Dienstags-Gedudel #105

Da ich als Blog-Neuling immer gerne mal gucke, was der werte Herr Wortman so treibt, ist mir immer wieder dieses Dienstags-Gedudel aufgefallen und als jemand, der jeden Tag wenigstens sechs Stunden Musik hört, dacht ich mir, vielleicht könnte ich sowas auch mal machen …

Ich glaube es war eine Idee von Nell mit dem Dienstags-Gedudel

Das Bild passt leider nicht zum Song 😀

Rip & Tear von Ausnahmekomponist Mick Gordon. So ziemlich DER Track, der einem sofort ins Ohr springt, wenn man an DOOM (2016) denkt. Die Art wie Mick Gordon den Soundtrack für dieses grandiose Spiel entworfen hat ist nämlich nicht um zu betonen wo sich der Spieler im Level aufhält, sondern was der Spieler macht.
So passt der harte frenetische Gesang von Gitarrenriffs eines üblen energetischen Metal-Songs, untermalt mit aggressiven Elektronikeinlagen perfekt zu einem Spiel, wo der Spieler als Doom Marine wie besessen und adrenalindurchströmt durch verschachtelte Levels jagt und Dämonen nonstop Saures gibt. Kostprobe gefällig? 😀

Das ist übrigens auch die Musik die durchaus beruhigend wirkt, wenn sie bei zu viel Stress durch die Gehörgänge schreddert bis nur noch liebliche Stille übrig ist 🙂

Und HIER erzählt euch der Youtuber Raycevick warum der Doom Soundtrack so brillant ist, falls meine Worte euch noch nicht überzeugt haben sollten.

Nächste Woche gibt es etwas ruhigeres, versprochen 😉

Das Osiris Projekt – Teil 2- Kapitel 2

2. Kaz – 3.W.Aug. 2045 – Samstagvormittag.

Es läutete. Kaz horchte auf. Er wechselte erstaunte Blicke mit den anderen und ging runter um aufzumachen. Vor der Tür war niemand.
   Aber da lag ein kleines Päckchen neben dem Briefkasten auf der Ablage. Er nahm es mit rein und studierte es interessiert. Ein Versandbrief mit seiner Adresse ohne Absender. Wog nicht schwer.
Merkwürdig. Er nahm es mit hoch zu den anderen die ihn neugierig ansahen.
„War keiner da, nur dieses Päckchen.“
„Dann mach es doch nicht so spannend. Auf damit!“
Er riss die Lasche auf und zog eine daumendicke Schachtel heraus. Kein Schlüsselloch oder irgendwas, nur ein kleines mattes ovales Feld. Probeweise hielt er seinen Daumen dran und es schnappte auf.
„Woher haben die denn deinen Fingerabdruck?“
Kaz zuckte die Schulter und hob den Deckel ab. Sechs schwarzweiß bedruckte Plastikkärtchen in einem Futter aus Schaumstoff. Er sah das Symbol des Geckos von Yusuf, Annas Fadenkreuz, sein Dolch und die Diamantschlange on Akira. Dann waren da noch ein stilisiertes Fernglas und zwei überkreuzte Messer. Er dachte an das Training mit den dreien im April. Amber würde er das Fernglas geben, passte am besten.
„Das sind unsere Symbole, ich glaube die sollten wir uns nehmen. Ich tippe wir sollen was mit den Karten machen.“
Jeder nahm seine Karte und er gab Amber und Jack die beiden Übrigen. Er drehte sein Karte um, auf der eine Zahl stand. 2111. Mehr nicht. Sehr kryptisch.
„Das sind Rätsel oder Aufträge, die Geister machen das immer so.“
Kam es von Anna. Sie diskutierten die Ziele. Yusuf sollte zu einer bestimmten Koordinate, Anna und die Mädchen sollten etwas machen, Er hatte diese Zahl und Jack einen Satz bei dem dessen Augen aufleuchteten.
   Sie frühstückten zu ende, räumten ab und machten sich dann bereit. Er sah ihnen nach und drehte die Karte nachdenklich in den Händen.
