Das Osiris Projekt – Teil 2 – Kapitel 7

7. Jack – 3.W.Sept. 2045– Freitag – trauerloser Abschied.

Er beobachte wie Anna Akira die fixierte Perücke kunstvoll hochsteckte. Amber war schon fertig und schlüpfte in ihr formelles Outfit für Beerdigungen. Er selbst trug seinen Anzug von Nox schon und er hatte die Farbe auf Schwarz gestellt. Benj würde ihn formell fahren. Sie gingen zwar nicht mehr unbewaffnet aus dem Haus, aber für die Welt waren sie eine heftig trauernde zerrissene Familie.
Er vermisste Emma kein Stück. Ryan schon, weil sie sich so verdammt nahe standen. Kaz hatte mit ihnen geübt und ihnen Tricks gezeigt, wie man die Tränendrüse überlisten konnte. Sie sollten sich Mühe geben, aber es nicht zu sehr übertreiben.
   Er atmete tief ein. Jetzt wäre er in der Stimmung ein paar Clowns zu lynchen. Wenn er doch nur schon seinen Kampfanzug gehabt hätte, als sie im August vor den Clowns fliehen mussten.
Er dachte an seinen Namen. Ripper. Das passte schon ganz gut, er hatte so oft nachgedacht und was er mit Adrian und den anderen machen wollte … das wären keine schnellen Tode gewesen.
Yusuf und Akira waren übrigens bei den Schwestern eingestiegen. Und was sie gefunden hatten?
Beide Schwestern mochten exklusive Materialien und die Große hatte eine riesige Tarantel als Plüschtier und die Kleine einen Plüschwaran im Bett. So wie Liz und Mara mit ihren Haustieren. Aber ansonsten deckte sich der Fund mit dem was die Schwestern gesagt hatten. Eine große Deutschlandflagge hing über dem Sofa und viel Technik flog herum. Akira hatte den Smarthome Kasten gehakt und die Einträge über ihren kleinen Einbruch gelöscht. Ganz professionell, wie man es von einer hauptberuflichen Diebin erwarten würde.
Er rückte seine Krawatte zurecht. Im Spiegel betrachtete er die fette Narbe auf seiner Wange, die gut verheilte. Er dachte an Ryan. Da waren ihm die Stichwunden doch lieber als eine Schusswunde in den Bauch oder in die Brust. Immerhin hatte Dagger Adrian Drosser hingerichtet. Tja, dir hätte ich auch gerne in die Eier geschossen.
   Auf den Weg zu ihren Autos hielt er bei dem Buchladen an und holte sich ein paar Klatschblätter. Mal sehen, was die zu ihrer Familie zu sagen hatten. Er drückte Benj den Schlüssel in die Hand auch wenn Steve wusste wohin er fahren musste. Er und Amber stiegen hinten ein. Sie prüfte nochmal den Sitz ihrer Perücke und küsste ihn dann auf den Mund. Interessiert faltete er die Zeitung auseinander. Er dachte darüber nach ihr auch eine zu geben, aber ihr Deutsch war noch nicht gut.
„Jack mit Omega Defender gesichtet. Wo kommt das Geld her? Illegale Machenschaften?“
„Großkatzen auf der Jagd. Amber Solomon mit Leopardin unterwegs. PETA und Tierschützer gehen auf die Barrikaden. Schlimmer noch als Sebastians Waran Karl. Desaströs.“
„Irrer Millionenerbe kauft sich Lambda Whale Shark. Purer Größenwahnsinn?“
„Zoopark Solomon nimmt Terrorechse Kasimir auf. Ist das jetzt ein Privatzoo?“
„Araber unter dem Namen Solomon. Etikettenschwindel im Gange?“
„Trauer oder falsches Spiel? Akira locker und fröhlich im Stream.“
„Russin auf der Jagd nach den Millionen. Falsche Mutter schleicht sich ein um den Schatz zu heben.“
Er zerknüllte die Zeitung und warf sie hinter sich in den Kofferraum. Gab es eigentlich Menschen die so etwas lasen und tatsächlich ernst nahmen. Das eine war eine der größten Zeitungen Deutschlands, also ja. Und er hatte auch noch Geld für den Müll bezahlt.
   Der Friedhof war gut gefüllt, aber nicht mit Trauergästen. Alles voller Militär. Russische Gunships kreisten über ihnen wie Geier. Sie stiegen aus und Benj tat so als würde er nach einem Parkplatz suchen. Steve würde sein neues Spielzeug nicht mehr hergeben, hatte er das Gefühl.
   Zu sechst umringt von einem internationalen Haufen von Soldaten warteten sie auf die Gäste. Natürlich war Wolfgang mit seinen Wölfen da, die sie alle grüßten. Wolfgang umarmte Kaz schwer.
Ihnen sechs gelang die Trauermiene gut. Kaz hatte ihnen ein Mittel besorgt, was den Tränenfluss für eine Weile beschleunigte. Sie begrüßten Sahid, Adam und Ganda … äh … Abubakr, in einem grauen Gewand mit einem merkwürdigen Hut und einem Stab. Sahid wirkte betrüblich über seinen Großvater, aber immerhin hatte er noch einen, Herbert war ja leider tot. Er verdrückte eine echte Träne. Amber neben ihm drückte ihn.
   Dann kam ein Gefährt, das selbst den fetten Omega Avenger X5 alt aussehen ließ. Ein dreiachsiges Monster, mit einer seitlich angebrachten Schiebetür hinter der vorderen Tür. Das Ding durfte locker zwanzig Tonnen wiegen. Ein übergewichtiger Mann, so groß wie Kaz stieg aus und eine verdammt heiße Russin hakte sich bei ihm ein. Er stellte sich vor.
„Gestatten Horatius, aber nennt mich ruhig Xen, damit fühle ich mich wohler. Und das ist meine bezaubernde Frau Tamara. Mein Beileid ihr sechs.“
Das war also der berühmte Xen, der Omega gegründet hat, er hatte ihn sich anders vorgestellt. Eine Abteilung von Horizon stellte sich vor, darunter auch Emily Strauss, sie lächelte unglücklich.
Manfred und Wilhelm Bluhm kamen, mit Frauen und Kindern. Yolanda wirkte dieses Mal weniger giftig und umarmte ihn kurz. Aber sie warf Amber einen bitterbösen Blick zu. Ein paar ihrer Dozenten vom BIT erschienen, darunter Igor und Nadja. Nadja ergriff Yusufs Hand und drückte sie. Jack sah ihr und ihrem heißen Arsch hinterher, Amber stieß ihm in die Rippen und kicherte. Sogar ein paar Aasgeier von der Presse waren geladen. Und viele Schaulustige waren da.
