Meine Woche 20-22

Rina läd wieder zum Wochenrückblick ein.

Geärgert ….. Dass ich das Wochenende nicht Pappe entsorgt habe. Freitag waren die Tonnen frisch geleert und jetzt sind die bestimmt schon voll. Aber irgendwie ist mir das einfach entgangen.

Gedacht…. Mein Buch nochmal gründlich zu überarbeiten, es ist einfach noch zu unrund und zu oft verspürt man das Unrunde der naiven ersten Fassung. Und ich will einen marginal anderen Stil ausprobieren.

Gefreut: ……. über mich, dass ich den Arsch hochbekommen habe und endlich mal meinen Garten gemacht habe.

Gefühlt: …… Frustration am Freitag, ich musste dringend zum Briefkasten und es hat stundenlang geschüttet, am Ende bin ich raus in den Regen und war klatschnass als ich wieder zuhause war. Aber zumindest zufrieden und mit einem warmen Döner im Rucksack und dem Brief trocken um Kasten.

Gegessen: …… Abgesehen von einem Teller Kaiserschmarn nichts außergewöhnliches, halt Sachen, die schnell zubereitet sind und nicht aufwendig sind und die nicht so viel kosten. Linsensuppe ist auf August vertagt, vor meinem Urlaub bekomme ich die Kartoffeln sonst nicht aufgebraucht.

Gehört: ….. In vier Tagen ein 14 stündiges Hörbuch gehört. Redemption von Will Jordan, den man auch auf Youtube als den Critical Drinker kennt. Sehr spannend, ein völlig anderer Stil als das was ich schreibe und hat wohl die beste Definition einer starken weiblichen Figur, die ich seit Jahren gesehen habe, klasse. Band eins einer 9-Bändigen abgeschlossenen Serie und ich höre schon den zweiten Teil, der ein Jahr nach dem ersten Buch spielt. Großen Respekt vor dem Autor und dem Vorleser.

Gekauft: …… Ne Menge LEGO, 9 Sets auf Vorrat, weil ich nicht genug Kleinkram für meinen Chanel habe, das reicht bis Oktober gewürzt mit großen +100€ Sets aus meiner verstaubten Sammlung.

Gelacht……….. über alte Memes, die ich beim Aufräumen entdeckt habe.

Gelesen: …. Angefangen zumindet, die drei ??? im Bann des Vodoo. Ich wollte einfach mal wissen wie sich die Bücher hinter meinen Lieblingsfolgen machen

Gelitten: ….. am Samstag, als meine Verdauung nicht richtig funktioniert hat.

Geplant: …… Die Anschaffung eines Camcorders, sobald ich einen Job habe.

Gesehen: ……… Stranger Things Staffel 4, aber nicht zuende, die letzte Folge hat ja ernsthaft Spielfilmlänge, das war mir dann um halb zwölf zu viel.

Gespielt/Gebastel/Gehandwerkt: am Sonntag 6 Stunden LEGO gebaut und bin ganz schlapp davon, weil ich unbequem saß und mich die ganze Zeit vorbeugen musste um an die weit entlegenden Schälchen mit Teilen zu kommen.

Getan: ….. 4 Stunden gegärtnert und eine überwucherte Piste in ein geordnetes Beet verwandelt und akribisch Unkraut gezupft.

Getroffen: …. Meinen besten Freund beim Gärtnern getroffen und mit ihm einen Kaffee getrunken und einen LEGO Katalog zusammen durchgeblättert.

Getrunken: …… Eiscappuccino, die Reste meiner Ahoi Brause, viel Wasser und Tee. Wobei Tee und Kaffee auf leeren Magen eine blöde Idee ist, stelle ich vermehrt fest.

Geweint ……… Nope

Gewundert …. Wie wandlungsfähig ein kleines Zimmer sein kann, wenn man geschickt ist.

Wenn dir eine Skizze einfach nicht reicht

Heute nur was kurzes, weil ich noch einen Film gucken will und es schon neun Uhr abends ist. Ich mache ja derzeit ein Bauzeichner Praktikum bei einem Landschaftsarchitekturbüro in Berlin Kreuzberg. Die Woche war das Ziel Arbeitsproben für ein Bewerbungsgespräch für das nächste Bauzeichner Praktikum zu sammeln. Und heute nach zumindest gedanklich schweißtreibender Arbeit waren für Liz Solomons Milliardärinnen „Wohnung“ alle Grundrisse endlich fertig. Jetzt fehlen nur noch die Schnitte und die Ansichten.

Das Abgefahrene an der Wohnung ist, dass es eine riesige und ausgesprochen hässliche Protzvilla mit großem Garten wiederum in einem noch viel viel größerem Gebäude (Dark Horizon) ist, als Domizil für Leute, für die Geld einfach keine Rolle mehr spielt, so wie Liz eben, die zwischen 450 und 500 Milliarden Euro besitzt und von ihrem Papa Herbert Solomon, dem Chef des Baukonzerns Solomon Industries diese Wohnung zu ihrer Volljährigkeit spendiert bekommen hat. Das Haus inkludiert 6 großzügige Angestelltenwohnungen, einen riesigen Nutzgarten, einen See, einen überdachten Pool und hat 5 Stockwerke. Das einzige was am Plan nicht akkurat ist, ist, dass die Garage eingezeichnet ist, denn Liz besitzt eine Tiefgarage für mehr Protzschlitten als sie braucht und der See ist nicht voll drauf. Ich hab aber die Files und autoCAD, also kann ich noch weitermalen, wenn ich Bock drauf habe 😀

EG + Außenanlagen

Keine Sorge, wenn das Praktikum vorbei ist, lad ich die PDFs in die Cloud zum runterladen und angucken und es wird einen ausführlichen Beitrag geben, der jedes Zimmer und jeden Ausschnitt beleuchtet 🙂

Damit dürfte ich zu den verdammt wenigen Autoren gehören, die professionelle Grundrisse für die Orte ihrer Bücher anfertigen. Ist doch auch ein Alleinstellungsmerkmal. XD

Übrigens mit dem Osiris Genom (2.5) gehts wieder weiter, aber es dauert noch eine Weile bis es fertig ist 😉

Und wenn ich ab Juli wieder mehr Zeit habe, baue ich das Ganze in Unreal Engine 5 nach, was vermutlich trotzdem eine Weile (Jahre) dauern wird, weil ich mir auch erstmal selbst beibringen muss. Und dann baue ich eine Figur, mit der man sich alles ansehen und interagieren kann … vielleicht sogar in VR. Und dann brauche ich wirklich ein PC Upgrade 😀

Meine Woche 18-22

Rina läd zu einer neuen Runde ein.

Durch Praktikum zwei Wochen lang völlig gefordert (Juhu), war ich abends immer so fertig, dass ich gleich ins Bett gefallen bin, da war Blog eher erstmal zweitrangig. Jetzt nehme ich mir aber die Zeit!

Und wie war eure Woche so?

Geärgert ….. dass ich morgens so lange snooze. Aber was willst du sonst morgens machen? Ich hasse Morgende. Packen und Duschen mache ich am Abend davor, von daher bleibt nur Anziehen und Zähneputzen und das dauert nur 10 Minuten. Da kuschel ich mich doch lieber noch eine halbe Stunde in mein bequemes Bett.

Gedacht…. Wie cool das Leben akuell einfach ist. Nur das Amt ist sinnlos und macht nichts, das ist doof. Nicht ein Praktikums-Vorschlag kam von denen, nicht ein einziger! Hätte ich nicht einen Papa mit Connections, hätte ich jetzt gar nichts!

Gefreut: ……. über eine tolle Gesprächsrunde mit meinen drei besten Freundinnen am Freitag. Die ging über viele Stunden und war sehr belebend. Und Mia hat sich einen neuen riesigen Wanderrucksack gekauft, von denen besitzt sie sieben Stück 😀 Aber hey, immer noch besser als eine Schicki-Micki Tussi mit Schuh-Tick.

Gefühlt: …. Zufriedenheit. Es ist einfach geil wieder im Leben zu stehen, jeden Tag im sieben Aufzustehen, sich in die S-Bahn zu setzen und einem fordernden Tag ins Auge zu blicken. Um dann Abends zufrieden ins Bett zu schlüpfen und mit einem guten Gefühl einzuschlummern. Leben ist geil!

Gegessen: …… Um Abzunehmen habe ich eine neue Strategie ausgetüftelt. Genau eine(!) ausgewogene Mahlzeit am Tag in moderater Portionsgröße und nur Obst und Naturjoghurt als Snacks. Auf Zucker verzichte ich so gut es geht. Es hilft, ich habe schon fast drei Kilo in fast drei Wochen abgenommen und bin wieder im zweistelligen Kg Bereich. Heißt aber auch, dass Hunger ebenfalls auf dem Programm steht. Wenn ich zwischen 92 und 93 liege, lockere ich den Gürtel ein bisschen, aber eigentlich finde ich die Situation gut. Nur Süßigkeiten müssen eine Seltenheit, also eine Ausnahme, bleiben und auch dann nur in Maßen.
Das Büro wo ich mein Praktikum mache liegt in Berlin Kreuzberg und der Bauzeichner hat mir ein geiles türkisches Bäckerei-Bistro gezeigt, wo der Mittagstisch günstig und hammer lecker ist! Geil!

Gehört: ….. Drei Fragezeichen beim Zeichnen, Moritz Neumeier, meine Music und den ESC. So ein Mist, dass es Österreich nicht ins Finale geschafft hat, der Song war richtig gut.

Gekauft: …… zwei kleine LEGO Sets, eins von Friends für den Praktikums-Abschluss-Podcast garniert mit einem Aufbauvideo und ein lustiges Jurrassic World Set mit ein paar Baby Raptoren. Und als Hauptgang ein Podcast Mikrofon (Blue Yeti) mit Zubehör und Stativarm. Nächsten Freitag wirds geliefert, ich bin schon ganz aufgeregt! Dafür hat sich ein Monat hungern und knausern gelohnt!
Als Notwendigkeit gab es noch ein frisches Kilo Darjeeling, das reicht für zwei Monate.

Gelacht……….. über Moritz Neumeier, ein sensationell guter Comedian, sein Programm Hurra habe ich mir diese Woche gut und gerne 3 Mal gegeben, war schon hart auf der Arbeit nicht ständig zu lachen.

