Das Osiris Projekt – Teil 1- Kapitel 29

29. Kaz – 20. August 2045 – Freitagabend – Die Stunde der Geister

„Großer wir sind schon spät, zieh dich mal an sonst verpassen wir die Feier!“
Schlagartig wurde er wach. Er war mit einem Katalog auf der Brust eingenickt. Mit diesen Katalogen konnte er mittlerweile Türme bauen. Er warf die Wolldecke zur Seite und rappelte sich auf. Anna wartete schon mit ihrem hinreißenden türkisfarbenen Kleid. Er stützte sich auf der Brüstung ab.
Heute feierten sie Ambers 16. und Akiras 19. Geburtstag nach.
   Er würde seiner Tochter eine Katze schenken, zumindest einen Gutschein für eine Katze. Nach ihrem Ausflug ihm Zoo und ihrer Begeisterung für Großkatzen, war das irgendwie die einzig logische Schlussfolgerung gewesen. Karl würde das schon verstehen hoffte er. Er spielte schon oft genug mit dem Waran oder ging mit ihm spazieren.
   Das war immer der Brüller und er machte sich zum Affen. Aber das hatte er sich immer schon einmal erträumt. Und Karl war freundlich und sanft und ließ sich streicheln. Kasimir war immer etwas wild drauf und zog die Leine samt Herrchen hinter sich her, wenn er etwas Spannendes sah.
Zweiter Monat mit Anna in einem Haushalt war gut überstanden und sie kamen gut miteinander klar. Sie hatten noch nie richtig zusammen gewohnt, und das war ihr erstes Mal. Amber kam gut mit ihr klar, auch wenn sie sie nicht Mama rief sondern beim Vornamen nannte. Aber sie akzeptiere, dass Anna in nicht allzu langer Zeit per Gesetz ihre Mutter werden würde, oder Stiefmutter, er hatte die Terminologie nicht so drauf.
„SIR, SIR! AUFWACHEN!“
Hal klang hellauf alarmiert.
„Ein Konvoi mit Vans der Clowns nähert sich in hohem Tempo ihrem Elternhaus!“
Verdammte Scheiße, warum konnten wir nicht hier feiern wo alles sicher ist. Aber dort. Alle verbliebenen Solomons auf einem Haufen. Der CEO eines Megakonzerns mit seiner Tochter, Eine schwer erfolgreiche Architektin mit ihrem Sohn, Ein erfolgreicher Autor mit seiner Tochter, und ein älterer Star Architekt mit seiner Frau. Auf dem Präsentierteller für die Clowns. Fuck, darauf haben die es wohl abgezielt. Uns erst in Sicherheit wiegen und dann zuschlagen wenn wir am schwächsten sind.
„ANNA! Raus aus dem Kleid, rein in deinen Anzug, ich brauche Feuerschutz. Die AWM ist im Schuppen.“
Anna ließ alles stehen und liegen, warf ihre High Heels zur Seite und schoss ins Schlafzimmer, er folgte ihr auf dem Fuß. Hal übermittelte ihm dass der Omega Avenger schon los preschte und Suzi den Lambda Swordfisch startklar machte, dessen Chamäleonhaut jetzt pechschwarz wurde.
Jetzt hatte sich das viele Üben bewährt gemacht. In Windeseile waren sie fertig und Kaz stopfte drei Reservemagazine in das Geschirr, das sich über den Anzug spannte. Er zog den Schlitten der schwarzen HK MR308 zurück und schnallte sie sich auf den Rücken und Anna schnappte sich ihre AI AWM und sie sprinteten zum Fahrstuhl. Und schossen zum Dach. Die Menschen oben drehten sich erschrocken zu ihnen um, als sie an ihnen vorbeirannten. Die Turboprop Triebwerke des Swordfish drehten schon auf allen Touren und sie sprangen durch die Heckklappe an Bord. Sie verständigten sich über eingebauten Funk. Die Klappe blieb offen und der Swordfish hob ab und gewann schnell an Höhe. Sie donnerten niedrig über die Stadt hinweg.
