Das Osiris Projekt – Teil 1- Kapitel 23

23. Kaz – 3.Mai 2045 – Mittwoch – So wie früher

Kaz beobachtete die linksautonome Bar und wartete geduldig. Um kurz nach Eins kam Andreas Ex-Freund heraus und ging mit etwas wackligen Schritt die Straße entlang. Gleich würde er bei Kaz sein. Er drückte sich gegen die Wand der kleinen Gasse und verschmolz mit den Schatten.
   Der Typ ging an der Gasse vorbei und Kaz schlug zu. In den Würgegriff, Mund zu halten und in die Gasse zerren. Im nu war der Typ k.o. Er zückte eine Spritze, zog die Kappe ab und gab dem Typen die volle Ladung in den Hals, jetzt träumst du erstmal süß. Ein Wagen hielt vor der Gasse. Ein uralter rostiger VW Passat in ausgeblichenem grün. Wolf stieg aus und sie luden den Bewusstlosen in den Kofferraum und warfen eine Decke über den Typen. Sie stiegen vorne ein und fuhren los.
„Wo hast du denn diese Affenschaukel gefunden, alter Mann?“
„Den hab ich mir geliehen, bei einer Entführung muss man immer unauffällig sein.“
„Schön und gut aber hast du auch einen Ort, wo wir den ausquetschen können.“
„Und ob ich den weiß, wir besuchen einfach die Potsdamer Mafia.“
„Verarsch mich nicht sowas gibt’s nicht.“
„Offiziell nicht aber die Jungs und Mädels sind ja auch gut in ihrem Job. Ich hab dir doch erzählt dass ich in Potsdam aufgewachsen bin. Nicht so schlimm wie die gute Liz, aber das Haus war schon ganz schön alt und nicht saniert. Jedenfalls bin ich als Junger Mann zu einer Menge Geld gekommen und ich habe das Haus gekauft und die beiden daneben auch. Unter Falschen Namen natürlich. Und dann habe ich mir ein paar Jungs und Mädels ausgesucht, die da einziehen. Junge Leute, die sich das reiche Potsdam nicht leisten können und etwas außerhalb eine WG gründen und unabhängig sein möchten. Selbst Energie erzeugen, Sachen reparieren, Alltagsgegenstände selbst herstellen und Obst und Gemüse anbauen, sowas eben. Und bis heute hält sich dieses Bild. Aber die Wahrheit wird dir mehr gefallen. Diebe, Einbrecher, Attentäter, Hehler, Schmuggler, Fälscher, Geldwäscher, Drogenmixer und Prostituierte. Ich sag nichts bekomme zwanzig Prozent von den Einnahmen und die zahlen dafür keine Miete und bekommen Schutz von mir und meinen Jungs, das Geld hab ich mit den schwarzen Wölfen fair geteilt. Wer legt sich schon mit der besten Spezialeinheit der Welt an? Die die es versucht haben sind heute alle Tot und sie sind nicht natürlichen Todes gestorben. Hahaha. Und das Virus hat sich ausgebreitet und die ganze Straße unterwandert. Die haben Keller und Tunnel zwischen den Häusern gegraben, das ist ein ganzes Labyrinth da unten. Natürlich hab ich ihnen ein paar Tricks beigebracht, wie man‘s macht und so. Und sie machen keine Geschäfte mit den Clowns. In dem Haus in dem ich aufgewachsen war gibt es unterm Dach ein kleines Zimmerchen wo ich ab und zu penne, wenn ich Krach mit meiner Frau hab. Die Mädels dort trösten mich ab und an. Und das Gras, das die da anbauen ist erste Sahne.“
„Tja, du hast Geheimnisse und ich habe meine Geheimnisse. Manche größer, manche kleiner.“
„Und wir beide gehen durch dick und dünn, so wie früher kleiner.“
Sie fuhren aus Berlin raus und auf die B2 in Richtung Potsdam, sie unterhielten sich nicht. Stattdessen durchsuchte Kaz das Handschuhfach und fand ein paar alte Drei Fragezeichen Kassetten, er legte gerade die A Seite von Superpapagei ein als sie Spandau hinter sich ließen. Die altbekannte Melodie dudelte und das Hörspiel startete. Wolf schmunzelte. Er war mit dem Zeug aufgewachsen.
„Was ist deine Lieblingsfolge?“
„Ich hab da so einige, aber die frühen haben immer einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen.“
Sie lauschten der Geschichte und fuhren mit gemäßigtem Tempo Potsdam entgegen.
