Das Osiris Projekt – Teil 1 – Kapitel 12

12. Kaz – 1.W. April 2045 – Dienstag – Der Rächer

Müde saß Kaz auf der Bettkannte und starrte auf den stummgeschalteten Fernseher, wo hektisch von der möglichen rechtsradikalen Ausrichtung des Horizon Konzerns die Rede war. Ach man, haltet doch einfach nur die Klappe. Liz hatte halt in ihren jungen Jahren einfach ein bisschen zu intensiv Cosplay gemacht und probierte halt abgedrehte Sachen aus. Und die PR Abteilung hat das Go für ein noch aggressiveres Outfit gegeben. Jetzt dreht doch nicht einem der größten Konzerne der Welt einen Strick draus. Was wollt ihr Sensationsjournalisten ohnehin ausrichten. Ihr lächerlichen Vollidioten.
   Aber vier Uhr früh war wirklich nicht seine Zeit gewesen. Liz war in Sportsachen und einer Mütze aus der Wohnung gezischt um Sport zu machen und er war ihr schläfrig hinterhergetrottet und war so langsam, dass er den nächsten Aufzug nehmen musste. Wenigstens war er nach dem Training wach gewesen. Sie waren verschwitzt hoch und hatten wieder gemeinsam geduscht und dann schnell Frühstück vorbereitet. Er hatte ihr beim Schminken geholfen wie damals zu ihren Cosplay Tagen wo er auch immer mit von der Partie gewesen war. Sie hatten so das ein oder andere Partner Cosplay gemacht. Daran erinnerte er sich schmerzlich. Das halbe Jahr mit ihr nonstop war echt traumhaft gewesen. Sie hatten so unglaublich viel zusammen gemacht. Jetzt in ihrer Rolle hatte Liz praktisch gar keine Zeit mehr und das stimmte ihn sehr traurig. Aber sie schien ihren Job echt zu lieben und war laut Johnny auch echt verdammt gut darin. Mal gucken ob sich etwas verändern würde, jetzt mit Liz radikal neuem Stil. Aber sie sah echt furchteinflößend aus. Er hatte sich vorhin Johnny Entwürfe angesehen und war total baff. Sein kleiner Bruder hatte einfach nur unglaubliches Talent. Akira hatte ihm einmal gesteckt, dass Johnny mit dem Gedanken gespielt hatte Modedesigner zu werden, aber es war ihm nicht männlich genug gewesen. Woher Akira das auch wusste oder ob sie ihn einfach nur gemogelt hatte wusste er nicht.
   Jedenfalls waren Johnnys Entwürfe für die neuen Outfits für die neue Liz einfach nur der helle Wahnsinn gewesen. Er freute sich schon für Liz. Gerade die Outfits mit einem hohen Stehkragen, der ihren tollen geformten nackten Kopf und ihren langen Hals betonten.
   Heute war der Tag, wo er nach Polen aufbrechen würde um Xen zu besuchen und seinen Omega abzuholen. Vielleicht könnte er dabei auch unauffällig den Defender loswerden. War zwar kein schlechter Wagen aber gegen einen Omega kam der einfach nicht an. Er würde sich jetzt einfach ein paar Sachen von Liz Campingausrüstung ausleihen, sich mit ein paar MREs oder ähnlichem eindecken. Und er würde sich beim Frisör unten die Haare schneiden lassen, die langen Haare war er allmählich etwas leid. Liz würde geschockt sein, weil sie ihn nur mit langen Haaren kannte, aber da musste sie durch, ein bisschen Schockmoment für sie musste auch drin sein. Außerdem ging es ihm auf den Keks dass ihn alle immer mit John Wick anredeten. Verdammt nochmal, der Film war auch über dreißig Jahre alt, oh weh was ein alter Sack er doch war.