   Dann gingen sie alle und nahmen in der kleinen Kirche Platz. Ein exzellenter Pfarrer hielt eine tolle Rede. Er ging recht regelmäßig in die Kirche. Er war gläubig, Protestantisch natürlich. Aber war noch nicht oft im Haus des Glaubes in Berlin Solomon. Amber war nicht so ein großer Fan davon.
Menschen, welche die vier Toten gut gekannt hatten stellten kurze Reden.
   Dann verabschiedeten sie sich von den Toten und viele Tränen wurden verdrückt. Nicht nur geschauspielerte. Kaz brach über den Urnen seiner Eltern regelrecht zusammen und Anna musste ihn schwer stützen. Akira schluchzte schwer bei ihrem Vater und er vergoss einiges an Tränen bei seiner Mutter Emma, mehr als er selbst gedacht hätte.
   Danach verabschiedeten sie sich von den Gästen und fuhren zum Platz der Nationen ins Haus der Welt. Der Dreiachser hatte eine flatternde Polandflagge auf der einen und eine Deutschlandflagge auf der anderen Seite, sehr patriotisch. Hier waren sie etwas weniger. Die Militärs sahen nach draußen und betrachteten den Avenger und den Dreiachser aus der Ferne.
   Er hielt sich nah an Kaz, um die interessantesten Gesprächsthemen nicht zu verpassen. Xen schien eine echte Labertasche zu sein, noch schlimmer als im Buch.
„Sei gegrüßt alter Freund. April ist lange her. Das da unten ist das eigentliche Flaggschiff. Der Avenger X8. Die Zahl richtet sich nach der Zahl der Plätze. Du hast also einen X5. Aber die Militärvarianten haben viel weniger Leder und da passen sechs, beziehungsweise neun Soldaten mit vollem Gepäck rein und es gibt ihn in mehreren Varianten. Momentan sind Deutschland, USA, Russland und China unsere größten Interessanten und wir haben ihnen schon Modelle zum Testen gegeben. Sie werden als IMVs klassifiziert, also Infantry Mobility Vehikel. Und Gerade die Kombination aus Panzerung, Feuerkraft und Mobilität wird sehr  gerne gesehen. Dazu noch die Autonomität und die unzähligen Zusatzmodule. Wir stellen die Avenger Familie offiziell am Sonntag vor und ich hab dir einen X5 zum Testen spendiert, als kleines Goodie für deinen momentan ziemlich toten Chanel. Die Russen stellen ihre Leopard Killer Ende Oktober vor. Die Russen hat es schwer getroffen und die sind ein sehr stolzes Volk, vielleicht war das der Tropfen der das Fass zum Überlaufen bringt. Einen neuen kalten Krieg braucht niemand. Ach wenn sie sauer sind das sich Spectre nach Deutschland verzogen hat. Lara ist jetzt Persona non Grata in Russland. Und Lambda kann sich vor Aufträgen auch nicht mehr retten und die werden eine große Fabrik in Brandenburg bauen, wo insbesondere die Orcas und Belugas gebaut werden sollen. Die Amis sind etwas säuerlich aufgrund der Obsoletients ihrer V-22 Ospreys, geben aber schon fleißig Bestellungen auf. Lambda hat abgeräumt was den Nachfolger der A-10 Thunderbolt II angeht. Und sie haben dreißig Belugas, zweihundert Bullsharks und dreihundert Orcas bestellt. Sigma ist gerade hoch in Kurs. Die zehren ja noch von den Mitteln für den Bau eines planetaren Asteroidenschildes. Deren dritter Alphawal ist gerade in der Weltraumwerft im Mondorbit fertig geworden. Die kooperieren ja stark mit Lambda und Horizon. Alphawal Nummer zwei dreht gerade die vierte Runde zum Mars um dort endlich eine permanennte Kolonie aufzubauen. Den ersten Alphawal haben sich die Amis gekauft, als ultimativen Truppentransporter und taktischen Bomber. Fusionsantrieb, wie jetzt auch jetzt der neue Beluga und insbesondere der Wal Hai. Die können praktisch ewig in der Luft oder im All bleiben. Wir sind am überlegen, sowas in einen Radpanzer einzubauen, in der Kleinstvariante. Ach ja die tollste Neuigkeit. Ich hab ein bisschen gespart. Und wir bauen die bisher größte Omega Fabrik überhaupt in Brandenburg. Im selben Industriepark wie Spectre und Theta. Die Landesregierung ist schon total aus dem Häuschen und fördert uns wie wild. Und Emmas Büro, Gott hab sie selig, hat den Zuschlag für den Bau des Fabrikparks bekommen. Da wird drum herum praktisch eine neue Stadt gebaut, für unsere tapferen Mechaniker und Ingenieure und deren Familien. Und zwar jetzt gerade, die Jungs sind erste Sahne, die bauen in Schichten rund um die Uhr. Das Werk wird im Frühjahr fertig sein. Und ich zieh auch hier ein, in das Haus hier. Wir haben uns eine Vierhundertquadratmeterwohnung mit vier Kinderzimmern organisiert, im zweiten Stock. Und wir haben eine Haushälterin und einen Koch engagiert und planen, dass wir die Kids vom Internat runternehmen, damit wir sie öfter sehen können. Ich hab vorhin abgemessen und der X8 passt knapp unter Biegen und Brechen in die Tiefgarage. Mensch, wir wohnen ja fast wieder zusammen, so wie damals. Umzug ist Morgen, aber keine Sorge wir haben genug Helfer.“
Oh man wie konnte man nur so viel sagen? Das war eine Menge Input. Jetzt wusste er genau, wer das Vorbild für Xen in der Story von Kaz war. Aber Xens Frau war ja mal richtig heiß, an die kamen auch Anna und Nadja nicht heran. Tamara hieß sie oder?
Wolfgang gesellte sich zu ihnen, immer noch im schwarzen Kampfanzug des KSK.
