Themengeschichte 12: Was

Beim Stöbern durch andere Blogs bin ich auf einen Beitrag mit ein paar schönen „Was“-Fragen gestolpert und die sahen ganz interessant aus, die könnt ihr hier bei mutigerleben finden. Und ich hab gerade ein bisschen Zeit und mir sind schöne Antworten dazu eingefallen.

  • Was siehst Du, wenn Du nach rechts schaust?
    – das ist etwas kompliziert: ein Podest mit meinem dritten Monitor und daneben ein hoher Stapel mit dem Drucker, einem Schukarton mit Gerümpel, einem Panzerbausatz im Maßstab 1:35, einem Kissen und darauf ein Plüschkrokodil, dass aus dem Fenster über die Lichter der Stadt blickt.
  • Was stärkt Deinen Mut?
    – Wenn ich es schaffe, mal wieder meinen dicken fetten inneren Schweinehund zu überwinden und mich danach richtig gut fühle.
  • Was hat Dich gestern gefreut?
    – Mal wieder 8 A4 Seiten Text mehr oder weniger am Stück geschrieben zu haben.
  • Was hilft Dir am besten beim entspannen?
    – Meditation, ein Becher schwarzen Tee mit einem Schuss Milch und die wohltuenden Klängen meiner Lieblings Film- und Spielemusik.
  • Was ist Dein Lieblingseis?
    – Ich hab drei: Mango, Zitrone und Milchreis – am liebsten alles zusammen auf einmal.
  • Was steht auf Deiner To be-Liste für heute?
    – Einkaufen und in der Blogosphere abtauchen.
  • Was waren die drei schönsten Erlebnisse 2021 für Dich?
    – Meine beste Freundin endlich mal wieder zu treffen (Sie hat Schichten und wohnt 200 km entfernt).
    – Das Sommerfest beim Chef zuhause.
    – das „Remaster“ unserer Abi-Paddeltour von 2012 im Sommer.

Gerade Jetzt – Momentaufnahmen

Das hab ich Hier bei Rina gefunden und fands ganz cool.

*

denke ich: Wann hast eigentlich zuletzt was gegessen?

mag ich: alte Film- und Spieletrailer angucken.

mag ich nicht: 16 Kg Lego Teile sortieren.

spüre ich: Muskelkater in der Lendenwirbelsäule vom Schwimmen gestern.

freue ich: mich auf die LEGO Review diesen Sonntag: Die 8069.

fühle ich: Freude über die ganzen aufploppenden Blog-Challenges 🙂

trage ich: löchrige Socken, Schlabberhose und ein generisches rotes T-Shirt, oller Pulli – Home-Office halt.

brauche ich: eine neue (mechanische) Gamingtastatur, die letzte hat nur 5 Jahre gehalten … (warum sind die alle nur so teuer? 😦 )

höre ich: meine Megaplaylist „You have no taste in music“ von the_mad_dragon (ich) auf spotify.

mache ich: schreiben, schreiben, schreiben und nochmal schreiben.

lese ich: Fische, die auf Bäume klettern – von Sebastian Fitzek.

trinke ich: seit neustem Darjeeling

vermisse ich: meine Eltern und meine beste Freundin

schaue ich: The Expanse Staffel 6 und Cobra Kai Staffel 1

träume ich: leider über meine Ex

ABC-Etüden Schreibwoche – 01.02.22

Wie immer (zu) spät dran …

Ich dachte als Hobby-Autor mache ich mal bei dieser Schreibsache mit – Hier findet ihr die Details dazu: LINK

Die Wörter für die Textwochen 01/02 des Jahres 2022 hat Ludwig Zeidler gestiftet. Sie lauten:

Hoffnungsschimmer
unverzeihlich
nähen.