„Ich geh über das Dach rein und Suzi setzt dich in einiger Entfernung ab. Mein Anzug absorbiert Stürze bis dreißig Meter und deiner?“
„knapp vierzig.“
„Suzi gehört?“
„Klar und deutlich. Achtung ich kippe die Rotoren und geh ein bisschen auf Höhe. Nehmt Fallschirme, dann seid ihr gut mit dabei. Hab leider kein Equipment für einen HALO Sprung an Bord. Hal hat schon eine gute Position für den Sniper Overwatch ermittelt. ETA ist in fünf Minuten. Ich sag euch Bescheid wenn es Zeit für den Absprung ist, erstes Licht für Kaz, zweites für Sie Madam.“
er schnallte sein Gewehr vor die Brust und sie stiegen in die Fallschirme. Es waren schnell öffnende Schirme für Basejumping. Sie prüften gegenseitig ihr Equipment.
   Kaz Herz pochte. Über sein HUD sah er eine Videoeinblendung und sah dass die Clowns das Haus erreicht hatten und die Security überwältigten oder einfach erschossen. Die Polizei riegelte den Bezirk ab. Dreckiger korrupter Abschaum. Heute Nacht würde es sehr persönlich werden.
   Die Zeit verging wie im Fluge und das Grüne Lämpchen sprang an. Er sprang in den Nachthimmel hinaus und drehte sich in eine stabile Position. Er war nicht sehr hoch und zog fast sofort an der Leine. Als er etwa zwanzig Meter über dem Dach war, schnitt er den Fallschirm los und fiel wie ein Stein nach unten. Er kam schnell näher und krachte durch das alte morsche Dach. Es schepperte ordentlich als er auf dem Boden des Dachbodens landete und Ziegeltrümmer auf den Dielenboden regneten.
   Klopf Klopf Schweinehunde. Er prüfte schnell seine Waffe, entsicherte und trat die Tür zum Treppenhaus aus den Angeln. Ein paar Clowns rannten die Treppe hoch und er erschoss sie ohne zu zögern. Immer zwei Schüsse in die Brust und einer in den Kopf. Die toten Körper sackten zusammen und er rannte an ihnen vorbei an ihnen vorbei. Sein HUD zeigte ihm den Kugelstand. Die Clowns fielen wie die Fliegen und er bemerkte ihre Bewaffnung. Russische und chinesische Sturmgewehre. Überraschte ihn nicht. Er prüfte zuerst die Gästewohnung seiner Eltern. Leer. Dann die Wohnung seiner Schwester. Er fand sie auf dem Wohnzimmerboden in einer riesigen Blutlache und regelrecht mit einer Kettensäge zerstückelt.
   Sein Kiefer krampfte und er zitterte vor Wut. Die Kameras in der Wohnung seines Bruders zeigten sieben Clowns und Adrian Drosser in seinem lächerlichen bunten Joker Anzug. Er kochte vor Wut und warf das Gewehr zur Seite. Kugeln waren eindeutig zu schnell. Er zückte sein schweres Kampfmesser und sprang im Treppenhaus nach unten. Ein Clown sah ihn und rüttelte an seinem Gewehr herum, das offensichtlich klemmte. Kaz nahm Anlauf und trat dem Clown mit Anlauf in den Schritt. Der krachte gegen die Haustür und Blut strömte zwischen den Beinen hervor und er wimmerte vor Schmerz. Nicht für lange. Links klappte eine Klinge aus der Unterarmpanzerung und er rammte sie dem Clown durch die Augenhöhle in den Schädel. Er schlüpfte in die Wohnung und machte die Clowns platt, die gerade dabei die große Torte und den schön gedeckten Esstisch zu demolieren. Einem rammte er die versteckte Klinge von unten durch den Kiefer in den Kopf, einem anderen Schnitt er die Kehle durch und dem letzten riss er den Kiefer ab. Wie als würde der Anzug wissen, in welcher Rage er sich befand, wurde er schneller und die Attacken stärker.
   Zwei Clowns mit russischen AK-103 Sturmgewehren stürmten in den Raum und ballerten auf alles und trafen praktisch nichts und die wenigen Kugeln die Kaz trafen, prallten wirkungslos an seiner Panzerung ab. Dem rechten durchschnitt er die Beinarterien und rammte ihm die Klinge in den Schritt, dessen Schmerzensschrei hallte durch die Nacht. Dem linken stach er zuerst die Augen aus und rammte ihm ein Messer tief in den Rachen. Jetzt waren es nur noch zwei Clowns und Adrian. Einer der Clowns wollte durch das Fenster fliehen. Kaz war sofort bei ihm und rammte seinen Kopf gegen und durch das Fenster und zog sein Gesicht durch die Scherben. Der Clown war eine Frau und sie wimmerte vor Schmerzen.