„Ja ich glaube mit einer weniger dämlichen Regierung, die außer Kürzungen und Einsparungen nichts im Schädel hat, können wir uns auch mal wieder was gönnen. Diese Gerätschaften sind der Hammer. So würden meine Jungs gerne das Schlachtfeld betreten. Und sie können sich an den Varianten gar nicht sattsehen. Und die Schmuckstücke vom Lambda erst. So ein paar Belugas könnten wir echt gut gebrauchen und die sind ja auch noch Klimaneutral, Haha, das wird die Erbsenzähler im Kabinett freuen. ‚Dank‘ Attentat rennt man uns die Bude ein. Ein wahrer Sturm junger Leute die ihr Land verteidigen wollen. Das habe ich in Deutschland noch nie erlebt. Man, über zwanzigtausend Opfer, nur in Deutschland. Die Russen haben über dreißigtausend die Chinesen fast sechzigtausend. Trotz der Chinesischen und russischen Waffen arbeiten wir fest mit unseren neuen Freunden zusammen. Unsere koordinierte Militäraktion wird die Clowns in den Untergrund getrieben haben. Aber der Kampf ist noch lange nicht vorbei. Die Clowns werden versuchen die Städte zu unterwandern und uns in Häuserkämpfe verwickeln. Gerade die ganzen kleinen Dörfer sind ein gutes Ziel. Da kommen Erinnerungen an die Schlacht von Ramadi im Irak 2006 wieder hoch, auch wenn wir da nicht direkt beteiligt waren. Kaz dein Gelände wurde offiziell genehmigt, du kannst da alles machen was du willst, außer Giftgas und nuklearer Krempel. Aber nur wenn wir da auch mal üben dürfen. Du hast ein paar tolle Schussbahnen auf sehr lange Distanz. Ich sag dir Bescheid, wenn wir da mal eine Übung Planen. Und du solltest das Gelände ruhig ein bisschen in Schuss setzen. Und eine sehr traurige Nachricht. Man musste ein Exempel statuieren und hat die schwarzen Wölfe aufgelöst und uns faktisch über Nacht rausgeworfen. Kein Anspruch auf Bezüge, wir sind Arbeitslos und werden keine Rente bekommen.“
„Oh verdammt das tut mir so leid, ich werde dir, euch helfen so gut ich kann, jetzt wo ich zur Abwechslung mal zu viel Geld habe. Das Gelände ist schon gut wie es ist. Und das war der größte terroristische Anschlag auf die Welt. Weiß man etwas zu den Hintergründen.“
„Es gibt ein paar Bekennerschreiben. Die westliche Welt soll stürzen. Zu Russland und China ist uns nichts bekannt. Es ist so frappierend, wie diese Gestalten denken, sie würden für eine gute Sache kämpfen indem sie unsere Familien attackieren und Konzerne anstecken. Das ist eine merkwürdige Welt. Und Andrea Wolf ermittelt gegen korrupte Polizisten, dass tut der Stadt gut. Nur die Presse zerfleischt uns nach wie vor, aber deren Auflagen stürzen verdient in den Keller. Nur macht das meine jüngste auch nicht wieder lebendig. Und wir werden schon eine Lösung finden, keine Sorge.“
„Sa das mal nicht, die kleine Schwester der Frau die so aussieht wie Liz, hat Ähnlichkeiten mit Mara und sie interessiert sich sehr für Warane.“
„Ist das so? Merkwürdig. Die werde ich mal inspizieren. Macht‘s gut Jungs.“
Der alte Soldat stromerte davon und Jack sah ihm nach. Netter Kerl eigentlich. Er sah wie Nadja sich auf die Zehenspitzen stellte und Yusuf auf die Wange küsste, na das war doch irgendwie offensichtlich gewesen. Emily trat auf ihn zu.
„Du warst stark Großer, du musst dich furchtbar fühlen oder?“
Bloß nichts verraten, das klang ganz nach Falle.
„Es war furchtbar, einfach nur schrecklich, ich fühle mich so entsetzlich das Mama tot ist.“
Sie umarmte ihn sanft und er grinste, was sie nicht sah.
„Autsch!“
Zischte sie ihn wütend an und lies von ihm ab.
„Die sind echt verdammt. Hier siehst du die Kopfhaut. Und ich nehme auch keine Haut Bleichmittel wie Liz. Ich sehe einfach nur wie sie aus, das ist alles. Man, zieh doch nicht so dran!“
Er murmelte eine Entschuldigung und sie warf ihm einen bösen Blick zu als sie davonging. Tja, musste einfach sein. Er sah auf die Haare mit Wurzel, die er ihr ausgerupft hatte. Jetzt können wir einen hübschen kleinen DNA Test machen. Er schob die Haare in ein Tütchen, was ihm Amber reichte, und steckte es ein. Hatte sie nicht auch gerade Liz und nicht Elisabeth gesagt?
   Er lauschte den Gesprächen der Gäste, beobachtete Sahids seltsamen Opa. Was war eigentlich mit Adam, war er auch ein Geist? Oder sein merkwürdiger Vater. Vielleicht würde er das ja noch herausfinden. Aber Sahid war mit Bestimmtheit keiner.
   Die Feier ging noch ein paar Stunden und dann war sie endlich vorbei und sie verabschiedeten die Gäste. Kaz und die anderen wirkten Erleichtert. Aber sie ließen den Vorhang erst fallen als sie in der Wohnung waren. Merlin erwartete sie schon.
„Wie wäre es jetzt mit einem Drink euch allen?“
Sie nickten einstimmig und der Araber ging zügig nach oben zur Bar. Benj verabschiedete sich, aber Anna bestand darauf, dass er auch noch einen Drink bekommen sollte. Der Schwarze nickte dankbar und ließ sich schwer auf einem Sofa nieder. Lucy sprang sofort auf Ambers Schoss und Karl strich seinen Kopf an Kaz Bein.
„Pfirsiche du alter Halunke? Ok du bekommst welche.“
Der Waran rannte aufgeregt in die Küche und Kaz folgte ihm. Amber setzte sich neben ihn und er kraulte die Leopardin hinter den Ohren, sie schnurrte zufrieden. Du wirst irgendwann auch richtig groß, dann wirst du das Innengehege echt brauchen.
Kaz kam wieder und ließ sich auf das Sofa neben Anna fallen und küsste sie auf die Wange.
