Der Spätzünder mit dem Weihnachtskalender

*unbezahlte Werbung, die eigentlich nichtmal Werbung ist*

Ich räume also gerade mal wieder gründlich mein Zimmer auf und mir fällt ein kleiner Stapel mit Kärtchen, die ich gerne mal wegschmeißen wollen würde, auf denen aber nette Sprüche abgedruckt sind.

Hintergrund. 2019 habe ich von der Cousine meines Vaters (die beiden Familienstränge sind etwas strange von den Altersunterschieden, so ist zum Beispiel meine Cousine 2. Grades fast 20 Jahre älter als ich.) eine zerbeulte Kiste mit einem angedozten Lindt-Adventskalender der Marke „Lindt Hello“ bekommen und war schnell begeistert. Zum einen von den äußerst leckeren Mini-Pralines hinter jedem Türchen, in Sorten wie Strawberry-Cheesecake oder Cookies&Creams (oder sowas in der Art), zum anderen, dass hinter jedem Türchen ein kleiner Spruch war, der dich vielleicht ein klein bisschen happy macht. Und ein paar schöne Sprüche waren auf jeden Fall dabei. am 24. gabs ein kleines Goodie, was ich nicht brauchte, aber naja (ein Teleskop-Handyhalter zum anflanschen). Ich hab mich auf jeden Fall gefreut und mir letztes Jahr so einen gekauft. Lindt-typisch affenteuer, noch nicht LEGO-teuer, aber eben schon Lindt-teuer.

Apropos, bei meinem REWE um die Ecke haben die Füchse die Preisschilder verdeckt/abmontiert, damit du nicht mehr checkst wie sehr du für ein Böxlein Pralinen ausblutest. Natürlich hab ich mir die Großfamilienpackung Merci unter den Nagel gerissen. An dem Tag war ich übrigens zweimal einkaufen. Seit Corona gehe ich so gerne mit Korb durch die Gänge, und der Rieseneinkauf hat halt nicht reingepasst. *schulterzuck* Sonntag gibts Brunch, Mjam.

Jedenfalls hat mich das damals zu einer eigenen Produktidee inspriert, die daran angelehnt ist. Ein Kalender für Firmen völlig aus recyclebaren bzw. kompostierbaren Materialen, mit leckeren Süßigkeiten und Gutscheinen beim 6. und 24. Türchen und einem Motivationsspruch hinter jedem Türchen, die zuvor von den Angestellten gesammelt wurden. Nichts weltenbewegendes, aber ich fand die Idee nett.

Und jetzt tippe ich mal die ganzen Sprüche ab, damit ihr auch was (4 Monate zu spät) davon habt. Die Sprüche sind nicht sortiert oder in irgendeiner Reihenfolge und zur Freude einiger komplett in Englisch 😀

  • Imperfection is beautiful. (Unknown)
  • You don’t have to be perfect to be beautiful. (Unknown)
  • Sometimes you will never know the value of a moment, until it becomes a memory. (Dr. Seuss)
  • When nothing goes right, go left. (Unknown)
  • A champion is defined not by their wins but by how they can recover when they fall. (Serena Williams)
  • Old ways wont open new doors. (Unknown)
  • Don’t forget to be awesome. (Unknown)
  • Always believe that something wonderful is about to happen. (Unknown)
  • Life is better when you’re laughing. (Unknown)
  • Forget love – I’d rather fall in chocolate! (Unknown)
  • Happiness often sneaks through a door you didn’t know you left open. (John Barrymore)
  • Christmas isn’t a season. It’s a feeling. (Edna Ferber)
  • Winter is not a season. it’s a celebration. (Anamika Miskra)
  • A dream is a wish your heart makes. (Walt Disney)
  • Together with you is my favourite place to be.. (Unknown)
  • Life is a journey, not a race. (Unknown)
  • Chocolate is nature’s way of making up for Mondays. (Unknown)
  • The key to life is to never grow up. (Mickey Mouse)
  • Wherever you go, go with all your heart. (Confucius)
  • If you can dream it, you can do ist! (Walt Disney)
  • Don’t be afraid to sparkle a little brighter. (Unknown)
  • Nothing is impossible. The word itself says „I’m possible!“ (Audrey Hepburn)
  • Believe you can and you’re halfway there. (Theodore Roosevelt)
  • Chocolate is cheaper than therapy and you dont need an appointment. (Chatherine Aitken)

So, wir hams. Viel Klischee, aber der ein oder andere nette Spruch war da schon dabei, finde ich. Wie seht ihr das?

Gerade Jetzt – Momentaufnahme #16

Ein langer erfüllter Tag hinter mir und erneut läd Rina zu einer Momentaufnahme ein. Stellt euch auf einen etwas längeren Lesespaß ein, mir war gerade nach Schreiben zumute.

Wie sind eure Momentaufnahmen heute?

denke ich: Ob ich es schaffe morgen meine ganzen losen Papiere zu sortieren, mich mit autodesk herumzuärgern, Wäsche zusammenlegen, Pappe plus alte Kataloge zu entsorgen, Müll runterzubringen, zu Kochen, Staub zu saugen und zu Gärtnern? Ja, und dann gibts ein traumhaft schönes Eis, Mango, Zitrone und Milchreis mit Sahne und Streuseln in der Jumbo Waffel bei meinem Lieblingseisladen für einen 5er.
Dann hatte ich die zündende Idee für meinen Podcast, ich bin immer sehr enthusiastisch wenn ich rede und dabei gehe, zum Beispiel wenn ich ein Gespräch über (oder mit mir schimpfe), also klemme ich mir ein Mikro ans Revers und nehme einfach auf was ich sage. Und ich denke darüber nach mir ein semi-professionelles Studio Mikro zu holen und den Podcast einfach etwas professioneller aufziehe, denn ich liebe die Arbeit vorm Mikrofon und habe wieder mit meinem Audio-Tagebuch angefangen.

mag ich: Den Becher Waldmeister-Wackelpudding mit Vanille-Soße, als Belohnung für einen erfolgreichen Tag. Und ich mag den angenehm leichten Tatendrang eines Menschen, der sein Leben endlich mal anpacken will.

mag ich nicht: Das ich heute den Wecker ignoriert und erst um zehn aufgestanden bin, dafür war ich dann aber auch fleißig. Aber wenn ich raus muss, also ab Montag, dann steh ich auch auf, ich bin erst einmal in den letzten 3 Jahren zu spät gekommen und das auch nur, weil der Bus im Schnee abgesoffen ist.

spüre ich: das ich mein Leben trotz Krieg in der Ukraine in vollen Zügen genießen kann. Vladolf Putler blufft eh mit den Nukes und in der Zwischenzeit bekommt die Ukraine mehr oder weniger unendliche Geld-Mittel und Waffensysteme. Und selbst die kleinste taktische Nuke und Russland ist entgültig auf alle Tage am Arsch, wenn sie das nicht schon sind.
Und ich spüre noch etwas Hunger und schleiche mich gleich in die Küche um ein Messerchen und ein Brettchen zu holen und noch zwei Äpfelchen zu essen.

freue ich: mich auf Sonntag. Als Auftakt in den Mai mit dem Praktikum gibt es ein Diner for One. Brunch mit Fleischbällchen und fruchtigen und herzhaften Dips, O-Saft, Tee, Brot mit tollen Aufstrichen und Wurstspezialitäten, Äpfel, Bananen und Joghurt, alles für mich alleine, nur auf Melone schneiden hätte ich keine Lust gehabt, vielleicht kaufe ich morgen einfach noch ein paar geschnittene Melonen, müsste es bei Rewe eigentlich geben.

fühle ich: Wie die trüben und trostlos kalten Tage des zuhause Versauerns langsam vorbei sind und ich einfach Bock habe, mein Leben zu starten und in die Hand zu nehmen. Scheiß auf Ausbildung, ich probier jetzt was neues aus!

trage ich: nach einer fahrigen Wackelpudding-ohne-hinsehen-futtern-Aktion vollgekleckertem Schlaf-Tshirt und zum Glück schon eh eingesauter Jogginghose.

brauche ich: Einen 14cm bequiet! Silent Wings 3 PC-Lüfter um meinen armen CPU-Kühler etwas zu entlasten, der wird etwas laut wenn ich zocke. Vielleicht sollte ich auch einfach mal die Wärmepaste erneuern und den zweiten Lüfter montieren. Das oder eine EK-Waterblocks All-in-One Wakü mit 280er Radiator.
Zuvor allerdings auch neues Gehäuse von bequiet! für besseren Airflow.
Je nachdem wann ich einen Job finde wird dieses Jahr noch der Rechner aufgerüstet. Mit mindestens einem 12-Kerner und der Zieht eben ordentlich Strom, wenn er sinnlos große 4K Videos rendern muss 😀

höre ich: drei Folgen drei ???. Zwillinge der Finsternis; Rache der Samurai; Biss der Bestie. Drei ziemlich gute Folgen.

mache ich: Den Tag rekapitulieren, an einer neuen Kurzgeschichte schreiben und mir überlegen zu welchem Film ich meine erste Review schreiben mag.