   Jetzt aber los. Er schnappte sich Zelt, Isomatte, Schlafsack, Wasserfilter, Kocher und Geschirr, eine Lampe, eine Polen Straßenkarte und Feuerstarter. Dazu einen Sack mit Fertignahrung und los ging es. Als der Krempel im Defender verstaut war ging er nochmal hoch ins Center und zum Frisör. Er kam erstaunlich schnell ran und ließ sich die Haare ganz kurz schneiden. Er bezahlte sehr zufrieden und ging in den Keller. Er dachte daran, dass Liz gesagt hatte das im Keller eine riesen Menge Cola war. Den kannte er ja auch noch gar nicht. Nach fünf Minuten stand er vor der richtigen Tür und starrte ungläubig auf die massiven Angeln. Was habt ihr denn da für ne Tür eingebaut?
Sein Chip öffnete das Schloss und er zog die Tür auf, die war satte zwanzig Zentimeter dick. Tja, so sparte man sich das Bankfach in der Schweiz. Hier war Liz Heiligtum. Er stöberte durch alles. Zu seinem Entsetzten fand er einen riesigen Turm mit eingeschweißten Pelzdecken in allen möglichen Farben und Mustern und weitere fünfzehn Pelzmäntel. Dann hatte sich Liz grob überschlagen alle drei Monate seit Jobbeginn einen neuen Mantel gekauft, das war doch einfach nur noch bizarr. Er fand auch einige Recurve und Compound Bögen, dass hätte er so nicht erwartet, aber er hatte ihr damals schließlich das Bogenschießen beigebracht. Dazu ein paar große Safes, darunter zu seinem Erstaunen drei fette Waffensafes, leider mit Zahlenschloss. Und Unmengen, geradezu europalettenweise Vorräte. Große verschließbare Plastiktonnen mit Getreide und Reis. Eine Palette mit Glaswasserflaschen, man will in der Krise schließlich nur das Beste, dachte er sich grinsend. Meine Güte, willst du mir das Wasser abgraben, was den größten Prepper Wahnsinn angeht? Dazu ein kleiner Stromgenerator, einige hundert Liter Treibstoff. Gasmasken mit verschiedenen Filtern und einen Hazmat-Anzug. Noch mehr Taucheranzüge und tonnenweise Chemikalien. Wasserfilter, Verbandszeugs und Arzneimittel. Liz hatte doch den totalen Knall. Gab die strenge knallharte Businessfrau und legte heimlich Vorräte für den dritten Weltkrieg an. Er schnappte sich eine Palette Cola Dosen und einen Kasten Wasser. Hinter ihm schloss sich die Tür beinahe sanft wieder und verriegelte.
   Glücklicherweise passte alles ganz wunderbar in den riesigen Kofferraum des Defenders.
Er checkte nochmal alles durch und stieg dann ein.
   Zügig fuhr er auf das Autobahnkreuz und dann auf die Autobahn durch Berlin und in Richtung Osten, nach Polen. Der Defender hatte eine vernünftige Fahrgeschwindigkeit und er würde heute Abend oder später Nachmittag bei seinem besten Freund Xen eintreffen.
   Die Straßen waren ruhig und auf der ganzen Strecke begegnete ihm kein einziges Auto der Clowns. Polen hatte sich sehr gewandelt. Zwar schotteten sie sich ganz gut ab und hatten eine rechte Regierung, aber sie waren ein sehr stolzes Völkchen mit einer mittlerweile richtig starken Wirtschaft. Und sie waren das schlechte Image der Diebe losgeworden. Mittlerweile stand „Made in Poland“ für Qualitätsware, sofern man nicht billigen Ramsch kaufte. 
   Er fuhr gerne durch die polnischen Landschaften und deren Straßen waren mittlerweile fast besser als die in Deutschland, was eine ziemliche Blamage war.
   Er hatte sich nicht verschätzt. Am späten Nachmittag fuhr er durch ein beschauliches kleines Städtchen und dann an der Stadtgrenze sah er es endlich. Zuerst fuhr er an einem kleinen Park mit großem Teich vorbei, in dessen Mitte ein unverkennbar von Emma designtes großes Wohnhaus stand und dann erreichte er die Omega Werke. Eine streng bewachte Hofeinfahrt gesäumt von hohen Betonmauern, deren Spitzen von Stacheldraht gesäumt war. Gefolgt von einer großen dunklen Werkhalle, dann ein langer viergeschossiger Bau in Weiß gefolgt von einem schwarzen Würfel in Schwarz. Das Omega Zeichen prangte deutlich an den beiden Gebäuden. Er sah überall Kameras. Quietschend bog er auf den Besucherparkplatz ein und parkte. Er stellte den Motor ab, zog die Handbremse an und stieg aus. Neben dem Haupteingang mit einer schweren Glastür im Erdgeschoss des Würfels wehten an einem Fahnenmast zwei Fahnen, die Polnische und eine mit dem großen griechischen Buchstaben Omega bedruckte. Grinsend betrat er den Bau und schritt durch einen großen luftigen Saal zum Empfang wo eine junge Frau mit einer strengen Frisur saß und ihn interessiert musterte.