Gelesen: …. mein Buch Korrektur. Ich arbeite gerade an einer neuen Fassung des ersten Buches und es wird hoffentlich die letzte Fassung sein, die dann auch druckreif ist und an Verlage rausgeht. Es müssen eine Menge Sachen angepasst und etwa 5 oder 6 Kapitel neu geschrieben werden.

Gelitten: …. üblen Hunger. Aber wie war das? Wer schön sein will, muss leiden und ich bin eben zu dick. Und scheiß auf Diäten, einfach weniger essen als du verbrauchst und ein bisschen Bewegung, das wars in der Regel schon.

Geplant: …… Ganz viel. Die Baupläne von Liz Milliardärsvilla aus der 5. Fassung des Osiris Genom (Reboot der ganzen Reihe), die ich in den letzten beiden Wochen gezeichnet habe vervollständigen. Die zeige ich euch alle im Detail in ein paar Wochen. Also Schnitte, Details und Bemaßung von fünf Etagen und ein zwei Details überarbeiten. Denn damit kann ich mich gleich beim nächsten Praktikum mit richtigen Arbeitsproben bewerben, denn das soll nach Pfingsten im Juni starten. In zwei Wochen habe ich ein Kennenlern-Gespräch mit dem Geschäftsführer eines mittelgroßen Ingenieur-Büros!
Dann Freitag busy sein. Ein Kanalvideo drehen und für Samstag hochladen, Mikrofon einrichten und einen neuen spontan Podcast in geiler Qualität vorbereiten und dann noch ein paar Stunden Gärtnern. Im Juni wird es vermutlich das erste +100€ Set auf dem Kanal geben (es stehen sieben gabaute Sets zur Auswahl, nur nichts spannendes für Wortman) Und mich wird man in den Videos auch sehen, denn ab Pfingsten habe ich ein Dual-Kamera Setup. Mein Rechner kotzt jetzt schon wenn er an 4K Rendern von Videos denkt 😀

Gesehen: ……… ESC in Ausschnitten und die ersten drei Folgen Cobra Kai auf dem Nachhauseweg in der S-Bahn, es lebe Netflix und Downloads. Und dann nochmal die erste Folge Reacher auf Prime, hammergeile Serie!

Gespielt/Gebastel/Gehandwerkt: Mein Mitbewohner war am Wochenende weg und hat mir seine Nintendo Switch ausgeliehen und ich habe fleißig Mario Kart 8 gezockt, der Sound über Bluetooth Boxen, weil das mit meiner Anlage nicht geklappt hat, war trotzdem geil. Das Spiel ist der Hammer und zu Weihachten hol ich mir auch eine Switch! Und mindestens ein geiles CaDA set. Der Jimny ist nagelneu und sieht sehr lecker aus, passt zu dem LEGO Defender, der auch grün ist. Dazu gibt es meinen Lieblingspanzer, den Panzerkampfwagen V Panther, als eine 1:35 RC Replik. Und wer weiß welche Kracher CaDA noch plant!

Getan: ….. Grundrisse gezeichnet am laufenden Band und sogar Sachen über autoCAD entdeckt, die selbst der Bauzeichner mit jahrelanger Erfahrung nicht wusste, sehr cool!

Getroffen: …. Niemanden. Dienstag war Brettspiel Abend bei Tomba geplant, aber ich war an dem Tag nach der Arbeit so fertig, dass ich absagen musste 😦

Getrunken: …… Sehr viel Wasser, sporadisch Darjeeling und zum Gönnen ab und zu mal einen Kakao.

Geweint ……… Tränen vor Lachen! Zieht euch Moritz Neumeier rein!

Gewundert …. Das der Bauzeichner Russe ist. 92 mit Familie nach Deutschland gekommen. Er hat nicht den leisesten Akzent (der meist sehr markant ist) und keinen russischen Nachnamen. Was er wohl zu Putlers Krieg denkt?

Gerade Jetzt – Momentaufnahme 14

Rina lädt zu einer neuen Runde ein.

Wie sind eure Momentaufnahmen heute?

denke ich: das man ein Hobby wie LEGO Videos drehen in erster Linie aus Passion und Spaß an der Sache und nicht um möglichst viele Klicks zu generieren. Auch wenn es dann doch frustrig ist, wenn man 3-4h an einem Video sitzt und es dann keine Aufrufe bekommt 😦

mag ich: Das sich mein Magen langsam beruhigt und ich wieder normale Sachen essen kann. Heute waren wir beim Griechen, Mjam.

mag ich nicht: Wie faul und träge ich bin.

spüre ich: angenehme Sättigung.

freue ich: auf Ostern mit meinen Eltern zu verbringen.

fühle ich: Zufriedenheit über das Leben.

trage ich: den Gedanken mit mir umher, ein Pausenjahr zu machen um in Ruhe zu jobben und Praktika auszuprobieren.

brauche ich: Eine Systemkamera, die Videos in mindestens 4K30i schießen kann, ein Weitwinkelobjektiv, LEGO Ninjago Gärten und ein Podcast Mikrofon. Kurzum, ich brauche einen Job 😀

höre ich: Zick Zack von Rammstein.

mache ich: Buch weiterschreiben (Ghost Team Six auf der einen und der Katastrophenzyklus auf der anderen Seite.)

lese ich: Mein Altes Zeug, was außer mir sonst keine liest.

trinke ich: Eine Vita Cola Pur, die trinke ich sogar lieber als originale Cola.

vermisse ich: meine mechanische Tastatur zum Tippen.

schaue ich: Alf, erste Staffel.

träume ich: merkwürdigse Sachen, die sich nicht in Worte fassen lassen.

Meine Woche 11-2022

Wait, schon wieder eine Woche vorbei? Komisch wie schnell die Zeit vergeht. Diesen Dienstag hatte ich Geburtstag und wurde reich beschenkt und habe vorzüglich gespeist. Jetzt nerve ich euch nicht mehr mit meiner Geburtstagsvorfreude, erst wieder in etwa 11 Monaten 😆
Rina läd auf alle Fälle wieder ein, einen schönen Wochenbericht zu schreiben 🙂

Und wie war eure Woche so?

Geärgert ….. über meine laxe Mundhygiene bei einem gleichzeitig beschämend hohen zuckrigen Süßigkeiten-Konsum. Reicht schon wenn ich fett werde, da muss Karies nicht auch noch sein 😦

Gedacht…. In welcher Reihenfolge ich meine Videos hochlade, was meine nächste LEGO Eigenkreation sein wird und ob ich es schaffen könnte im März noch die zweite Episode von Joschis Abenteuer oder der Katastrophenzyklus abzuschließen (fehlen noch ungefähr so 6-8 Seiten).

Gefreut: ……. Über Geburtstagsgeschenke, leckeren Kuchen, Freunde und meine Eltern und tolles Essen am Geburtstagsabend.

Gefühlt …… Traurigkeit über meine Trantütigkeit und dann wieder Freude über meine ungezügelte Begeisterung für mein Klemmbaustein Hobby.

Gegessen: …… Dienstag ein saftiges argentinisches Rumpfsteak medium rare mit knackigem Gemüse. Dann die restliche Woche das übliche und heute nach einem langen Tag, zwei Scheiben Vollkornbrot mit leckerem Aufstrich, zwei Äpfeln und einem Snack.

Gehört:  ….. immernoch auf meiner Drei ??? Hörspielodyssee. Jetzt gerade Folge 125A – Feuermond: Das Rätsel der Meister.

Gekauft:  …… ich hab geguckt, ob ich einen passenden Vergleich für einen CaDA Baukran finden kann und dann das preisliche Equivalent auf Bricklink.com erstanden.

Gelacht……….. über Wortmans Beitrag zu lustigen Filmen, wo mich allein schon bei den Trailern weggeschmissen habe 😀

Gelesen:  …. Bin nicht dazu gekommen, ich lese aber theoretisch immer noch Band zwei von Patrick O’Brians Aubrey-Maturin Buchreihe.

Gelitten: ….. Heißhunger auf Süßkram, naja war meine Geburtstagswoche, da ist naschen schon erlaubt finde ich 😆

Geplant: …… Mal was zu schaffen und kein fauler Sack zu sein. In erster Linie mit den Bewerbungen voranzukommen.
Und Dienstag und Mittwoch gibt es ein schönes Aufbauvideo 🙂

Gesehen: ……… zumindest keinen Film und keine Serie, nur Youtube Videos.

Gespielt/Gebastel/Gehandwerkt: Am Freitag ordentlich gebaut und vier Reviews auf Vorrat gedreht, sowie Sets zerlegt und vier B-Modelle von LEGO Technic Sets gebaut, ich zeig sie euch in den nächsten Wochen und Monaten.
Und dann am Samstag im Garten geholfen und ordentlich reingehauhen, zwei Laubrechen zusammengeschraubt und dabei jeweils in eine Richtung 45 Minuten gelaufen und mich ziemlich ausgepowert.

Getan:  ….. Wie verrückt LEGO Sets zerlegt, Teile sortiert und gebaut und einen Haufen Reviews gedreht.

Getroffen:  …. Meine Eltern, meinen besten Freund und ein paar neue Leute bei einem Garten Vereinstreff kennengelernt.

Getrunken: …… Zu viel Kaffee, Red Bull und Limo. Dennoch zum Ausgleich viel Wasser.

Geweint ……… Nö

Gewundert …. über die Uhrzeit, bis mir dämmerte, dass die Uhr noch die Winterzeit zeigte.

Morgendliche Gedanken

Bevor ich in einer Stunde Schwimmen gehe und mich dann dem Serienmittwoch widme, wollte ich mal wieder einen völlig losgelösten Beitrag schreiben.

Diese Woche ist zwar noch knackig jungfräulich, aber hat mir schon gezeigt was es heißt Blogger zu sein. Denn dadurch das ich beim Medien-Montag und Dienstags-Gedudel erstmalig mitgemacht habe, sind viel mehr Menschen auf meinen Blog aufmerksam geworden als sonst. Und Kollege Wortmann hat mich dankensweise ermuntert, andere Blogger zu besuchen und zu liken und zu kommentieren und das habe ich dann auch die ganzen beiden Tage gemacht 🙂 Mit Erfolg, ein paar von denen haben mich dann auch besucht.