„Eine so schöne, so hässliche Stadt. Alles haben sie mit hässlichen Betonklötzen zutapeziert und die Mieten kann sich kein Normalsterblicher mehr leisten, immerhin haben sie die Altstadt und die zerbombten historischen Sachen wiederaufgebaut. Aber wo viel Geld ist bleibt auch genug für uns übrig. Das ganze Unternehmen bringt mit ein ganz hübsches Sümmchen Schwarzgeld jeden Monat ein. Weißt du, Kommandant der Wölfe hin oder her, viel verdient man damit nicht. Und ich stehe kurz vor der Rente, von diesem Hungerlohn will ich nicht leben müssen. Ich würde nur gerne meine Frau loswerden, wie gut, dass die nicht eingeweiht ist. Immer macht sie alles kaputt was mir lieb und teuer ist. Vielleicht hätte Mara noch gelebt, wenn sie nicht so ein abscheuliches Biest zu ihr gewesen wäre. Wäre ich doch nur da gewesen und hätte sie beschützt.“
Große Bitterkeit lag in Wolfs Stimme. Sie erreichten Potsdam und Wolf fuhr nach Westen in Richtung Bornstedt. Fünf Minuten später bog Wolf rechts in eine Straße ein, wo um diese Uhrzeit nicht mehr viele Lichter brannten, auf halber Strecke bog er nach links auf einen sandigen Hof ein. Laute Musik drang aus einer offenen Tür hinterm Haus. Sie hielten an und Wolf drehte den Motor aus. Zwei junge Frauen mit großen Möpsen in entsetzlich engen Latexkleidern und hohen Absatzschuhen rauchten ein paar Zigaretten. Die eine winkte Wolf zu, als dieser ausstieg. Für die Mädels schien es eine Selbstverständlichkeit zu sein, dass sie einen Bewusstlosen in eine Decke eingewickelt ins Haus trugen.
„Erster Stock Großer, die Tür ist wahrscheinlich verschlossen. Aber du gehst ja nie ohne Dietriche aus dem Haus. Das Bad in der Wohnung ist der Platz fürs Eingemachte. Alles abgeklebt und schallisoliert. Da drin kannst du eine Bombe zünden und keiner bekommt es mit.“
Der Typ war nicht gerade leicht. Er knackte das Schloss oben und sie bugsierten ihn ins Bad. Dort war ein Metallstuhl über einem Ausfluss fest in den Boden geschraubt. Sie zogen den Kerl bis auf die Haut aus und fesselten ihn mit Kabelbindern an den Stuhl.
„Das dürfte halten, wenn du ihm die volle Ladung gespritzt hast, bleiben uns ein paar Stunden. Komm mal mit nach nebenan. Da können wir ihn durchleuchten.“
Kaz folgte Wolf in einen mit Technik vollgestopftes Zimmer, der ältere Mann räumte eine Stelle frei und musterte das Handy.
„Ein generisches Smartphone von Samsung, das vorletzte Modell der Mittelklasse. Solide Sicherheitseinrichtung, aber kein Prism deine Freundin Lara werden wir wohl nicht brauchen. Moment mal, was ist denn das für ein Stümper, man kann es einfach durch wischen entsperren, kein Fingerabdruck oder Gesichtsscan. Vollidiot. Dann wollen wir mal sehen was dieses Smartphone über seinen Besitzer aussagt. Scan läuft. Hast du Durst? Das wird etwa eine Viertelstunde dauern.“
„Klar warum nicht.“
Wolf tippte auf ein paar Tasten und der Lüfter des PCs heulte auf, als der Prozessor ordentlich beansprucht wurde. Wolf führte ihn in eine geräumige Küche mit Blick auf den Innenhof. Die Party war immer noch im vollen Gange und noch mehr Leute in Latex Outfits rauchten auf dem Hof. Interessante Gegend.
„Die Leute die diesen Club da unten betreiben sind echt nett und ein paar der netten Mädchen hätte ich glatt gerne als Töchter. Die behandeln mich auch so, als wäre ich ihr Papa. Aber die Welt ist eben ungerecht. Ich hab unseren Besuch angekündigt und wir sind gut versorgt. Ein paar Jungs hier in der Straße betreiben einen Imbiss und ein paar andere ein indisches Restaurant.“
Auf dem Tisch stand eine Warmhaltebox und Wolf entnahm zwei eingepackte Döner, im Kühlschrank waren ein paar Flaschen Budweiser und Cola. Sie entpackten ihr Essen, entkorkten die Flaschen, Wolf goss sich gekonnt ein und sie prosteten sich zu. Lecker, Knoblauch und extra viele Zwiebeln, Liz würde ihn wohl nicht so schnell mehr küssen.
„Ich genieße das sehr, ganz wie in alten Tagen. Nur macht es mir sorge, dass die Geister wieder aufgetaucht sind, dass könnte unserer Vorhaben erschweren, gerade mit diesem Wichser Dagger will ich nichts zu tun haben. Seine letzte bekannte Tötungsmission hatte maximale Opferzahlen. Und er ist ein sadistischer Scheißkerl. Wir sind eine saubere Organisation, da können wir sowas nicht brauchen. Und er ist immer schlecht gelaunt wenn man ihn nachahmt. Siebzehn Tote, das war doch nur ne Aufwärmung für den Sack. Meine Jungs haben geschnüffelt und beim letzten Mal sind über zweihundert Menschen durch seine Hände Hops gegangen. Zweihundert in einer Nacht, was für ein krankes Schwein macht sowas? Der nimmst uns doch als Vorspeise. Also wir machen das gleich ganz sauber und machen diesen Pisser nicht unnötig schmutzig. Und in kein Organ schießen, was wir noch gebrauchen können, ich hab einen Organspende Ausweis gefunden und das gibt immer ganz gut Knete. Ich bin sehr auf die Werte gleich gespannt.“
Kaz schob sich das letzte bisschen Döner zwischen die Kiemen und spülte mit der Cola nach.