Und ich hab da mal was gezaubert und bin mit dem Kopf mit Anlauf voll in die 300 Wörter Begrenzung gekracht. Ich hab mich ganz lose an den Ton von Wortmans Geschichte orientiert. Viel Spaß 🙂

Brothers in Arms

„Chris halt durch!“
Brüllte Jack seinem besten Freund durch den Schlachtenlärm entgegen, während er so schnell er konnte, über das, von Kratern verwüstete, Schlachtwelt robbte. Es wäre unverzeihlich seinen besten Freund im Stich zu lassen.
Gewehrschüsse peitschten, Granaten krachten, Artilleriegschütze brüllten, Schlachtflugzeuge donnerten über ihre Köpfe hinweg und Panzer rasselten über die kraterartige Fläche. Gegnerische Scharfschützen nahmen sie aufs Korn und der Feind schoss aus allen Rohren.
Zehn Meter vor ihm sprengte eine Artilleriegranate ein gewaltiges Loch in den Boden. Er lugte um das Wrack eines ausgebrannten leichten Panzers. Ein Hoffnungsschimmer stieg in ihm auf, als er seinen Freund hinter einem Hügel zusammengekrümmt kauern sah, etwa dreißig Meter entfernt. Er rappelte sich auf und hechtete in den Krater, rollte sich unbeholfen ab und krabbelte auf der anderen Seite aus dem Loch. Er nahm all seinen Mut zusammen und sprintete die letzten zwanzig Meter zu seinem Freund, während ihm Kugeln um die Ohren flogen. Er schlitterte zu seinem Freund hinter dem Hügel.
„Warum machst du das?“
Fragte Chris ungläubig.
„Dich retten?“
Er holte Atem.
„Wir kennen uns seit dem Kindergarten, ich kann dich nicht im Stich lassen!“
„Zu spät, ich wurde getroffen, einer der Sniper …“
Jack wurde kreidebleich.
„WAS? Wo? Ich bin Medic, du Depp!“
Chris drehte sich zur Seite und offenbarte seine vor Blut triefende Uniform in der Lendengegend. Jack riss die Uniform auf und untersuchte die stark blutende Wunde. Er klopfte ihm auf die Schulter.
„Das bekommen wir wieder hin, wir bekommen das immer hin.“
Gekonnt entfernte er chirurgisch die deformierte Kugel und nähte fachmännisch die Wunde.
„Jetzt ein Bier, das wäre schön.“
Waren seine letzten Worte, als kurz danach eine 152mm Artilleriegranate in ihr Versteck einschlug und ihrer beiden Leben in einem Atemzug ausradierte.
Das Ende einer langen Freundschaft.
Gemeinsam bis in den Tod.
ENDE

*

Moment moment, das ist nicht so düster wie meine andere Überlegung, eine abgewandelte Passage aus der eingestampften 3. Fassung von Das Osiris Genom zu nehmen, denn da gehts um Kannibalismus und Folter 😀

Ich hoffe ihr hattet ein bisschen Lesespaß und bis nächste Woche irgendwann zur nächsten Etüde – und vergesst nicht, vielleicht ein paar der Kurzgeschichten auf meinem Blog mitzunehmen, das sind oft ganz lustige Liebesgeschichten 🙂