lese ich: Nix, hab weder Zeit noch Lust. Aber ich lese mein Buch mal wieder Korrektur, denn eine ganz liebe Bloggerin hat angeboten ein bisschen nach Testlesern für mich zu suchen ❤

trinke ich: Ganz viel Wasser, drei Kannen Earl Grey und ein Fläschchen sündhaft teuren (2€) Smothie.

vermisse ich: Die Zeiten als Student, als ich monatlich fast 400€ netto nur für Hobbies, Anschaffungen und PC hatte und mir ein geiles fettes Set nach dem anderen besorgen konnte. Nicht vermissen tue ich die Bruttoregistertonne 15er Liftarme, die bald ein armer Paketbote zu mir tragen darf.
Die Theorie besagt, dass dieser Zustand hoffentlich ab Oktober wieder bei mir eintritt. Denn Single + 0 Kinder + sparsamer Esser + günstiges WG-Zimmer + solides Gehalt = Win-Win-Win. Denn so ein Oneplus 10 Pro als „Hauptkamera“ wäre schon geil, ebenso wie ein beefiger AMD Ryzen 9 auf Zen 4 Basis mit aufwärts 12 Kernen.

schaue ich: tatsächlich etwas Außergewöhnliches. Ich wohne im elften Stock und unter mir ist ein kleiner umzäunter Sportplatz und heute gegen drei oder vier trafen sich etwa zehn Leute, rollten eine Matte aus und hatten eine Breakdancing-Competition bei Musik, die richtig zum Tanzen einlud. Ich hab sogar ein kleines 10-min Video gedreht, nur ich Depp hab erstens das Fenster nicht aufgemacht, sodass man nichts von der Musik hört und zweitens in 4K aufgenommen, weil das von der letzten Session noch eingestellt war und ich das erstmal kleiner rendern muss bevor ich es hochlade.
Auf jeden Fall hat man denen angesehen, dass die echt Spaß hatten und tolle Moves drauf. Ich bin leider völlig unsportlich und ungelenkig, aber hat Spaß gemacht, denen mein Tanzen zuzusehen

träume ich: Davon die WG zu unterwandern. Dieses Jahr noch ein Job mit mindestens Mindestlohn zu holen, was mir ungefähr so 1.4k Netto einbringen dürfte wenn ich mich nicht verkalkuliert habe, also genug um Miete bis 500-600 Euro zu stemmen.
Dann warte ich geduldig bis Scherzkeks Junior seinen Master fertig dübelt, was noch gute anderthalb bis zwei Jahre dauern dürfte, und abzischt (der vergammelt definitiv nicht in einer schlecht sanierten Zweck-WG) und dann mit Scherzkeks Senior darüber verhandle, ob ich das Zimmer vom Junior übernehmen darf. (Ich brauche nämlich einen dedizierten LEGO-Raum für mein Zeug und ein permanentes Studio Setup)
Theoretisch haben wir schon mal +6 Monate nur zu zweit zusammen gewohnt und das hat super geklappt. Und wenn Senior mit seiner Umschulung durch ist und einen Job hat, wird er womöglich auch etwas schickers suchen. Oder er bleibt, auch wurscht.
Sollte er jedoch gehen suche ich mir einen oder eine (oder einen Apache-Helikopter) für eine geile eben-nicht-zweck-WG oder verhandle mit meinen Eltern, denn die fänden es insgeheim schon cool eine permante Location in Potsdam oder Berlin als Feriendomizil zu haben, weil hier kulturell ordentlich die Post abgeht – die machen dafür bestimmt etwas Geld locker (hoffe ich) ^^
Denn die Lage ist perfekt. Praktisch in einem Park, 8min zum Hbf (heißt easy Access zu Berlin), 20min zu Fuß in die Innenstadt, 15min zu Fuß in das lauschige Babelsberg, 5min entfernt Apotheke und Rewe plus Bistro und einen der geilsten Blicke über Potsdam, die man haben kann … und Fahrstuhl … theoretisch einen Stellplatz …. Fahrradschuppen … und bei 80+ Parteien ist immer einer da, der dein Paket annimmt 😀

LEGO Technic 42121 Hydraulibagger VS. CaDA C65003W Bagger

Zwei scheinbar identische Klemmbaustein-Bagger von unterschiedlichen Herstellern, was liegt da näher als sich einfach mal beide zu schnappen, aufzubauen und miteinander zu vergleichen. Gesagt getan, das Ergebnis liegt nun vor euch.
Von der Funktionalität identisch mit jeweils einer Kurbelfunktion für den unteren und oberen Teil des Baggerarms. Dabei ist der obere Teil des Arms so konstruiert, dass beim Heben auch die Schaufel ausgeleert und andersrum ordentlich gebuddelt werden kann – sehr praktisch.
Die Bagger können frei im Kreis gedreht werden und bewegen sich auf Ketten vorwärts, die auf einer harten geölten Tischplatte nur so mittel funktionieren, der CaDA Bagger hat dabei „Stützräder“.
Der LEGO Bagger hat mehr Details Zubehör in Form von Pylonen und Schüttgut, der CaDA Bagger ist etwas rustikal, funktioniert aber genauso gut.
CaDA hat das Design ein bisschen von LEGO geklaut, ist aber keine Reinkopie von LEGO wie etwa Lepin und die Teilequalität ist etwa 8.5/10. Dafür kann CaDA mit einem ordentlichen Kampfpreis von unter 20€ aufwarten.
Einen klaren Sieger gibt es allerdings nicht, es kommt eher auf die eigenen Präferenzen an.

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Eckdaten zu den Sets
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Hersteller: LEGO
Kategorie: Technic
Release: 2021
Herstellernummer: 42121
Setname: Hydraulikbagger
Alter: 8+
Teile: 569 Pcs
Preis: 39,99€

Versus

Hersteller: CaDA
Kategorie: Baustellenfahrzeuge
Release: 2021(?)
Herstellernummer: C65003W
Setname: Bagger
Alter: 8+
Teile: 467 Pcs
Preis: 16,90€
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Mehr Infos zum Set
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Vergessen auszumessen und die Sets sind schon zerlegt 😦

Brickset: https://brickset.com/sets/42121-1/Hea…

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Wo bekommt man dieses Set her? _______________________________

Der CaDA Bagger auf freakware: https://www.freakware.de/p/excavator-…
Der LEGO Bagger auf amazon.de: https://www.amazon.de/LEGO-42121-Hydr…

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Verwendete Technik
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Kamera: Oneplus Nord – https://www.oneplus.com/de/nord
Softbox im Doppelpack: https://www.amazon.de/gp/product/B07F…
Stativ mit Smartphone-Halterung
Software: Affinity Photo

SELF-STATEMENTS #6

Die ganz wunderbare Gina läd wieder zu einer tollen Frageboben Runde ein, dich ich immer sehr wertschätze.

JETZT BIST DU DRAN, DER SELF-STATEMENTS-FRAGEBOGEN FÜR DICH!

1. Bist du ein Morgenmensch?

Nur im Zeitraum von 00:01 bis 04:30. Danach muss ich ins Bett. Nein, ich bin auf keinen Fall ein Morgenmensch, nur wenn ich versehentlich um sechs aufwache.

2. Was bringt dich so richtig auf die Palme?

Mieser Plot und mies geschriebene Figuren in Fiction. Das und langsame Fahrradfahrer und Fußgänger.

3. Hast du schon einmal jemanden einen Streich gespielt? Wenn ja, was für einen?

Bestimmt als Knirps, aber ich kann mich echt nicht daran erinnern 😦

4. Wurdest du im Rausch schon einmal angemalt?

Ne, ich trinke so viel nicht, klischeehaft ja, aber ich kenne nunmal mein Limit!

5. Mit welchem lebenden Promi würdest du mal etwas trinken gehen?

Natürlich mit Henry Cavill und dann über Warhammer 40k und The Witcher 3 fachsimpeln, denn er ist zwar gutaussehend und charismatisch, aber auch ein riesiger Nerd! (Und bemalt Miniaturen)


6. Mit welcher Film oder Serienfigur wärst du gerne befreundet?

Ich guck mal in meine Bibliothek. Hughie Campbell aus the Boys. Ein nerdiger schüchterner Everyman, den niemand groß beachtet. Der letztendlich über sich hinauswächst, aber einfach ein sympathischer Dude ist. Erinnert mich ein bisschen an mich selbst 🙂


7. Was macht für dich eine gute Freundschaft aus?

Dass man für den anderen da ist und ihn nicht im Stich lässt. Mit einem guten Freund muss ich nicht jeden Tag chatten, aber ich weiß er ist für mich da wenn ich ihn brauche.
Für mich ist übrigens auch der Weg in die Beziehung eine gute beständige Freundschaft!

8. Für welchen Film oder welche Serie wünscht du dir ein alternatives Ende und was für eines wäre es?

Gesetz der Rache und jeder der den Film kennt, weiß bestimmt, was ich meine. 😀

9. Welchen Film der letzten 15 Jahre, also seit 2000, würdest du als zeitlos bezeichnen? Und warum?

Inception. Ein ungewöhnlicher Film, der kein Sequel ist und mit einer bis dato einzigartigen Idee. Eine mitreißende Story, ein fesselnder Cast und damals einige der besten Effekte der Tricktechnik. Einfach nur fesselnd.