„Du hast dir also die heiße Sportlehrerin geangelt, Yusuf?“
Der grinste breit und nickte wissend.
„Japp und wir haben es auch schon gemacht.“
„Iiih, Yusuf.“
Kam es angeekelt von Akira.
„Ach komm schon Akira, du und Sahid treibt es auch oft genug.“
„Die kleine da und der Grinsesack doch auch, und die sind noch minderjährig. Was sagst du da?“
„Ich hab denen das erlaubt, und sie sind nicht so laut wie du.“
„Was ist denn das, alle nur gegen mich?“
Sie schniefte und setzte zu Tränen an.
„Ist doch immer so, Schwesterherz. Deine ‚ich bin emotional verletzt‘-Nummer zieht auch nicht immer.“
Konterte Jack.
„Meistens funktioniert es aber so. Keiner kann einem verletzlichem Mädchen widerstehen.“
Sie streckte ihm die Zunge heraus. Merlin servierte ihnen eine Runde Cocktails und verschwand wieder in die Küche. Kurz darauf kam er mit einer Schale mit herzhaften kleinen Snacks zurück.
Sie nippten an den köstlichen Cocktails und knabberten Snacks.
„Gibt es heute mal wieder einen Film, den ich schon tausendmal geguckt habe?“
„Ich dachte an John Wick, hat jemand Lust?“
Selbst Akira hob die Hand.
   Mit Drinks und Snacks zogen sie ins Kino um und genossen den Actionstreifen. Danach stromerten Jack, Amber und Akira in die Küche. Merlin war immer noch am Arbeiten. Er sah von seiner Arbeit auf und musterte sie drei interessiert.
„Kannst du etwas Herzhaftes für uns zaubern Merlin?“
„Klar kann ich das, wartet einen Moment, ich schick euch eine Platte für drei hoch. Und Getränke und vielleicht noch einen süßen Snack.“
„Darf ich fragen was du das machst?“
„Ich bereitete Zutaten für frisches Baklava zu, nach altem Familienrezept.“
Die drei nickten wissend und gingen mit grummelnden Magen hoch.
„Wir drei gehen noch hoch ins Café, möchtet ihr mitkommen? Xen, Tamara und Nadja werden auch da sein.“
„Nein Mama, ich glaube das langweilt uns eher. Genießt euren Abend. Merlin macht uns noch einen Snack. Und dann gehen wir in Richtung Bett. Stimmt‘s ihr beiden oder?“
Jack und Amber nickten. Anna umarmte sie drei sehr herzlich und ging dann mit Yusuf und Kaz raus.
Im Essbereich setzten sie sich an den Glastisch und Akira tippte darauf herum.
„Oh man die Aasgeier werden echt verzweifelt, die berichten über jeden Mist und verdrehen alles.
Hier ‚polnischer Nazi baut Panzerfabrik in Ostdeutschland‘. Das ist doch nicht zu glauben. Ich finde Xen echt nett. Und Mama macht weiter Jagd auf die Millionen. Man Anna ist einfach nur eine gute Mutter und mit unserem schrägen Papa verlobt. Und ich finde das so merkwürdig. Eigentlich sind wir doch eine Familie. Kaz und Anna sind die Eltern und Yusuf der verrückte Onkel. Und wir sind die Kinder. Und ihr treibt es miteinander. Das ist faktisch kein Inzest, weil Amber ursprünglich keine Solomon ist, aber ich finde es komisch und wollte es mal gesagt haben. Ach ja, ich bin die Schlampe weil ich einen politisch inkorrekten Araber als Freund habe. Wenn er ein extremer Islamist wäre würden sie mich feiern. Können die nicht einfach Pleite gehen und verhungern. Wer braucht denn so einen Journalismus.“
„hirntote Menschen.“
Kam es trocken von Amber. Alle drei lachten schallend. Es machte Pling und sie holten sich drei Halblitergläser mit einer Fruchtschorle aus dem Aufzug. Die erfrischte ganz gut.
„Worauf freust du dich am meisten in einem Jahr Akira?“
Sie dachte einen Moment nach.
„Das meine Haare wieder ein gutes Stück nachgewachsen sind und ich nicht jeden Morgen meine hässliche Visage im Spiegel sehe. Ich war so doof im April. Und vielleicht bin ich dann schon schwanger, am besten mit Zwillingen. Ich und Sahid sind uns einig, ich warte nur das Erbe ab.“
Amber und er wechselten Blicke.
„Naja wir wollen auf jeden Fall erstmal die Schule fertig machen, die weiß der Geier erst wieder startet. Aber wir wollen auch Kinder und nicht erst mit dreißig.“
„Ich seh es schon kommen, Kaz wird dreifacher Opa mit Mitte vierzig.“
Sie lachten schallend.
„Und ich baue uns ein Haus für unsere Familien, für Gäste und für Personal. Einen Koch brauche ich definitiv. Aber ich muss auf das Erbe warten. Momentan kann ich nicht mal mehr voll auftanken.“
„Du armer Papiertiger. Wir päppeln dich auf. Mir graut schon vor meinem Erbe. Ich schätze Amber, Anna und Yusuf machen sich einen schönen Tag mit ganz viel Eiscreme, die drei wurden nämlich nicht genannt. Wir haben in diesem zugigen nicht renovierten Müllhaufen gewohnt wo es im Sommer zu heiß und im Winter zu kalt war. Mit diesem alten Kauz, der auch nicht der hellste war.
Sowas will ich nie mehr. Und mein Taschengeld hat nicht mal für Snacks und Makeup gereicht. Ohne mein Streaming und die Sponsoren wäre ich arm wie eine Kirchenmaus. Papa, also Johnny war je nie da und Helena hat mir selten was gegeben. Die Geschenke waren Johnnys schlechtes Gewissen. Groß und teuer und für mich meistens völlig uninteressant. Kaz wusste immer für was ich mich interessiere und was ich mag. Seine Geschenke waren immer mein Highlight und wir waren eng in Kontakt. Helena hingegen konnte man nie alleine losschicken wenn sie etwas Elektronisches kaufen sollte und wenn es nur Batterien waren. Das war so schlimm mit ihr. Und ich hab Johnny nur an Geburtstagen, zu Ostern und zu Weihnachten wirklich gesehen und auch da nur kurz. Er war immer beschäftigt und ich wette er hat wesentlich