„Wie machen wir es?“
„Kleines Verhör, wir lassen ihn zappeln und wimmern und knallen ihn ab und dann gucken die Mädels unten was man verwerten kann und die Reste schmeißen wir in ein Säurebecken. Ganz Saubere Angelegenheit. Und dann lackieren wir den Passat um und er bekommt neue Nummernschilder. Ganz einfache Sache.“
Sie wuschen sich die Hände mit Seife an der Spüle und gingen ins Rechenzentrum nebenan.
„Ah wunderbar, komm hol dir einen Stuhl. So wen haben wir denn da. Robert Müller, fünfunddreißig Jahre. Der Name ist so generisch dass das fast schon wie ein Alias klingt. Mal sehen, arbeitet in einer linksautonomen Bar als Kellner und Barkeeper, handelt mit Rauschgift nebenher und hat mit Andreas Kreditkarte regelmäßig schmutzige Sachen bezahlt. Besitz von Waffen, harten Drogen und Diebesgut. Nettes Kerlchen. Hat etwa dreitausend Euro auf dem Konto, das werde ich gleich mal an eins unserer Konten transferieren und ich schick ein paar Jungs zu seiner Einzimmerwohnung um sie nach etwas Brauchbarem zu durchsuchen. Hundert Mäuse in der Brieftasche, du mit deinem Avenger hast bestimmt noch genug Kleingeld übrig. Davon besorge ich Karl ein paar schöne Pfirsiche. Mh, hat Andrea mehr als einmal in bewusstlosen Zustand vergewaltigt und Nacktbilder von ihr online verbreitet. Die Gute hat einen beschissenen Geschmack für Männer. Hier arbeiten ein paar gute Jungs, vielleicht sollte ich die mal vermitteln. Ich denke das reicht, lass uns diesen Pisser aufwecken.
Warte ich gebe dir was.“
Wolf drückte ihm eine Beretta 92 mit Schalldämpfer in die behandschuhte Hand. Er mochte den Italiener, auch wenn ihm in den letzten Jahren die Belgier sehr ans Herz gewachsen waren. Die Browning High Power und besonders seine geliebte FN Five-Seven.
   Im Bad verabreichte Wolf dem Bewusstlosen eine Spritze und binnen Sekunden wachte der japsend und zitternd auf. Sein Blick ging fahrig durch den Raum und blieb an Kaz Waffe hängen. Auf einmal wurden die Augen des gefesselten Robert Müller riesengroß und er wimmerte.
„Was wollt ihr, bitte tut mir nichts, wollt ihr Geld? Das kann ich euch besorgen. Oder Drogen? Oder Mädchen? Ich gebe euch alles nur bitte tut mir nichts.“
Tränen liefen Robert über die Wangen. Wolf trat vor.
„Diebstahl, Vergewaltigung und Angriff auf Polizei Beamte, das bringt ein paar Jährchen, und die Jungs im Knast gehen nicht so zimperlich mit Vergewaltigern um, also kommst du bei uns sogar noch gnädig weg. Und du siehst unsere Gesichter, also wirst du lebend diesen Raum nicht verlassen!“
Kaz schnaubte.
„Wolf, wie schalldicht ist dieser Raum?“
„Wir haben Blanks des Kalibers .50 BMG abgefeuert und das hat kein Schwein gehört, mach schon, ein bisschen Spaß muss doch auch sein.“
Kaz schoss Robert eine 9mm Kugel mitten in die Eier. Der quickte auf wie ein angestochenes Schwein und wimmerte während ihm Bäche von Tränen über die Wangen liefen.
„Was ein Waschlappen, komm beende es, das ist doch peinlich.“
Kaz schoss Robert ohne zu zögern in den Kopf, genau zwischen die Augen.
Der tote Körper erschlaffte und Blut tropfte auf den Boden. Draußen hörte man ein Klopfen.
„Ah pünktlich wie die Maurer.“
Vor der Haustür standen vier Männer in schwarzen Outfits, mit einem Leichensack und Putzsachen. Dem Anführer drückte Wolf zwei Hunderter in die Hand.
„Leider sind wir noch nicht so weit, dass wir uns Goldmünzen prägen lassen können. Aber wir arbeiten daran. Macht’s gut Jungs.“
Die vier grüßten ihnen zu und Kaz und Wolf gingen im Treppenhaus nach unten. Auf der Steintreppe zum Hof setzten sie sich und Wolf drehte gekonnt einen Joint.