10. Wie wichtig ist für dich der Gefällt-mir-Button?

Sehr wichtig, denn er ist mit der einzige Marker, mit dem man einem Blogger oder Contentcreator sagen kann, dass das jetzt wirklich gut war.

11. Was würdest du tun, wenn du einen Tag wieder ein Kind wärst?

Das muss ich nicht, denn ich habe mir das Kind in mir bewahrt. Ich würde übrigens LEGO bauen und mir danach ein Riesen-Eis holen.

12. Welcher Person würdest du gerne mal deine Meinung geigen und was würdest du sagen? Egal welche. Sie muss nicht einmal leben, sie würde zu diesem Zwecke wieder zum Leben erweckt werden.

Chris Evans, der in den USA eine Plattform geschaffen hat, mit der er Liberale und Konservative mit an einen Tisch holt und mit ihnen über Themen diskutiert, zu denen beide Seiten verschiedene Ansichten haben. Sowas würde ich mir für Europa auch wünschen.
Ich denke Chris ist ein cooler Dude und damn, ich seh grad ich hab die Frage falsch gelesen, ich würde mich einfach gerne mit ihm unterhalten.

13. Ein unbekanntes Flugobjekt landet direkt vor deiner Nase. Erstkontakt. Mit welchen Worten würdest du Außerirdische auf der Erde begrüßen?

Moin Moin, was geht ab Vierauge!

14. Der Außerirdische zeigt sich äußerst friedlich. Er hat die Menschen lange beobachtet und hat unter anderem “Bauer sucht Frau” empfangen und möchte wissen was das ist. Was sagst du ihm?

Eine zyklopisch abstoßende Abscheulichkeit kosmischen Ausmaßes, das jeden Zeugen dieser grauenvollen Absonderlichkeit seelisch vernarbt und zu völligem Wahnsinn führt! (Ich wollt auch mal wie H.P.Lovecraft schreiben)

15. Der Außerirdische hat entschieden, dass die Menschen für den Abbau der Rohstoffe der Erde im Weg sind. Was würdest du sagen, um ihn umzustimmen?

Ich verweise, dass er bei Vladolf Putlers Schergen gerne anfangen darf.

16. Welche Science-Fiction Zukunftsvision von der Menschheit, erscheint dir am wahrscheinlichsten?

Die Dystopische Cyberpunkwelt meiner eigenen Bücher. Megakonzerne die mehr Macht als Regierungen haben und mit hochgezüchteten Privatarmeen gegeneinander Krieg führen. Die Regierungen kämpfen mit schmutzigen Tricks um den Konzernen Einhalt zu gebieten und Millionen von Menschen leiden darunter und formieren sich zu radikalen Gegenbewegungen.
Dafür gibt es kostenlosen grünen Strom durch atomare Fission und Fusion!


17. Wenn du eine Zeitmaschine hättest, in welche Zeit würdest du reisen? Und was würdest du tun?

Nichts tun und darüber nachdenken wie beschissen es den normalen Menschen in jeder Periode ging. Aber das altägyptische Reich würde verlockend und ich schwinge mich mit meinem außerweltichen Wissen zu einem Gott auf 😀

18. Was ist wichtiger: Geld oder Gesundheit?

Mittelweg. Gesundheit ist schön und gut, aber wenn du kein Geld hast, das Leben in vollen Zügen zu genießen ist auch doof.

19. Dein*e beste*r Freund*in steht vor deiner Tür, mit gepackten Sachen und sagt, er/sie/div muss untertauchen und dazu nach Island in ein abgelegenes Fischerdorf ohne Internet: würdest du mitkommen?

Logo, ich packe meine vorbereitete Prepperausrüstung ein und los gehts.

20. Weswegen müsste dein*e Freund*in untertauchen?

Hatespeech gegen LGBT oder Farbige auf Social Media, das geht übel aus.

Media Monday #565

Guck, eine Schnapszahl!

Das erste Wochenerste nach Ostern wieder allein zuhause, wo man sich wieder an das selber kochen gewöhnen muss. Um die Gartenarbeit habe ich mich geschickt gedrückt, nach dem Schleppen von sackweise LEGO in Zipplock Beuteln, war mein Rücken etwas gebeutelt, zumindest habe ich mir diese Ausrede unter den Nagel gerissen um nicht umzugraben. Nächste Woche geht Praktikum los, also elendig lange durch Berlin zockeln und nur noch wenig Freizeit haben, also auch nicht mehr so viel Zeit für den Blog :/
Gleichzeitig soll heute ein LEGO Set geliefert werden, für das ich noch das Aufbauvideo abdrehe und die Review fertig mache, sodass wir diese Woche vielleicht noch zwei Videos für meinen Kanal habe.

Hier geht es zum Media Monday.

1. Ich weiß, es mag nicht die populärste Meinung sein, aber Ich finde seichte Blockbuster Unterhaltung wie die Transformers Filme einfach klasse.

2. Bay Filme schön und gut, aber objektiv betrachtet finde ich schon, dass die Filme handwerklich von den Trickeffekten in einem geschickten Blend aus Praktischen und digitalen Effekten harmonieren.

3. Ich kann mich kaum noch daran erinnern, wie es gewesen sein muss, In einer Welt ohne Musik- und Filmestreaming aufgewachsen zu sein 😀

4. Free Guy macht es schon nötig, dass man das eine oder andere Auge zukneift, denn für nicht-Gamer ist dieser Film eine Qual, so haben es zumindest meine Eltern berichtet, als ich sie dazu überredet habe.

5. Besonders schön an der Begeisterung für Filme und Artverwandtes ist ja oft auch, dass Die Diskussion und die Debatten mit Familie und Freunden nach dem Abspann.

6. Ryan Reynolds ❤ scheint mir schon auf einen sehr spezifischen Rollentyp festgelegt zu sein, schließlich spielt er immer sich selbst.

7. Zuletzt habe ich Eine „Bettlerin“ sechs Euro gegeben, weil sie angeblich zu ihrer kranken Mutter nach Magdeburg muss und das war unfassbar doof , weil sie sofort in Richtung Kaufland abgezischt ist.

Meine Woche 15-22

Rina läd ein zu einer neuen Runde Wochenrundblick,

Und wie war eure Woche so?

Geärgert ….. Über meine Trotteligkeit, dass ich auf Bettler reinfalle, Bücher vergesse und mich nicht aufraffen kann zu gärtnern.

Gedacht…. Wie viel übrig bleiben würde, wenn ich minimalistisch lebender Single selbst für Mindestlohn arbeiten würde

Gefreut: …… über den Besuch bei meinen Eltern, der mir sehr gutgetan hat.

Gefühlt: …… Depri Stimmung ein bisschen bei dem trüben Wetter am Sonntag.

Gegessen: …… Eine große Schüssel Linseneintopf

Gehört: ….. Ein bisschen Musik

Gekauft: …… Einen LEGO Kran zum vorstellen

Gelacht……….. über meine eigenen Texte

Gelesen: …. alte Texte von mir

Gelitten: …. Qualen, dass ich die ganzen Comics bei meinen Eltern nicht durchgeblättert habe.

Geplant: …… Mich aufs Praktikum mit autoCAD vorzubereiten

Gesehen: ……… nichts

Gespielt/Gebastel/Gehandwerkt: versucht, einen 18 seitigen Text abzutippen, auf Seite 5 entnervt aufgegeben, so wichtig ist es dann doch nicht.

Getan: ….. Zeit bei den Eltern verbracht, eine Tonne LEGO durch die halbe Republik geschleppt, was jetzt doof rumsteht, aufgeräumt, Pappe entsorgt und fürs Wochenende gekocht.

Getroffen: …. Meine Eltern, meine in Erfurt stationierten Freunde hatten leider keine Zeit und mein bester Freund in Potsdam war bis gestern im Urlaub, also eher nur noch meine schweigsamen Mitbewohner.

Getrunken: …… Earl Grey, Darjeeling, (Blut)Orangensaft und den gewagten (gescheiterten) Versuch Kakao mit Mandelmilch zu machen.

Geweint ……… Den paar Euros hinterher, die ich lieber für ein gutes Eis genommen hätte.

Gewundert …. Darüber wie die Stimmung buchstäblich von heute auf morgen kippen kann. Gestern noch übelst motiviert und aufgedreht und heute gar nicht erst aus dem Bett zu bekommen und den ganzen Tag eher resigniert.

LEGO Friends 41444 Heartlake City Bio-Café – Aufbauvideo

Ich hatte Lust auf Friends, ähm LEGO Friends, nicht die Serie, die Serie ist aber auch gut. Und da es ein 30€ Set war habe ich ein Aufbauvideo daraus gemacht und mich ohne viel Überlegung ins Abenteuer Bio-Café gestürzt. ACHTUNG: das ist nur der Aufbau, die eigentliche Review kommt später.
Das ist schon eine ältere Geschichte, aber da ich über Ostern verreist war, konnte ich nicht posten, das hole ich jetzt nach.