Tut echt gut. Und es ermöglicht schlicht und ergreifend auch, über den anderen Tellerrand zu gucken und zu sehen was und vor allem wie es andere machen. Das hat mich stark ermutigt, nach der Buchsache – denn Anfang Februar gehen mir die Kapitel aus – mich stärker auf Empfehlungen und Reviews zu konzentrieren. Ich muss ja nur den Blick über meine Monitorwand zu heben und sofort springen mir die ganzen Filme und Mangas und Bücher ins Auge, die sich in den Regalen hinter meinem Schreibtisch tummeln.

Für die neu zugezogenen, ich hab gleich zu Beginn meines noch sehr jungen Blogs (keine drei Monate alt) einen Film-Roundtable gestartet, wo ich querbeet durch alle Genres zehn Filme kurz vorgestellt habe – Hier ist die erste Ausgabe. Daran hab ich ein paar Stunden gesessen, vielleicht trifft das ja jemandes Geschmack. 🙂

Und ich ermuntere euch auch, meine alten Sachen anzugucken. Sehr schön finde ich auch meine Kurzgeschichten, die leider kriminell wenig Leser haben, dabei sind es doch stellenweise echt schöne Liebesgeschichten, wie die tolle Nummer 5 (LINK) und wenn die Liebe verflogen ist, ist die wirklich kurze Nummer 1 (LINK) bestimmt einen Lacher wert. Derzeit schreibe ich an einer sehr persönlichen Kurzgeschichte mit meinem Alter Ego Joschi (abgeleitet von meinem schlimmen, verwirrenden Zweitnamen ^^).

Für die, die es etwas länger haben möchten, verweise ich auf mein erstes Buch, was in Blogform erscheint (war bisher zu faul mir einen Verleger zu suchen und ich bin von Self-Publishing nicht so überzeugt :S ). Die Kapitel findet ihr HIER.

Ich freu mich schon, mich gegen Mittag dem Serienmittwoch zu widmen und nachmittags in den Antworten der anderen zu stöbern. Ich finde, diese Schreibsachen geben der Woche so richtig schön Struktur und man hat immer was zu tun 🙂

Habt eine schöne Zeit 🙂

Das Osiris Projekt – Halbzeit geschafft

Die, die meinen Blog folgen, hat bestimmt die Flut von neuen Kapiteln in der letzten Woche erreicht und womöglich überrascht. Für die anderen: da ich nie Testleser gefunden habe, veröffentliche ich die zweite Fassung meines Buches auf meinem Blog.

Sonntag, also gestern, habe ich das letzte Kapitel des ersten Teils des Buches hochgeladen und für die nächsten Wochen ist geplant, jeden Tag ein Kapitel des zweiten Teils hochzuladen.

Für Interessierte geht es HIER zur Einleitung zum Buch, HIER zum ersten Kapitel und HIER findet ihr die Kapitelübersicht mit allen bisher veröffentlichten Kapiteln als Web-Read oder als PDF.

Und das erste Kapitel des zweiten Teils ist HIER schon lesbar.

Es wird bunt

Haha, nach dem gründlichen Durchforsten meines Zimmers nach wichtigen Unterlagen (die ich Idiot natürlich nicht alle in einem praktischen Stehordner lagere), bin ich über meine Skizzen zu meinen Geschichten gestolpert, zumindest einem Teil davon. Und jetzt hab ich vier davon eingescannt zu Geschichten die zumindest teilveröffentlicht sind.

Da ich nicht nur ganz passabel schreiben, sondern auch zeichnen kann, mache ich mir zu meinen Geschichten oft Skizzen, zu Figuren, Fahrzeugen und oft einfach nur Orten. Mittlerweile dürften es wenigstens ein Dutzend Variationen am Lambda Swordfish geben, aber deutlich weniger Lagepläne.

Gemessen an dem Chaos der Bilder, die ich für euch eingescannt habe, gehe ich von simpel nach kompliziert und sag was dazu. Es sind keine schönen Bilder, eher das was passiert, wenn ich eine Idee und ein paar Fineliner sowie einen Packen Kopierpapier vor mir liegen habe.

3./4. Fassung Osiris Genom – Liz Wohnung

Im 2. Kapitel kommt Liz im Buch von einer Geschäftsreise zurück in ihre Wohnung im Protzkasten Haus der Nationen Eins. 130m hoch und ein Klotz von 600 Metern Kantenlänge. umlaufen von einem riesigen Park, der sich sich einen guten Kilometer in jeder Richtung erstreckt, umgeben von einer „Mauer“ aus deren vier Ecken hunderte von Metern hohe Wohntürme sprießen.
Alles extrem sicher (oder doch nicht?) und die gute Liz, die ab der 3. Fassung Multimilliardärin und ein ganz hohes Tier bei Horizon ist, hat vor ~20 Jahren von ihrem Chef Johnny Solomon eine der exklusivsten Wohnungen der Welt bekommen, samt Personal. Lien, die chinesische Haushälterin; Suzi, die schwarze Weltklasse Pilotin; Sarah, die Stewardess und Mara, die Assistentin mit ihrem Waran Karl ❤ , der bei Liz wohnen darf.

Das sieht auf der kleinen Zeichnung zwar reichlich eng aus, aber unten rechts Bad und Küche sind jeweils mehr als 25 Quadratmeter groß! Wir haben laut Plan die Wohnung in der unteren Hälfte und den Garten und die Apartments der Angestellten in der oberen Hälfte. Dabei sei gesagt, dass die Wohnung zwei Etagen und eine Deckenhöhe von rund acht bis zehn Metern hat. In der zweiten Etage hat Liz ihre Arbeitsräume, zugang zu ihrem Tonstudio über ihrem Lager und darüber drei Gästeräume. Über dem Bad ist der offene Speisesaal und ganz unten über der Küche ist Ambers Zimmer. Und bei den Angstellten ist in der zweiten Etage der Gemeinschaftsraum und zwei weitere Mini-Apartments.
Hinter dem Treppenaufgang ist ein halb versteckter Panikraum, der zu Akiras Zimmer umgebaut worden ist. Akiras eigenes Bad ist unter der Treppe – das ist geräumiger als es klingt.
In der vierten Fassung ist der Garten viel größer und auch besser nutzbar und Liz hat eine weitere Angestellte: Alice, die Gärtnerin.
Liz Wohnung hat einen recht minimalistischen Stil, weil sie alles andere in den unglaublich langen „Schuppen“ verbannt hat. Ihre Wohnung ist Dreh- und Angelpunkt besonders der früheren Kapitel.

2. Fassung Osiris Genom – Berlin Solomon

Achtung alle lieben Berliner, ganz tapfer sein: den Grunewald gibt es im Buch nicht mehr! Und einige andere Teile von Berlin auch nicht mehr.

Berlin Solomon

Ich hoffe man kann es einigermaßen lesen. Unten im Süden, die ordentlich große Fläche des BIT (Berlin Institute of Technologies) auf drei Standorten. Relativ zentral den Bahnhof Solomon Central, der auch ein Flughafen für VTOL Flugzeuge ist. Im Norden ist der Zoo, der in zwei Kapiteln eine Rolle spielt. Rechts oben ist die Solomon Akademie eine Mischung aus Uni und Berufsschule für bautechnische Berufe. Nicht zu vergessen das grüne Quadrat vom Platz der Nationen, wo ziemlich viel Handlung abläuft.
Natürlich sind viel zu wenig Haltestellen eingezeichnet, gemessen an der ordentlichen Fläche des Stadtteils, mir gings auch eher um das wesentliche. Es tut gut, wenn man eine Karte hat, an der man sich für das Buch orientieren und auch immer wieder etwas schmökern kann.

In der vierten Fassung ist aus Solomon eine eigene Metropole der Superlative in Brandenburg geworden, die zeig ich euch irgendwann bestimmt auch mal.

Buchrest „Dämmerung“ – Die Burg

SPOILER, für alle, die Dämmerung noch lesen wollen.

Dämmung war der Arbeitstitel für eine Buchfortsetzung eines mittlerweile gestrichenen Endes von der dritten Fassung des Osiris Projektes. Und auch nur schlanke 34 Seiten lang … so ein ver**** Mist! Aber menno, ich habe noch so viele angefangene Stories die ich alle irgendwie mal weiterschreiben muss. Und es werden immer mehr. Und wenigstens ein angefangenes Buch habe ich noch gar nicht veröffentlicht. Auch nur so 30 Seiten oder so … Gott-Sein aus der Perspektive des Underdogs, auch interessant.

Egal, Ted (der Sexist) und Akira, frisch ausgestattet mit den noch sehr schwachen Kräften von Halbgöttern, werden im Dschungel ausgesetzt um ihr Können im Überleben zu testen. Dabei stolpern sie über eine verlassene Burg und machen diese zu ihrem Stützpunkt.
Irgendwann entdeckt Ted, dass Teile der Burg vergraben wurden und fängt mit den Ausgrabungen an. Ich kann nur sagen, für das, was ich hundsgemeiner Autor da in der Erde verbuddelt habe, braucht der gute Ted mehr als nur eine Schaufel.

eingegrabene Burg von der Seite
Burg Clusterfuck von oben

Ja, das ist schon ein ziemlicher Klopper, der da in die Landschaft gekachelt wurde. Ich hoffe man kann das Geschmiere einigermaßen lesen. Es gab noch zwei Bilder von der Kaverne unter der Burg und dem großen Lageplan, aber der ist leider verschüttgegangen – den muss ich bei Gelegenheit nochmal neu zeichnen.

Für alle die sich wundern, warum das Ganze überhaupt vergraben wurde? Das ist wie in einem Videospiel, wo man Areale erst nach und nach freischaltet, denn allein schon durch den Almanach, wird Dämmerung total zur Vorlage für ein Spiel – finde ich zumindest.

Wer jetzt doch neugierig geworden ist, kann den Text HIER finden.

So, das waren erstmal die wenigen Lagepläne die ich habe. Habt einen schönen Tag 🙂

Das Osiris Genom – 1. Kapitel

Ich red jetzt nicht viel, die Hintergründe zum Kapitel schreibe ich woanders hin und werde sie hierher verlinken, ich will das aber einfach ein bisschen trennen.
Downloadlink gibts hier: LINK. Erstes Buch, erstes Kapitel, gleich voll durchstarten. Viel Spaß.