„Entschuldigen, könnten sie dem Chef Bescheid sagen dass Sebastian Katsuro Solomon da ist?“
Sie griff nach einem Hörer und sagte etwas auf Polnisch. Keine fünf Minuten stapfte Xen im Blaumann durch eine Tür und sah ihn Freudestrahlend an. Er war so groß und alt wie Kaz, aber deutlich übergewichtig, wenn auch nicht mehr so fett wie früher. Er dachte grinsend daran, dass sein dicker Freund eine Zeit lang immer quer durch eine Tür laufen musste.
„Kaz alter Junge, schön dass du endlich den Weg hierher gefunden hast. Mensch wir haben uns ja ewig nicht mehr gesehen. Na komm einfach mit ich zeig dir den Burschen.“
Kaz folgte ihn durch einen Gang, dann durch die Halle, wo überall geradezu Mannschaften von Mechanikern an Autos in allen Größen und Farben herumschraubten. Xen führte Kaz in einen fünfzehn Mal fünfzehn Meter großen Raum, der wohl für Vorführungen diente. An einer Seite war über die gesamte Breite ein hohes Rolltor angebracht. In der Mitte auf einer kleinen Drehscheibe stand ein Monster von einem Geländewagen, sehr viel größer als sein Defender. Und der sah im Gegensatz zum Defender 2020 auch so richtig nach Gelände aus. Und das Gesicht des Wagens war richtig schön grimmig und regelrecht aggressiv.
„Ah auf diesen Moment freue ich mich schon seit Jahren. Moment bevor wir loslegen, brauche ich mal einen Scan von deinem Gesicht, deiner Netzhaut und deiner Handabdrücke. Also wasch die mal kurz die Hände, da in der Nische ist ein Waschbecken, und leg deine Patschehändchen auf den Tisch da.“
Kaz tat wie geheißen und war schon sehr gespannt, den Grund dafür zu erfahren.
„Fabelhaft, jetzt Kalibrieren wir den Omega auf dich. Und auf den Moment habe ich schon ewig hin gefiebert. Erinnerst du dich an den Prolog in Band eins, wo die Figur Xen den armen Dieb Ted vollgeschwafelt hat? Genau das habe ich jetzt auch vor, also halt dich fest. Vor dir steht ein Produkt von über zehn Jahren Entwicklung, eine Kooperation so einiger weltweiter Unternehmen. Meine bezaubernde Frau hat mitgeholfen, dazu Lara, Hal, Hugo, Sir Henry und natürlich die schöne Mulan. Der Projektname ist Avenger und ich zeig dir den kleinen X5 in der Zivilvariante. Vor dir steht der erste Wagen und ist erst vor vier Wochen nach intensiven Tests vom Band gelaufen und ist Momentan ein Einzelstück. Zivil haben wir den X5 und den größeren X8 mit fünf respektive acht Sitzplätzen und die Militärversionen sind zweckmäßiger und bieten sechs und neun Plätze in der Einstufung als IMV, also Infantry Mobility Vehicel. Du bist unser Versuchskaninchen für den Straßentest des X5. Die Prototypen für dieses Monster haben wir wortwörtlich durch die Hölle gejagt. Wir haben sie durch die sengende Wüste, durch Sümpfe, Flüsse, Schneewüsten und Gebirge geschickt. Wir haben sie versenkt, angezündet, mit EMP gegrillt, mit Säure überschüttet, in die Luft gejagt, mit Kugeln durchlöchert, aus Flugzeugen geworfen und so weiter. Nein das mit dem Flugzeug war ein Scherz, aber der Rest stimmt. Fangen wir mit der Mobilität an. Es ist ein 4x4x4. Beide Achsen sind gelenkt und angetrieben. Die Federn sind gut justiert und lassen sich in der Härte einstellen. Man kann die Höhe der Federung einstellen. Unter der Haube schlummert ein mächtiger Elektromotor mit umgerechnet über 