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Eckdaten zum Set
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Hersteller: LEGO
Kategorie: Friends
Release: 2021
Herstellernummer: 41444
Setname: Heartlake City Bio-Café
Alter: 6+
Teile: 314 Pcs
Preis: 29,99€

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Mehr Infos zum Set
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Box
– Maße (LxBxH): 34 x 6 x 19 cm
– Gewicht: 526 g
Set
– Maße (LxBxH): 28 x 11 x 14 cm
– Gewicht: 280 g

Brickset: https://brickset.com/sets/41444-1/Hea…

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Wo bekommt man dieses Set her? _______________________________

dieses Set auf amazon.de: https://www.amazon.de/LEGO-41444-Hear…

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Orderly Creative Creations im Netz _______________________________

Instagram: https://www.instagram.com/orderlycrea…

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Verwendete Technik
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Kamera: Oneplus Nord – https://www.oneplus.com/de/nord
Softbox im Doppelpack: https://www.amazon.de/gp/product/B07F…
Stativ mit Smartphone-Halterung
Software: Affinity Photo

Der Katastrophenzyklus – 2-1 – Überraschungsbesuch (8 Seiten)

Der Abend vor Weihnachten. Es dürfte etwa zehn sein, Lucy war schon früh zu Bett gegangen, morgen wollte sie vormittags nochmal mit ihrer Freundin Anna (oder Lena?) ins Schwimmbad, Anna war zwar ziemlich moppelig, aber sie schwamm echt fix und gerne, genauso gerne wie seine Tochter.
   Joschi schmökerte in einem Architekturbildband, den Tipp hatte ihm seine Schwägerin Anna gegeben, die als Innenarchitektin sehr erfolgreich arbeitete, um nicht zu sagen, dass sie eine der gefragtesten Innenarchitektinnen Deutschlands war, auch wenn sie ihm nach all den Jahren nicht verziehen hatte, dass Anna in seinen Büchern eine schöne russische Scharfschützin war. Dazu trank er Cola und aß Gummibärchen. Die Küchentür war nur angelehnt, damit Lucifer, der auf seinem Schoß saß und sich die Bilder ansah (zumindest sah es so aus), zur Not raus konnte, wenn ihm langweilig wurde oder er auf Klo musste.
   Ein Klingeln ließ ihn heftig zusammenschrecken. Wer war das? Und vor allem so spät? Er sprang auf und schoss in den Flur und spähte durch den Spion, der Kater sauste hinter ihm her und kratzte an der Wohnungstür. Eine großgewachsene Frau in einer dicken Winterjacke mit plüschigem Fellkragen, einen Rucksack auf dem Rücken und umfasste den Griff eines ziemlich großen Rollkoffers, fast schon in Richtung Schrankkoffer.
   Ihr Gesicht kam ihr wage bekannt vor und er dachte nach wer das sein könnte, dann traf ihn der gedankliche Blitz und er erkannte sie wieder, wenn auch nicht sofort. Er fluchte innerlich, Gianna, seine kleine, seit 26 Jahren verschollen geglaubte Schwester. Er öffnete missmutig die Tür und erwartete sie mit einer frostigen Miene.
„Was, kein strahlendes Lächeln deine liebe Schwester zu sehen?“
Fragte sie enttäuscht, es klang nicht gespielt.
„Was willst du?“
Fragte er ziemlich schroff und abweisend, er mochte sie nicht sonderlich. Sie war als Schwester die Pest gewesen und hatte sich mit neunzehn auf Nimmer Wiedersehen verdünnisiert – hatte er zumindest angenommen, jetzt schien, als würde er falsch liegen. Er malte mit dem Kiefer, als sich ihre Augen auf einmal mit Tränen füllten, typische Krokodils-Tränen.
„Ich brauche jetzt einen Ort, wo ich unterkommen kann!“
„Such dir ein Hotel, davon gibt’s genug.“
„Ich kann nicht, ich bin nach langer Reise einfach so einsam und morgen ist schließlich Weihnachten.“
„Ist doch nicht mein Problem, du hast die letzten 26 Jahre sehr deutlich gezeigt, dass für dich nur deine Karriere zählt und dir deine Familie scheißegal ist.“
Jetzt heulte sie und bebte unter Schluchzern. Er fluchte.
„Ich … ich brauche familiäre Wärme.“
„Dann geh deinem anderen Bruder auf den Sack, der wohnt doch eh in Berlin in seiner Protzwohnung, wo allein jedes Kinderzimmer so groß ist wie mein Wohnzimmer.“
Sie sank zu Boden und bebte jetzt vor heftigen Schluchzern. Er seufzte, immer die große Show abziehen müssen – typisch Schwesterherz.
„Komm häng deine Jacke an die Garderobe, du Heulsuse. Ich mach dir einen Kaffee.“
Er streckte ihr die Hand hin und sie zog sich dankbar daran hoch. Dann marschierte er in die Küche und räumte den Bildband weg. Lucifer, der Kuschel-Tiger, sah ihn misstrauisch an (im Gegensatz zum alten Kater seiner Eltern war Lucifer richtig verschmust und kam immer kuscheln, wenn er nicht gerade schlief, das viele kuscheln half bestimmt bei den Depressionen des Katers). Er wühlte in dem Berg Stofftiere und förderte ein hübsches dickes Plüschkrokodil hervor, Luise (nicht zu verwechseln mit Luise Hofgärtner), und legte es auf Giannas Seite auf den Tisch. Wenn man vom Teufel sprach stolperte sie in die Küche, trug nur noch ungewöhnlich abgenutzte Jeans und einen schicken, aber alten und ziemlich löchrigen dunklen Rollkragenpullover, und setzte sich an den Tisch. Sie starrte unschlüssig auf Luise.
„Was soll ich damit?“
„Knuddeln, was sonst.“
„Ich bin zu alt für Stofftiere.“
Brummelte sie missmutig.
„Das ist meine Wohnung, also heul dich gefälligst bei dem Plüschkrokodil aus. So, wie willst du deinen Kaffee?“
Sie knuddelte tatsächlich einen Moment mit Luise und schloss die Augen.
„Cappuccino mit zwei Zucker.“
„Kommt sofort.“
Er dachte an seine Whisky Sammlung, sagte aber nichts. Er gab still zu, dass er eigentlich zu viel trank. Lucy gab ihm auch hin und wieder gute Gründe.
Zwei Minuten später stellte er ihr einen dampfenden Becher hin und setzte sich hin. Er hatte sich eine Dose Red Bull aus dem Schuppen geholt, ein bisschen Nervennahrung tat bestimmt gut. Es zischte, als er die Dose öffnete und er einen Schluck nahm. Gianna trank schweigend Kaffee. Er kannte sie nur als Mädchen und Teenager, danach war der Kontakt mit ihr komplett abgebrochen und er hatte über fünfundzwanzig Jahre nichts mehr von ihr gehört, bis jetzt. Man merkte ihr das Alter an, die Fältchen und Grübchen um Mundwinkel und Augen. Ihre langen dunklen Haare waren mit ersten grauen Strähnen durchzogen. Er erkannte sie kaum wieder. Sie sah älter aus als 45, eher wie Mitte 50. Er sah einen schlichten Ehering am Ringfinger, also hatte sie Familie oder war geschieden, hing aber noch an der Beziehung und trug den Ring weiter.
„Warum tauchst du gerade jetzt zu Weihnachten wieder auf?“
Sie hob den Blick und sah ihn etwas nachdenklich an.
„Mein Mann möchte mit mir und unseren Söhnen zusammen gewissermaßen einen Neuanfang in meiner Heimat wagen, ich hab ja einen deutschen Pass, er muss hingegen noch eine Menge Papierkram einreichen, bevor er ohne weiteres hier leben darf. Und meine Söhne wollen hier studieren, bzw mein jüngster hier noch sein Abi machen.“
„Hm, wo hast du denn gewohnt?“
„Austin, Texas. In einem Einfamilienhaus etwas außerhalb. Ich hab die Reise schon eine Weile geplant gehabt und bin von Austin nach London und von London nach Berlin, alles in der unbequemen Economy Klasse. Und dann mit der S-Bahn erst zum Berliner Hauptbahnhof und dann mit dem S-7 nach Potsdam und mit der Tram zu dir, das war ganz schön weit. Jetzt bin ich total geschafft und müde.“
Die Staaten also, hätte er irgendwie auch vermutet.
„Bist du eigentlich wohlhabend? Du scheinst dir zwar einen langen sicherlich nicht billigen Flug leisten können, aber nicht ein paar neue Klamotten.“
„Schon, nur habe ich als Studentin mit sehr wenig gelebt und zeige es eben nicht, dass ich gut verdiene und wohlhabend bin.“
„Was machst du denn beruflich?“
„Ich war bis vor ein paar Wochen der CEO eines großen IT-Konzerns, aber ich habe den Posten abgegeben um mich auf den Umzug meiner Familie vorzubereiten und dann auch mehr Zeit für sie zu haben.“
Sie guckte traurig.
„Wenn du so einen Job hast, verdienst du zwar einen Batzen Geld, aber Zeit für deine Kinder hast du dann nicht mehr.“
Sie schwieg einen Moment, drückte das dicke Plüschkrokodil an sich und trank einen Schluck Kaffee.
„Toll. Meine Schwester leitet einen Konzern, mein Bruder ist einer der gefragtesten Fotografen Deutschlands und ich … ich bin nur der Trottel.“
Tiefe Resignation und Traurigkeit erfüllten ihn, er war doch nur ein kleines armseliges Licht, er hatte im Leben nichts, aber auch gar nichts erreicht.
„Ich weiß, aber das stimmt doch gar nicht. Von uns drei Geschwistern hattest du nur eben nicht so viel Glück im Leben und von dem was ich mitbekommen habe, hast du viel probiert und hattest auch viel Pech mit deiner Krankheit. Ich war sehr gesegnet bzw. wusste von Anfang an besser damit umzugehen. Jedenfalls wusste ich schon mit zwölf, dass ich Ingenieurin werden und an einer berühmten Uni studieren will. Ich habe einen Mann und zwei tolle Söhne, aber gut fühle ich mich nicht.“
„Wieso, bist du krank?“