1.     Kaz – Dez. 2052 – Allein

Er wusste diesen Omega Hound, den ihm sein bester Freund Horatio Blazkowicz, mit Spitznamen Xen, zum fünfzigsten Geburtstag geschenkt hatte, sehr zu schätzen. Ein mächtiger völlig lautloser Elektromotor schlummerte unter der Haube und die Batterie bestand aus völlig neuartigen Materialien und hatte eine irre große Reichweite. Seinen Hound, den er liebevoll Percy getauft hatte, war bis unter das Dach vollgestopft mit seiner Camping- und Jagdausrüstung. Er hatte sich mit ein paar Freunden in Montana auf eine Jagd in den winterlichen Bergen verabredet. Eigentlich war ihm das im Dezember zu kalt, aber er hatte sich dann doch breitschlagen lassen. Einem Navy SEAL wie Simon konnte man immerhin schlecht absagen.
   Er fuhr eine recht kurvige Straße durch einen riesigen Wald mit Nadelhölzern. Eine schöne Gegend und er hatte die Fenster runtergefahren und genoss bei recht langsamer Fahrtgeschwindigkeit und nahezu lautlosem Motor die Geräusche der Natur. Dann hörte er plötzlich lautstarkes Hupen hinter sich und ein Wagen überholte ihn. Ein generischer SUV rollte an ihm vorbei. Eine Frau mit kurzen braunen Haaren warf ihm vom Beifahrersitz einen giftigen Blick zu und im Fond streckte ihm ein Mädchen im Teenager Alter frech die Zunge heraus. Pff, sollten sie ihn doch überholen, er war ohnehin viel zu früh dran. Er fuhr eine halbe Stunde gut gelaunt weiter, bis er aus der Ferne lautstarke Rockmusik vernahm, dazu das Rattern von automatischen Waffen. Verdammte Scheiße, Clowns! Er fuhr die Kugelsichere Seitenscheibe hoch und beschleunigte.
   Da, der SUV von vorhin lag schief im Straßengraben, gegen einen Baum gekracht und eine Rauchwolke drang aus dem Motor, lange Bremsspuren zierten die Straße. Ein Konvoi der Clowns parkte auf der Straße. Zwei Pickups und ein Mannschaftswagen, alle grellbunt lackiert und mit Parolen der Clowns beschmiert. Offene MG Türme waren auf der Ladefläche der Pickups montiert. Ein paar Typen mit Clownsmasken standen auf der Straße mit Waffen in den Händen. Lautlos hin oder her, sie würden ihn bald bemerken. Die dreckigen Wichser. Terroristen und Mörder. Und man schimpfte ihn einen Waffennarren und einen Psychopaten. Na dann wollen wir doch mal sehen.
   Adrenalin pumpte durch seinen Körper als er die laute dröhnende Hupe betätigte und feste aufs Gas trat, der schwere gepanzerte Geländewagen beschleunigte sofort und donnerte die Straße entlang. Das vordere MG nahm ihn aufs Korn und Kugeln prasselten auf die Windschutzscheibe, wo sie wirkungslos abprallten. Er wurde immer schneller und schneller und rauschte heran. Die Clowns auf der Straße bewegten sich hektisch in alle Richtungen. Den ersten Clown erwischte er volle Kanne frontal und wurde durch die Luft geschleudert. Den zweiten streifte er und dieser ging mit einem qualvollen Aufschrei zu Boden. Fünfzig Meter weiter machte er einen U-Turn und bremste ab.
   Der erste Clown regte sich nicht mehr, der zweite wälzte sich verkrümmt auf dem Asphalt.
Er griff ins Handschuhfach und entsicherte seine FN Five-Seven, dann fuhr er an den zweiten Clown heran öffnete die Fahrertür und schoss dem Bastard in den Kopf. Das MG wummerte weiter wirkungslos. Er hielt an stieg im Schutze der gepanzerten Fahrertür aus und flitzte zum Kofferraum wo er das beinahe griffbereite Heckler und Koch MR223 nahm und sich eine Schutzsichere Weste umschnallte, das dauerte keine dreißig Sekunden. Dann lugte er um das Auto herum, das MG hatte aufgehört zu feuern und er schoss ein paar Schüsse auf den Schützen ab. Ein Aufschrei zeigte ihm, dass er getroffen hatte. Mit einem Kopfschuss servierte er den Verletzten ab. Der übrige Konvoi suchte das Heil in der Flucht und die Dreckssäcke entkamen ihm leider. Missmutig prüfte er ob die Clowns alle auch wirklich tot waren und rannte dann zum SUV. Wahrscheinlich nur eine unglückselige Familie zur falschen Zeit am falschen Ort. Der Mann am Steuer war von Kugeln durchsiebt worden, ebenso die Frau auf dem Beifahrersitz. Er dachte an das Mädchen, das ihn ein bisschen provoziert hatte. Hastig öffnete er die Tür zum Fond. Großkalibrige Munition hatte den Körper des Jungen von vielleicht zwölf Jahren regelrecht zerfetzt. Auf der anderen Seite öffnete er die Tür und sah das Mädchen zusammengekauert und reglos, sie hatte eine Platzwunde und war bewusstlos. Schien aber bis auf ein paar Streifschüsse wie durch ein Wunder unverletzt. Er barg sie aus dem Wagen, sie wog nicht viel, und trug sie zu seinem Omega. Er setzte einen Notruf ab und grübelte. Wahrscheinlich würde man das als Verkehrsunfall abstempeln. Alle hatten Angst vor der Terrorherrschaft der Clowns und keiner wollte der Nächste sein. Wenn man ihn hier fand, war er der Nächste auf der Liste, das war ihm klar, abgesehen davon dass ihn die korrupten Cops wegen mehrfachen Mordes einsperren würden. Auf die Toten wartete nur noch eine Beerdigung, man konnte nichts mehr für sie machen. Aber das Mädchen lebte noch. Er verstaute seine Sachen im Wagen und schnallte das Mädchen auf dem Beifahrersitz des Hounds fest. Er öffnete den Kofferraum des SUVs und guckte nach ob er Gepäck fand. Jede Menge. Sein Blick fiel auf einen großen grünen Wanderrucksack und er öffnete ihn, Laptoptasche und provozierende Mädchenunterwäsche ganz oben, den nahm er mit. Dann machte er sich auf die Reise nach Hause, die Clowns würden mit Verstärkung zurückkommen und ihn suchen, besser er verschwand von hier und sagte seinen Kumpels Bescheid. Im Auto drehte er das Radio auf und wählte einen Codec der nur den Anhängern des Widerstandes gegen die Clown Brut bekannt war. Er hatte in der Gesäßtasche des Mädchens einen Geldbeutel mit ihrem Ausweis gefunden, ungewöhnlich dass sie keine Handtasche besaß. Sie hieß Amber Straub, ein schöner Vorname.
   Meldungen von weiteren Angriffen der Clowns erreichten ihn während er missmutig zügig weiterfuhr. Nach einer Stunde erreichte ihn eine alarmierende Nachricht.
„Achtung an alle, in Montana wurde die arme Familie Straub ausgelöscht. Andy Straub, US-Marine, mit seiner Frau Josephine und seinem Sohn Josef. Dazu kamen die Großeltern bei einem von den Clowns gelegten Feuer ums Leben. Von der 16 Jahre alten Amber Straub fehlt jede Spur, gut möglich dass die Clowns sie in ihrer Gewalt haben. Das war ein schwarzer Tag für das freie Amerika, passt auf euch auf Leute.“
   Er drehte das Radio wieder leiser und trat ordentlich aufs Gas bis die Nadel auf der 200 km/h Marke stand, ganz schön schnell für einen dicken vollbeladenen SUV.
Als die Sonne unterging wachte das Mädchen auf.
„Huh? Hey, wer zum Teufel sind Sie? Wir haben Sie doch überholt, Sie sind der Typ in dem fetten schwarzen Geländewagen. Was machen Sie mit mir? Ich will sofort zu meiner Familie zurück!“
Verdammt, was sollte er ihr sagen, dass ihre Familie soeben abgeschlachtet wurde?
„Wie soll ich es sagen, deine Eltern hatten einen Unfall und jede Rettung kam zu spät.“
Sie sah ihn von der Seite her lange an.
„Ich hab Schüsse und Schreie gehört. Verarsch mich nicht man!“
„Ok, die Clowns haben deine komplette Familie ausgelöscht, ist dir das lieber?“
Ihre Augen wurden riesengroß und füllten sich mit Tränen, dann wischte sie sie sich trotzig weg und ließ sich in den Sitz sinken. Sie heulte nicht, sie saß einfach nur schweigend da und sah aus dem Fenster. Nach einer halben Stunde sah sie wieder zu ihm rüber.
„Wohin fahren wir? Können wir eine Pause machen?“
„Texas und solange wir in Montana sind halt ich nicht an, ohne Backup lege ich mich nicht mit den Clowns an. Wenn du pissen musst, lass es laufen oder nimm die Stauente die unterm Sitz liegt, die hat einen Adapter … für Frauen.“
„Iii, nein danke. Ich hab Hunger.“
„Ich hab Sandwiches in der Box auf dem Rücksitz. Daneben ist eine Wolldecke wenn dir kalt ist. Aber ich such uns erst etwas zum rasten wenn wir Wyoming erreicht haben.“
Sie schnallte sich ab und schob sich während der Fahrt an ihm vorbei nach hinten, wo sie sich auf der Rückbank im großen Fond bequem machte und sich in die Decke einwickelte. Entweder stand sie noch total unter Schock oder sie war echt richtig tough. Jetzt machte sie sich dick eingekuschelt über eins der Sandwiche her, dass er sich mitgenommen hatte.
„Ich hoffe du kochst besser als dass du Sandwiches machst.“
„Das hab ich mir unterwegs gekauft. Ich kann kochen. Sei mal nicht so frech, ich hab dir das Leben gerettet!“
Im Rückspiegel sah er ihr zerknirschtes Gesicht.
„Sorry, ich schätze ich verdanke dir mein Leben. Aber was soll ich jetzt machen? Ich will nicht ins Heim zu all den anderen traurigen Seelen die ihre Eltern durch diese Clown Wichser verloren haben!“
Er dachte einen Moment nach, das hatte er nicht so recht durchdacht.
„Du könntest fürs erste bei mir unterkommen. Ich frag den Widerstand um Hilfe was ich mit dir anstellen soll.“
„Hast du ein Haus?“
„Eine kleine Farm trifft’s eher. Ich hoffe du kommst mit Tieren klar.“
„Ich denke schon, ich glaube ich kann mit Tieren sprechen, aber das glaubt mir keiner. Hast du ein Haustier? Eine süße Katze oder einen Hund?“
Er zögerte.
„Ich habe einen Alligator namens Kasimir. Er hat zwar kein flauschiges Fell aber er ist völlig zahm.“
Im Rückspiegel sah er wie sie ihn entgeistert anstarrte.
„Gibt’s in Texas eigentlich nur Irre? Wehe du vergewaltigst mich und verfütterst mich an das Vieh.“
Etwas beleidigt, dass sie ihn irre genannt hatte, auch wenn er einräumen musste, dass da ein bisschen was dran war.
„Willst du, dass ich anhalte und dich wieder aussetze, vielleicht kommen ja noch ein paar nette Clowns vorbei, die dir den Rest geben oder mit dir machen, was du mir nur vorwirfst?“
Ups, das war zu viel gewesen, das Mädchen verlor die Fassung und heulte jetzt hemmungslos. Tränenbäche strömten ihr übers Gesicht und es schüttelte sie regelrecht. Er fuhr langsamer und hielt gänzlich an. Als er sich zu ihr hin nach hinten beugte, geriet sie in Panik und schrie und versuchte ihn zu schlagen. Er schnallte sich ab und kletterte halb nach hinten und umarmte sie fest in der Hoffnung dass sie sich wieder fangen würde. Sie trommelte erst auf seinen Rücken ein, gab aber nach kurzer Zeit auf und hing einfach nur heftig schluchzend in seinen Armen.
   Er war so im Moment des zu trösten Versuchens, dass er völlig blind für alles andere war. So bemerkte er nicht die Rockmusik die immer lauter wurde.