Das Osiris Projekt – Teil 2- Kapitel 4

4. Kaz – 3.W.Aug. 2045 – Sonntag – der dicke Fisch

Ah war das schön wieder von der Sonne aufgeweckt zu werden. Er drehte sich auf die Seite und schlummerte noch ein paar Minuten. Kasimir weckte ihn erneut als er auf das Bett kletterte und sich neben ihn legte. Er drehte sich auf die andere Seite und streichelte den Alligator an der Schnauze, der schloss die Lider und schien es zu genießen.
„Du hast mich bestimmt vermisst Großer, nicht wahr? Keine Sorge ich nehme dich mit nach Deutschland, im Zoo wirst du bestimmt ganz viele neue Freunde finden.“
Wach und gut gelaunt stand er auf. Es tat so gut wieder in diesem verschlafenen Nest am Rande der Welt zu sein, hier passierte selten was, außer er und Toni, der auf dem Anwesen nebenan wohnte, machten Radau. Sein Freund mit italienischen Wurzeln war genauso ein Waffennarr wie er und hatte die letzten Monate auf seinen geschuppten Freund aufgepasst.
   Er tappte ins Bad und stellte sich vor die Dusche, mit eine spotzenden Geräusch plätscherte ein Rinnsal lauwarmen Wassers aus dem rostigen Duschkopf. Besser als nichts. Neben der Dusche lag ein zerknülltes muffiges Handtuch und ein abgenutztes Stück Seife. Er duschte sich geduldig und trocknete ab. Zumindest funktionierte das alte Klo wie ne eins, auch wenn es nicht sehr sauber war und etwas miefte. Toni hatte auch die Hühner und die Milchkuh Rita gefüttert und er holte sich fünfzehn frische Eier für eine schöne Portion Rührei. Dazu ein paar Scheiben Brot, das er gestern frisch gebacken hatte und über dem alten Gasherd machte er sich eine Pfanne voll Bacon. Im Kühlschrank fand er etwas Butter und in der Vorratskammer stand ein Kasten mit Orangensaftflaschen, gute alte Amber. Die hatte natürlich bemängelt dass immer zu wenig Orangensaft da war. Er deckte den etwas wackligen Tisch auf der Veranda und sah den Hügel hinab auf das Dorf in der Ferne. Vögel zwitscherten im Licht der aufgehenden Sonne. Es war zwar Sommer, aber morgens war es trotzdem ziemlich frisch und er hatte einen Pulli übergezogen. Kasimir kroch die Treppe runter und tappte in Richtung Teich. Der war wahrscheinlich wärmer als die kühle Morgenluft jetzt gerade.
   Er nahm einen Schluck des Milchkaffees mit frischer Kuhmilch und schüttete noch etwas selbstgemachten Honig hinein. Er hatte sich in den letzten Jahren so sehr auf das bäuerliche Leben mitten im Nirgendwo gewöhnt, dass die Stadt der totale Schock gewesen war. Vielleicht sollte er Amber von Anna großziehen lassen und wieder in seine Bruchbude einziehen, die er erst mit Xen, dann alleine und bis zuletzt mit Liz bewohnt hatte. Die hatte er nie ausgeräumt und bezahlte das bisschen Miete nebenher. In die USA war er mit ein paar Unterhosen und seinem Laptop ausgewandert, und natürlich dem Krempel den er in den Taschen hatte. Die Security hatte ihn wie blöde angeguckt als er sich bis auf die Unterhose ausgezogen hatte und seine hochmodifizierte Hose aufs Band gelegt hatte, zusammen mit dem Eimer an Werkzeug und Gadgets. Er lachte bei dem Gedanken und schob sich einen großen Bissen Rührei in den Mund. Kasim aß keine Hühner und hatte auch seine Milchkuh Rita nie angerührt, und Rührei von glücklichen Hühnern schmeckte immer noch am besten.
   Als Prepper war es immer ein Traum gewesen, sich unabhängig zu machen. Hinter sich waren die Gemüsebeete, Obstbäume und ein kleines Feld mit Weizen und Mais. Er hatte sein Brot immer selbst gemacht. Das Getreide stand hoch. In einem Schuppen hatte er sich ein kleines Dampfkraftwerk gebaut und befeuerte die Feuerkammer mit Holz, und mit dem Filter am Schornstein war die Sache auch nicht so schmutzig. Immer noch sauberer als der Schiffsdiesel, der im Keller rumstand. Seine Vorratskammer war voll mit Getreide und Reis und er hatte einen Riesentank Trinkwasser.