„Nein, ich bin einigermaßen fit, aber viel Alkohol, Zigaretten und gelegentlich Drogen haben Spuren hinterlassen. Und ich bin nicht stolz darauf, dass ich lange nicht gesund gelebt habe. Jetzt hoffe ich auf einen Neuanfang in meiner Heimat. Ich hatte gehofft, ich könnte fürs erste bei dir abstürzen bis ich eine feste Bleibe gefunden habe. Heißt ein Grundstück gekauft und ein Haus für meine Familie gebaut habe oder eine große Eigentumswohnung gefunden habe.“
„Und jetzt?“
„Jetzt ziehe ich bei dir ein, wenn du erlaubst. Ich hoffe doch einfach, du hast noch ein Gästezimmer übrig, dass man für einen längeren Aufenthalt entsprechend umrüsten kann?“
Er war sprachlos, damit hatte er nicht gerechnet.
„Habe ich eine Wahl?“
„Wenn du in einem beschissen kalten Winter deine liebe Schwester nicht in der Kälte stehen lassen willst, nein. Außerdem mache ich mich im Haushalt nützlich und wenn du ganz lieb bist, unterstütze ich meinen Lieblingsbruder auch ein bisschen finanziell. Mein Nicht-Lieblingsbruder hat eh schon viel zu viel und protzt auf Instagram mit seinem Tesla Fuhrpark, dieser Blödmann.“
Er seufzte schwer, sie machte es ihm mit Lockungen schwer, sie vor die Tür zu setzen, das war schon immer ihre Taktik gewesen, wenn sie etwas haben wollte. Blöde Kuh.
„Ok, du kannst hier wohnen“
„Oh vielen, vielen Dank, Joschi. Du bist ein toller großer Bruder.“
Sie klang aufrichtig, was ihn etwas erleichterte.
„Wie viel Gepäck hast du denn?“
Sie wischte sich die Augen und suchte seinen Blick.
„Ein paar Sachen zum Anziehen für alle Jahreszeiten, Erinnerungsstücke an meine Familie, Geschenke für morgen und meinen Laptop.“
„Mh, ich hab kein Gästezimmer.“
Sie sah ihn verdutzt an.
„Auf du schreibst doch immer auf deinem Blog, dass du eine ziemlich große fünf Zimmer Wohnung hast. Da wird doch ein Raum als Gästezimmer übrig bleiben.“
„Stimmt, und ich arbeite selbstständig von Zuhause aus. Also Arbeitszimmer, Wohnzimmer, Lucy und mein Schlafzimmer. Und das Fünfte Zimmer ist mein Klemmbaustein-Studio mit über einer Millionen Lego Teilen und meiner Filmausrüstung, nach zwanzig Jahren ist mein Auftritt auf ein paar Video-Plattformen so groß, dass ich mein Hobby überwiegend refinanzieren kann. Aber wenn es dich tröstet, in meinem Schlafzimmer steht ein zweites großes Bett, falls Besuch kommt.“
„Wozu denn das?“
„Für Silvester, da kommen sowohl unsere Eltern als auch mein kleiner Bruder mitsamt seiner Familie auf ein paar Tage vorbei. Immer zu mir, weil ich Fahrstuhl habe.“
„Und wo schlafen dann alle?“
„Mama und Papa auf dem großen Schlafsofa im Wohnzimmer, Johnny und seine Frau auf dem Extrabett in meinem Zimmer, weil wir Neujahr morgens meistens zu dicht sind als dass er nach Hause fahren dürfte, auch wenn seine Teslas Autopilot haben. Und meine … ähm unsere Nichten schlafen bei Lucy im Zimmer, dazu habe ich ein paar Matratzen lagernd.“
„Und ich?“
„Du hast in den letzten sechsundzwanzig Jahren keine Rolle gespielt, ich leg dir eine Matratze in mein Büro.“
„Die kannst du doch nehmen. Ich …“
Sie brach ab, als sie seinen bösen Blick bemerkte.
„Wo soll ich denn dann schlafen?“
„Im Keller ist auch ein Feldbett.“
„Aber wir haben zweistellige Minusgrade!“
Sie klang beinahe erschüttert.
„Stimmt, aber ich habe einen dicken Polarschlafsack, den kannst du nehmen, außerdem ist mein Keller nicht so kalt, ich habe ihn rudimentär gedämmt, als ich eingezogen bin und einen Heizstrahler in die Ecke gestellt. Aber Prinzeschen kann sich doch ruhig von all ihrem Geld für die Nacht ein Hotelzimmer holen, wenn es ihr an den Füßchen zu kalt wird.“
„Du bist doof.“
„Damit endet jeder zweite Satz meiner Tochter, wenn sie mit mir spricht.“
Bemerkte er beiläufig.
„Das ist aber nicht sehr nett. Wie ist sie denn so?“
„Sie hat überraschenderweise reichlich Elemente von dir und klein Johnny, hat das meiste von ihrer  Mutter und ein bisschen von mir. Sie ist regelmäßig bockig, ein bisschen zickig, eine Heulsuse, wenn sie ihren Willen nicht durchgesetzt bekommt, sehr kreativ, beschissen schlecht in der Schule, flüchtet sich in virtuelle Welten, um der unbequemen Realität auszuweichen, absolut grottig im Umgang mit netten Jungen und schminkt sich seit einem Jahr wie eine Schlampe. Kurz um, sie ist gelegentlich liebenswürdig, aber es gibt viele Momente, da würde ich ihr gerne eine scheuern. Gerade wenn ich in Ruhe arbeiten oder entspannen will und sie mir wegen Drama und Jungs auf den Sack geht oder der Dauerrenner, sie will etwas sofort und dringend haben, aber ihr Taschengeld reicht nicht. Natürlich kommt sie ganz nach ihrem Onkel Johnny und räumt nie auf, also bleibt der ganze Mist an mir hängen. Also arbeite ich täglich acht bis zehn Stunden, damit meine liebe Tochter drei Mahlzeiten am Tag und eine gute Bildung bekommt und in einem warmen Bett in einer scheißteuren Wohnung schlafen kann. Dazu muss ich natürlich kochen und ihr morgens eine Brotbüchse machen, ich bin der Geldautomat, wenn sie Süßigkeiten, Makeup, Essen gehen, zum Frisör – was sie viel zu oft macht – oder ins Kino will, ich muss mich allein um den Haushalt und nebenbei um meine bockige Tochter kümmern.“
Sie musterte ihn mit einem mitleidigen Blick in den Augen.
„Sie kann ja nicht von alleine auf deiner Türschwelle aufgetaucht sein, was macht denn ihre Mutter? Ich hab auf den ersten Blick keine Damenschuhe oder –Mäntel gesehen.“
Er sah sie einen Moment traurig an.
„Lucys Mutter ist zwei Tage nach ihrer Geburt an Entkräftigung gestorben.“
Gianna riss die Augen auf und wirkte erschüttert.
„Oh verdammt, das tut mir Leid. Trauerst du sehr?“
„Es ist ein bisschen kompliziert, weil wir nie in einer Beziehung waren.“
Er holte Luft und erzählte ihr die Geschichte, die er erst vor wenigen Tagen Luise Hofgärtner erzählt hatte. Als er endete, musterte sie ihn nachdenklich.
„Also wart ihr nicht in einer Beziehung und da hast dich wie der größte Riesenarsch in der Geschichte benommen und gleichzeitig gezeigt wie sehr du du selbst bist, wenn du mit schwierigen Situationen konfrontiert wirst, also der feige Idiot, der den Kopf in den Sand steckt und hofft, es wird schon nichts passieren. Papas Reaktion hingegen fand ich stark, so handelt ein verantwortungsvoller Erwachsener, nicht wie du. Ich hoffe Meggies Grab ist tipp-top gepflegt, sonst trete ich dir gehörig in den Arsch. Und dann habt ihr beide auch noch diese dumme Krankheit. Was ist nur mit deiner Tochter, diese Scheiße ist vererbbar!““
„Nette Worte. Sie ist bisher nur ein bisschen Depressiv, zum Glück bisher keine Suizidgedanken, aber dann ist sie wochenlang still, geknickt und kraftlos. Aber das reicht mir schon.“
„Und dann versuchst du dummer Volltrottel einen Vollzeitjob und die Erziehung gleichzeitig ohne Hilfe zu stemmen. Ein Mädchen, bzw. Kinder allgemein brauchen am besten zwei Elternteile. Und du bist nicht so hässlich, als würdest du keine finden, zumal du fit und definitiv nicht arm bist, so wie das klingt.“
„Ach echt? Wäre ich nie drauf gekommen. Aber vor Lucy lief da schon nichts und als Lucy geboren war … naja, Single Papas sind als Partner nicht so gefragt, habe ich auf die harte Tour festgestellt. Und komm schon, im Alter wird man nicht hübscher, ich bin zwar fitter geworden, aber das war‘s schon. Außerdem hatte ich alle Hände voll zu tun mit meiner Selbstständigkeit und meiner Tochter, da war einfach kein Platz mehr für Dates. Ich hab eh praktisch keine Freizeit mehr, gerade als Lucy jünger war und sich noch nicht so gut selbst beschäftigen konnte. Mein Studio ist mein Rückzugsraum geworden, wo ich abends nochmal ein paar Stunden hingehe um ein bisschen zu basteln oder ich mach’s mir in der Küche mit einem Buch bequem. Aber die Zeiten wo ich mal stundenlang machen konnte was ich wollte sind seit sechzehn Jahren vorbei, und kommen erst wieder, wenn Lucy endlich auszieht, aber bis sie lebensfähig ist, wird noch viel Zeit vergehen.“
„Warum das?“
„Sie gibt sich alle Mühe, Schule so richtig an die Wand zu fahren. Sie steht immer irgendwo fünf und reagiert allergisch auf Nachhilfeunterricht. Sie macht ihre Hausaufgaben nicht, sieht einfach nicht ein warum und fängt sich eine sechs nach der anderen ein. Sie zockt lieber und postet auf Instagram, als dass sie sich auf Tests und Klassenarbeiten vorbereitet. Sie ist in genau drei Fächern nicht völlig scheiße: Sport, Kunst und Schauspielunterricht. Also alles drei Fächer mit denen man sich eine „sichere Zukunft“ aufbauen kann.“
Kommentierte er sarkastisch, auch wenn er sich eigentlich furchtbar fühlte, so über seine Tochter herzuziehen. Klar lernte sie nicht so gern, aber war er als Jugendlicher so viel anders gewesen?
„Zudem ist sie dort auch nicht überragend gut. Jede Woche habe ich bei irgendeinem Lehrer ein Elterngespräch, über ihre schlechten Noten. Und natürlich bin ich schuld daran, dass meine Tochter so schlecht ist, ich der schlechte Vater, das schlechte Vorbild.“
„Wer sagt sowas?“
Er seufzte schwer.
„Andere Eltern und andere Lehrer. Weißt du meine bockige Tochter hat mir ein Date mit ihrer Lieblingslehrerin angeleiert. Luise Hofgärtner.“
„Was echt?“
