung von Sprache und Entschärfung der Waffengesetzte. Wie in den USA durfte man jetzt als Zivilist verdeckt eine Waffe tragen. Ohne Five-Seven ging er gar nicht mehr aus dem Haus.
   Die Waffenkäufe besorgter Bundesbürger gingen durch die Decke und wurden regelrecht gehortet.
Und was links sehr viele Kontroversen ausgelöst hatte war die starke Förderung der Bundeswehr. Die Förderung der GSG9 war auch nicht gering gewesen. Und die Polizei in der Hauptstadt wurde nach der Umfangreichen Säuberungsaktion schwer unterstützt und die Akademie ertrank in Anfragen.
   Aber was glaubt ihr denn, wer die neue Mitte gewählt hat. Ein Ehemaliger Elitesoldat als Bundeskanzler, das hatte große Aufregung ausgelöst.
Und er glaubte, das hatte Wilhelm aus Purer Bosheit inszeniert. Militärparaden mit stolz marschierenden Soldaten und den neuen Leopard 3A2 Kampfpanzern und Omega Avengers und Shockwave und Scorpion Radpanzern in Bundeswehr Flecktarn. Mit Staffeln von Orcas, Bullsharks und einigen Belugas der Luftwaffe über den Köpfen der jubelnden Massen.
   Die alte Regierung hatte geschäumt vor Wut und in der Presse ging es rund. Man sprach vom vierten Reich. Aber das interessierte doch echt niemand mehr. Die Animals hatten ausgelöst, dass Patriotische Bundesbürger aller Hintergründe, Kulturen und Hautfarben durch die Straßen des Landes zogen. Mit Deutschlandflaggen und die Hymne schmetternd. Linke und rechte Gruppen veranstalteten Straßenschlachten. Die mittigen Animals hielten sich raus und feierten.  
   Menschen trafen sich in Gruppen auf öffentlichen Plätzen und diskutierten ohne Gewalt intensiv zu Themen und Ideen. Sprecher wurden in Universitäten eingeladen um zu gar nicht so kontroversen Sachen zu sprechen. Das war in der Vergangenheit nur im Darknet wirklich so in der Form möglich gewesen.
   Man hatte Sahid in das Kulturhaus von Berlin Solomon eingeladen. Er hatte vor über tausend Leuten sein Programm gespielt und es wurde herzhaft gelacht. Mit den Einnahmen hatte er seine Freundin Akira ins Haus der Welt eingeladen.
   Und dann wurden sie von den Schergen dieser Spinnenfrau attackiert. Gerade dann, wenn Leben wieder richtig Spaß zu machen drohte.
„Papa, könntest du auf akrobatische Einlagen verzichten, wenn ich nicht gehen kann?“
Oh, sein Sprung über das Geländer von vorhin. Stimmt, das war ihr gegenüber echt verletzend.
„Versprochen Kleine. Möchtest du dein Abendessen mit uns oder allein in deinem Zimmer genießen?“
„Ich würde gerne mit euch essen, wenn das möglich ist.“
Anna trennte sich sanft von Emily und setzte sich neben Akira.
„Klar darfst du das. Du musst nur selber abschätzen ob du dich fit genug fühlst. Du hattest einen schweren Autounfall und musst dich schonen. Dora wird heute Abend vorbeikommen und sich um dich kümmern. Ok Liebes?“
Kaz bekam Akiras Reaktion nicht mit. Emily kniete auf ihm und küsste ihn leidenschaftlich.
Das war bestimmt eine Riesenerleichterung für sie mit dieser komischen Beziehung. Emily wohnte jetzt quasi auch hier. Und Klara auch, wenn auch nicht ganz freiwillig. Sie hatten es nach dem Attentat auf Ihn, Jack und Akira beschlossen und in Großer Besetzung die Wohnung ausgeräumt und die Zweitwohnung damit eingeräumt.
   Aber Emily, er und Anna teilten sich das große Bett und Klara wollte mit Karl spielen. Also waren sie hier jetzt zu neunt. Suzi brachte Emily und Klara jeden Tag zu Horizon und zurück. Kaz fuhr Amber und Jack jeden Tag zum BIT und holte sie auch persönlich ab.
   Sie standen alle unter Hausarrest um Angriffen vorzubeugen. Das Personal kümmerte sich um alles. Aber Besuche im Center, im Haus der Welt und unten Im Schwimmbad und Fitnessstudio waren erlaubt. Jeden Tag wurden sie von Lien und Merlin kulinarisch umsorgt.
   Er setzte sich auf und schubste Emily spielerisch von ihm runter. Er freute sich nicht unbedingt aufs Bett, das er mit zwei hungrigen Löwinnen zu teilen schien. Die Absprache war gewesen, entweder ohne ihn zu zweit oder mit ihm zu dritt. Da er schlecht auf beide verzichten wollte, war die Lösung eindeutig auch wenn es ihn etwas resignierte. Es war schon etwas anstrengend, wie ihn die beiden belagerten und ihn außen vor ließen, wenn er mal keine Lust hatte. Natürlich war er immer Schuld, wenn er keine Lust hatte oder einfach mal keinen Sex wollte. Da verstanden sich die beiden Biester wunderbar. Mittlerweile verwendete er Ohrstöpsel, wenn er die beiden im Bett ausblenden wollte.
Ab und zu machte er sich bei Jack oder in einem Gästezimmer bequem.
   Er sah auf. Yusuf war zu spät oder? Er stand auf und ging zum Fenster, da zockelte die schwere Zugmaschine unten an der Straße vorbei und fuhr zum Lieferanteneingang, äußerst langsam.
   Eine Viertelstunde später war er oben, schwer mit Taschen bepackt und mit Nadja im Schlepptau. Ihr klebte ein großes Pflaster auf der Stirn und sie wirkte etwas wackelig.
„Nadja wurde überfallen und man hat ihre Wohnung völlig verwüstet, kann sie erstmal bei uns bleiben?“
Natürlich durfte sie und Kaz sagte Merlin Bescheid, dass sie heute zu zehnt essen würden während Yusuf die Sachen nach oben brachte. Nadja ließ sich auf dem Sofa neben Akira nieder.
   Der Avenger X5 wird immer kleiner. Selbst mit Jacks Defender war es jetzt eng. Er bräuchte vielleicht ein kleines Update, Xen war ja zum Glück gleich nebenan.
   Und es machte ihm Sorgen, dass Emily und Klara tagsüber nicht so gut geschützt waren. Das Horizon Gelände war zwar gut geschützt, aber wenn er die Sicherheitslücken ausnutzen konnten, dann andere definitiv auch. Und dieser Hampelmann Ralf hatte ihn einen Tag vor Weihnachten erneut eingeladen. Irgendwie hatte er bei der Sache ein ganz mieses Gefühl.