mehr als achtzig Stunden die Wochen gearbeitet. Ich glaube Helena hat dieses Leben gehasst, aber sie wollte ihren Mann nicht im Stich lassen. Sie hat nie ihr eigenes Leben gelebt, sie war immer nur Mama und beschäftigte Hausfrau, die auch nicht so richtig Zeit für mich hatte. Kaz ist für mich ein bisschen in die Papa-Rolle geschlüpft. Das fanden meine Eltern richtig schlimm, aber die haben sich ja nie richtig um mich gekümmert oder mich geliebt. Und Johnny hat nie etwas von dem großen Geld abgegeben, er hat es einfach nur gehortet. Wen wundert es dann, dass ich mich zur Diebin und Einbrecherin entwickelt habe. Es geht nicht um den Wert der Diebesbeute, es ist einfach nur dieser sogartige Nervenkitzel. Wir haben jedenfalls schon ausgemacht, dass Sahid sich um die Kinder kümmert und ich mich um meine Karriere kümmere. Also meinen Kanal und das Streaming. Ich hab wieder eine Plastikwanne voller Produkte die ich reviewen soll. Ich denke ich stelle Personal ein, sodass ich neben meiner Arbeit ganz viel von meinen Kindern bekomme. Wie macht ihr es?“
„Sie ist frisch sechzehn. Aber ich kann mir auch vorstellen von zuhause zu arbeiten. Vielleicht ja sogar als Autor, ich hab Kaz ein paar Kurzgeschichten geschickt. Mal sehen was der so sagt.“
„Und wir helfen dir beim Planen des Hauses.“
Es machte erneut Pling und sie holten eine riesen Platte mit Zutaten für eine deftige Brotmahlzeit und einen Korb mit verschiedenen Brotsorten hervor. Ein Haufen Schinkenknacker mit Senf, ein Topf mit Schmalz, Butter, Aufstriche, Schinken, Käse und ein gemischter Salat mit einem tollen Dressing.
Sie machten sich mit Heißhunger über die Mahlzeit her.
„Aber ich würde gerne einen Pool oder eine kleine Schwimmhalle haben. Dann eine Sauna, Eine Waschküche, Ein Fitnessraum und ganz viel Keller. Und Fußbodenheizung und große helle Räume und eine Kletterwand. Ich hoffe ich erbe viel. Warum eigentlich der Sinneswandel.“
„Ich weiß nicht, nur ich glaube ich würde mit dem Soldatenleben nicht so klar kommen, wenn ich meine Familie nicht mehr wiedersehe. Mit Kaz und Anna ist das so, wie ich mir das immer gewünscht habe. Sie sind immer für dich da, sie machen etwas mit dir, wir gehen spazieren, fahren zusammen in den Urlaub, spielen Brettspiele und gucken zusammen Filme. Wir nehmen unsere Mahlzeiten sogar zusammen ein. Emma war zwar gut zu uns, war aber so oft weg wie Johnny und irgendwann sind dann auch unsere Großeltern nach Japan gegangen und mussten uns selbst beschäftigen. In der puren Disziplin haben wir unser zuhause gefunden. Wir, ich wollte immer nur eine Familie haben und wenn die Truppe meine Ersatzfamilie ist, dann würde das eben so seien. Und dann kam die Sache mit den Clowns und jetzt will ich nur noch Rache. Die bekomme ich aber nicht, wenn ich in der Kaserne feststecke. Ich will einfach nur Clowns dafür büßen lassen, dass sie meine Familie umgebracht haben.
Wie geht es dir Amber, geht es dir gut?“
„Naja, jetzt geht es mir gut, aber bei mir war es ähnlich. Papa war als Soldat selten da und oft im mittleren Osten stationiert und Mama war Hausfrau, aber wir haben in einem Kaff gelebt, wo nie etwas passierte und so habe ich mir eben meine eigenen Abenteuer ausgedacht, ich und mein Bruder …“
Sie hielt inne und Tränen rollten über ihr Gesicht. Akira und Er umarmten sie.
„Wir sind hier bei dir, wir lassen dich nicht im Stich, niemals!“
„Ich lass euch auch nicht im Stich. Versprochen.“
Jack warf einen Blick die leergeputzte Platte, ein bisschen passte noch rein. Genau im richtigen Moment machte es wieder Pling und sie holten drei Platten mit frischem Apfelstrudel mit Vanillesoße und Eis heraus und machten sich mit großem Genuss darüber her. Ihnen wurde es echt schwer gemacht, von hier wegzuwollen. Vielleicht war ja auch genau das Kaz und Annas teuflischer Plan.
Ach Quatsch, er genoss es einfach Familie zu haben.
   Es klingelte jemand an der Tür in der ersten Etage. Akira nahm die Abkürzung über das Geländer und sie folgten ihnen. Parkour mit vollem Bauch machte nicht so viel Spaß, stellte er fest. Merlin trat interessiert aus der Küche.
„Es ist Wolfgang. Er hat Taschen dabei. Ich mach mal auf.“
Die schwere Tür schwang auf und Wolfgang trat müde und unrasiert in die Wohnung.
„Guten Abend ihr drei, sind die großen nicht da?“
Sie schüttelten den Kopf.
„Ok, nochmal die Kurzfassung, unsere korrupte Regierung hat sich einen Spaß daraus gemacht als letzte Tat mit und meine Wölfe zu verurteilen und rauszuschmeißen. Ich hatte einen großen Streit mit meiner Frau und sie ist momentan bei meinen Eltern. Das Auge hat mir mitgeteilt, dass ich als euer Mentor zugewiesen bin, besonders deiner Amber. Führungstalent ist immer selten und deins ist scheinbar angeboren. Das muss gefördert werden. Und die drei Großen sind alles Einzelgänger, die können dir nicht wirklich beibringen wie Teamwork aussieht. Ich war Offizier mein halbes Leben, eigentlich wortwörtlich. Tja, meine Frau hat mich vor die Tür gesetzt, habt ihr hier vielleicht ein Gästezimmer? Notfalls schlafe ich auch auf der Couch. Dann begrüße ich auch die anderen, sind die Oben?“
Sie waren erschüttert und Amber zeigte Wolf ein Gästezimmer. Der ältere Mann hatte müde und erschüttert gewirkt. So hatten sie ihn nie gesehen. Die Welt war nicht gerecht.