1000PS. Angeschlossen an ein mörderisches Getriebe. Die Kiste hat ordentlich Dampf und hat eine satte Beschleunigung. Es gibt einen Hilfsmotor, falls der Hauptmotor aus irgendeinem Grund versagen sollte. Das Biest wiegt knappe zehn Tonnen, trotzdem beschleunigt er leer auf gerader Strecke auf bis zu 160 Km/h und schafft im Boost-Modus sogar knapp 190 km/h, aber das leert die Batterie ziemlich schnell. Ach ja ohne Zuladung kommst du mit einer vollen Akkuladung knapp tausend Kilometer weit, alles weitere hängt schwer von deiner Zuladung ab. Das Dach trägt eine Tonne und Zuladung bis 500 kg. Und er zieht knapp zwölf Tonnen. Die Winde vorne hat eine maximale Zugkraft von acht Tonnen. Die Reifen sind super genial und ordentlich fett. Ein selbstheilendes, selbstabdichtendes Verbundmaterial mit eingewebten Kevlar Fäden. Das Material ist sehr dick und damit Praktisch immun gegen Stiche und Kugelsicher gegen bis zu .50 BMG. Die kriegt praktisch nichts kaputt, aber zur Sicherheit haben wir dir ein Ersatzrad auf die Motorhaube geschnallt aber Vorsicht, das Ding wiegt ordentlich. Im Zubehörpaket ist ein kleiner faltbarer mechanischer Kran enthalten. Die Reifen regulieren selbst ihren Luftstand und pumpen sich selbst auf. Und hier der Clou, in den Reifen sind Spikes versteckt, die automatisch ausfahren, sobald du über Eis fährst, das gibt der Kiste verdammt viel Gripp. Und das sind selbstverständlich Allwetter Reifen für jedes Gelände mit ordentlichem Profil. Jetzt zum Innenraum.“
Kaz hielt kurz inne und öffnete die schweren Seitentüren, die verdammt dick waren.
„Fünf Sitze, alles vom feinsten. Alle Sitze sind individuell beheizbar. Die Vordersitze sind ergonomisch voll einstellbar mit einem AGR Siegel und mit Massagefunktion. Alles ist feinstes Leder in Abwechslung mit Kohlenstofffasern und ultrahartes gefärbtes Glas. Eine Mischung aus analogen und digitalen Armaturen. Rings um den Wagen sind Kameras in der Außenhülle eingesetzt, das Bild wird auf Displays im Cockpit übertragen. Klimaanlage natürlich. Die ganze Kabine ist übrigens ein abgeschlossenes System mit einem Luftkreislauf der bei Bedarf von der Außenwelt abgeschlossen werden kann. Die Innenluft wird dann über Sauerstofftanks angereichert. Bei Fünf Personen reichen die Vorräte etwa zehn Stunden. Übrigens ist der Gute voll Tiefenwatfähig mit bis zu sechs Metern Wassertiefe. Es gibt ein Infotainment System für Beifahrer und die drei Sitze hinten, stolz von Spectre gesponsert. Übrigens lauert da ein Spectre Platinum X4 im Handschuhfach. Und ein Spectre Feather wenn‘s leicht sein sollte, beides das brandneue Modell und schon an dich angepasst. In der Mittelkonsole ist hinten ein Kühlfach für Getränke und ein Snackfach eingelassen. Vorne unter der Lenksäule findest du ein Geheimfach mit einer geladenen Beretta mit Schalldämpfer und einem Kampfmesser, falls es mal haarig werden sollte und du ins Gefecht musst oder ein paar Clowns abknallen willst. Und der hintere mittlere Sitz lässt sich zu einer noch größeren Snackbar nach vorne hin umklappen. Alles ist übrigens mit deinen Lieblingssnacks vollgestopft. Die Vordersitze lassen sich voll waagerecht zurückklappen, falls du mal im Auto pennen willst, wenn es dir draußen zu unsicher ist. Der Wagen ist zwar voll