„Zieh auch mal dran, tut immer wieder gut und mir hilft es gegen die Rückenschmerzen. Ich werde auch nicht mehr jünger und mein Körper zerfällt langsam.“
Kaz nahm einen tiefen Zug und sein Kopf fühlte sich etwas leichter an. Er drehte sich eine normale Zigarette und steckte sie sich mit dem Zippo an. Hatte er gesagt, dass er Nichtraucher war? Das war gelogen. Anna hatte ihn angestiftet und sie fand es sah cool bei ihm aus. Er freute sich auf seine zweitbeste Freundin, vielleicht traute sie sich ja her, wenn Liz weg war.
„Wie in John Wick, er und sein Mentor. Und du siehst auch noch so aus. Wörtlich.“
„Ich weiß. Und wir werden beide alt. Und unsere Familien wissen nicht womit wir unsere Brötchen verdienen. Für meine Familie bin ich immer noch der Loser der einen Zufallstreffer gelandet hat.“
„Aber nicht, dass du es versehentlich irgendwas blödes ausplauderst.“
„Quatsch, mein Bruder ist zu beschäftigt um irgendwas zu schnallen und der Rest der Familie denkt ich wäre ein Art Geheimagent.“
„Tja, das ist nicht so fern der Wahrheit. Du hast ein gutes Herz Großer. Ich möchte, dass es dir gut geht und pass auf Amber auf. Anna wird sich gut als Mutter machen, das hat sie schon bewiesen.“
„Wo ist eigentlich der Passat hin.“
„Hab ich doch gesagt, der bekommt ein Facelifting. Ich schlaf die Nacht hier und fahr morgen mit der S-Bahn zurück. Hab immer Berlin ABC Tickets dabei.“
Plötzlich fuhr ein Alter Opel Astra in dem Standard Silber auf den Platz und zwei Männer sprangen hektisch heraus. Sie rannten mit einer Trage ins Haus. Eine junge Frau die man gefoltert und heftig verstümmelt hatte. Skalpiert. Ohren, Nase und Lippen abgeschnitten und Augen zerstochen. Kaz und Wolf traten die Kippen aus und rannten hinterher. Im zweiten Keller waren ein modern eingerichteter Operationssaal. Eine Ärztin eilte in den Saal. Die beiden Typen wuchtete die Frau auf den Tisch.
„Fuck das ist Alina. Die sollte nur einen Freundschaftsbesuch machen. Die Schweine haben ihr auch noch die Zunge herausgeschnitten und Finger und Handgelenke zertrümmert. Das bekommen wir nicht alleine hin, dafür haben wir nicht die Ausstattung!“
Kaz hob eine Braue, zückte sein Prism und tippte eine Nummer ein.
„Kaz Bruderherz, was gibt’s?“
„Was kostet eine vollständige Plastische Wiederherstellung eines Gesichts, zuzüglich augmentierten Augen, Zunge und Händen? Plus ein CQC Upgrade der Stufe zwei.“
„Hoppla, was geht denn da bei dir ab, schick mir mal Details.“
Kaz machte ein paar Bilder von Alina. Am anderen Ende hörte er seinen Bruder japsen und sich in einen Mülleimer übergeben.
„Was zum Fick machst du denn? Erst die Sache mit unseren Eltern und jetzt das. Ok. Wo ist das? Wir schicken einen Trupp hin und holen die kleine ab. Wenn du dir den Avenger leisten kannst dann bezahlst du die Operation aus der Portokasse.
„Es ist nicht ganz legal wo ich hier bin, ich schicke ein paar Jungs los und gebe dir die Koordinaten. Schick am besten einen Hammerhead.“
„Ist gut, wir warten auf dein Signal.“
Er beendete den Anruf und alle starrten ihn mit offenen Augen an.
„Sie helfen einer verletzten Frau einfach so, die Sie noch nie gesehen haben. Wie können wir Ihnen danken?“
„Erstmal bin ich Kaz und zweitens schickt‘ Boten nicht unbewaffnet los. Horizon gibt der kleinen ein nettes Upgrade. Das erste Mal geht aufs Haus, nächstes Mal zahlt ihr.“
Die Ärztin flickte die Wunden und einer der Typen hängte die Frau an eine Blutkonserve.
„Danke kleiner, das war sehr freundlich. Wenn ihr nach Norden über die Felder rausfahrt gibt es genug Stellen wo man eine Übergabe gestalten könnte. Macht sie transportbereit und dann geht’s los, schickt mir eure Koordinaten, dann kommt der Rest. Kaz komm mal mit.“
Sie gingen die Treppe hoch in den zweiten Stock.