Er seufzte, am liebsten würde er seine Lieben einpacken und hier wohnen, den ganzen Konflikt vergessen und wieder sein kleines Leben führen. Fanpost war zwar immer ein Problem, aber in dieses Kaff verirrte sich selten jemand, der ein Autogramm von ihm wollte. Er liebte diesen Ort über alles und er mochte, dass es einfach so normal und so schrottig war. Vom Bunker unter seinem Hof einmal abgesehen, den hatte er alleine ausgehoben und gebaut. War ganz schön aufwendig und anstrengend gewesen, aber es hatte sich in seinen Augen gelohnt. Die Waffenkammer war aufwendig geschützt, auch wenn es hier eigentlich keine Diebe gab, aber sicher war sicher.  
   Das Vibrieren seines Handys riss ihn aus den Gedanken. Er zuckte zurück. Dass war Johnny!
„Ja? Das ist doch völlig unmöglich das du lebst.“
„Ist es auch Bruder, ich bin ein Abbild deines Bruders. Eine KI sozusagen. Ich habe einen letzten großen Spaß vorbereitet. Dazu solltest du dich zu den Lambda Werken in Utah begeben, ich schick dir die Koordinaten. Lass dir Zeit mit deinem Frühstück alter Freund, das Rührei sieht lecker aus.“
Die Verbindung endete und er starrte entgeistert auf sein Handy. Wehe jemand spielte einen miesen Streich. Er aß sein Frühstück auf, spülte ab und sortierte das trockene Geschirr wieder sorgfältig ein. Wer weiß wann er wieder hier sein würde. Da wollte er nicht schimmliges Geschirr vorfinden müssen. Er würde Toni Bescheid geben, dass das Obst, Gemüse und Getreide ernten und behalten solle. Er würde es ja eh nicht schaffen und sein Freund kümmerte sich ja schon um die Tiere und Kasimir. Das schwere Flappen des Orca näherte sich. Sein Alligator ließ sich anschirren und sträubte sich auch nicht gegen den Maulkorb. Der Orca Travel landete auf dem Hinterhof und er und sein Haustier betraten den Flieger durch die Heckklappe.
„Sir wir haben schon eine Route zu dem Lambda Werken festgelegt und mit den Behörden abgeklärt. Willkommen wieder an Bord. Wir hoffen ihr Ausflug war Ihnen genehm.“
Er winkte nur ab, machte Kasimirs Leine im Laderaum fest wo das große Reptil die Augen schloss und döste, und er ging in Liz Kabine. Der Orca Travel hob ab und er betrachtete wie sich sein altes Leben immer weiter von ihm entfernte, er seufzte tief und legte sich dösend ins Bett und schlang die nach Liz riechende Pelzdecke um sich. Es würde eine lange Reise fast quer durch die Staaten werden.
Nach einigen Stunden wurde er etwas unsanft geweckt.
„Sir sehen sie aus dem Fenster, das müssen sie sehen!“
Grummelnd stand er auf und stapfte zum Fenster. Ihm fiel die Kinnlade herunter. War das ein Flugzeug? Oder ein Flugschiff? Oder einfach nur ein gottverdammtes Raumschiff.
Es sah aus wie das Raumschiff aus einem Computerspiel. Ein langer bulliger Rumpf, Im vorderen Drittel waren an zwei Dicken Stummeln mächtige Triebwerke angebracht. Die Mitte war breit und Fett und zum Heck hin waren auf jeder Seite zwei Flügel mit irrsinnig riesigen Triebwerken befestigt. Die Oberseite war wie das Deck eines Flugzeugträgers und am Heck ragte eine Konstruktion wie eine Brücke auf beiden Seiten des Flugdecks auf. Und das Ding starrte vor Waffen. Es flog eine Weile neben ihnen her und nahm dann schnell an Geschwindigkeit auf. Irre, sie selbst flogen an die sechshundert Km/h schnell und der Riese hängte sie ab wie ein Porsche einen Traktor. Er zwickte sich in den Arm und es tat weh, also war das kein Traum.
„Sarah wie lange bis zur Ankunft?“