   2111. War das ein Datum? Die Zukunft brachte ihm nichts. Eine Kombination? Könnte für alles stehen und die Safes in Liz Keller hatten sechs bis acht Ziffern. Ein Code? Er betrachtete die Zahl ganz nah und bemerkte seinen Fehler. Das waren keine Einsen, das waren große Is. Eine Zwei und drei Is. Also römisch drei vielleicht? 2-III. Moment mal! Diese Wohnung hier hatte Zahl 3-VII auf der Tür stehen. Das war es, eine Türnummer!
Er schlüpfte in ein paar Schuhe und verließ die Wohnung. Vor der Tür 2-III blieb er stehen. Das war ja ein Mordsgerät von Tür, wie ein Banktresor. Er hielt sein Master-Armband vor den Türsensor und es tat sich nichts. Er warf einen Blick auf die Karte. Bist du eine Schlüsselkarte? Er hielt sie gegen die Tür und sie schwang auf.
   Sesam öffne dich, dachte er grinsend. Er untersuchte die Löcher für die Riegel im Boden. In die Löcher für die Riegel bekam er locker seine Faust durch und er hatte echt keine kleinen Hände. Den Schlossknacker wollte er sehen, der da hindurch kam. Er ging rein und die Tür verriegelte hinter ihm, verdammt. Und von innen funktionierte die Karte nicht. Scheiße.
Er sah sich um. Er dachte schon Liz Wohnung war riesig. Deren Wohnung passte vermutlich bequem in dieses Wohnzimmer. Purer Exzess. Hier war ja alles noch größer. In der Garderobe rechts fand er zum Glück nichts, alles Leer. Dahinter kam eine Kammer mit Werkzeug. Schlagbohrmaschine, Akkuschrauber, Schleifmaschinen und richtig gutes Werkzeug. In einer Nische fand er zwei Vorwerk Kobold 121 Staubsauger, aus welchem Museum habt ihr die denn bitte geklaut? Danach ein Raum mit Survivalausrüstung und wieder Rationen. Er seufzte schwer.
   Die Küche war riesig, seine erste Wohnung hätte hier dreimal reingepasst . Alles vom feinsten mit zwei riesigen freistehenden Arbeitstischen mit großen Arbeitsflächen und Kochfeldern. Nebst des richtigen Luxus Herdes natürlich. Alles gab es hier mehrfach.  In der Küche standen drei riesige Kühlschränke von NOX. Er öffnete einen. Alles frisch und von bester Qualität. Verhungern würde er schon mal nicht. Eins verwunderte ihn sehr. Zwei Automaten von Nox, die einen gigantischen Kaffeevollautomaten flankierten. Links war ein Getränkeautomat. Probeweise suchte er sich ein paar Gläser und hielt sie davor. Der Vanilleshake war hervorragend, die Limos auch und die gekühlte originale Cola natürlich erst recht. Und rechts war ein Popkornautomat. Nicht so riesig wie im Kino aber groß genug. Wofür denn das bitte? Salz, Zucker und Karamell, lecker.
   Die Speisekammer hinter der Küche war prall gefüllt. Hohe Weinregale, Gemüsekisten, Berge an Obst. Und noch zwei Kühlschränke und zwei große Eistruhen. Eine war voller gefrorene Fleischstücke. Angus, las er auf einem Etikett. Da würd ich doch glatt schon mal eine Pfanne warmmachen. Das war hier alles Absurd. Er starrte auf die Regale, die sich unter Suppen und Eintöpfen von Nox zu biegen schienen. Endlose Reihen Einmachgläser und Konserven. Er zählte vierundzwanzig Dosen mit eingelegten Pfirsichen, ein Paradies für Karl. Er holte sich noch ein Glas Cola und trank es aus bevor er die Küche verließ. Er bemerkte ein riesiges sechs Meter hohes Innengehege mit dreieckiger Grundfläche. Die Nachbildung eines tropischen Regenwaldes mit einem Baumriesen mit vielen Ästen. Überall dicke Seile und Netze und sogar eine Hängematte. Waren hier Affen drin?
   Von der Bestückung der Näpfe und der Abwesenheit von Affen tippte er auf ne große Katze. Wer hielt sich denn sowas in der Wohnung? Er dachte an Karl und verstummte. Das Innengehege hatte eine Tür aus dickem Stahl und das Glas war auch ordentlich dick.