„Hier sind wir ungestört. Danke für deine Hilfe, die nehmen wir gerne an. Das wird dir Alina nie verzeihen. Ich hätte eine kleine Aufgabe für dich. Alina sollte eine Lieferung an Juri den Zwerg bringen, der gehört zur russischen Mafia und die versuchen hier Fuß zu fassen. Alina ist neu bei uns hier oben und das sollte ein simpler Routine Job sein. Das finde ich nicht sehr nett, sie so zuzurichten. Das bedarf einer Antwort. Hättest du Lust die Nachricht zu überbringen? In deinem Fall natürlich ein Sack .308 Winchester in Geschenkpapier eingepackt.“
„Du weißt dass du mich nicht fragen musst wenn es um sowas geht. Ich fahr hoch zur Nordspitze des Buga Parks, da hat Hal den Avenger X5 geparkt. Eine Adresse wäre nett.“
„Immer einen Schritt voraus. Also mach es sauber und hinterlass keine Spuren. Rund um die Fabrik hast du doch ein paar tote Dörfer als Tarnung. Das haben die Russen auch ausprobiert und sich in einem winzigen Kaff Nordwestlich von Potsdam eingenistet. Danke dir Kaz, das vergesse ich dir nicht. Brauchst du Hilfe?“
„Glaube ich nicht, mit was muss ich rechnen?“
„Juri den Zwerg, ein paar loyale Mädels dieses Pissers und bestimmt ein Dutzend Schläger.“
„Gut, dann bin ich zum Frühstück wieder zurück. Bis gleich.“
Wolf umarmte ihn und sah ihm nach als er das Treppenhaus hinab lief.

*

„Hal wie sieht es aus?“
„Ein Haufen sadistischer Stümper. Sie haben nicht mal geschnallt als wir ihre Telekommunikation gegrillt haben. Sie werden keine Probleme haben. Für den Fall der Fälle geben wir mit Railgun, .50 BMG Maschinengewehr und Dronen Feuerschutz.“
„Lassen wir es mal nicht so weit kommen. Das ist reine Routine.“
Er lud sein schallgedämpftes HK MR308 und näherte sich im Stealth Modus seines Anzugs dem Hintereingang des Hauses. An ihm ging eine tätowierte und gepiercte Frau vorbei, die ihn nicht bemerke. Im Keller entdeckte er fünf Männer und eine Frau beim Poker spielen. Er schoss sie alle sechs mit jeweils einem Schuss in den Kopf. Auf dem Tisch lag ne Menge Geld, das würde er sich später holen. Im Erdgeschoss erledigte er heimlich vier und im ersten Obergeschoss fünf schlafende Drecksäcke. Im zweiten Obergeschoss wartete das Dessert auf ihn.
   Er scannte den Raum hinter der schweren von innen verschlossenen Tür. Zwei Saßen auf der Couch, einer stand an einer Bar und zwei Frauen saßen neben dem Boss, Juri dem Zwerg. Wie die Szene in einem seiner Lieblings Actionstreifen, The Equalizer mit Denzel Washington.
Er knackte das Schloss, öffnete die Tür und spazierte in den Raum.
„Ey Man, was soll die Scheiße?“
Kam es von Juri der viel zu sehr mit einer der nackten Frauen beschäftigt war.
„Hey Man, was soll das, wer hat dich geschickt?“
„Die Frau, der du heute die Augen ausgestochen hast.“
„Alina die Fotze, genau, sie wollte nicht, dass ich mit ihr spiele. Komm gib doch nicht so den harten Typ in deiner Möchtegern Ninja Ausrüstung. Bist hier reingeschlichen und willst mich erschießen. Ich bitte dich, meine Jungs hauen dich zu Brei. Kommt schon.“
Er dachte an das Versprechen an Wolf es sauber zu machen. Drei Schüsse später lagen die Schläger auf dem Boden. Juri und die Mädchen waren nun gar nicht mehr gelassen.
„Verdammte Scheiße bist du sowas wie John Wick? Wir haben ganz viel Gold und Geld in dem Safe da, ich gebe dir die Kombination wenn du mich am Leben lässt.“
„Ok das lässt sich einrichten.“
Unter dem Visier grinste er breit. Juri würde so oder so sterben. Er erschoss die beiden Mädchen und zerrte den kleinwüchsigen Juri über den Schreibtisch und fesselte ihn.
„Moment Mal, so war das nicht abgemacht. Verdammt die Kombination ist 1234. Und jetzt lass mich in Ruhe. Wir hatten einen Deal.“
„Mir egal.“
Kaz testete die Kombination und starrte beeindruckt auf den fetten Stapel Goldbarren. Dann erschoss er auch Juri. So wurde das ja vielleicht doch noch was mit den Goldmünzen.

*

Er parkte den Avenger X5 in der Tiefgarage vom Platz der Nationen eins und ging hoch ins Center. Beim Bäcker kaufte er sich das volle Sortiment an frischen Gebäckstücken. Die Bäckereifachverkäuferin starrte ihn mit großen Augen an als er eine Rolle Fünfziger hervorholte und mit einem der Scheine bar bezahlte. Das Wechselgeld stopfte er in die Hose und nahm den Stapel Tüten mit beiden Händen.