Seine Schwester verkniff sich ein Lachen und schmunzelte.
„Ja, letzten Sonntag. Es ging gut, auch wenn der Anfang sehr holprig war. Jedenfalls haben wir Nummern getauscht und chatten seitdem regelmäßig, wenn die Brut anderweitig beschäftigt ist. Und da hat sie mir traurig erzählt, dass ich unter den Lehrern an der Schule keinen guten Ruf habe. Und das stimmt mich so traurig. Ich will meiner Tochter doch nur ein gutes Leben ermöglichen, aber sie stellt sich einfach so bockig und setzt ihren eigenen Willen durch, was selten in Lernen ausartet. Eher in Zocken und Serien bingen. Anschreien nützt nichts und ich mag keine Gewalt. Gut zureden nützt aber auch nichts. Es ist wie einen löchrigen Eimer mit Wasser zu füllen.“
Sie musterte ihn nachdenklich.
„Und wenn ich mein Glück bei ihr versuche?“
Er runzelte die Stirn.
„Wie meinst du das?“
„Ich hab zwei Söhne und mein Jüngster ist in ihrem Alter. Vielleicht kann ich mit ihr reden und sie dazu zu bringen das Schulleben ein bisschen ernster zu nehmen.“
„Das würdest du tun?“
Unglaube schwang in seiner Stimme mit. Seine Schwester machte was für ihren großen Bruder, das musste er sich im Kalender eintragen.
„Ja, irgendwas muss ich schließlich tun, ich kann doch nicht einfach die nächsten zwei bis drei Jahre hier herumsitzen und nichts tun, während das Haus gebaut wird. Ich wiederhole mich, aber irgendwas muss ich schließlich tun.“
„Stimmt, du konntest nie still sitzen, du musstest immer irgendwas machen. Für dich war Schule prio Nummer eins, danach kam das Lesen von ganz wichtigen Sachbüchern oder Biografien und deinen ersten Businessplan hattest du schon mit fünfzehn.“
Sie schmunzelte.
„Das stimmt auch, aber viel Zeit für ein Sozialleben blieb dann in der Regel nicht.“
„Wie heißt dein Mann?“
Sie lächelte bei der Frage.
„Chris, er ist schwarz und sechs Jahre älter als ich.“
„Was hat deine Firma gemacht?“
„Sorry, das würdest du nicht verstehen.“
Er war gekränkt.
„Warum behandeln mich alle wie den letzten Dorftrottel?“
„Weil du manchmal wie einer rüberkommst?“
Er lehnte sich traurig zurück.
„Ok, hier die Kurzfassung, wir haben komplexe Computerchips und Quantencomputer gebaut.“
Er sah sie erstaunt an.
„So viel Knowhow hast du?“
„Sicher, ich hab Physik und Informatik am MIT studiert.“
Joschi starrte seine Schwester vor lauter Unglauben an.
„Das MIT?“
„Genau, Abschluss mit Magna cum Laude.“
„Und wie konntest du dir das leisten?“
„Gar nicht, ich hab kein Stipendium bekommen und geschuftet wie Teufel, um mein Leben zu finanzieren. Aus dieser Zeit habe ich meine Verweigerungshaltung gegen die Wegwerfkultur und kaufe eigentlich alles nur second Hand und repariere kaputte Elektronik, anstatt sie wegzuwerfen. Ich hab gekellnert und Nachhilfe-Unterricht in Mathe, Informatik und Physik gegeben.“
Er stand auf und öffnete einen Schrank etwas weiter oben und griff sich eine Flasche Single Malt Whiskey und ein Glas, großzügig schenkte er ein und nahm einen tiefen Schluck.
„Du bist eine liebenswerte Zicke.“
„Danke, denke ich. Krieg ich auch einen?“
Sie deutete auf den Whiskey und er holte ihr murrend ein Glas. Sie trank mit Bedacht.
„Der ist gut.“
„Hat mir Johnny geschenkt, für Krisenzeiten.“
Gianna schmunzelte.
„Hätte dich nicht für einen Säufer gehalten.“
„Tja, so täuscht man sich. Mein kleines Leben läuft eben nicht gut.“
„Wie meinst du das?“
Fragte sie mit einem besorgten Unterton in der Stimme.
„Ende des Sommers sind mir vier ziemlich große Kunden abgesprungen und ich kämpfe seitdem damit über die Runden zu kommen. Meine Tochter soll ein angenehmes Leben führen können, aber das kostet und wenn es so weitergeht, muss ich die Reserve anbrechen, die eigentlich für ein neues Auto und eventuell eine Eigentumswohnung gedacht sind, die Wohnung hier ist zwar groß und schön, aber im Alter kann ich mir das einfach nicht leisten, dafür ist sie einfach zu verschwenderisch groß und teuer. Ernie wird den TÜV im Frühjahr nicht packen und dann hab ich kein Geld für ein neues Auto. Aber dann werde ich nächstes Frühjahr neunundvierzig und ich muss mir langsam Gedanken um meinen Ruhestand machen und wie ich mit meinen Sachen verfahre. Mit dem frühen Tod von Lucys Mutter habe ich mit Mitte dreißig schon mein Testament gemacht, damit es an meiner Tochter ans nichts fehlt, wenn mir etwas zustößt. Aber viel ist es nicht. Momentan schreibe ich überall rote Zahlen und es sieht nicht so aus, als würde ich im neuen Jahr plus machen, ich war schon immer schlecht daran, neue Kunden zu akquirieren.“
Sie musterte ihn aufmerksam und er nahm noch einen Schluck, es brannte angenehm in der Kehle.
„Und wenn du etwas anderes machen würdest?“
Er sah sie zweifelnd an.
„Das hab ich schon öfter überlegt, aber zum einen bin ich schon Ende Vierzig und wer will denn noch jemanden in dem Alter ausbilden. Und dann weiß ich nicht, was mit mir anzufangen ist und das größte Problem, ich könnte es einfach nicht finanzieren. Ich zahl knapp fünftausend für die Miete, Unsummen für Versicherung und Steuern und eine völlig gefräßige Tochter bei Laune zu halten, die verschwenderisch mit ihrem Taschengeld umgeht und immer nach mehr bettelt, ist auch kein kleines Unterfangen. Der Job ist ok, aber Spaß macht er mir nicht wirklich.“
„Mh, ich hab gehört du bist Autor, Youtuber und Blogger.“
„Stimmt, die Bücher und der Kanal, das bringt ein paar Taler, aber es deckt noch lange nicht die Miete, es reicht aber immerhin dafür um das Equipment zu finanzieren und ein paar der Versicherung zu deckeln. Und der Blog läuft ganz gut, nach fast zwanzig Jahren Bloggen, habe ich rund fünftausend Follower, aber momentan schreibe ich aber nur etwa einmal die Woche was und so verliert man eben Abonnenten am laufenden Band.“
„Das ist bedauerlich, mir ist zu Ohren gekommen, du seist recht gut. Jedenfalls nicht den Kopf in den Sand stecken und aufgeben, wie du es eigentlich immer schon gemacht hast, seit dem es dich gibt. Sobald Schwierigkeiten in Sicht kommen, buddelst du dich ein und tust so, als könntest du dich da durchmogeln indem du nichts tust und nicht einfach untergehst. Ich hab gelernt, es ist nicht schlimm wenn du auf die Nase fliegst, solange du danach wieder aufstehst und weitermachst.“
Er schluckte und spülte mit Whisky nach.
„Stimmt schon, ich war immer schon so. Aber mit Lucy ist es dann besser geworden, meine Tochter könnte ich nie im Stich lassen. Und für sie springe ich schon mal in einen Brombeerbusch, wenn es ein großes Problem gibt.“
„Gute Einstellung, deine Tochter braucht einen starken Vater, kein rückgratloses Weichei.“
Schweigend saßen sie da und tranken Whisky. Dann gähnte sie demonstrativ.
„Hast du irgendwo vielleicht ein weiches Bett, ich würde mich gerne hinlegen, ich bin seit vierzig Stunden auf den Beinen, weil ich noch so viel erledigen musste!“
„Alles klar, komm mit und vergiss Luise nicht.“
Er stand auf und ging in den Flur, wo er ihren Rollkoffer nahm. Damit ging er auf eine Tür links am Ende des sehr langen geräumigen Flures zu, in dem man fast schon Bälle abhalten konnte. Er öffnete die Tür und machte Licht an. Es war wirklich keine Besenkammer, wie er sein Schlafzimmer immer scherzhaft nannte, denn immerhin hätte sein altes WG-Zimmer hier spielend zweimal reingepasst. Aber es war jetzt auch nicht gewaltig riesig, es maß etwa dreißig Quadratmeter, also ein Zehntel der Wohnungsfläche und war rechteckig langgestreckt. Abgesehen von den beiden großen Betten war alles bis unter die nicht gerade niedrige Decke mit Regalen und Schränken vollgestopft und in der freien Fläche in der Mitte des Raumes standen zwei vollbestückte Wäscheständer, einer mit Unterwäsche und Socken, der andere mit Bettwäsche. Er stellte den Rollkoffer neben ein großes Bett, das er in ein Regal eingebaut hatte, sodass einer der Schlafenden des Doppelbetts in einer Art Höhle nächtigte.  
„Da schläft unser Bruder und seine Frau Anna, wenn sie zu Besuch sind und übernachten, ab und zu auch unsere Eltern, wenn sie länger zu Besuch sind, was aber nicht mehr so oft vorkommt, da sie auch schon recht alt sind. In den Nachthimmel ist ein Bildschirm eingelassen, sodass man im Liegen noch etwas bequem gucken kann. Mein Bett ist das große mit den ganzen Plüschtieren, schwer zu verfehlen.“
Gianna stellte den Rucksack neben den Koffer und entfaltete einer der dicken Daunendecken, die er schon in Vorbereitung auf den Besuch ihrer Eltern zwischen den Jahren vorbereitet hatte. Sie legte das Plüschkrokodil neben das Kopfkissen und schlüpfte ungeniert aus Jeans und Rollkragenpullover, Schmuck trug sie keinen und den Ehering ließ sie am Finger. Dann ließ sie sich in Unterwäsche und T-Shirt schwer aufs Bett plumpsen und kuschelte sich sofort ein und machte die Augen zu, sie schien echt fertig zu sein. Leise machte er sich fertig und gesellte sich zu den wenigstens vier Dutzend Plüschtieren, davon eine große Rotte Plüschwarane, in sein großes Bett mit der wahnsinnig tollen Matratze und fiel schnell in einen tiefen Schlaf.