   Vor dem Gehege standen zwei Leder Sofa Sitzgruppen mit Tischen – eine zum Fenster und eine zum Glaskasten.
   Eh hörte ein Miaunzen und drehte sich um. Auf einem riesigen gepolsterten Katzenkorb vor dem absurd dicken Fenster lag eine Katze. Er kraulte sie hinter den Ohren während er in Unglauben verfiel. Das war keine Katze. Das war ein junger Leopard. Eine Leopardin besser gesagt. Neben ihr lag ein Namenskärtchen: Lucy. So hätte er eine Katze sowieso genannt.
„Wenn du dich an den Ledersofas wetzt, bist du Steak! Verstanden?“
Das Leopardenjunges sah ihn wachsam mit großen Augen an. Verdammt, eine Leopardin, aber genau sowas hatte Amber doch gewollt. Die waren doch schweinegefährlich! Nicht auszudenken wenn einer von einer ausgewachsenen Leopardin angefallen wird! Das wären sehr schwere Wunden. Er warf einen Blick nach oben als er in die erste Etage ging. Von hier hatte man einen guten Blick auf das Wohnzimmer und in das Gehege. Da sperre ich dich gleich rein du dämliche Katze.
Er lief an den leeren Bücher- und Filmregalen vorbei zum Essbereich. Die Tafel aller Tafeln mit bequemen gepolsterten Stühlen versehen. Die Tischplatte war ganz gut Dick und aus Glas? Hm, er setzte sich einen Moment hin und legte aus Gewohnheit sein Smartphone auf die gläserne Tischplatte. Der Tisch leuchtete auf und wurde zu einer Art Computeroberfläche. Davon hatte er gelesen, aber noch nie einen gesehen, die waren ordentlich teuer.
   Da wo bei seiner … Liz Wohnung Ambers Zimmer war, befand sich hier eine edel eingerichtete Bar. Sehr schick. Heute Abend würde er definitiv Cocktails für alle machen, falls er hier rauskam. Über der Garderobe war ein großzügig großes Bad.
   Einen Raum hatte er vergessen und er erstarrte im inneren. Ein eigenes Kino. Gerade lief ein Film, Inception im Finale. Der Sound war schön wuchtig. Drei Reihen mit acht Sitzen pro Reihe und ordentlich Fußraum. Oben fand er den Projektor und in Regale eingelassene Spielkonsolen, dazu einen Superrechner mit einem Laufwerk, der war wahrscheinlich an den Projektor angeschlossen.
Er holte sich eine Schüssel Karamell Popcorn und ein großes Glas Cola und sah sich den Film an. Und den Film danach auch, einen seiner Lieblings Marvel Filme.
   Nach der Szene nach dem Abspann wurde das Licht hell und er räumte das Geschirr in die Küche. Die Sessel waren zum Einschlafen bequem und voll aus Leder, mit einer Ablage für Snacks und Getränke. Und man konnte die Lehne zurückstellen. Alles von NOX.
   Zufrieden ging er in den zweiten Stock. Hier waren Schlafzimmer und ein noch größeres Bad. Er fand große Zimmer für die Kids und eins für Yusuf mit einer Hängematte. Überall lagen auf den Schreibtischen und Betten Goodies und kleine Geschenke. Dann ein paar Gästequartiere mit Etagenbetten und einen großen Raum mit Umkleidekabinen, der wohl als Ankleideraum diente um die Kleiderschränke in den Zimmern zu entschlacken. In seinem Schlafzimmer schmunzelte er. Ein riesiges Bett, gut drei mal drei Meter. Mit einem breiten Regal am Fußende. Auf seiner Seite saß ein großer Plüschwaran und auf Annas eine dicke zusammengefaltete dunkle Edel-Pelzdecke. Ganz ohne geht also doch nicht. Auf ihren Nachttischen lagen Körbchen mit Snacks. Er trat an seine Seite und öffnete den Bettkasten der gut und gerne zwei Meter breit und sehr tief war.