   Es leben elektronische Schlüssel, denn er hatte gerade echt keine Hand mehr frei. Die Tür zu 3-VII öffnete sich lautlos und er legte seine Beute auf die Arbeitsplatte in der Küche und warf schon mal die Kaffeemaschine an. Es war kurz vor sieben. Wolf würde ihm seinen Anteil geben, der würde hoffentlich Alinas Operation decken, die kleine würde vermutlich nie mehr sprechen können. Wenn man vom Teufel sprach, sein Prism läutete.
„Immer noch im Büro Johnny? Bei mir und Liz gibt es gleich Frühstück.“
„Ja, ich hab ne halbe Packung mit Koffeintabletten geschluckt. Ich verfolge da so eine Sache. Die gute Alina konnte zum Glück noch hören und wir haben sie durch das Programm navigiert. Sie bekommt eine saftige Kampfwertsteigerung so wie Mara, wir haben ihre Erlaubnis bekommen. Wir übernehmen die Kosten. Unser Angebot war besser als deins. Sie wird unserer Garde beitreten und ihr Gauner-Leben hinter sich lassen. Wir suchen immer junge engagierte Talente. Ich hatte ein nettes Pläuschchen mit meiner lieben völlig aufgelösten Schwester. Du Wichser hast Mama, Papa und Emma fast erschossen! Ich schick dir die Garde auf den Hals wenn du mir nicht erklärst was da abging.“
„Nimm den Mund nicht zu voll Schlappschwanz. Deine Garde ist mir zahlenmäßig vielleicht überlegen, aber nicht so gerissen wie ich. Sag ein böses Wort und ich schlüpfe in eine Tarnidentität und bin verschwunden. Und du wirst von da an jeden Tag über deine Schulter gucken müssen.
Garde und Bruderschaft hin oder her, du wohnst in einem maroden Schuppen, in den man verdammt einfach reinkommt wenn man weiß wie. Großvater Ben hat mir die Tricks gezeigt.“
„Halt die Fresse du Spinner. Du Versager warst schon immer von Spionage Filmen und Büchern besessen. Komm mal runter auf den Boden der Tatsachen. Das ist hier keins von deinen Büchern wo der Protagonist Plot Rüstung hat. Das ist die verdammte Realität. Und du wolltest unsere Eltern umbringen.“
„Hey du Waschlappen, die wären längst tot wenn ich sie umbringen wollte. Mir war nur nach ein bisschen Spaß zu Mute, nachdem mich deine Arschgeigen so gedemütigt hatten.“
„Aber es ist doch kein Spaß, wenn du jemanden erschrecken willst indem du ihm eine geladene Waffe auf die Brust drückst.“
„Das war ein Spielzeug. Ich kenn da so ‘nen Laden in Berlin. Die Waffe ist mit Schalldämpfer und macht ein Geräusch wie ein Schuss und lässt den Schlitten zurückgleiten. Und der Rest war Pyrotechnik. Ne kleine elektronisch gezündete Ladung im Dielenboden und eine die aus der Mündung der Pistole kommt. Ein völlig harmloser Spaß. Und ihr seid alle drauf reingefallen. Aber ein bisschen schauspielern kann ich auch. Hab den bösen Typen gespielt. Ich hab alles vorbereitet als wir nach der Beerdigung bei euch waren. Den Schaden bezahl ich euch.“
Er hörte wie Johnny am anderen Ende sichtlich erleichtert aufatmete.
„Du verdammter Spinner. Irgendwas ziehst du sowas ab und die Leute sind nicht so verständnisvoll. Man Bruderherz ich mache mir so Sorgen um dich. In welchen Gegenden und Kreisen verkehrst du denn das dir schwerverletzte Mädels wie die von heute Morgen begegnen?“
„Berufsgeheimnis.“
„Du bist hauptberuflich Autor und Spinner …“
„So sieht das aus ja.“
„Wenn du mir jetzt sagst, dass die Waffe doch echt war dann knall ich dir eine.“
„Die war wirklich ein Spielzeug. Aber ich hab einen Waffenschein und darf legal Waffen besitzen.“
„Und das macht mir bei dir echt Angst. Da kann doch leicht mal was schiefgehen.“
„Bisher nicht und die schweren Waffen sind noch auf der Ranch in Texas. Hierzulande bekommt man nicht so viele spaßigen Sachen. Aber ich dachte daran mir vielleicht ein HK MR308 von Heckler und Koch zu besorgen, deren Waffen machen immer Laune.“
„Noch ein Wort zu Waffen und ich lasse dich verhaften. Tja, in einer Stunde ist das erste Meeting des Tages und ich brauche noch einen Power Nap und will ‘ne Runde Duschen und was Vernünftiges essen. Wir hören und sehen uns bestimmt nochmal großer Bruder. Ich schulde dir ein Mittagessen im Haus der Welt. Und lass den Scheiß mit den Waffen und bleib bei Bögen.“
„Mache ich, viel Spaß mit deinem Meeting. Hab dich lieb Bruderherz. Mach’s gut.“
Er legte auf und atmete auf. Er hasste es, seinen Bruder und durchaus besten Freund zu belügen, aber die Arbeit machte es erforderlich. Das würde Wolf nicht mögen, dass Alina jetzt bei Horizon war.