„Etwas über eine Stunde noch. Möchten Sie etwas zu essen?“
„Nur einen herzhaften Snack.“
„Kommt sofort Sir.“
Er hängte das Bordtelefon wieder auf die Gabel und warf die Decke wieder aufs Bett. Im Sessel machte er es sich bequem und lief über Spotify etwas Musik laufen. Besser gesagt eine Folge die drei Fragezeichen. Er legte Todesflug ein, dass erschien im passend nach der Begegnung von eben.
Sarah servierte ihm ein lecker aussehendes Sandwich und natürlich eine eisgekühlte Cola.
„Danke Sarah, du bist ein Schatz.“
Die relativ junge Frau lächelte verlegen und schloss die Tür hinter sich. Als Bob mit dem Spaceshuttle wieder auf der Erde landete sah er nach wieder draußen. Sie flogen über Utah und mit einem Fernglas sah er schon den Salzsee vor Salt Lake City. Bald waren sie da.
„Sir, Lambda hat uns kontaktiert und sie schicken zwei Bullsharks als Eskorte.“
„Wie erfreulich, na dann immer den Haien hinterher.“
Er staunte von hier oben auf das gigantische Gelände von Lambda, hier wurden deren VTOLs entworfen, gebaut und getestet. Fertigungshallen von der Größe derer in denen man die größten U-Boote der Welt in Russland und davor die größten Zeppeline der Welt in Europa gebaut hatte. Dicht an dicht säumten diese Megahallen hunderte Meter Breite und viele Kilometer lange Rollbahnen. Hallen, Gebäude und Gelände bis zum Horizont. Abertausende von Menschen waren da zugange. Man munkelte dass Lambda mit Sigma an deren neuen Flaggschiff arbeiten würde und dass andere dicke Fische wie Omega, Theta und Horizon mit von der Partie waren. Er dachte an dieses Monster von vorhin. Das war ja riesig gewesen. Viel größer als das bisher größte Flugzeug den Lambda Beluga mit über hundertsiebzig Metern Länge. Was war das nur?
   Und da waren schon die Bullenhaie. Der größte Abfangjäger der Welt. So groß wie eine Transall C-160 und flog Mach 3. Kaum vorstellbar, dass das möglich sein konnte. Man sprach in den Foren davon, dass die Besatzung vor dem Flug mit einem Chemikalien Cocktail vollgepumpt wurden um die die riesigen Beschleunigungskräfte zu bewältigen. Er dachte an seine Lieblings Sci-Fi Serie The Expanse. Da gab es „The Juice“, ein Cocktail der dasselbe machen sollte. Nur waren die Bullenhaie wesentlich realer und tödlich mit den besten Waffensystemen die man für Geld kaufen konnte. Die Amis waren am Überlegen eine 130mm Glattrohrkanone mit Autoloader auf die Orca Plattform zu heben um die mittlerweile stark veralteten A-10 Thunderbolt II aka „BRRRRRRT“ zu ersetzen. Er nahm noch einen Schluck Cola als sein Orca langsam in den Landeflug ging.
„Sir wir landen in fünf Minuten machen sie sich bereit, sie werden abgeholt.“
Der Orca wackelte ein bisschen als die dicken Reifen mit dem Boden Kontakt machten. Er stand auf öffnete die Tür der großen Kabine und suchte sich seinen Weg durch den Orca Travel nach draußen. Er wurde von derselben Frau begrüßt, die ihm auch den Orca Expedition verkauft hatte. War das ein Verkaufsgespräch? Aber er brauchte doch gar nichts. Er dachte an Johnnys Stimme. Seinen letzten großen Spaß. Erst diese Monsterwohnung und dann was genau? Ihm graute es davor es herauszufinden.
„Guten Tag Mr. Solomon, es freut mich sehr dass sie es einrichten konnten. Wir zeigen Ihnen um was es geht, aber erst nur Ihnen, Ihr Personal kann sich später in Ruhe alles ansehen.“
„Moment mal um was geht es eigentlich.“
Sie hob eine Braue.
„Das hat man Ihnen etwa nicht gesagt?“
„Sie dürfen das Flaggschiff, unseren neuen Whale Shark besichtigen. Die Flotte wird morgen aufbrechen, mit dem Ziel Deutschland.“
„Moment mal, welche Flotte denn bitte?“