   Dann erzitterte die Heckklappe des Wagens plötzlich unter Kugeleinschlägen.
Fuck! Er hechtete zurück ins Cockpit und trat hektisch auf Gas, der Hound machte einen Satz und sie düsten los, einen Blick in den Rückspiegel zeigte ihm zwei bewaffnete Pickups. Amber hatte ihre Trauer vergessen und duckte sich in den Rücksitz. Die aufgemotzten Pickups hatten den Vorteil, dass ihr Ziel fast schon überbeladen und träge in der Beschleunigung war. Sein Fahrrad, das er an die Rückklappe geschnallt hatte, wurde sicherlich von den Kugeln demoliert, immerhin war es nicht sehr teuer gewesen. Er drückte auf einen Knopf am Armaturenbrett.
„Hal wach auf, ich brauch deine Hilfe! Ich werde von zwei Pickups der Clowns verfolgt. Sieh zu dass du ihre Kommunikationskanäle blockierst, damit sie keine Hilfe rufen können. Und ich hoffe die Extras die ich eingebaut habe funktionieren auch so wie ich mir das erhoffe.“
„Sehr wohl Sir.“
Amber hinten starrte ihn angsterfüllt an.
„Hey Amber mach dich nützlich. Hinter dem Fahrersitz ist eine Kiste, mach die auf und gib mir ein paar von den Granaten nach vorne!“
Sie starrte ihn ungläubig an.
„Bist du taub Mädchen?“
Brüllte er jetzt. Amber schnallte sich ab und wühlte sich durch den Berg an Gepäck und Krempel zu der besagten Kiste. Nach ein paar Minuten schob sie ihm zitternd ein paar zylindrische kleine Bomben nach vorne. Smart Bombs, die er selbst gebaut hatte. Sie besaßen einen superstarken Elektromagneten, der sich am Boden von Autos heften konnte. Er fuhr das Fenster ein Stück herunter, machte die Bomben scharf und warf sie aus dem Fenster, dass er sofort wieder hochfuhr.
Sie hatten Glück, der rechte Pickup wurde von den Rädern gehoben und verging in einem Feuerball. Der andere wich dem brennenden Wrack aus und beschleunigte. Schüsse peitschten über die Außenhaut des Hound, penetrierten aber nicht, es lebe Omega. Der Pickup hatte eine große Kabine und Beifahrer und Rückfahrer kurbelten hektisch die Scheiben herunter, Uzis und Sturmgewehre in Händen. Kugeln prasselten auf die Seitenscheiben und prallten wirkungslos ab. Kaz kurbelte nach links und versuchte den Truck zu rammen, sofort verzogen sich die Typen mit Clownsmasken ins Innere und der Pickup beschleunigte. Er grinste plötzlich breit und ging in die Eisen. Dann drückte er auf einen Knopf und aktivierte seine eingebaute Bewaffnung die jetzt hoffentlich auch funktionierte.
Eine 20 mm Autokanone wummerte tief dröhnend los, die er auf dem Dachträger montiert hatte, und stanzte mit panzerbrechenden Sprenggranaten faustgroße Löcher in den Pickup vor ihm. Nach wenigen Sekunden Dauerfeuer schlingerte der Pickup und krachte gegen einen Baum, während Flammen aus dem Motorblock aufstiegen. Zufrieden grinsend gab er wieder Gas.
„Hal, irgendwelche Meldungen von Clowns oder Cops in der Gegend?“
„Mir ist nichts bekannt Sir, gute Fahrt Sir.“
„Danke dir, wir sehen uns.“
Er warf einen Blick nach hinten um nach Amber zu sehen, die sich gerade wieder aufrappelte und sich anschnallte. Sie starrte ihn wieder ungläubig an.
„Bist du James Bond oder sowas?“
„Nein nichts dergleichen auch wenn ich ein großer Fan der Filme bin, zumindest der alten. Ich bin nur ein Mechaniker, Bastler und Waffennarr, der nicht hilflos im Angesicht der Clown Banden sein will. Hast du ein Problem damit?“
„Wie viele Leute hast du heute getötet?“
Er dachte einen Moment nach.
„Ich hab nicht gezählt, aber Clowns sind keine Leute, die sind einfach nur Abschaum der beseitigt werden muss. Mit denen hab ich kein Mitleid, mir tun eher Unschuldige wie deine Familie leid, die einzig und allein ins Fadenkreuz geraten, weil einige von ihnen Teil des Militärs sind oder sich ihrer Herrschaft widersetzen.“
Plötzlich klingelte sein Handy und er nahm den Anruf über die Freisprechanlage an.
„Scheiße nochmal Kaz wo steckst du nur? Wir haben die Sache mit den Clowns im Radio gehört.“
„Ich bin kurz vorm Ziel umgedreht, ich bin an einem Konvoi der Clowns vorbeigekommen.“
„Verdammt, geht’s dir gut?“
„Mir geht’s bestens, ein paar der Clowns eher weniger. Die Schweine haben wieder eine Familie abgeschlachtet. Ich hab die Tochter retten können und sie sitzt bei mir im Wagen. Ich fahr erstmal wieder runter nach Texas und stell mich neu auf. Leider geht dadurch unser Trip hops.“
„Amber Straub ist bei dir? Gott sei Dank. Wir gehen dann auch erstmal auf Tauchstation, ich hätte nicht gedacht, dass es in Montana so viele Clowns gibt. Gut dass du ein paar ausgeschaltet hast. Ich schätze ich sollte mir auch so einen Omega besorgen und Clowns jagen, aber die Kisten kann ich mir leider nicht leisten. Ich hab gehört dass unsere Freunde im Widerstand Trucks und LKWs mit Stahlplatten verstärken und eigene Konvois bilden um diese Brut zu stoppen. Leider hab ich Frau und Kinder, sonst würde ich glatt mitmachen. Ich schätze das Mädchen wird erstmal bei dir bleiben, schwierige Situation, das bekommen wir schon irgendwie geregelt. Mach’s erstmal gut. Wir fahren jetzt ein Stück in die Berge und bunkern uns irgendwo ein bis sich die Sache ein bisschen beruhigt hat. Tschüss und pass auf dich auf.“
Amber im Fond kaute auf ihrer Unterlippe und warf ihm einen nachdenklichen Blick zu.
„Bist du im Widerstand von dem alle heimlich sprechen?“
Er zögerte, wenn sie ihn verpfiff, saß er tief in der Scheiße.
„Ja, schon irgendwie. Wie du eben gesehen hast.“
„Und warum hat der Typ dich Kaz genannt, das klingt doch total nach einem Fantasienamen?“
„Kaz ist die Abkürzung für Katsuro, mein zweiter Vorname. Ich hab eine japanische Mutter.“
„Stimmt, siehst auch ein bisschen asiatisch aus. Irgendwie ein bisschen wie Keanu Reeves.“
„Dass du den überhaupt kennst finde ich fiel erstaunlicher, jung isser auch nicht mehr.“
„Ich mag halt alte Actionfilme, die laufen ab und an im Fernsehen.“
„Sowas gibt’s noch?“
„In Montana schon, ich hatte einen Fernseher in meinem Zimmer, der lief immer nebenbei, wenn ich gezockt habe. Hast du eigentlich auch einen richtigen Namen?“
„Ja hab ich: Sebastian Katsuro Solomon.“
Sie runzelte die Stirn.
„Du sagst das so, als müsste mir das was sagen. Keine Ahnung wer du bist.“
Sie hielt inne.
„Solomon. Das ist doch so ziemlich die mächtigste Familie die Welt dank Solomon Industries und Horizon. Ich glaube das ist Zufall.“
Er wurde rot und ein verlegenes Lächeln machte sich auf seinem Gesicht breit.
„Doch ich gehöre zu der Familie, Herbert Solomon ist mein Vater. Ich bin das schwarze Schaf der Familie, der Familientrottel, wie mein Bruder zu sagen pflegt. Eigentlich bin ich Autor, allerdings schreibe ich unter einem Synonym. Ich bin nicht mal erfolgreich genug um über die Runden zu kommen. Würde ich unter meinem Familiennamen veröffentlichen  würde ich mich doch nur zum Gespött der Leute machen. Sollen diese Idioten doch glauben, dass ich ein erfolgloser Trottel bin.“
Bitterkeit lag in seiner Stimme.
„Das bisschen Geld, das ich so durch den Erlös der Bücher bekomme, reicht von hinten bis vorne nicht. Ich kann dich also nicht wirklich verwöhnen, wenn du dir das erhofft hast. Deshalb mache ich viele andere Sachen zusätzlich. Aber eine tüchtige Hand könnte ich auf meiner Farm echt gut gebrauchen.“
„Wann sind wir da?“
„Ab und zu muss ich auch den Wagen aufladen und eine Runde schlafen, ich denke in ein paar Tagen. Ich denke ich fahre die Nacht durch und such uns dann irgendwo abseits ein Fleckchen, wo wir erst auftanken und dann ein wenig rasten können. Im Kofferraum hab ich einen Sack mit Nahrungsmittel, so Fertigsachen und Riegel fürs Backpack-Tracking von NOX, die schmecken ziemlich gut. Motels und Raststätten würde ich erstmal meiden wollen, die werden oft von den Clowns observiert oder kontrolliert. Ich hab schon Geschichten von Leuten gehört, die in einem Motel spurlos verschwunden sind. Am besten wir schlafen nachts im Wagen. Ich geb dir meinen Polar-Schlafsack und ich wickel mich in die Decke ein, die du hast, notfalls kauf ich noch Decken. Hier wird es nachts ganz schön kalt und um die Batterien zu schonen heize ich über Nacht ungern.“
„Kannst du dann trotzdem die Heizung ein bisschen hochdrehen, ich bin leider ne totale Frostbeule, auch wenn ich in Montana mit ziemlich kalten Wintern aufgewachsen bin. Und es wäre toll wenn du noch ein paar schöne warme Decken kaufen könntest wenn es dir nichts zu sehr ausmacht. Hast du zufälligerweise mein Handy gesehen?“
„Sorry, darauf habe ich nicht geachtet.“
„Fuck, ich hatte es im Auto, es muss mir beim Crash wohl aus der Hand gefallen sein. Mist!“
„Wozu würdest du es denn jetzt verwenden wollen?“
„Ein bisschen Musik hören oder Filme gucken, das mache ich immer auf so langen Fahrten.“
Kaz fuhr langsamer und öffnete das Handschuhfach. Er kramte sein Ersatztelefon und eine kleine Dose mit Kopfhörern heraus und reichte sie nach hinten zu Amber.
„Hier, nimm erstmal das da, das hat eine Datenflatrate.“
Ihre Augen wurden groß.
„Scheiße, das ist ein Prism!“
„Ja, wenn auch nicht mehr das neuste Modell.“
„Vielen Dank, das ist so cool. Ich hab von den Dingern immer nur gehört, aber ich kenne niemanden der tatsächlich eins besitzt, die sind ja noch teurer als ein iPhone!“
„Dafür sind sie auch in jeder Hinsicht besser, leistungsstärker, verschlüsselt und verwenden das Betriebssystem HALOS.“
Sie runzelte die Stirn.
„Moment, ein Prism kostet viertausend Dollar aufwärts und du hast so eins ungenutzt im Handschuhfach rumliegen. Und dann willst du mir erzählen dass du ein armer Schlucker bist. Das passt doch einfach nicht zusammen!“
Er fluchte, dass sie es bemerkt hatte.
„Ich hab über die Jahre ein paar Freundschaften geknüpft. Ich kenne Monsieur Hugo, den Leiter von Prism persönlich und wir sind gute Freunde, er schickt mir jedes Jahr das aktuelle Topmodell zu. Ähnlich verhält es sich mit Mary Ann von Lambda, Sir Henry von Nox, Horatio Blaskowicz  von Omega und ein paar anderen. Ich räume ein, das ist schon ganz praktisch.“
Er sah im Rückspiegel wie sie mit den Schultern zuckte und sich die Kopfhörer einstöpselte, verband sich mit dem Prism und tippte darauf herum und hielt es anschließend quer im Schoß. Mit angewinkelten Beinen machte sie es sich dick eingewickelt in die Wolldecke bequem und schien schnell in ihrem Film oder einer Serie zu versinken. Lächelnd fuhr er durch die Nacht auf dem Weg in die sichere Heimat.

