Das Osiris Projekt – Teil 2 – Kapitel 16

16.  Kaz – 2.W.April 2046 – Tod einer Königin

„Dieser Leberfleck gefällt mir nicht, hier ist nur Reinheit gedulded. Haltet sie fest.“
Panik erfüllte Emily als die Mimik Soldaten sie auf die Liege pressten und Liz sie mit einer Knochensäge in der Hand taxierte. Sie weinte und wollte nach Liz schlagen aber womit? Mit ihrem rechten Arm, den ihr diese Irre schon knapp unterhalb des Schultergelenks abgesäbelt hatte?
Die Verrückte setzte die Säge an und schnitt genüsslich langsam.
„Bald bist du wie ich.“ Säuselte sie.
Das war eine entsetzliche Vorstellung. Aber es war was dran. Sie dachte an damals an die Mittel für Hautbleichung, die ihr Johnny empfohlen hatte. Jetzt war sie nackt, haarlos und kalkweiß mit blutroten Augen und ersten Tätowierungen am Kopf. Amber genauso, auch wenn sie zum Glück noch ihre Arme hatte. Beine … naja die waren schon nicht mehr da.
   Dann endete der brennende Schmerz ein bisschen und Liz versorgte die Amputation fachmännisch.
„Amber Schatz, bist du auch bereit für deine Schönheit ein bisschen zu leiden?“
Mit erhobener Säge ging sie auf das gefesselte Mädchen zu, das wie wild strampelte und unter dem Knebel zu schreien versuchte.
   All die Folter der letzten Monate … gab es denn gar kein bisschen Hoffnungen in Welt mehr? Anna neben ihr würde sterben, wenn sie keine Heilung bekam, für die Rivalin gab es keinen Platz hier meinte Liz. Emily hatte Angst davor was ihr Schicksal sein würde.