   Seine Lieblingssnacks. Ein Minikühlschrank mit gekühlten Cola Dosen. Ein Laptop mit einem VR Headset. Bettzeug und großes Fach mit dem Logo der Geister und seinem Dolch. Er nahm an es enthielt einen neuen Anzug und ein paar Waffen.
   Selbiges auf Annas Seite nur mit ihren Lieblingssnacks. Auf ihrem Nachttisch stand eine handbemalte Skulptur ihrer Lieblingsfigur aus Metal Gear Solid V Phantom Pain: Quiet natürlich. Auch wenn Anna im Gegensatz zu Quiet ‘ne echte Labertasche war und für gewöhnlich etwas mehr anhatte.
   Er schmunzelte, da würde sie sich bestimmt sehr freuen. Bei ihm stand der Doom Marine. Hier oben war übrigens auch ‘ne Tür, die ähnlich fett war wie unten. Interessiert ging er nach oben in die vierte Etage.
   Arbeitsräume. Ein Sekretariat, das in einen Konferenzsaal mit einem großen rechteckigen Tisch mündete und dann zwei Türen für Arbeitszimmer. Er fand ein Aufnahmestudio mit Kameras und Scheinwerfern. Eine Tonkammer, Schneidezimmer, Einen gekühlten Serverraum mit den neuesten und besten Servern die man für Geld kaufen konnte. Und drei Aufnahmestudios für Streaming. Interessante Sache. Es war an alles gedacht. In seinem Arbeitszimmer fand er etwas auf dem Schreibtisch. Ein Brief auf schwerem Papier, handgeschrieben mit blauer Tinte. Er setzte sich in den Bequemen Stuhl und fing an zu lesen.
„Sei gegrüßt großer Bruder, wenn du diese Zeilen liest bin ich tot und ein neues Kapitel für euch sechs startet. Ich, das heißt wir wussten, dass wir sterben würden und wie und wann. Das Auge hat alles gewusst und wir hatten Zeit uns darauf vorzubereiten. Das Auge, da staunst du, nicht?
Wir sind keine Geister aber wir waren Helfer und tief eingeweiht.
Kein Wunder also, dass unsere Familie Berlin Solomon gebaut hat und Horizon binnen dreiundzwanzig Jahren zu einem der größten Megakonzerne der Welt geworden ist. Wir sind alles Helfer auch wenn wir ein schweres Erbe hinterlassen. Wo wir geschäftlich Erfolg haben, haben wir familiär versagt. Ich und Emma haben versagt unseren Kindern Nähe und Fürsorge zu geben. Wir haben nicht bemerkt, wie aus unseren Kindern gerissene Diebe und beinahe sogar Killer wurden. Du hast das. Du hast sie nicht unter Geschenken begraben sondern sie wie junge Erwachsene gefordert und sie gut behandelt. Ihre glücklichen Mienen nach eurem kleinen Ausflug im Mai, unbezahlbar. Und wir konnten dir die Chance geben, aus dem Ruhestand zurückzukehren.
Wir wissen jetzt, warum du weg bist, welcher Schmerz dich in den Ruhestand geschickt hat. Aber das ist eine neue Welt und wir brauchen eine neue Generation Geister unter deiner Anleitung, dass ist deine Rolle und vielleicht sogar deine Bestimmung. Gerade stehst oder sitzt du in dem Ergebnis von fast fünfundzwanzig Jahren Planung. Diese Wohnung war von Anfang immer für dich, für euch bestimmt. Und mach dem Auge kein Vorwurf zu unserem Tod. Wenn nicht gestern dann irgendwann in den nächsten Wochen, Monaten oder Jahren. Aber er wäre unausweichlich gewesen. Keine Angst wir haben ein Mittel genommen, mit dem wir keinen Schmerz spüren, sodass unsere grausamen Tode für uns wenigstens erträglicher sind. Es ist gar nicht mal so schlimm, wenn dir jemand in den Kopf schießt. Wir haben alle zusammengelegt um dir das zu ermöglichen. Das ist deins nun, alles. Genieß es. Pass auf Lucy auf. Sie und Karl sind aus einem Projekt der Intelligenz Steigerung von Tieren. Natürlich weiß kein normaler Waran der Welt was ein Seitenschneider ist. Aber Karl ist kein normaler Waran. Er ist ein Mitglied einer neuen ganz besonderen Spezies. Lucy ist lieb und sanft und wird euch nie etwas tun. Sie hört auf Befehle und versteht eure Sprache. Das war zutiefst gemein mit dem Steak vorhin. Und auf Befehl kann sie eine böse Katze sein. Warum schreibe ich, als wüsste ich die Zukunft und was du machst? Das ist eine Geschichte für ein andermal. Vielleicht sehen wir uns im nächsten Leben wieder. Lebe wohl Bruder. Pass mir gut auf meine Tochter und „Jack the Ripper“ auf. Deine Mission erwartet dich. Johnny Solomon.“
Nachdenklich und etwas verstört faltete er den Brief zusammen und legte ihn in eine Schublade. Dieser ganze Wahnsinn war alles seins. Er rief Anna an.