*

Gerade Jetzt – Momentaufnahme #15

Rina läd ein zu einem neuen Moment. Heute ist es kurz angebunden, schließlich ist es fast Mitternacht und ich hab nicht so mega viel Bock auf Blog um die Uhrzeit. Wer es ausführlich mag, kann sich auf eine humorvolle Reise in meinem neusten tagesaktuellen Text, einem Reisebericht, einlassen, den ich vorhin in die Tasten geklimpert habe.

Wie sind eure Momentaufnahmen heute?

denke ich: dass ich manchmal ein echt naiver Trottel bin.

mag ich: wieder zuhause zu sein

mag ich nicht: verarscht zu werden

spüre ich: bissl Hunger, aber ist nichts snackiges da, außerdem muss Major Speckbär etwas schlanker werden!

freue ich: mich auf Füße hochlegen, Kochen und in Ruhe gärtnern.

fühle ich: zumindest keine Müdigkeit

trage ich: den halben Tag schwere Taschen mit mir herum. Heute war Abreisetag.

brauche ich: eine leere Pappe Mülltonne.

höre ich: Meine Spotify mega Liste.

mache ich: Buch schreiben

lese ich: Nix, kein Bock

trinke ich: lauwarmen Earl Grey

vermisse ich: Mama und Papa

schaue ich: LEGO Ninjago, erste Staffel

träume ich: von meiner Leidenschaft, dem Schreiben, leben zu können.