Meine Woche – 2-22

Das ist ja der Wahnsinn, wie schnell so eine Woche um ist. Rina hat eine neuen Wochenrückblick rausgehauen und ich folge ihrem guten Beispiel.

Geärgert ….. über das völlig überfüllte Schwimmbad am Dienstagabend. Schwimmen macht einfach keinen Spaß, wenn man die ganze Zeit anderen Schwimmen ausweichen muss.

Gedacht…. viel über ein neues Buch. Ich finde das Osiris Projekt nämlich gar nicht mehr so gut und da die gründliche Überarbeitung gescheitert ist, hoffe ich einfach, dass ich die nachfolgenden Romane einfach besser werden.

Gefreut: ……. dass der Antrag bewilligt wurde und ich jetzt etwas mehr Bewegungsspielraum habe, beispielsweise darin was abends auf den Tisch kommt.

Gefühlt: ……. Freude über so viele Besucher. Und Verwunderung über den richtig übel heftigen Schneesturm am Donnerstag Nachmittag.

Gegessen: …… nicht viel, aber gerade Maultaschensuppe am laufenden Band, Döner und Chipse, garniert mit 2 Kg Äpfeln diverser Sorten.

Gehört:  ….. Persepolis erhebt sich: The Expanse-Serie 7. Ein tolles Hörbuch, wenngleich ich den Sprecher nicht so richtig mag. Es lohnt sich wirklich, schade dass amazon das nicht umsetzen will 😦

Gekauft:  …… eine nagelneue mechanische Tastatur, zu dem Geld das andere insgesamt in ihrem Leben für Tastaturen ausgegeben werden. Bei mir geht es eben nicht ohne klickende Schalter und Medientasten. ^^
Einfach als verfrühtes Geburtstagsgeschenk, ist ja eh bald und die klemmenden Tasten der Ersatztastatur gehen mir auf den Keks …