   Egal, er nahm sich eine Cola aus dem Kühlschrank und trank sie in einem Zug aus. Man das tat jedes Mal wieder gut.
„Hey Großer, ich hab dich gestern Nacht vermisst.“
Liz kam in die Küche und gähnte herzhaft.
„Weißt du ich hatte da so eine Sache am Laufen.“
„Warte mal, du riechst total nach Qualm. Und … iih … Dein Atem riecht nach Knoblauch, Zigaretten, Gras und Alkohol! Was machst du denn bitte für Sachen?“
„Ich hab mich mit einem Kumpel getroffen und wir sind um die Häuser gezogen.“
„Details bitte. Waren Frauen im Spiel und wer ist dieser Kumpel.“
„Jede Menge Prostituierte und mein Kumpel ist Wolfgang Bluhm.“
„Ist ja nicht mein Problem mit wie vielen Frauen du deine Verlobte betrügst, aber woher kennst du einen KSK Befehlshaber?“
„Ich kenne auch Marines und Navy SEALs persönlich. Ist es da verwunderlich wenn ich auch ein paar meiner Landsleute kenne? Ich hab Kontakt zu ihm gefunden als ich in den USA war und das ging meist nur via Chat und per Telefon. Und Auf der Beerdigung hab ich ihn zum ersten Mal in Echt gesehen und gestern waren wir zusammen unterwegs.“
„Und wo wart ihr so?“
„Wir haben uns am Hauptbahnhof in Berlin getroffen und sind mit der S7 in Richtung Potsdam gedüst. In Babelsberg haben wir gehalten und uns dann erstmals einen fetten Döner zwischen die Kiemen gezimmert. Und dann haben wir die Bars und Clubs in Potsdam abgeklappert. Zuletzt waren wir in einem merkwürdigen Schuppen, wo die Mädels riesen Möpse hatten und Latexoutfits trugen, aber ich hab den Namen vergessen, da war ich schon völlig breit. Ich erinnere mich aber noch, dass die Absätze von deren Stiefeln waren so hoch wie deine. Vielleicht solltest du das auch mal ausprobieren. Jedenfalls sind wir um halb fünf Hackebreit wieder nach Berlin gedüst. Und ich dachte ich bring dir als Entschuldigung ein bisschen Gebäck mit.“
„Haarsträubende Geschichte und ich hasse Latex … und Zigaretten. Während ich hier Frühstück mache gehst du erstmal ins Bad unter die Dusche und putzt dir am besten zweimal die Zähne und zieh gefälligst was Frisches an!“
„Ok Boss.“
Im Badezimmer seufzte er, er hasste es seine Freunde die ganze Zeit anlügen zu müssen, aber die Zeit war noch nicht reif und sie waren hier nicht in der Welt von John Wick wo praktisch jeder ein Killer ist. Er leerte die Taschen und warf die dreckige stinkige Wäsche in den Wäschesack. Er genoss immer wieder diese funktionierende Dusche und den prallen Wasserdruck. Mit einem Handtuch um die Hüften gebunden tappte er ins Schlafzimmer und mimte den etwas Besoffenen. Er schlüpfte in Bequeme Sachen und folgte Liz zum großen Esstisch. Sie hatte schon alles vorbereitet. Fast so wie früher. Nur war das nicht seine schrottige kleine Bude sondern ein Edelpalast vom Feinsten. Wie er es doch vermisste, irgendwo zu wohnen, wo eben nicht alles auf Anhieb funktioniert. Bastler war er nicht geworden weil alles immer funktionierte.
   Er nahm einen Schluck vom heißen Milchkaffee. Liz trug einen Hauch von Nichts und scrollte durch die Zeitung. Auf einmal hielt sie inne und ihre roten Augen wurden groß.