Abfahrt

Eigentlich wollte ich den Katastrophenzyklus schreiben, nicht erleben! Ich krieche also kurz vor zehn am Tag der Abreise aus dem warmen weichen Bett und werde mit einer strahlend blinkenden Nachricht in Rot auf meinem Handy begrüßt: Zug fällt aus. Danke Deutsche Bahn, auf euch ist echt Verlass. Nach 5 Jahren solo Bahnfahren der erste Totalausfall, ausgerechnet dann, wenn ich ohne Flexpreis unterwegs bin. Auf dem Weg in die Dusche verstricke ich mich mit meinem Vater in eine kurze aber hitzige Debatte über das Zugfahren. Ich versuche beim Kundenservice anzurufen, nach einer Viertelstunde in der Warteschlange breche ich ab. Duschen ist schließlich auch wichtig, gerade letzter Tag in einer richtigen Dusche (mit Grauen denke ich an die unkomfortable Badewanne in der WG). Beim ausgiebig langen Duschen mit schonungslos heißem Wasser – immerhin muss ich nicht die Rechnung zahlen – kommt mir ein perfider Plan der Bequemlichkeit. Nach Start von der nicht-ganz-Pest nur noch mit Sitzreservierung fahrend, weiß ich, wie grauenvoll voll Züge aktuell sind, also buche ich still und heimlich ein Passage für das nächste E-Gefährt anderthalb Stunden nach dem ausgefallenen Zug, meinem Papa erzähle ich derweil, ich würde als Ersatz einen der nächsten Züge nehmen, ohne mit einem Wort zu erwähnen dass ich Ticket gekauft habe. Keine Sorge, meine Eltern lesen meinen Blog nicht und wenn sie es tun, dann zu spät, wenn der Akt der dubiosen Schandtat bereits Wochen oder gar Monate vorbei ist. Er steckt mir einen Fuffi für Fahrkarten zu, supi, das deckt meine verschlafene Nicht-Gerade-Nacht-und-eher-Wasserdampf-also-Quasi-Nebel-Aktion und ich hab noch Geld für ein großes Eis. Meine Monatsbilanz sieht gut aus, immerhin musste ich die Lebensmittel der letzten Woche nicht aus eigener Tasche bezahlen, durch die Ticketkäufe vor zwei Wochen mutiert das zu einem Null-Summen-Spiel und mit Glück kann ich mir am Monatsende ein kleines LEGO Set – natürlich für den Kanal – organisieren.
Zurück zum Standort Küche. Beim Zusammenhämmern von Ostereiern reden wir über das Leben und das Exkursionen doof sind, so zumindest mein Papa. Er findet Professorenleben ist doof, ich bemerke, dass er sich weder neues Auto noch Eigentumswohnung ohne Professoren-Titel hätte leisten können, danach ist er sehr still.
Um Elf bricht er auf, zwanzig Studenten bei trübem Wetter bespaßen. Jetzt bin ich allen, fast, Vieh ist noch da, mit vollem Namen Pino, ein leider süßer Kater, wenn auch blöd wie ein Brot. Nachdem er mich beim Streicheln anfaucht, bin ich beleidigt, das Mittagessen für Vieh fällt aus!
Nach dem schonungslosen Ausnutzen des geräumigen unteren Teils der Maisonette Wohnung zum Nachdenken und dabei willkürlich in der Wohnung Rumrennens, von mir Tigern genannt, kalkuliere ich die Zeit, die mir bleibt, noch eine Kanne Tee zu trinken. Ich finde es äußerst grauenvoll in einem Zug jeglicher Bauweise auf Klo gehen zu müssen – lieber verzichte ich an dem Tag aufs Trinken. Eine Stunde, reicht also für ein bis zwei Becher.
Während der Tee exakt drei Minuten zieht, renne ich hoch und erledige die End-Packung der restlichen Utensilien, stopfe alles in meinen – außer Lego – leeren Rucksack, befinde es für nötig, dass ich meine Hose als Polsterung für einen knollennasigen Plüschdrachen oben reinstopfe und bin erleichtert, dass eine alte Jeans von mir noch im Schrank herumgeistert.
Pünktlich zum Tee fällt mir ein, dass noch ein Bottich unappetitlich aussehender, aber köstlich schmeckender Gersten-Blumenkohl Süppchens, mit dem man meinen recht Gemüse-allergischen Veggie Bruder jagen kann, und stürze ihn in einen kleinen Kochtopf. Nach der Schrecksekunde stelle ich fest: klappt nicht. Selbst nach horizontaler Neigung, weigert sich die Suppe, der Schwerkraft zu folgen und muss mit einem Löffel aus dem Plastik-Gefängnis regelrecht frei gespachtelt werden. Während mein gewässerter Blumenkohl-Pudding vor sich hin köchelt, beobachte ich die Studenten im Nachbarhaus, ähnlich spannend wie Tiere im Zoo zu beobachten. Nach einer Minute stelle ich fest, dass ich in ein Faultier-Gehege starre und ärgere stattdessen Vieh.
Nach einer herzensliebsten Jammereinlage bekommt Vieh zumindest gnädige 10 Gramm Trockenfutter und ich widme mich meiner Mahlzeit, die aus drei Portionen besteht und mich die nächsten dreißig Minuten mit monotonem Löffeln beschäftigt.
Dann ist es vollbracht und ich räume ein bisschen auf. Ich stelle meine Taschen bereit und zähle nervös die Sekunden einer Viertelstunde, ich verzähle mich mehrmals, gebe auf und ziehe mich an. Ich fluche über das Gewicht von zu vielen LEGO Steinen und Arocs-Reifen in der extra Reisetasche und stelle mich auf einen Nerv tötenden Gang zur Tram Haltestelle ein. Ich checke zur Sicherheit nochmal mehrmals ob ich meinen Schlüssel, mein Handy und meinen Geldbeutel dabei habe und trete meine Reise an.
Auf meiner Odyssee zur Tram fluche ich leise über langsam laufende Hindernisse, also alte Leute und Mütter und taste mich mit ausgelatschten Schuhen zur Haltestelle vor.
Später hätte ich nicht aufbrechen dürfen, eine ausgesprochen hässliche Erfurter Tram erscheint eine halbe Minute nach meinem Erscheinen und ich wuchte meine Reisetasche über die Schwelle. Zwei Uhr durch und alles voll mit Rentnern. Ich stopfe mich in eine unbequeme Ecke und wir zockeln zum Bahnhof.
Angekommen beginnt der neuerliche Slalom-Parcours um Leute mit der Situational Awareness einer Scheune. Ich poltere fluchend die Treppe hoch. Mein Sitz ist in Wagon 6 untergebracht, bei F, ich gucke hoch und stehe unter A – manchmal hasse ich mein Leben.
Nach einer halben Stunde dubioser Ansagen erscheint der Zug. Nach dem Öffnen der Tür beobachte ich, wie ein kleines 50 Kg Mädchen einen Schrankkoffer die Stufen hochwuchtet, der halb so viel wiegt wie sie selbst und werde etwas ungeduldig. In dem eher leeren Zug ärgere mich über meine Reservierung, aber bei der Anfahrt war die zweite Klasse ausgebucht, man weiß also nie. Nachdem ich durch Wagon 6 gelatscht bin kommt Wagon 5 und ich halte irritiert inne. Wo ist denn die 81 um Himmels Willen? Ich überprüfe erst ob ich im richtigen Wagen, dann ob ich im richtigen Zug bin. Zögerlich laufe ich zurück an den Abteilen und entdecke meinen Platz. Kurz überfordert mit dem heillos komplizierten Mechanismus einer Schiebetür, trete ich ein.
Ein arabisches Pärchen. Klischees gibt’s scheinbar nicht ohne Grund, stelle ich fest. Ein Bär mit Rauschebart, der murmelnd im Koran liest und eine zu 95% Verhüllte Dame in Pink, die mit ihrer Mu … ähm ich meine Katze spielt. Sie nicken mir zu und scheinen freundlich zu sein, zumindest sind sie ruhig.
Ich sitze auf dem Platz zum Gang und betreibe Feldstudien. Wie blöd kann man sein, eine automatische Schiebetür zu erfinden, die für Menschen unter 1,70 m nicht öffnet, was Kinder mit einschließt – wörtlich. Ich höre Musik, studiere angestrengt einen LEGO Katalog und spiele ein halbes Dutzend Mal Türöffner für verwirrt-frustriert-ausgesperrte Kinder.
In Berlin checke ich meinen Anschluss, ich fahr eigentlich lieber S-Bahn, weil ich da in der Regel nicht meine Station verpasse, denn Potsdam Hauptbahnhof ist die Endstelle. Meldungen wegen Ausfall und Verspätungen, also doch Stehplatz in einem überfüllten Regio.
Ich schleppe meinen Schleppanker am Gleis für die S-Bahn vorbei und das Gleis für den Regio hoch. Ich wusste es, halb Berlin wartet schon auf den Zug – auf in die Sardinenbüchse.
Fünf Minuten später kommt vom Gleis gegenüber die Durchsage. „Achtung, Einfahrt S7 nach Potsdam Hauptbahnhof.“ Ach man ey, denke ich und überlege, ob ich es schaffe in einer halben Minute zum anderen Gleis zu sprinten.  
Ich sehe traurig der S-Bahn hinterher und nun trampelt der Rest von Berlin auf den Bahnsteig. Der Regio hält und ich schaffe es immer, wirklich immer, vor dem Wagon mit den Drahteseln unten und den reichen Eseln oben zu stehen.
Erster Eindruck, ein schreiendes Kind blökt, ich versuche an etwas Schönes zu denken. Bis Zoo stehe ich, dann macht sich ein Sitzplatz bemerkbar. Das Kind schreit immer noch und ich erinnere mich daran, dass ich kleine Kinder zum Kotzen finde. Jungs, ich bin Kind genug, ich brauche keine Brut!
Zur Beruhigung meiner angespannten Nerven suche ich nach ruhiger Musik. Ich entscheide mich für den entspannten Industrial Metal Soundtrack von Doom Eternal und wippe im Takt der ersten Töne. Die Schicki-Micki Tussi in den Designer Klamotten und manikürten Fingernägeln links neben mir guckt mich kurz irritiert an. Wahrscheinlich zu Recht. Ich, also ein großer Dude in schwarzen Klamotten, mit einem grell pinken Wanderrucksack, aus dessen vordersten Fach ein LEGO Katalog entgegenstrahlt, der wie ein Metalhead auf Musik mit einem dämonischen Cover abgeht.
Ich halte ebenfalls inne und werfe ihr einen Blick zu, wie sie gerade potthässliche unpraktische Designer-Handtäschchen für 700€ anguckt und denke mir auch meinen Teil.
Beim endgeilen Track Doom Hunter erreichen wir Potsdam. Nachdem ich der Karawane der langsamen Rolltreppen Besetzer entkommen bin, stolpere ich einer leider attraktiven Frau in die Arme, die mir in gebrochenem Deutsch Geld aus den Rippen leiern will, weil sie angeblich nach Magdeburg zu ihrer kranken Mutter muss. Der Versuch klappt, ich speise sie mit meine-Brieftasche-verstopfenden-Münzen ab und dränge mich vorbei. Sie und ihre Komplizin verziehen sich verdächtig schnell … in Richtung Kaufland. Ich verfluche mich als naiven Trottel und schleppe meinen Schleppanker nach Hause, Eis fällt aus! In der WG wuchte ich mein Gepäck aufs Bett, stelle erneut fest, dass selbst die Küche meiner Eltern größer als dieses Loch ist, und mache mir erstmal einen Tee.
Ich stelle ebenfalls fest, dass ein gewisser Joschi, vor der Abfahrt natürlich nicht den verdammten Abwasch gemacht hat, und mopse mir einen Becher aus der Küche.
Mir geradezu verzweifelt aufgedrängte Schokoeier mampfend, wundere ich mich über das Schneckentempo meines Rechners beim Hochfahren, ärgere mich über mich selbst und haue in die Tasten für einen neuen Text. Gute Nacht, auf das der nächste Tag weniger nervenaufreibend ist.