„Lambda hat einen Vertrag mit der Bundesregierung unterzeichnet. Die Bundeswehr bekommt fünf voll ausgerüstete Whale Sharks und zwanzig Beluga Gunships als Geleitflotte. Ein Rüstungsauftrag im mehrstelligen Milliardenbereich.“
Kaz schluckte. Das war eine verdammt große Luftflotte. Fast so als würde sich da jemand für den Krieg wappnen.
„Dort kommen schon die Wagen, zu Fuß braucht man leider zu lange um auf unserem Gelände von A nach B zu kommen.“
Zwei Omega Hounds, große SUVs düsten mit ihren Elektromotoren heran. Kaz stieg im Fond ein und machte es sich auf dem bequemen Ledersitz bequem. Der Wagen beschleunigte stark und sie näherten sich einer der gigantischen Hallen etwa zwei Kilometer entfernt. Dort stieg er aus und die Frau mit den gewagten Absätzen führte sie zu der Halle, dessen gigantisches Rolltor sich öffnete. Er war völlig von den Socken wie gigantisch dieses Monster war. Sie fuhren einen Aufzug hoch und dann einen langen verglasten Korridor mit Sicht auf dieses Ungetüm. Menschen liefen auf dem Flugdeck herum und ein Swordfish wurde gerade verladen. Moment, der Swordfisch war etwas größer als ne V-22 Osprey. Der Fisch war 23 Meter lang. Er überschlug die Größen und verdammte Scheiße, das Ding war wesentlich größer als ein amerikanischer Flugzeugträger der Nimitz Klasse. Und wesentlich fetter mit sechs gigantischen Triebwerken, vier hinten und zwei Vorne. Das war dieses Monster, das sie vor ein paar Stunden überholt hatte.
„Dieses Schmuckstück hat noch keinen eigenen Namen, den müssen sie sich ausdenken.“
„Moment mal, soll das heißen, dass Sie mir dieses Monster … ähm … verkaufen wollen?“
„Verkaufen? Nein, die Rechnung hat ihr Bruder schon großzügig bezahlt, es ist ihr Schiff, das kann ihnen keiner mehr wegnehmen.“
Eine plötzliche Panikattacke erwischte ihn als er realisierte was das bedeutete. Sein verdammter Bruder hatte ihm ein Flugzeug von der Größe eines Flugzeugträgers vermacht. Er hyperventilierte und ihm drohte schwarz vor Augen zu werden, er stolperte zurück und ließ sich an der Wand des Korridors hinabrutschen. Mit dem Arsch auf dem Metallboden versuchte er seine Atmung und das Zittern unter Kontrolle zu bekommen. Die Frau sah ihn wenig mitleidig an und wartete ab, bis er sich wieder gefangen hatte.
„Ich bitte Sie, ich hab nicht den ganzen Tag Zeit. Kann jemand Robbie rufen, ich habe gleich einen wichtigen Termin. Auf Wiedersehen Herr Solomon, viel Spaß mit ihrem Wal Hai.“
Und sie ließ ihn einfach hier auf den Boden sitzen und stolzierte in ihren hochhackigen Schuhen  flankiert von zwei Angestellten mit sattem Hüftschwung davon. Er rappelte sich hoch und trat an die Glasscheibe. Das war doch einfach nur das absurdeste, was er jemals gehört hatte.
„Hey Mann brauchst du was zu trinken?“
Ihm hatte sich eine junge Frau mit blasser Haut und leuchtend türkisen Haaren und Augen genähert. Sie trug eine Uniform und reichte ihm ein Flasche Cola. Dankbar ergriff er sie, öffnete den Verschluss und nahm ein paar Schlucke.
„Mein Name ist Roberta, aber nennen sie mich bitte Robbie. Ich gehöre zur Crew ihres Wal Hais. Soll ich sie mitnehmen? Die anderen sind schon sehr gespannt Sie endlich kennenlernen zu dürfen.“
Sie führte ihn den Korridor entlang zu einem Aufzug nach unten und dann in die Halle selbst zu einer Schleuse in der Seite des Riesen. Er bemerkte, dass das Ding auf einem gewaltigen ausfahrbaren Fahrwerk ruhte. Was bitte waren das denn für Reifen, dass die diese Kräfte aushielten. Das Innere des Riesen war nüchtern gestaltet. Ein verästeltes Netz aus Gängen und Fahrstühlen zog sich durch das ganze … ähm … Schiff. Er beschloss den Wal Hai als Luftschiff zu betrachten. Flugzeug machte keinen Sinn mehr, dafür war dieses Ding zu groß. Und er rätselte wie er das Ungetüm nennen sollte. Bloß nicht Moby Dick beschloss er.