„Ja. Was gibt’s?“
„Wir ziehen um.“
„Warum das denn?“
„Johnny hat mir eine gut und gern tausend Quadratmeter Wohnung vermacht. Und Amber hat eine Leopardin bekommen.“
„Du verarscht mich doch!“
„Ich wünschte ich täte es, aber das fühlt sich alles sehr real an. Wohnung 2-III am Platz der Nationen Eins. Das ist so real wie es klingt.“
„Das ist absurd, aber ich glaube dir mal großer.“
„Wo seid ihr?“
„Akira hat ihr Bein richtig geflickt bekommen kann jetzt wieder trainieren. Die beiden haben den Link bekommen und wir den Cocktail. Ich weiß dass es früh für Amber ist, aber du warst fünfzehn damals, als du deinen bekommen hast. Und die beiden sind bereit für den Kampf. Die Russen und Chinesen von Hals Fabrik wurden mittlerweile umgesiedelt. Ich denke wir sollen hinfahren und Trainieren. Wir sechs. Es wird Zeit. Wir müssen die drei testen. Es macht mir Sorge, dass man Jack den Codenamen Ripper bekommen hat. Ich fürchte er könnte nach dir kommen.“
„Also haben wir zwei Infiltratoren, einen Killer, Zwei Scharfschützen und Amber hat den Überblick. Das klingt interessant. Wir müssen testen, wie sich das alles am besten realisieren lässt und wir brauchen das Go vom Auge, sonst funktioniert das nicht.“
„Das klingt doch gut. Ich bin damals immer nur alleine unterwegs gewesen.“
„Ich doch meistens auch. Sechs Geister. Nein neun Geister auf einem Haufen, das ist ungehört.“
„Für sechs wird der Avenger x5 zu eng, der hat nur fünf Sitze.“
„Ich glaube das kriegen wir hin. Ich muss jetzt weiter. Tschüss Schatz.“
Er legte auf und steckte das Handy in die Hose. Am Bildschirm klebte eine Karte mit seinem Zeichen. Er drehte sie um. Ein Orca. Aber zuvor guckte er sich noch den Rest an. Zur Wohnung gehörten acht Angestelltenapartments, bei tausend Quadratmetern bestimmt gut. Alle etwas geräumiger als die Quartiere für seine alte Wohnung.
In der Tiefgarage erwarteten ihn acht Stellplätze. Auf einem stand schon der knallrote Lamborghini Sián von Liz geerbt und der Avenger samt Anhänger parkten gerade um. fünf waren noch übrig. Also Platz für ne Familienkutsche und den Defender, der gerade von Omega umgebaut wurde. Und für noch drei Vehikel. Und er seufzte über drei große Kellerräume, die er erstmal ignorierte. Das würde ein Spaß werden, den ganzen Rotz umzuziehen. Auf dem Weg zum Flugdeck sah er sich um. Er sah hier echt nie jemanden. Das stimmte er nicht, er sah Schwärme von Angestellten, aber nie einen der Bewohner, mussten die überhaupt noch raus, wenn denen alles abgenommen wurde?
   Der Hangar war ein bisschen wie ein Ringlokschuppen aufgebaut bemerkte er. Auf Ebene 2-III sah er sich staunend um. Zwei Orcas und ein Swordfish. Dann war der Orca Expedition also schon fertig. Und die anderen drei Stellplätze, war das alles für ihn?