*
Kaz wusste das Wolf da war bevor er ihn sah. Der ältere Mann trat Müde an ihren Tisch.
„Guten Abend die Herrschaften, ich hoffe ich störe nicht.“
„Keinesfalls Wolf, setzt dich doch bitte, womit verschaffst du uns die Ehre?“
„Kein sehr rühmlicher Moment. Die Reste der Bundesregierung haben aus Rache ein Exempel statuiert und einige Einheiten des Militärs unehrenhaft entlassen, darunter meine Wölfe. In meinem Fall fast vierzig Jahre Militärdienst und man lässt mich mittellos im Straßengraben ersaufen. Ich hatte ein großes Zerwürfnis mit meiner Familie und meine Frau hat mir eine halbe Stunde gegeben um meine Taschen zu packen und aus ihrem Leben zu verschwinden. Wir haben zur Beerdigung so getan als wäre alles noch ok. Tja, mein Geld hat für ein Taxi nicht gereicht, aber ein paar nette Animals haben mich erkannt und auf halber Strecke aufgelesen. Ich wollte nicht als Bettler zu euch kommen, aber hier bin ich. Ich hab nichts mehr, nur noch Scherben eines besseren Lebens.“
Tränen rollten Wolf über die Wangen und er wischte sie weg.
„Oh verdammt, das tut mir und ich denke ich kann im Namen von uns alles sprechen, so unfassbar Leid. Erst Mara und dann das. Natürlich kannst du erstmal bei uns wohnen. Wenn es dir lieber ist, dann kann ich dich als Leibwächter oder sowas in der Art engagieren, dann wohnst du permanent in einem der Apartments unten. Oh, das tut mir so leid.“
Wolf nickt grimmig und bestellte sich ein Weißbier beim Kellner.
„Sie will die Scheidung und mich endgültig loswerden. Seit Mara sind wir nur noch am Streiten. Ich glaube es ist besser so und man hätte mich so oder so in den nächsten Jahren eh aus der Armee aussortiert. Ich weiß nur gar nichts mit mir anzufangen.“
„Lass es erstmal sacken und komm bei uns an, als Gast. Ich zahl dein Bier für den Anfang. Und ich organisier dir ein Band und lass es hochschicken, und füll dein Konto auf, damit du nicht ganz mittellos bist, alter Freund.“
„Sind wir unter uns?“
„Ja, Xen und Tamara sind nur Unterstützer aber sie sind im Bild.“
„Gut, jemand hat uns verpfiffen, aber wir wissen nicht wer. Wir sollen erstmal untertauchen und den Ball flach halten. Das mit meiner Frau ist leider echt. Ich kann gut Opa spielen, wenn ich das braucht. Und ich soll die Kids trainieren, Anweisung von ganz oben.“
Das Bier wurde serviert und Wolf nahm einen tiefen Zug.
„Das tut verdammt gut, aber ich nehme an du trinkst immer noch nur Coke?“
Kaz schüttelte den Kopf und hob das halbvolle Bierglas.
„Ich weiß nicht mal mehr wie ich meine Arztrechnungen und Medikamente bezahlen soll.
Wer will mich alten grauen Sack denn noch einstellen? Es tut mir so leid, dass ich dir zur Last falle!“
„Mach dir mal keine Sorgen, wer sich einen Orca kaufen kann, hilft auch einen teuren Freund.
Komm erstmal hier zurecht und sie dir die Stadt an. Geh doch morgen mit Amber und Jack in den Zoo von Berlin Solomon, der hat wieder auf, da freuen sich die beiden bestimmt.“
„Vielen Dank Sebastian, ich meine Kaz. Dein Vater wäre stolz auf dich.“
Und er hob das Glas zum Anstoßen.
„Auf Herbert Solomon.“
Alle tranken beherzt. Es tat gut mal wieder Weißbier zu trinken.
„Den alten Mann kannte ich übrigens ziemlich gut, wir waren sehr eng befreundet.“
„Wie darf ich das denn verstehen, ein Architekt und ein Berufssoldat?“
„Tja, das war Teil einer Mission, nach dem großen Krach mit seinem Sohn, ich fürchte die Story ist nur was für echte Geister von Rang. Alles Streng vertraulich.“
„Ach das ist doch so gemein. Dann möchte ich aber auch mal. Warum steht eine heiße russisch anmutende Frau auf einen verrückten mittellosen Araber, der in einem alten LKW wohnt?“
„Xen, das war doch sehr gemein. Aber guck doch, wer kann diesem gewinnenden Lächeln schon wiederstehen. Und seit dem er Dozent ist, verdient er nicht schlecht und er hat eine Art sechsten Sinn wenn es darum geht mir das perfekte Geschenk zu machen. Und die anderen Vorzüge sind natürlich auch nicht schlecht. Apropos er ist topfit, durchtrainiert und sportlich. Ähem.
Gegenfrage: wie angelt sich ein fetter Auto-Bastler die wohl heißeste russische Braut, die er finden konnte. Von der Attraktivität liegen doch Lichtjahre zwischen euch.“
Autsch, Nicht nur Xen konnte Zähne zeigen. Xen hingegen war ganz gelassen, seine Mauern knackte niemand außer Tamara persönlich.