*

Gegen Mittag des nächsten Tages bog er auf den Parkplatz einer Omega Tankstelle ein. Die schwer bewaffneten Sicherheitskräfte am Tor hoben die Hand zum Gruß. Er kam viel in den Staaten herum und man kannte sich von früher. Er stellte sich auf eine überdachte Ladestation. Amber wachte schlaftrunken auf und streckte sich.
„Omega Tankstellen sind quasi ein sicherer Hafen und sicher vor Clowns. Schüttel dir ruhig mal die Beine aus und geh ein paar Schritte, das Aufladen wird ne Weile dauern. Deshalb gibt’s hier immer mindestens ein hochklassiges Diner und einen Laden wo du alle möglichen Sachen kaufen kannst. Oft auch eine komfortable Unterkunft, wenn die Reparaturen länger dauern oder man über Nacht bleiben möchte. Hast du Hunger?“
Amber nickte eifrig und schälte sich aus ihrer Wolldecke. Er sah wie sie fröstelte als sie ausstieg, immerhin war es Dezember und sie trug nur Jeans und einen Kapuzenpulli. Verdammt, er hätte nach ihrer Jacke suchen sollen. Er nahm sich vor ihr eine neue bei Gelegenheit zu ordern. Puh es war wirklich ziemlich kalt. Er stöpselte schnell das Ladekabel an und guckte in der Omega App wie sich der Ladestand langsam erhöhte. Bis zum vollen Akku hatten sie rund zweieinhalb Stunden Zeit. Zur Sicherheit schob er sich seine FN Five-Seven in den Hosenbund und schloss den Wagen ab, dann ging er mit Amber, die schon bibbernd auf ihn wartete und ungeduldig von einem Bein aufs andere hüpfte, in Richtung Diner. Drinnen war es angenehm warm und sie suchten sich ein Plätzchen wo es schön gemütlich war. Außer ihnen waren nur zwei weitere Leute anwesend. In den Ladestationen steckte eine große LKW Zugmaschine mit geräumigen Wohnabteil hinter dem Führerhäuschen und in einer anderen ein unauffälliger leicht vereister blauer Kleinwagen.
   Die Bedienung näherte sich ihrem Tisch und sie bestellten zwei Frühstücksteller und Kaffee und für Amber noch einen Orangensaft. Der Kaffee und der Saft kamen sofort und das Mädchen umfasste mit beiden Händen den Becher um sich aufzuwärmen.
„Du wirst schon sehen, dass Essen hier ist köstlich.“
Sie sah ihn nur zweifelnd an und trank einen Schluck Kaffee. Sie hob zumindest schon mal anerkennend die Brauen.
„Der Kaffee ist ziemlich gut muss ich sagen. Der Saft auch. Ich hoffe in Texas gibt’s auch Orangensaft, davon kann ich nämlich nicht genug bekommen und das ist ja wichtig wenn ich jetzt quasi bei dir wohnen soll?“
Er wehrte lächelnd ab.
„Keiner zwingt dich bei mir zu wohnen, es erscheint nur im Moment am sichersten. Ich kann dich auch in der nächsten größeren Stadt absetzen wenn dir das lieber ist.“
Sie schüttelte heftig den Kopf.
„Jetzt wo meine Familie …“ sie stockte und eine Träne rollte ihr über die Wange. Sie setzte neu an.
„Jetzt bin ich ganz allein. Und ich hab eigentlich keine richtigen Freunde und keine anderen Verwandten und auch kein Geld. Ohne dich hätte ich noch nicht mal ein Handy und würde bestimmt nicht mehr leben. Danke nochmal. Mit sechzehn will ich noch nicht sterben!“
„Ich will auch mit dreiundfünfzig jetzt noch nicht sterben. Aber ich kann einfach nicht stillsitzen wenn so etwas passiert. Deshalb bin ich immer auf das Schlimmste vorbereitet.“
„Ich glaube das sollte man in diesen Zeiten auch sein. Nur warum wir?“
„Dein Vater Andy war ein US-Marine, deshalb.“
„Woher weißt du das?“
„Das kam im Radio des Widerstands, die sind immer gut informiert.“
„Sowas gibt es?“
„Klar, es gibt einen ganzen Katalog von Codes und Codecs die wir verwenden. Und irgendwie müssen wir uns schließlich austauschen. Ich hab übrigens mitgeholfen dieses Netzwerk in den USA aufzubauen. Mit jedem Tag wächst der Widerstand gegen die Clowns. Weltweit.“
„Dann gibt es auch in anderen Ländern Widerstandszellen gegen die Clowns?“
„Ja, auf der ganzen Welt, in fast jedem Land. Vielleicht können wir dem ganzen irgendwann einen Riegel vorschieben, aber die korrupten Cops machen uns das Leben schwer und hindern uns daran uns um diese verdammten Clowns zu kümmern. Viele nehmen die Sache von daher lieber in die eigene Hand, so wie ich.“
„Wer ist eigentlich dieser Hal der dir geholfen hat, so hieß doch eine KI aus einem uralten Streifen?“
„Hal ist ein alter Freund von mir und er hilft mir wann immer er kann, er ist ein ziemlich guter Hacker und er ist ein großer Fan von KIs und von den alten Kubrik Filmen, daher sein Spitzname.“
„So ist das also.“
Ihr Essen wurde gebracht und sie machten sich schweigend über Rührei, Bratkartoffeln und Speck her. Er grinste zufrieden als er Amber sichtlich genießerisch essen sah. Er grinste noch breiter als sie sich nach mehr umsah.
„Hast du noch Hunger?“
„Ich könnte locker noch so eine Portion essen. Ich hab’s gut und schlecht zu gleich, ich kann viel und immer essen und werde nicht dick, aber auch nicht wirklich satt. Ist ganz komisch bei mir. Darum beneiden mich auch immer alle.“
„Machst du eigentlich Sport?“
„Naja da wo ich wohne ist das Freizeitangebot sehr begrenzt und ich trainiere wenigstens zweimal die Woche, ich mach Calisthenics.“
„Wunderbar, Calisthenics mache ich auch und dazu noch Kampfsport und Hanteltraining. Ich trainiere jeden Morgen vor dem Frühstück, du kannst ja mitmachen wenn du Lust haben.“
„Ja, falls wir Texas in einem Stück erreichen.“
„Keine Sorge, ich bin gewappnet und Texas hat die wenigsten Clownangriffe in den USA und in dem Nest wo ich wohne praktisch null Angriffe.“
„Das ist beruhigend. Aber dann bestimmt genauso wenig Freizeitbeschäftigungen wie in Montana?“
„Da ist leider was dran, aber ich hoffe bei mir wird es dir schon nicht langweilig. Das Nest hat zwei Bars, ein Lokal und ein paar Einkaufsmöglichkeiten und sogar eine Bowlingbahn. Wenn das mit den Tieren stimmt hoffe ich, dass du ein paar interessante Gesprächspartner findest. Ich fürchte nur Kasimir ist nicht der hellste und meine Milchkuh Rita auch nicht. Ach ja, ich hoffe du magst frische Kuhmilch.“
„Geht so, wir haben in einer Kleinstadt in einem Einfamilienhaus gewohnt, frische Kuhmilch trinke ich praktisch nie, nur wenn ich in den Ferien bei meinen Großeltern war, die wohnen … wohnten auf einer kleinen Farm.“
„Mh, ich habe eine Maschine zur Haltbarmachung von Milch gebaut, vielleicht macht das die Sache ein bisschen erträglicher.“
Aus den Augenwinkeln bemerkte er einen übergewichtigen Typen um die dreißig mit fettigen schwarzen Haaren, der immer wieder zu Amber herübersah.
„Amber?“
„Ja?“
Sie strich sich eine Strähne aus der Stirn und sah ihn mit schiefgelegten Kopf fragend an.
„Wie wäre es damit, dass ich uns noch eine weitere Frühstücksplatte bestelle und du dich in der Zwischenzeit etwas frisch machst, es klebt noch Blut an deiner Stirn.“
„Ok, mache ich, bis gleich.“
Sie stand auf und ging in einem geschmeidigen katzenhaften Gang in Richtung Toiletten. Der schmierige Typ stand auf und wollte ihr nachgehen, Kaz stellte sich vor ihn. Der Typ war kleiner als er und völlig unsportlich.
„Ey man was soll das? Ich will nur pissen!“
„Genau, ganz zufällig in dem Moment wo ein hübsches Mädchen auf die Toilette geht. Setz dich wieder hin und warte, bis sie wieder zurückkommt oder ich zieh noch ganz andere Seiten auf!“
„Was spielst du dich so auf du Wichser? Nur weil du groß und stark bist, gibt dir das noch lange nicht das Recht über andere zu bestimmen. Du Pisser hast sie doch bestimmt nur entführt und willst schlimme Sachen mit ihr machen. Du bist nicht besser als diese Clowns!“
„Gibt’s hier ein Problem?“