Und via Bricklink ein LEGO Friends Set mit coolen Teilen, vielleicht stell ich euch das schon nächste Woche vor. Am liebsten hätte ich ja den Bagger von CaDA in der motorisiserten Ausführung geholt, aber Papa wäre dann ziemlich sauer und mit meinen Teilen kann ich mir den LEGO Bagger von 2009 locker nachbauen, auch in anderen Farben als Gelb:

8043: Motorized Excavator (in weiß/grau)

Der von CaDA ist natürlich größer und schicker, aber der läuft mir ja nicht weg. CaDA listet ihre Sets nämlich nicht nach zwei Jahren aus, jedenfalls nicht das ich wüsste. Selbst wenn, guckt euch mal dieses Monster mit fast 4500 Teilen an, der Wahnsinn. Scheiß auf LEGO ^^

Gelacht……….. letzte Woche war ja eher spaßbefreit. Deshalb war ich am Montag sehr euphorisch und hab öfter mal ausgelassen gelacht, als die Zahl der Besucher über den Abend verteilt auf stolze 25 Stück angewachsen ist. Rekord für meinen kleinen Blog. Und ich habe mir eine Komödie und ein paar lustige Katzenvideos reingezogen.

Gelesen:  …. die Schatten von Edinburgh von Oscar de Muriel. Nicht schlecht, aber ich bin momentan einfach nicht in Lesestimmung.

Gelitten: ….. über meine Doofheit ein wichtiges Dokument zu vergessen einzureichen, zum Glück war das Amt gnädig und lässt mich nicht verhungern ^^

Geplant: …… Schwimmen definitiv, aber eher vormittags. Ganz viel Hörbuch hören, lästiges LEGO Teile sortieren und mal wieder ein bisschen zeichnen.

Gesehen: ……… gestern die zweite Hälfte von Rogue One, meinem Lieblings Star Wars Film, mit einer packend inszenierten Schlacht um Scarif. JJ so sehen Raumschlachten aus, du Depp! Nehmt mal den Vergleich zum miesen Episode IV Remake, Episode 7. Am Ende greifen satte 12 X-Wings den Todesplaneten an … seid ihr doof? In Rogue One kämpft am Ende eine Flotte aus Großkampfschiffen, Fregatten, Corvetten und einem guten halben Dutzend Fighter-Staffeln gegen zwei Sternzerstörer, TIE-Fighter und die imperialen Streitkräfte auf Scarif. Puh, das war im Kino so ein Gänsehaut-Moment, als die Flotte der Rebellen eintrifft.
Ich stimme zu, die erste Hälfte von Rogue One ist eher mau, aber die zweite Hälfte hat den Film ganz nach oben in meine Rangliste der Star Wars Filme katapultiert. Vor allem, die Idee, dass es kein glorreicher Sieg ist sondern schwere Verluste auf dem Weg zum Ende sind. Nicht dieser Mist mit der offiziellen Triologie (die für mich nicht mehr exisitert).

Gespielt/Gebastel/Gehandwerkt: …… Ziemlich viel Civilisation V. den VIer hab ich auch, aber ich kann diese Comicgrafik nicht leiden. Dazu ein bisschen Skyrim.

Getan:  ….. Den riesen Berg Pappe entsorgt und Platz für einige zehntausend LEGO Teile geschaffen.

Getroffen:  …. nur meinen Besten, leider nur kurz. Er ist Lehrer-Workaholic und muss dieses Wochenende 20 Zeugnisse schreiben – er arbeitet an eine Montessori Schule und jeder Schüler bekommt eine schriftliche Einschätzung statt schnöder Noten. Find ich gut, auch wenn die arme Socke das ganze Wochenende durchmachen muss.

Getrunken: …… viel Wasser, viel Tee, noch mehr Kaffee und eine Flasche Baileys.

Geweint ……… Nope.

Gewundert …. über die schiere kollektvie Blödheit von einer nicht zu nennenden Fraktion Klappspaten über den Umgang mit C…, das ist so doof.

Kurzgeschichte Nr. 6

Viele fanden ja den Vater aus meiner aktuellen Schreibetüde richtig zum Kotzen und wie den miesesten Drecksack. Stimmt schon. Also hab ich mich nochmal ans Werk gemacht und eine kleine Geschichte geschrieben. Mit den selben Stichworten, aber etwa doppelt so lang.