„Gang einfache Sache: purer Zufall! Ganz in Patriotischer Stimmung (und weil ich die Schnauze voll von einem linksversifften Deutschland hatte) habe ich mir mit meinem frischen KFZ-Mechatroniker Meistertitel und einer Tasche voll Geld einen schönen großen Hof in Polen gesucht, wo ich meine erste Werkstatt eröffnen konnte. Mir ging es gar nicht so sehr ums reparieren von Autos. Ich war immer davon begeistert aus „Schrott“ etwas Schönes zu zaubern. Autos repariert habe ich trotzdem, ansonsten hätte ich nie Tamara kennengelernt. Eines schönen Tages wische ich den Boden meiner Werkstatt und höre einen lauten Knall, wie wenn zwei Autos zusammenkrachen. Ich sofort raus und der eine Wagen verdünnisiert sich schon wieder. Im Unfallwagen sitzt eine benommen aussehende junge Russin. Ich helfe ihr beim Aussteigen und schleppe den Wagen mit meinem Truck in die Werkstatt. Sie war meine erste Kundin überhaupt. Sie sagte sie heißt Tamara und war auf dem Weg nach Russland zu ihren Eltern. Unsere gemeinsame Sprache ist Englisch. Sie sieht sich alles in Ruhe an und als sie sagt dass sie einen Master in Maschinenbau hat kommt mir die zündende Idee und ich zeige ihr meine Entwürfe für Omega und Kaz Zeichnungen. Sie vergaß den Wagen und war hellauf begeistert. Wir haben nächtelang diskutiert und uns ausgetauscht und sie ist über Nacht bei mir eingezogen und ein paar Monate Später war Omega gegründet und das erste Omega-Werk nahm Gestalt an. Ein Jahr später haben wir geheiratet und als ich fünfundzwanzig war, wurde unser Sohn Alfred geboren. Und sie mag mich so wie ich bin und hat sich ganz viele Kinder gewünscht. Wir haben vier. So geht’s auch. Und sie wird trotz des Rings ständig angebaggert, selbst beim Einkaufen. Deshalb haben wir jetzt Personal und ich hab mir einen Swordfish gekauft, mit dem wir zum Werk düsen werden. Über Autobahn wäre mir das zu weit. Drei der vier Kinder gehen aufs BIT und kommen ganz nach uns, nur Autos und Panzer im Kopf. In der Fabrik in Brandenburg, bauen wir nicht nur die Avengers, sondern auch richtige Panzer. So, ich habe fertig.“
Die Textberge waren so typisch Xen. Und es war süß wie sich seine Frau bei ihm einkuschelte.
Wolfgang wirkte ganz gerührt, nicht jede Ehe endet im Scherben armer Wolf.
   Er rückte näher an seine Verlobte Anna heran. Der Russenanteil am Tisch bei den Damen war ganz schön hoch. Er knuddelte sie und küsste sie auf den Mund. Und da kam Xen.
„Moment, hier sind drei heiße Russinnen hier. Woher kennst du Anna, mein lieber Kaz. Und sprich bitte deutsch, du bist das einzige russische Supermodel mit breitem bayrischen Akzent.“
„Mein Vater kam aus dem tiefsten Bayern und hat sich eine Russin zur Frau geangelt. Er hat einen Job in Berlin bekommen, als ich vierzehn war und wir sind alle umgezogen. Damals hatte man mich schon rekrutiert und ich war am Basteln einer KI namens Lara. Wie es der Zufall – Blödsinn – wollte, wurde ich in Kaz Klasse geworfen, wo ich natürlich niemanden kannte. Und dieser komische Vogel mit seinem Tick für Mythen und Legenden saß neben mir, den ganzen Tag, und hat mir irgendwelchen Krempel erzählt. Meine Rolle war: „Schule ist egal, ich will einfach nur modeln.“ Auch wenn ich meine Rolle so sehr gehasst habe wie Kaz seine Versager und Spinner Rolle. Erst mit Lara und Hal haben wir geschnallt, was wir da für ein Spiel treiben und uns unsere wahren Gesichter und Persönlichkeiten gezeigt und haben uns schwer ineinander verliebt. Und mit achtzehn wurde ich schwanger und Kaz war das alles zu viel und wir haben uns gestritten und ich bin mit meinen Eltern wieder nach Bayern gezogen. Ging gut, nur habe ich jeden Tag Kaz vermisst und diese verdammten Clowns haben meinen Sohn Markus auf dem Gewissen. Zu dem Zeitpunkt war ich schon erfolgreiches Model und nur selten bei meinen Eltern. Danach bin ich ganz nach Russland gezogen. Irgendwann hat es mir einfach gereicht. Ich habe ein Faible für Rätsel und Muster und Codes. Gerne hätte ich etwas mit Kryptografie gemacht, aber ich musste meine Rolle spielen. Dann ist mir der Knoten geplatzt und ich hab alles hingeworfen und mich wieder mit Kaz versöhnt und ihm vorgeschlagen Brettspiele in seiner Fantasy Welt zu entwerfen. Als die Clowns dann plötzlich mit den Anschlägen aufgehört haben, habe ich mein Zeugs in meinen Opel gestopft und bin wieder nach Deutschland gefahren und jetzt bin ich hier und wir ziehen einen Haufen Kinder zusammen auf, könnte man sagen. Und hört auf zu lachen, ich hasse meinen Akzent!“
Kaz nahm sie in den Arm und tröstete sie. In ihre türkisblauen Augen hatte er sich damals verliebt. Auch wenn er Liz immer noch sehr vermisste.