Der Trucker war hinzugestoßen, ein Bär von einem Mann, übergewichtig und trotzdem über und über muskelbepackt.
„Der Typ hier lässt mich nicht durch, ich will doch nur in Ruhe pissen?“
„Und das hübsche Mädchen angrabbeln oder heimlich fotografieren oder was? Ich kenn doch so Schmierlappen wie dich. Also zieh Leine. Und du setz dich wieder auf deinen Platz ich will keinen Streit, ich will einfach nur im Warmen sitzen ohne Stress oder eine Schlägerei.“
Der schmierige Typ zog Leine und setzte sich wieder hin und durchbohrte ihn und den Trucker mit stechenden Blicken.
   Kaz setzte sich auf seinen Platz und bestellte noch einen Kaffee und eine Frühstücksplatte für Amber. Als Amber nach zwanzig Minuten noch nicht da war und die dampfende Platte einsam und allein vor ihm stand, machte er sich Sorgen. Nach dreißig Minuten wurde er unruhig. Nach vierzig Minuten hatte er das Gefühl, dass sie sich aus dem Staub gemacht haben musste oder an Verstopfungen litt. Etwas missmutig aß er das Frühstück bevor es gänzlich kalt wurde.
Nach einer knappen Stunde tippte ihm jemand auf den Arm und Amber setzte sich mit etwas feuchten Haaren auf ihren Platz und schob ihm einen gelben Plastikchip entgegen, vermutlich von der Dusche oder sowas in der Art.
„Sorry, aber ich musste mal groß, hatte Verstopfungen und da unten gab es tolle Duschen, das konnte ich mir doch nicht entgehen lassen und hab es voll ausgekostet. Menno, du hast ja schon fast alles aufgegessen! Können wir nochmal bestellen.“
Eine weitere halbe Stunde später hielt sie sich satt und zufrieden ihren vollen Bauch, während Kaz die restlichen Waffeln mit Sahne aufaß. Seine App zeigte ihm an, dass sein Hound fast aufgeladen war.
„Jetzt decken wir und noch im Laden mit Essen, Wasser und dicken Decken ein und dann geht’s los. Oder fällt dir noch etwas ein?“
Sie zuckte nur mit den Achseln. Also standen sie auf und gingen rüber in den ziemlich großen Laden wo es wirklich alles gab, von Babywindeln, über frische Sandwiches und Wärmflaschen bis zu edler NOX Schokolade. Sie mussten mehrmals gehen, weil zwei paar Arme für alles beim ersten Mal nicht ausgereicht hatte.
   Gegen drei hatte er bezahlt und sie saßen dick eingemummelt im Wagen, in dem es jetzt recht kühl war. Amber war unter all den flauschigen Fleecedecken gar nicht mehr richtig zu sehen und sie hatte sich zwei elektrische Wärmflaschen und ein paar Handwärmer geschnappt. In der Zwischenzeit hatte Kaz auch schon mal den Polar Schlafsack zu Amber nach hinten gepackt und den elektrischen Reisewasserkocher aus den Tiefen des Kofferraums geborgen. Heute Abend würde es leckere Snacks von NOX geben und er hatte Amber begierige Blicke auf die leckeren Sandwiches aus der Theke des Omega Shops werfen sehen. Das Mädchen hatte hinten ihren eigenen Snackkorb und eine große Thermoskanne Kaffee und ein paar große Flaschen NOX Orangensaft. Er selbst hatte sich vorne etwas bereitgelegt und schaltete das Radio des Widerstands ein, während sich das Mädchen wieder die Ohrstöpsel einsetzte und bei Musik langsam wegdämmerte.
   Doch es ging nicht ganz ohne Verluste. Sein Fahrrad war völlig zerstört gewesen und er hatte es abgeschnallt, ebenso wie den durchlöcherten Reservereifen. Glücklicherweise waren Omega Werkstätten und Tankstellen immer an einem Platz und ein wenig beeindruckter Mechaniker hatte den Wagen durchgecheckt, den Reifendruck geprüft und ein nagelneues Reserverad aufgeschnallt. Kaz schätzte, dass der Typ wohl öfter Omegas in der Werkstatt hatte, die aussahen als hätte sie jemand durch den Krieg gejagt. Das war kein billiger Tag gewesen, aber das war es ihm wert. Er spülte zwei Koffeintabletten mit einem Schluck Wasser herunter und sie fuhren los.
   Gegen zehn Uhr abends, blieb er auf einer verlassenen Nebenstraße in einem Wald stehen und machte die Lichter aus. Amber sah von ihrem Prism auf und musterte ihn fragend.
„Wir machen erstmal Pause, denn ich bin jetzt seit zwei Tagen ohne Schlaf! Ich denke, das wird jetzt erstmal Tetris spielen, den Schlafsack auspacken und alles vorbereiten, ich glaube du bist klein genug um dich auf der Breite des Wagens voll lang zu machen, Omegas sind glücklicherweise wörtlich breit gebaut.“
Gesagt getan, zehn Minuten später saß Amber dick eingemummelt in den Schlafsack gekuschelt und sah ihm dabei zu wie er heißes Wasser vom Wasserkocher in den Beutel mit NOX Fertignahrung goss und ihr dann reichte. Dann goss er etwas in seinen Beutel und rührte den Inhalt um, es gab einen leckeren Eintopf mit Fleisch. Amber schien es zu schmecken und nachdem sie den Inhalt des Beutels verputzt hatte machte sie sich über ein paar Schokoriegel her. Sie putzten sich die Zähne und spuckten aus dem heruntergelassenen Fenster aus. Dann machten sie es sich bequem. Amber streckte sich auf der Rückbank aus und kurze Zeit später hörte er ihre gleichmäßigen Atemzüge. Zufrieden lächelnd warf er sich die dicke Wolldecke über und schlief langsam ein.

*

Er erwachte davon, dass ihm jemand hektisch auf die Schulter klopfte, sofort erwachte er aus seinem Schlaf und war hellwach.
„Amber?“
Er hörte sie hektisch atmen.
„Scheiße, ich hab was gehört, einen unheimlichen Schrei oder so!“
„Sei mal kurz ruhig.“
Er fuhr das Fenster einen Spalt breit nach unten und horchte in die Nacht während Amber auf der Rückbank die Luft anhielt. Erst hörte er nichts, dann hörte er einen schrecklichen Schrei und das Knacken und Brechen von Ästen. Ihm war als sähe er aus den Augenwinkeln wie sich etwas Großes durch den Wald auf sie zu bewegte. Sofort startete er den Wagen und trat auf Gas. Auf dem matschigen Feldweg drehten die Reifen durch und sie verloren wertvolle Sekunden. Da warf sich etwas hinten gegen den Wagen und sie wurden ordentlich durchgeschüttelt. Da! Die Reifen bekamen Halt und sie sausten nach vorne, die leistungsstarken Scheinwerfer durchleuchteten die Nacht und er fuhr den unebenen Weg in gefährlich schnellem Tempo entlang. Hinter sich hörte er diese Schreie und das Beben von schweren Füßen auf den Boden. Dann hatten sie dieses Ding, was immer es auch war abgehängt und donnerten durch den Wald. Amber rappelte sich immer noch in den Schlafsack gewickelt auf und schnallte sich an. Sie rasten über die holprige Piste, bis sie die geteerte Straße erreichten und er vollends Gas gab. Langsam beruhigten sie sich beide wieder.
„Verdammt was war das denn, ein Monster?“
„Weißt du Kleine, es gibt eben doch Dinge, die sich nicht so leicht erklären lassen. Ich für meinen Teil meide Wälder bei Nacht, der Schein trügt immer, ich sag‘s dir. Wenn ich es nicht besser wüsste würde ich auf eine schreckliche Ausgeburt aus irgendeiner Indianerlegende tippen.“
„Verdammt und wie soll ich nach sowas noch ruhig schlafen? Wehe du machst nochmal in einem scheiß Wald nachts Rast!“
„Nein, nach dem Erlebnis definitiv nicht, das gebe ich dir schriftlich!“
Im Morgengrauen erreichten sie eine Stadt und er hielt in einer Wohnsiedlung. Passanten blieben ab und an stehen und fotografierten den Hound, dessen Lack an zahllosen Stellen von einschlagenden Kugeln abgeplatzt war, aber dank der getönten Scheiben waren sie vor allzu neugierigen Blicken sicher. Zur Sicherheit ließ er dennoch den Kanal zu Hal offen und machte das Radio an. Amber hinten sah sich unruhig um bevor sie sich wieder abschnallte und im Schlafsack einschlief. Bei ihm dauerte es etwas länger aber irgendwann döste auch er ein.