„Hier vor uns liegt die Brücke. Die ist sicher im Herz des Schiffs.“
Er folgte Robbie aus dem Fahrstuhl und betrat einen Raum, den man in der Art sonst nur aus Filmen, Serien und Spielen kannte. Vor ihm ein elliptischer Raum mit einer holografischen Weltkugel in der Mitte über einem Tisch. An den Wänden waren die Stationen für die anderen Crewmitglieder auf der Brücke untergebracht, hinten führte eine Treppe hoch zu einer Art Galerie. Ob da der Kapitän saß?
„Der Rest wartet im Konferenzraum auf uns, folgen Sie mir.“
Sie gingen um den Fahrstuhl herum auf die andere Seite, dann durch einen Gang und in einen hell beleuchteten Raum, der gute fünf Meter hoch war. sieben Menschen erwarteten sie.
„Willkommen Herr Solomon.“
Erklang eine körperlose Stimme,
„ich bin Avia und die Schiffsintelligenz. Zur Not kann ich das Schiff alleine Steuern, aber nur mit der Erlaubnis von Ihnen oder vom Kapitän. Darf ich die Crew vorstellen? Robbie neben Ihnen ist unsere Pilotin. Dann wollen wir mal sehen von links nach rechts.“
Kapitän Nemo, mit weißem Vollbart und Kapitänsmontur. Marvin der Waffenoffizier, ein dünner Mann mit einem mächtigen Schnauzer. Paul, der Schiffsmechaniker, er war ein beleibter Bär von einem Mann. Daniel, ein schwarzer Koch mit Rasta Locken. Barbara die Kommunikationsoffizierin mit Großer Brille und kurzen silbernen Haaren. Heinrich, der Steuermann mit einer mächtigen ePfeife in den Mundwinkeln und Dora die Schiffsärztin, eine freundlich wirkende Frau mit roten Locken.
Er seufzte, noch mehr Mäuler, die er stopfen musste. Er ließ sich den restlichen Tag alles zeigen. Die Crewquartiere, Quartiere für ihn und gefühlt tausende andere Leute. Aufenthaltsräume, Das Schwimmbad, Fitnessräume, die Küchen und den Speisesaal. Das Arsenal, den Hangar, Die Werkstatt und die Laderäume. Dazu noch die ganzen Ställe und Gewächshäuser, hier war man für sehr lange Reisen gewappnet. Er war einfach nur überwältigt.
   Dann wurde der Wal Hai aus dem Hangar gezogen und startbereit gemacht. Zusammen mit den anderen fünf Fliegern für die Deutschen. Die zwanzig Belugas warteten schon in der Luft über ihnen.
Belugas die selbst einen Hangar für Jäger hatten. Er betrachtete das alles von der Aussichtsposition hinten am Heck in einem Raum, der in einer Steampunkwelt bestimmt die Brücke gewesen sein könnte. Sein Orca Travel wurde verladen und Benj, Suzi und Sarah bekamen die Tour auch.
Und dann waren sie alle vier hier oben und warteten auf das Startsignal. Sechs Wal Haie in einer Reihe. Sie waren ganz rechts und von der ganz links nach rechts zu ihnen hob ein Hai nach dem anderen ab, alle mit der Deutschland Flagge versehen. Und dann hielt er sich sicherheitshalber am Geländer fest, aber sein verdammter Flieger hob ab ohne zu wackeln.
   Später zum Abendessen im Essenssaal saßen sie alle an einem Tisch zusammen. Auch der Koch.
„Auf Mr. Solomon. Wir stoßen an auf ein neues Abenteuer.“
Kapitän Nemo hob sein Glas und die anderen folgten ihm.
„Wir Acht haben schon so einige Abenteuer hinter uns gebracht. Uns ist zu Ohren gekommen dass sie eine große Familie und viel Personal haben. Darauf sind wir bestens eingestellt. Ihr Personal wird eingewiesen sobald wir in Deutschland sind. Sagen Sie doch, wie wollen Sie dieses ehrenwerte Schiff nennen?“
„Wal Haie sind doch Fische oder?“
„Das sind sie, Sir.“
„Dann nenne ich ihn den dicken Fisch.“
„Dicker Fisch. Sehr wohl.“
„Auf den dicken Fisch.“
Alle stießen an.