Meine Woche – 1-22

Ich glaube ich folge Rinas Beispiel und berichte über meine Woche.

Geärgert ….. Fallout 4 modden. Alle Mods korrekt installiert, F4SE auf dem neusten Stand, Files gereinigt und Loadorder korrekt. Müsste passen. Spiel gestartet … er läd die Mods nicht. God Damn it. Nach zwei Tagen resigniert angefangen Fallout 4 ohne Mods zu spielen, auch wenns irgendwie doof ist wenn man weiß was es für geile Mods gibt. Hat jemand ne Idee woran es liegen könnte?

Ärger nummer zwei: meine hoch geschätzte mechanische Gamingtastatur ist am Montag nach rund fünf Jahren Benutzung abgeraucht bzw. hat einen unlösbaren Bug, bei dem sich die Entertaste verklemmt haben muss, bzw, der Schaltkreis darunter. God Damn it, das Ding hat 150€ gekostet und ich hab keinen guten Ersatz und nicht genug Knete für einen würdigen Nachfolger. Kann mir jemand eine gute und nicht zu laute mechanische Tastatur empfehlen?

Gedacht…. Jede Menge. Ich hab eine neue Figur gebastelt … Joschi … mein Alter Ego, also ich ich genau zwanzig Jahren. Und dann habe ich mir eine Geschichte um ihn herum ausgedacht. Hier ist der erste Teil von Joschis Abenteuern. Der zweite Teil kommt womöglich schon nächste Woche und vielleicht gibt es dann irgendwann alle Episoden in einem Buch.

Gefreut: ……. Bethesda hat vor Weihnachten einen Patch für Skyrim Special Edition rausgebracht und meinen Skriptextender gelynched, der nicht mehr mit der neusten Version der Spiels kompatibel war. Grrr. Vorgestern kam dann endlich das langersehnte Update für den Skriptextender und ich kann wieder in Ruhe Skyrim spielen, macht mit Mods auch noch nach rund 1.400 Stunden Spielzeit Spaß 🙂

Gefühlt ….. Wenig, die Woche war ereignislos, ohne Blog und Schreiben würde ich wahnsinnig werden. Gestern war ich sogar richtig geknickt und traurig. Ist auch doof so ganz allein in einer tristen Zweck-WG, Freunde haben alle keine Zeit für mich, seit einer Woche tristes nass-kaltes Wetter und meine Eltern wohnen 200 km entfernt – alles doof. Zum Glück hab ich euch 🙂

Gegessen: …… Ein ganze Packung JA! Nougat-Flakes zu diversen Frühstücken, zwei Packungen Bio-Eier, einen Döner, viel Vollkornbrot und 2,5 kg Äpfel. Womöglich auch ein paar Chips.

Gehört:  ….. ein Dutzend Episoden Drei Fragezeichen, ich höre sie gerade von Anfang an alle und bin gerade bei der Nummer „059 – Giftiges Wasser“. Dazu habe ich wie immer dutzende Stunden Musik aus meiner Spotify Mega-Playlist gehört und nach guten Songs gesucht, die ich hinzufügen könnte, momentan sind es nach sieben Jahren genau 3.825 händisch ausgewählte Songs querbeet durch alle Genres – für Mutige: sie heißt „You have no taste in music“ vom User the_mad_dragon (mir).

Gekauft:  …… Lebensmittel, Ein Taschenbuch was auf einem Blg empfohlen wurde und ein Ticket fürs Sportbad. Ich würde so gerne Klemmbaustein Sets zum Reviewen kaufen, aber es ist nicht die richtige Zeit dafür. 😦

Gelacht……….. vielleicht nicht, aber ein bisschen geschmunzelt über den eigenwilligien Humor, den ich in meinen Geschichten manchmal an den Tag lege.

Gelesen:  …. Wirklich wenig, obwohl ich mir fest vorgenommen hatte, endlich mal wieder was zu lesen. So habe ich nur das Zeug korrekturgelesen, das ich selbst geschrieben habe.

Gelitten: ….. Hunger. 100,5 Kg m bei 193 cm sind einfach zu viel Gewicht. Abspecken ist angesagt und es war übel die Woche, als ich ziemlich bewusst auf die Ernährung geachtete habe – Minus die Nougat-Dinger mit viel zu viel Zucker.

Geplant: …… Der verschobene Podcast und eine Review von einem Radlader. Da ich keine Softboxen habe (bzw. nur eine) brauche ich halbwegs gutes Wetter für eine Aufnahme und das gabs die Woche nicht. Und vor dem Podcast drücke ich mich schon seit Wochen und mag ihn nicht so richtig machen, vielleicht mache ich heute stattdessen noch ein altes LEGO Katalog-Video voller Nostalgie.

Gesehen: ……… The Expanse – Staffel 6. Verdammt es ist vorbei, eine der geilsten Sci-Fi Serien überhaupt. Staffel war ganz gut, auch wenn es mit einem Cliffhanger endet, was mir auf den Sack geht. Na, dann werde ich mal meine Münzsammlung zur Bank bringen und Band 7,8,9 von The Expanse kaufen – ich will einfach wissen, wie es danach weitergeht.

Gespielt/Gebastel/Gehandwerkt: …. Gespielt. Will ja keiner mit mir Brettspiele spielen *schnief 😦 Stattdessen habeich rund 3 Stunden Skyrim SE gespielt und ein paar Runden Minesweeper und 2048 auf dem Handy.

Getan:  ….. Aufgeräumt, resigniert darauf gewartet, dass die Müllabfuhr endlich die Pappe mitnimmt, endlich mal Schwimmen gewesen, richtig viel geschrieben und zu viel geschlafen.

Getroffen:  …. Meinen Nachbarn, mit dem ich mich angefreundet habe, wir waren zusammen schwimmen. Sporadisch meine WG Mitbewohner. Ansonsten wollte sich keiner mit mir treffen, Leben ist doof wenn man so wenige Freunde hat!

Getrunken: …… Ich hätte gerne die Flasche Gin geleert, aber die Vernunft hat mich davon abgehalten. So hab ich viel schwarzen Tee (Darjeeling) und Wasser getrunken.

Geweint ……… Ein bisschen gestern Abend, als ich depri im Bett lag und alles doof war.

Gewundert …. Wie toll es ist, wenn man einen regen Austausch mit anderen Bloggern führt, mein Blog ist dadurch so richtig in Schwung gekommen und es hat sich mir gewissermaßen eine Tür geöffnet, die ich vorher unbewusst verschlossen gehalten haben muss. Und es macht Spaß mitzumachen, zu liken, zu kommentieren, zu schmökern und einfach teilzuhaben. Danke dafür euch allen!