„Heilige Scheiße, außerhalb von Potsdam gab es eine Schießerei. Nein eine regelrechte Hinrichtung. Die Bilder … ich wette das waren Profis und nicht so ‘ne popelige Gang. Du warst doch heute in Potsdam, habt ihr da was mitbekommen?“
„Sorry nein, wir haben gekifft wie die Weltmeister und waren die ganze Zeit ziemlich breit.“
„Schade. 21 Tote in einer Nacht. Das erinnert mich an die Sache mit Dagger. Du bist doch so ein Experte in Sachen Mythen und Legenden. Was weißt du über die Geister.“
„Eine Geheimorganisation von Geheimagenten und Attentätern. Angeblich gib es sie schon seit Jahrhunderten oder länger. Sie werden nicht ohne Grund die Geister genannt, man hat noch nie einen Lebenden gesehen, tot natürlich auch nicht. Man munkelt dass es ein Netzwerk von Unterstützern um den gesamten Globus gibt. Und sie haben angeblich eine Privatarmee, die man die schwarzen Geister nennt. Und richtig viele Geister gibt es nie. Die Besten der Besten in ihren Berufsfeldern. Ihre Zahl ist unbekannt aber die Leute die danach forschen gehen von vielleicht zwanzig bis dreißig aktiven Geistern aus. Das Perfide sind die Geheimidentitäten. Die tun so als wären sie ganz normale Leute. Nur Dagger ist recht bekannt, weil er sein Zeichen in die Haut seiner Opfer einritzt. Er ist ein sadistischer Psychopath der seine Opfer foltert. Man sagt sich dass er bei seiner letzten Mission völlig Amok gelaufen ist. Zweihundertsiebzehn verdammte Tote … in einer Nacht! Was ein kranker Wichser. Stell dir vor du hast den als Feind, dagegen ist noch selbst John Wick ne kleine Nummer. Jedenfalls gehen die Geister heimlich vor und werden nicht gefunden, es sei denn sie wollen gefunden werden. Keiner weiß wie sie aussehen.“
„Dann wette ich mit dir, dass du liebenswürdiger Versager ein Geist bist.“
„Ach Quatsch, du fantasierst, ich könnte doch keiner Menschenseele Leid antun.“
„Das stimmt allerdings, gibst den harten Bastard und bist in Wahrheit so ein liebenswürdiger Kerl. Du bist ein Bücherwurm und du zeichnest. Du schreibst coole Sachen und bastelst geniale Erfindungen zusammen. Du könntest doch niemals richtig böse zu jemandem sein.“
„Ach am Montag habe ich meinen Eltern und meiner Schwester einen üblen Streich gespielt und so getan als würde ich sie umbringen wollen.“
Liz sah ihn zu Tode erschrocken an.
„Bist du wahnsinnig. Bei der ganzen Security hätte das Übel ins Auge gehen können. Versprich mir, dass du das nicht nochmal machst. Und Wehe du kaufst dir eine Waffe während du hier bei mir wohnst, versprich mir das!“
„Ok beste Freundin, ich verspreche es.“
Während sich sein Herz etwas verkrampfte wirkte sie erleichtert.
„Unsere Proben und Aufnahmen gehen leider noch diese ganze Woche und nächste Woche bis zum Live-Auftritt. Aber wir haben die Morgende und Abende zusammen und am Wochenende nehme ich mir Zeit für Amber. Versprochen.“
„Ich vermisse dich jeden Tag wo du nicht bei mir sein kannst liebe Freundin.“
„Ja, aber ich möchte auch, dass der Abschied richtig gut wird. Für alle, nicht nur für dich. Tut mir so leid. In meinem nächsten Leben werde ich kerngesund und total faul.“
„Du musst ja nicht faul sein, aber Zeit einfach mehr genießen.“
„Ich bin leider so, das kann ich die letzten zwei Wochen auch nicht mehr ändern.“
„Leider, ich hab mich nach zehn Jahren so gefreut mit dir wieder ganz normale Sachen wie früher machen zu können. In Kino gehen, Eis essen, Kochen, Spiele spielen.“
„Für sowas hab ich nur noch selten Zeit gehabt nachdem ich bei Horizon angefangen habe.“
„Das ist sehr schade.“
„Und bevor ich sterbe möchte ich das machen, was ich am liebsten mache, Musik!“
„Okay okay, dagegen spricht ja auch nichts.“
„Soll ich dich heute zum Essen einladen?“
„Ich hab am Platz der Nationen diesen echt guten Inder gefunden, da lad ich dich ein.“
„Oh man ich hab seit fast zehn Jahren kein Indisch mehr gegessen! Ok ich bin dabei.“
„Und sag Anna besser nichts davon.“
„Wieso, sie ist erstens in Moskau und nicht hier und zweitens bist du meine beste Freundin.“
„Dann wird das wie früher, wo du mich nach der Physiotherapie immer zum Inder in Potsdam eingeladen hast.“
„Japp, deshalb habe ich ja auch immer den allerletzten Termin vor Feierabend bei dir genommen.“
„Das waren tolle Zeiten, weißt du das? Mein Leben war scheiße, aber ich hatte immer dich.“
„Meins war nicht so viel besser und ich hatte dich. Anna war in Moskau, Xen in Polen und Johnny hatte nie Zeit. Du warst oftmals alles was ich hatte.“
Sie beugte sich über den Tisch und küsste ihn auf den Mund.
„Ich habe gerade beschlossen, dass wir im nächsten Leben daten.“
„Das finde ich eine gute Idee.“
„Auf die Beziehung im nächsten Leben.“
Sie stießen mit den Kaffeebechern an und brachen in schallendes Gelächter aus. Das war exakt so wie früher in der guten alten Zeit.

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