   Adrian fuchtelte Panisch mit einer Pistole vor ihm herum. Er hatte sich die Haare Grün gefärbt und trug Clown Schminke. Falsches Universum du Flasche. Er brach ihm den Arm und ein trat ihm mit  voller Wucht von vorne so gegen das Knie, dass das Bein nach hinten wegbrach. Du bist ein miserabler Joker. Er warf einen Blick auf das Alkoholregal und ihm kam eine Idee für den letzten Clown. Dem brach er Arme und Beine und goss eine Flasche mit siebzigprozentigem Rum über Oberkörper und Gesicht. Ihr Clowns habt es doch so gerne mit dem Feuer. Hier ist deins Arschloch. Flammen loderten und es stank schnell nach verbrannten Haaren und Fleisch. Die Schreie des Clowns waren wie Musik in seinen Ohren.
   jetzt das Dessert. Er zerrte den wimmernden Adrian auf eine freie Fläche und riss den Anzug auf.
Genüsslich ritzte er die fünf Linien in die Brust.
Daggers Dolchsymbol.
SEIN Symbol.
   Er zückte seine M1911 und schoss Adrian in die Brust. Und dann aus Spaß zweimal in den Eier. Adrian bäumte sich auf und öffnete den Mund, gurgelte aber nur Blut hervor. Der König der Junior Clowns am Boden.
   Hatte er wen vergessen? Achja, die Fotze mit dem zerschnittenen Gesicht.
Das Extra Dessert. Er Riss ihr den Kiefer ab und zerstach ihr die Augen. Das letzte Bild, das du jemals sehen wirst ist mein Messer.
   Er seufzte tief und steckte das Messer und die Pistole weg. Er fühlte sich großartig.
Im Wohnzimmer fand er seine Familie. Alle grausam hingerichtet.
„Kaz beweg deinen Arsch. Polizei rückt mit zwei SEK Trupps an.“
Meldete Anna über Funk. Wilder Eifer kam in ihn hoch und sein Herz pumpte wie wild Blut durch seine Adern. Euch dreckigen Abschaum nehme ich mir auch noch vor. Das Messer ist durstig. Es hat schon lange kein Blut kosten dürfen.
„Wer bist du? Bist du der Tod?“
Er zuckte zusammen. Papa!
Sein Vater lag auf dem Boden und Blut strömte aus einer Wunde am Hals. Eine tödliche Wunde. Kaz kniete sich hin und schob das Visier seines Helmes hoch. Ein warmes Lächeln breitete sich auf Papas Gesicht aus.
„Kaz, die SEK ist da und kurz darauf, dass Haus zu stürmen. Raus da verdammt.“
Kam es von Anna. Aber das war ihm egal. Sein Vater lebte noch, wenn auch nur noch für einen Moment. Er hielt den schwächer werdenden Körper seines Vaters in den Armen und Tränen rollten ihm über die Wangen.
„Jetzt bist du das Oberhaupt. Ich bin stolz auf dich. Lebe wohl.“
Als der Blick seines Vaters brach, schluchzte er unkontrolliert. Und das Licht ging aus.
Von draußen hörte er Gemurmel, dann Schreie, vereinzelte Schüsse und dann nur noch Stille.
„Kaz Großer, das ist Alphas Rudel!“
Annas Stimme klang panisch. Er legte den Körper seines Vaters sanft zu Boden und erhob sich langsam.
   Er wusste schon, dass Alpha hinter ihm stand und er drehte sich langsam um.
Alpha in seinem Nachtschwarzen Kampfanzug stand hinter ihm.
„Willst du mich töten?“
Alpha schüttelte den Kopf.
„Ich und mein Pack haben versagt die unseren zu schützen. Familie ist etwas sehr heiliges. Es tut mir Leid verdammt nochmal.“
Fuck, diese Stimme! Das war Wolfgang Bluhm, KSK Offizier und Maras Vater. Und sein Freund und Mentor.
   Wolfgang klappte sein Visier hoch und trat auf ihn zu, Tränen liefen ihm über das Gesicht und tränkten seinen weißen Vollbart.
„Komm her Kleiner.“
Wolfgang umarmte ihn fest.
„Erst konnte ich meine Mara nicht schützen und jetzt nicht deine Familie. Ich habe auf ganzer Linie versagt.“
Ein Schock lief durch Kaz. Verdammt, was war mit Amber, Akira und Jack?
„Was ist mit den Kids?“
Wolfgang löste sich von ihm und sah ihn lange traurig an. Kaz Herz krampfte sich zusammen.

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