*

Kaz schlüpfte von hinten in den mächtigen Berserker Mark 3 und Jack verschloss seinen Anzug. Sein HUD kalibrierte und er prüfte die Waffensysteme. Die Unterarmklingen fuhren mit einem satten Schnappen aus. Er grinste zufrieden. Nach und nach verstaute er die restlichen Waffen. Das schwere MG mit angebautem Miniraketenwerfer. Die Kettenklinge, wie frisch aus Warhammer 40.000 und der schwere Raketenwerfer. Er sah Jack in seiner Cyber Ninjakluft zu wie er seine Klinge aufwärmte und die Klingen des Anzugs überprüfte. Reaper lud sein Gewehr und nickte ihm zu. Reaper passte besser als Alpha. Sie machten sich bereit für den Absprung in feindlichem Territorium. Ohne Rationen, ohne Backup. Nur sie drei gegen eine ganze Armee.
„Jungs, Armeeverbände der Nato machen sich bereit die Armee der Spinnenkönigin daran zu hindern Polen zu überrennen. Aber das reicht nicht. Ihr müsst die Basis infiltrieren und zerlegen und das Abwehrsystem deaktivieren, damit wir die Gefangenen und euch bergen und die Basis dem Erdboden gleichmachen können. Superwale und ein Alphawal halten sich dazu im Erdorbit bereit und die Railguns auf dem Mond und Mars sind schussbereit. Macht eure Nation stolz Geister, wir zählen auf euch.“
Die Heckklappe öffnete sich und er warf einen abfälligen Blick auf das Regal mit den Fallschirmen.
Heute nicht. Der Tod ist auf unserer Seite und wir sind seine Boten.
   Sie nahmen Anlauf und sprangen aus Tarn Beluga in die Tiefe unter sich. Er genoss die Geschwindigkeit und sie manövrierten sich in die richtige Position.
„Wir bleiben zusammen, erst nehmen wir das Abwehrsystem in Angriff. Rechnet damit, dass sie uns schnell orten werden. Wir machen es so wie wir monatelang trainiert haben. Wir spielen doch alle Videospiele. Ich bin der Tank, Reaper macht Support und Ripper ist der schleichende Kehlenschlitzer. In der Basis kontaktieren wir uns nur über den Alpha Link. Over und out.“
Wie ein Meteor stürzte er auf den Erdboden zu und Betonsplitter spritzten in die Höhe als der Boden und der seinen Füßen aufbrach und er in einem kleinen Krater in einer Explosion aus Trümmern und Staub zum Halt kam. Er schmunzelte, er schon aus höheren Distanzen ohne Schirm gesprungen. Er wischte sich ein bisschen Schutt von seinem Anzug und zückte sein MG.
   In Chameleontarnung rückten sie vorwärts. Die Tür war biometrisch gesichert. Ripper zog ein künstliches Auge aus einer Tasche und knackte damit die Tür. Sie waren drin. 
Die Lautsprecher knackten. Ah Fuck. Liz Stimme ertönte.
„Schönen Abend meine Lieben, die ihr gerade diese Tür geknackt habt. Ihr seid zu dritt. Ein zahnloser Wolf, ein treuloser Wichser und eine Teenie Göre. Solltet ihr nicht zu dritt gegen zahllose tausende antreten biete ich einen Deal an. Ihr gebt uns eine zweite Runde in unserem Kampf und ihr dürft leben und vielleicht auch hier wieder raus. Und Hände hoch ihr seid umstellt. Achja kleiner Anreiz gefällig zu gehorchen?“
Kaz der bis jetzt völlig gelassen im Ansicht der 68 Soldaten gewesen war wurde von heißer Wut gepackt, als Ambers furchtbare Schmerzensschreie durch die Gänge hallten. Du verdammte Kuh, dafür reiß ich dir den Kopf ab und spiel damit Fußball.
   Sie ließen sich von den überlegen grinsenden Soldaten von Mimik durch ein endloses Gewirr von Gängen führen. Trappelnde Schritte begleitet von dem schweren Stampfen seines Anzugs. Er überragte alle um einen guten Kopf. Größtenteils durch den Anzug. Und Jack war ein Mann geworden. Reaper war alles nur kein zahnloser Wolf mehr.
   Ihr Marsch wurde von den Schmerzensschreien seiner Tochter begleitet. Er kochte vor Wut. Und er wusste über den Link, dass Jack ebenfalls vor Wut schäumte. Die Soldaten pfiffen fröhliche Lieder. Ja würde ich bestimmt auch machen. Jack hatte sich die Gesichter gemerkt und würde genüsslich deren Unterkiefer herausreißen. Kaz war richtig stolz auf seinen Großen.
„Ähem, natürlich müsst ihr eure Waffen und Anzüge zurücklassen, aber Boxershorts sind erlaubt. Und, ach ein kleines Messer dürft ihr auch mitnehmen, es soll ja schließlich fair sein. Also zackig. Ausziehen, eins zwei drei, eins zwei drei.“
Liz lachte gackernd in Mikro. Bei dir sind aber auch nicht mehr alle Tassen im Schrank, dachte er sich.
Jack öffnete Kaz Anzug und half ihm heraus. Und dann raus aus der Pelle. Das Problem war nur, dass sie im Anzug gar keine Unterwäsche trugen, nur den engen Unter Anzug und den großen gepanzerten Anzug drüber.
   Die Soldaten lachten sie aus, als sie nackt durch den Gang geführt wurden. Lacht ihr nur, guckt wie weit ihr damit kommt. Sie wurden vor eine hermetische Schleuse geführt.
„Immer einer hübsch nach dem anderen, wir wollen es ja nicht zu einfach machen. Kaz darf als erster. Buhu, komm rette dein kleines Mädchen. Ich hab sie schöner gemacht.“
Liz lachte wieder schallend und Kaz überlegte sich eine gerechte Strafe für sie und trat ein.
Nackt betrat er einen hohen Saal mit Glasdach und hoher Galerie. Über dem Spinnenthron hing das Spinnenbanner von Mimik. Und die Sofas an den Rändern waren verschwenderisch mit weißen und schwarzen Pelzen bedeckt. Vor dem Thron aus dem Marmorboden waren Liegen mit drei Körpern ausgebreitet. Am kleinsten der drei fuhrwerkte Liz in ihrer Horrorgestalt und pfiff ein fröhliches Lied.
Im Nuh war er an Liegen. Konnte man kochende Wut steigern? Ein roter Schleier legte sich über sein Blickfeld als er seine drei Liebsten betrachtete. Emily, Anna und Amber. Wie nach Liz Antlitz.