Wackelpudding

„Ich will nicht! Hilfe, nein, ich will das nicht! Bitte Papa, ich mach alles wieder gut!“
Lucys Augen füllten sich rasch mit Tränen. Joschi starb innerlich tausend Tode und er rang um seine Worte.
„Ich weiß, dass du alles wieder gut machst, ich glaube an dich.“
Die unverdrossene Fröhlichkeit in seiner Stimme war falsch und einfach nur zum kotzen und wahrscheinlich wurde alles nur noch schlimmer. Einer der Pfleger machte einen Schritt vorwärts und er sah die aufsteigende Panik in den Augen seiner Tochter.
„Bitte Papa, BITTE, ich will nicht weg, ich hab das doch nicht so gemeint!“
Sie schüttelte sich vor angstvollen Tränen und er zerbrach innerlich. Er beugte sich vor und umarmte seine einzige Tochter ganz fest, beinahe erdrückte er sie voller väterlicher Liebe und Zuneigung. Er spürte, wie sie bebte und zitterte und ihm wurde flau. Er wollte nicht, dass sie ging. Er wollte, dass er bei ihr sein konnte. Aber es ging nicht.
   Jelena, die Leiterin der Einrichtung, die er selbst mit ins Leben gerufen hatte, hatte wohlmeinend und beharrlich stundenlang auf ihn eingeredet. Sie und ein halbes Dutzend Ärzte und Psychologen, die er von früher kannte. Seine Tochter war bipolar, so wie ihre Mutter, so wie er selbst.
   Scheiße, sie konnte doch nichts dafür, er war an allem Schuld. Er hatte ihr diesem Mist vererbt. Wie hätte sie es denn wissen sollen, wenn er ihr es verschwieg, in dem verzweifelten Versuch sie zu schützen, nur um es nur noch viel schlimmer für sie zu machen. Tränen liefen über seine Wangen und es schüttelte ihn vor heftiger Schluchzer.
„Es ist nicht für lange und ich besuche dich jeden einzelnen Tag. Alles wird wieder gut, ich verspreche es dir.“
Er zweifelte nicht an seinen Worten, aber es klang schwach und wenig überzeugend. Er sah die  Enttäuschung in ihren Augen. Enttäuschung und panische Angst.
„Ich bringe dir jeden Tag eine große Schale mit selbstgemachtem Wackelpudding mit, versprochen.“
Sie lächelte flüchtig. Die Pfleger rissen seine Tochter auf einmal richtig ungehobelt und grob aus seinen Armen und zogen sie in Richtung Tür. Nein, lasst sie hier, sie hat doch gar nichts Schlimmes gemacht! Wollte er schreien, aber seine Stimme versagte. Ihre großen vor Angst geweiteten Augen waren das letzte, was er von ihr sah, als sich die Tür schloss.
   Der Teppich knisterte leicht, als er heftig schluchzend und bebend darauf zusammenbrach und sich zu einer verheulten kraftlosen Kugel zusammenkauerte.
   Warum hatte er nichts gemacht? Warum hatte er seine Tochter nicht beschützt. Er hatte diese beschissene Krankheit, er wusste wie die Symptome aussahen. Er hatte sich vor der Wahrheit verschlossen. Jetzt zahlte seine Tochter den Preis für seine Unfähigkeit. Er war wohl der mit Abstand beschissenste Vater der Welt. Er weinte, bis er keine Tränen mehr hatte und rappelte sich mühsam in eine aufrechte Sitzposition. Jetzt war die große Wohnung tot und leblos und leer. Er fühlte sich unendlich kraftlos, als hätte ihm jemand die Lebensenergie geraubt und ihm eine reingehauen.
   Er setzte sich auf den Po und seufzte schwer. Er hörte das leise Tapsen von Pfoten und sein Kater Luzifer schmiegte sich an ihn und miaute aufmunternd. Er lächelte und es gelang ihm sich aufzurappeln. Schweren Schrittes schleppte er sich in die Küche und setzte sich auf einen Stuhl.
   Er würde es wiedergutmachen, alles würde wieder gut werden. Er öffnete eine Dose Red Bull und leerte sie im Stehen. Etwas wacher öffnete er den Kühlschrank und holte eine Schale frischer Waldfrüchte hervor.
„Ich mache dir den besten Wackelpudding der Welt Lucy, jeden einzelnen Tag!“
Sprach er laut in den Raum, riss sich zusammen, wischte sich die Tränen weg und machte sich ans Werk.

ENDE