   Er wurde schon erwartet. Vor dem Orca Travel erwarteten ihn Lien, Suzi, Benj, Sarah und ein Mann den er noch nicht kannte. Lien trat vor.
„Unsere Reihen wurden ein bisschen ergänzt. Das ist Frank Baumann und er wird ihr Assistent und Sekretär sein. Ich und Frank werden bleiben, der Rest begleitet sie auf ihrer Reise.“
Er nickte. Alles Geister und alle tarnten sich als sein Personal.
   Er stieg ein und sah sich neugierig um, das war Liz Reich auf ihren Reisen gewesen. Alles war in den Firmenfarben von Horizon gehalten und sehr edel eingerichtet. Das war ein fliegendes Haus. Auf dem Bett in Liz Suite lag eine große Pelzdecke, er seufzte. Dazu gab es genug kleinere Quartiere um seine ganze Familie und vier Angestellte zu transportieren und zu versorgen.
   Er sah sich neugierig um, es war nicht mehr neu, aber alles war für seinen Geschmack viel zu edel eingerichtet. Seine Mission war komisch, er sollte einfach nur auf der Ranch nach dem Rechten sehen und Kasimir abholen, der Zoo in Berlin Solomon wollte die berühmte Echse unbedingt haben.
   Er sah auf die Uhr. Es war etwa halb zwei. Also stand ein langer Flug bevor.
In Liz Suite setzte er sich in einen sehr bequemen weißen Ledersessel neben einem Fenster.
Er sagte Anna Bescheid während der Orca zum Aufzug geschleppt wurde. Er sah aus dem Fenster wie die mächtigen Triebwerke starteten und sich die schweren Rotorblätter drehten. Hier drinnen war von dem Lärm der Triebwerke praktisch nichts mitzubekommen, fast wie wenn er im Omega saß.
Der Orca hüpfte etwas als sie abhoben und gewann schnell an Höhe. Irgendwie ging ihm das alles etwas zu schnell. Johnnys Körper war noch gar nicht richtig kalt und sein toter Bruder sprach mit ihm. Das war unheimlich. Und diese gigantische Wohnung erst.
Rechts sah wie eine Staffel Eurofighter an ihm in Tiefflug vorbeidonnerte und links eine Staffel Bullsharks. Und über seinen Köpfen flogen riesige militärische Transportmaschinen. Von hier oben sah er aus der Ferne auf die Trümmer des Horizon Geländes. Die Feuerwehr war im Einsatz, löschte Feuer und barg Verschüttete. Eine verdammte Tragödie.
   Und nicht die einzige Trümmerstelle in Berlin. Der Bundestag hatte einiges abbekommen, Der Hauptbahnhof war nur noch Schutt und reichlich Gebäude, die ihm von hier oben nichts sagten. Die Rotoren kippten und sie wurden spürbar schneller. Er legte die Füße hoch und betrachte die Welt unter sich. Die Welt war in Schock.
„Sir möchten Sie etwas Kühles zu trinken?“
Er betrachtete Sarah in ihrer schicken roten Stewardess Uniform.
„Ein Glas Cola bitte.“
„Kommt sofort Sir.“
Wie ihn alle nur noch mit Sir anredeten was so merkwürdig, aber er mochte es irgendwie. Nur bei Hal nervte es ihn ein Stück, aber der mochte eben die Rolle des vornehmen Butlers.
Sofort stellte ihm Sarah ein Glas mit gekühlter Cola hin.
„Wann möchten Sie speisen?“
„Gegen drei, das Überraschungsmenü.“
Er zwinkerte ihr zu und sie lächelte etwas verlegen.
   Da unten war ja ein echt großes Areal, mehrere Quadratkilometer, wo er Flaggen von Omega, Spectre und Theta entdeckte. Ob die da bauen wollten? Brandenburg würde es freuen. Horizon war deren Topunternehmen. Gewesen zumindest. Ein Lambda Bullshark der Amis flog eine Weile neben ihnen und drehte dann ab. Verrückte neue Welt dachte er sich und nippte an der Cola.