*

Wieder wurde er unsanft geweckt, ein Klopfen an der Scheibe. Er regte sich langsam und rieb sich die Augen. Scheiße, ein Cop stand neben seinem Wagen und bedeutete ihm die Scheibe herunterzufahren. Er griff in den Fußraum des Fahrersitzes und entsicherte seine Schallgedämpfte Beretta 92 ohne dass der Cop es mitbekam, sicher war sicher. Dann beugte er sich zu Amber und überprüfte ob sie schlief. Na das würde ja was werden. Er fuhr die Scheibe herunter.
„Ja Officer, was gibt es?“
Der unrasierte Mittdreißiger mit dunklen Haaren musterte ihn misstrauisch.
„Guten Tag, dürfte ich erfahren was sie hier machen?“
„Ich mache ein Nickerchen, ich bin gerade auf dem Weg nach Hause, ist das denn verboten?“
„So und wo wohnen sie?“
„Texas“
„Puh, wir sind ziemlich weit von Texas entfernt. Und da parken sie hier einfach so und schlafen eine Runde. Ok, was ist mit ihrem Wagen passiert?“
„Das ist ein Omega und ich hab getestet, ob die wirklich so kugelsicher sind, wie man in den Werbespots sieht.“
Die Lüge fiel ihm spontan so ein.
„ … kommt aus Texas …“
Murmelte der Cop leise und verdrehte flüchtig die Augen.
„Fahren sie allein?“
Gerade jetzt im ungünstigsten Moment stöhnte Amber im Schlaf. Der Cop bekam das mit und seine rechte Hand zuckte zu seiner Waffe.
„Wer ist da noch mit ihnen im Wagen?“
Fuck.
„Ähm, meine Tochter, wir kommen gerade von einem Ausflug zurück.“
„Führerschein und Fahrzeugpapiere wenn ich bitten darf.“
Brummelnd kam er der Aufforderung nach und reichte die Papiere dem Cop.
„So ne richtige Berühmtheit also. Da gibt es nur ein Problem: sie haben keine Tochter! Aussteigen!“
Grimmig malte Kaz mit den Zähnen.
„Officer, haben sie Frau und Kinder?“
Der Cop hob eine Braue und sah ihn an.
„Ich hab eine Frau und eine kleine Tochter.“
„Würden sie alles für ihre Tochter machen?“
„Natürlich, was soll die blöde Frage?“
„Was würden sie machen, wenn sie jemanden begegnen, der ein Mädchen ohne Familie um jeden Preis beschützen würde, selbst wenn er dafür einen Mann töten müsste?“
Der Cop starrte ihn einen Moment an.
„Sir, ich muss Sie bitten den Wagen zu verlassen und sich breitbeinig mit erhobenen Händen neben Ihren Wagen zu stellen!“
Er dachte einen Moment an seinen Stand in der Gesellschaft.
„Sind sie einer von den dreckigen Cops, die die Clowns unterstützen?“
„Hey man, ich mache hier nur meinen Job. Rauskommen, wird’s bald?“
Ach scheiß drauf. Er legte den Rückwärtsgang ein und schoss aus der Parklücke. Der Cop rannte zu seinem Wagen zurück. Die Tachonadel nahe der 120 km/h Marke donnerte er durch die Stadt und wich geschickt den anderen Verkehrsteilnehmern und Passanten aus. In einiger Entfernung hinter sich sah er wie der Cop von eben die Verfolgung aufnahm. Amber hinten war aufgewacht und starrte ihn angstvoll mit weit aufgerissenen Augen an.
„Hey, was soll das?“
„Wenn du im Schlaf nicht demonstrativ laut gestöhnt hättest wären wir jetzt nicht in dem Schlamassel!“
Sie sah nach hinten und erkannte die Lichter des Streifenwagens.
„Du Idiot legst dich mit den Cops an? Und warum bin ich an dem Mist Schuld?“
„Tja was soll man machen. Hätte ich mich verhaften lassen und warten sollen bis irgendein Sympathisant der Clowns vorbeikommt und dich abknallt? Wenn die mich mit dem Zwischenfall in Montana in Zusammenhang bringen sind wir sowieso erledigt. Die stecken doch mit den Clowns unter einer Decke! Und jetzt haben die auch noch meinen Namen. Als nächstes nehmen die noch meine Familie in Deutschland aufs Korn! Verdammte Scheiße!“
Er schaltete den Kanal zu Hal ein.
„Hal, hast du die Kacke eben mitbekommen?“
„Absolut Sir, ich hab mich in den Polizeicomputer gehakt und werde dafür sorgen, dass man nichts Greifbares gegen Sie in der Hand hat.“
„Hal, ich kann dir gar nicht genug danken!“
„So, der Streifenwagen hinter Ihnen dürfte nun wichtigeres zu tun haben.“
Er sah in den Rückspiegel, der Streifenwagen schlingerte plötzlich und krachte mit Vollgas in eine Kolonne parkender Autos.
„Ich liebe voll computergestützte Autos.“
Kam es vergnüglich von Hal. Ungestraft donnerten sie davon in Richtung Texas.

*

Die nächsten Tage übernachteten sie auf den Parkplätzen von Omega Tankstellen und Amber genoss die Vorzüge von warmen Essen, heißen Duschen und Sicherheit. Am Morgen des fünften Tages rumpelten sie langsam über eine ausbesserungsdürftige Straße entlang, seine Farm war nicht mehr fern. Er erreichte das kleine ein-paar-hundert-Seelen-Nest und fuhr hindurch, dann eine unbefestigte Schotterpiste einen Hügel hoch. Mit einer Fernbedienung öffnete er das schwere Tor, das sich inmitten eines hohen Maschendrahtzauns befand. Ein zweistöckiges Holzhaus mit Veranda thronte auf dem Hügel, umgeben von Schuppen, Ställen und einer alten Scheune. Ein paar kleine Windräder zur Stromerzeugung drehten sich in der leichten Brise. Amber hinten sah gespannt nach draußen. Vor der Werkstatt hielt er an und stieg aus dem Wagen, der mittlerweile ein bisschen muffelte, auch wenn sie beide immer bei Omega geduscht hatten. Nach der Tour würde er Lobeslieder auf seinen besten Freund Xen und seine Omegas singen.
   Amber stieg hinten aus und sah sich neugierig um. Aus der Ferne hörte man Ritas Muhen und das Gackern von Hühnern. Und das Geräusch schneller trappelnder Füße. Hinter dem Haus schoss Kasimir mit seinem roten Halstuch galoppierend um die Ecke und hielt in einer kleinen Staubwolke vor Kaz. Er kniete sich hin und kraulte dem Alligator am Kinn und hinter den Ohrlöchern. Amber trat neugierig neben ihn und betrachtete das exotische Haustier.
„Du darfst ihn gerne mal Streicheln. Ich denke ich zeig dir mal dein Zimmer und dann packen wir aus, das wird eine Weile dauern fürchte ich. Danach mache ich Frühstück und dann kannst du dich in Ruhe hier umsehen ok? Nur verlass erstmal bitte nicht allein das Gelände!“
Amber kitzelte Kasimir an den Nüstern und streichelte die lange Schnauze, ihm schien es zu gefallen.
Die unverschlossene Haustür quietschte in den Angeln als sie eintraten. Wie versprochen zeigte er ihr das Zimmer oben. Er hatte es ursprünglich als Gästezimmer angelegt, aber hier im Nirgendwo hatte ihn nie jemand besucht. Ein langes Bücherregal vollgestopft mit Sachbüchern und Comics, ein Bett mit einer staubigen Tagesdecke und ein leerer Schreibtisch. Er kratzte sich am Kopf.
„Ich schätze wir können dir noch ein paar Möbel besorgen.“
Amber ging vor und setzte sich aufs Bett.
„Nein das geht schon. Und jetzt?“
„Jetzt müssen wir dich mal langsam deiner neuen Familie vorstellen. Kann ich ein Foto von dir machen?“
Das Mädchen sah ihn einen Moment lang an, dann nickte sie unsicher. Er zückte sein Prism und knipste ein paar Bilder von ihr. Dann gingen sie wieder runter und sie verbrachten eine Stunde damit den Hound auszuräumen und den Innenraum zu säubern. Er warf einen Blick in den Hühnerstall und legte ein paar relativ frisch gelegte Eier in einen Korb, danach holte er Kartoffeln aus dem weitläufigen Bunk … Keller-Netzwerk, das er selbst ausgehoben hatte. Sie frühstückten in der geräumigen Küche, begleitet von Kasimir der träge auf dem Bauch lag und von Amber mit gebratenem Speck gefüttert wurde. Kaz nahm einen Schluck Kaffee aus dem Becher und betrachtete Amber für einen Moment. Sie wirkte nicht wie jemand, der vor ein paar Tagen seine ganze Familie verloren hatte.
„Was machen wir jetzt mit dir?“
Sie sah hoch.
„Ich weiß nicht, ins Heim will ich auf keinen Fall und bei dir fühle ich mich wohl. Kann ich nicht einfach bei dir bleiben?“
„Aber du musst doch in die Schule!“
Sie machte ein zerknirschtes Gesicht.
„Schon, gibt’s hier überhaupt eine?“
„Unten im Dorf gibt es eine kleine Schule. Ansonsten in der nächsten Stadt.“
„Kann ich nicht erst in Ruhe trauern?“
„Du wirkst nicht wie jemand der trauert.“
„Weil ich nicht die ganze Zeit rumheule oder ins Leere starre? Jeder trauert eben auf seine eigene Art! Ich hab mir geschworen seit dem Tod meiner kleinen Schwester nicht mehr traurig zu sein.“
„Was ist denn mit ihr passiert?“
„Sie hatte eine schlimme Krankheit und ist vor zwei Jahren mit elf gestorben.“
„Oh das tut mir leid, mein Beileid.“
„Darf ich dich mal umarmen?“
„Klar komm her.“
Sie stand auf und umarmte ihn fest.
„Bist du jetzt mein Papa?“
„Wenn du das willst?“
„Ja Papa, das will ich.“

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