Nackt, schneeweiße Haut und blutrote Augen, völlig haarlos und tätowiert. Annas Beine waren überhalb der Knie amputiert und ihr linker Unterarm fehlte. Emilys Arme waren nur noch Stümpfe und Amber? Ihr fehlten die Beine … und ihr linker Arm. Er schloss für einen Moment die Augen, während der pure Hass ihn überspülte.
„Sind sie nicht schön geworden? Ich will dass du Anna fickst, damit sie ganz viele wundervolle Babys bekommt, die wir als schöne große Familie großziehen. Aber sie ist alt und ich war beim Spielen zu rabiat, die ist bald tot. Sie stört ja eh nur. Und Jack fickt seine Freundin Amber. Schöne große Kinder, die die Welt regieren werden. Und wir sind alle gleich und ich bin die Reinheit und sie waren ganz schmutzig. Du hast sie nicht richtig geputzt. Ich habe sie nach mir geformt, nach ihrer Königin, also mir. Ach ja, wo du gerade nackt bist, ich will dass du mit mir schläfst, das hab ich sehr vermisst. Ich …“
„Nein.“
Ihre Augen wurden groß und sie wirkte empört.
„Wie bitte? Erneut betrittst du mein Haus ohne eingeladen zu sein und benimmst dich wie ein Barbar. Ich habe meinen lieben besten Freund etwas gebeten. Ich erwarte dass du mir gehorchst.“
Er lachte abfällig und wiederholte sich.
„NEIN!“
„Das ist ein sehr unschönes Verhalten, warum kannst du deiner Königin nicht gehorchen. Dann werde ich Amber wieder wehtun, den anderen Arm braucht sie ja auch nicht.“
„Du kennst doch dieses Spiel, wo der Protagonist einem Dämon einen Arm ausreißt und ihn damit zu Tode prügelt. Rühr meine Tochter an und ich mach das mit dir du durchgeknallte Schlampe“
Liz lachte abfällig und pfiff laut. Mara und Ryan tauchten auf und stellten sich vor ihn.
„Der Tanz beginnt?“
Die beiden nickten. Er grinste breit.
   Weniger als eine Minute später riss er Liz die Säge aus der Hand und zerquetschte ihre Hand.
Sie starrte ihn verblüfft an.
„Ryan Schatz, Mara Liebes. Warum lasst ihr das zu?“
„Sie sind nicht tot, aber ohne Arme kann man schlecht kämpfen. Und jetzt du.“
Sie kniff die Augen zusammen und fuhr ihre Unterarmklingen aus. Sie rammte ihm die rechte in den Bauch. Er zuckte nicht einmal zusammen. Unsicher zog sie die Klinge heraus an der rotes Blut klebte.
Sie rammte ihm beide Klingen ins Herz.
„Ouch. Der hat gesessen.“
Er spuckte ihr einen Batzen Blut ins Gesicht.
„Passt zu deinen Augen“
spottete er, während sie ungläubig und dann verängstigt die Klingen zurückzog. Er rieb sich über den Einstich auf Brusthöhe, die Wunden schlossen sich wieder.
„Das ist völlig unmöglich, sowas gibt es nur in der Fiktion.“
„Und du solltest eigentlich maustot sein, stattdessen folterst du meine Freunde und meine Familie.“
„Aber ich foltere sie doch gar nicht, ich mache sie hübsch, so wie mich.“
„Du hast meine Familie angegriffen, du hast Daggers Akte gelesen, du weißt was das heißt!“
Angstvoll wich sie zurück und versuchte zu fliehen. Sie wimmerte wie ein kleines Mädchen als er ihren Arm ausriss und damit solange auf ihren Kopf einschlug, bis ihre hässliche Visage nur noch zu erahnen war. Und er trennte ihr mit seinem Spezialmesser Beine und Arme ab. Er umfasste ihren Schädel und zerrte daran. Sie wimmerte seinen Namen. Seine Muskeln schwollen an und er riss ihren Kopf von den Schultern. Jetzt schwieg sie endlich. Er betrachtete den Kopf in seinen Händen, eine weiße Flüssigkeit lief aus dem Stumpf und über seine Hände, sie war warm und dickflüssig. Er zielte auf eine Marmorskulptur einer Spinne und kickte den Kopf wie einen Fußball dagegen. Das abstoßende Kunstwerk zersprang in tausend Splitter. Der Fall der Spinne.
   Jetzt mussten sie die anderen befreien. Er öffnete die Schleuse von innen und Ripper grinste ihn breit an und kickte ihm einen kieferlosen Kopf entgegen. Ripper hatte einen guten Job gemacht. 68 Tote Soldaten säumten den Gang, er watete in Blut und die Wände waren bis zur Decke mit Blut vollgespritzt. Ripper selbst war über und über mit Blut bespritzt und der leckte sich genüsslich das Blut von den Fingern.
„Reaper kümmert sich um den Abwehrschirm. Der dicke Fisch landet sobald die Flugabwehr außer Gefecht gesetzt ist. Ich weiß zwar nicht wie es mit dir steht, aber ich will nicht hier sein, wenn man Gesteinsbrocken von der Größe von Mehrfamilienhäusern vom Orbit auf diese Basis schmeißt.“
„Wir müssen davon ausgehen, dass die meisten unserer Lieben gefoltert und verstümmelt sind.“
„Ich weiß, ich hab Amber durch deine Augen gesehen. Schlimm. Danke dass du Ryan plattgemacht hast und Reaper ist happy über das Ende der falschen Mara. Also gut retten wir unser Lieben und dann Raus hier ASAP.“
Sie schlüpften wieder in ihre Kampfanzüge und transportierten alle vermissten aus dem Saal und aus ihren Zellen und transportierten sie zu ihrem Schiff.
   Mit Mann und Maus hoben sie ab und gewannen schnell an Höhe und an Land. Reaper und Ripper steuerten währen er die Verletzten versorgte und für ein bisschen nach Nahrung suchte.
Auf einem Display im Cockpit beobachtete er einen riesigen Schwarm Meteoriten mit Ziel auf die Basis niederstürzten. Der Alphawal hatte tausende Tonnen Weltraumgestein über der Erde abgeworfen. Größtenteils Metallversetzt. Jetzt galt es einen Krieg zu gewinnen und Mimik aus Europa zurückzudrängen. Aber das war nicht ihre Mission. Die war jetzt nämlich das Leben ihrer Familie zu retten.

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