elektrisch, aber der Innenraum ist nochmal weiter gedämmt, sodass du innen praktisch keinerlei Geräusche hörst. Aber das ist adaptiv und lässt sich einstellen, wenn du mehr Kontrolle haben willst. Und jetzt kommt der Spaß, die Panzerung. Wir haben die auf Herz und Nieren getestet. Die Seiten, Dach und Heck sind gegen panzerbrechende 20mm Geschosse immun. Die Front konnte auch ‘ne A-10 Thunderbolt II mit Panzerbrechender 30mm Munition nicht knacken. Die Amis hat das völlig aus den Socken gehauen. Wir haben die modernsten und härtesten Verbundmaterialen verwendet. Wenn dir also ‘ne feindliche A-10 begegnet, fahr drauf zu und nicht weg. Ach ja, gegen die 120mm Bordkanone von einem Leopard 2 haste natürlich keine Chance, also verscherz es dir nicht mit deinen Landsleuten … oder Leuten mit Panzern. Das ist der erste Wagen der unser neues Gaja Projekt verwendet. Die Außenhülle und große Teile der Antriebseinheit und das Fahrwerk sind im Material mit Naniten durchsetzt, die dem ganzen praktisch Regenerationskräfte geben. Tja, und du kannst gut andere Leute rammen, zehn Tonnen sind da schon mehr als genug um das Ding in einen Rammbock auf Raketenschuhen zu verwandeln. Ach ja hab ich vergessen, die Innenkabine ist gegen Stöße gut gedämpft von einem nicht knackbaren Käfig umgeben und überall sind Airbags. Das Fahrwerk und der Unterboden sind gegen Minen und IEDs beachtlicher Sprengkraft geschützt. Es lässt sich noch zusätzlich Panzerung gegen HEAT Geschosse anbringen. Die Fenster lassen sich natürlich nicht herunterfahren, deshalb ist die Lüftung unablässig, aber die ist 100% Zuverlässig und sie ist zudem redundant. So wie alle Systeme im Wagen. Jetzt kommen wir zum größten Spaß, unser Verteidigungs- und Angriffssystem der Extraklasse. Es sollte klar sein, dass der Wagen gegen händische Gewalt und Schläge vollständig immun es. Den musst du schon mit einem Panzer rammen um irgendwas zu beschädigen, wir haben es getestet. Und er ist feuerfest und stark resistent gegen Säure. Es gibt überall aktive und passive Sensoren und Sicherheitssysteme die dir jederzeit zu jeder Situation deine Umgebung zeigen. Radarsysteme scannen deine Umgebung auf 4km Entfernung zu Boden und in der Luft. Es gibt aktive und passive Verteidigungssysteme gegen zielsuchende Raketen. Du hast Werfer für Rauch-, Tränengas- und Schlafgranaten und für Täuschkörper. Die Kabine ist hermetisch abriegelbar und das Luftsystem filtert die Luft automatisch und hat Rauch und Gassensoren, die sofort abriegeln, wenn sie etwas entdecken.
Rings um das Dach sind starke LED Scheinwerfer angebracht die sich stufenlos dimmen lassen. Und jetzt der Knüller. Du hast ein komplettes Drohnenpaket für Angriff, Erkundung und Stealth dabei. Eine große Deathwish Drone mit Raketen, EMP und 7,62mm Bordkanone, zwei Silent Blades für Stealth und Infiltration, vier Allzweck Hawks mit nicht tödlicher Bewaffnung und etwa sechzig Minidronen deren Name mir doch tatsächlich entfallen ist … ach ja Mosquitos, weil sie so klingen. Soviel dazu. Auf der rechten Seite befindet sich eine EMP Kanone für Entfernungen bis 500 Meter und daneben ein faltbarer Geschützturm mit einer kompakten Hochleistungsrailgun der Russen die extrem Präzise auf große Entfernungen feuern kann. Die Wuchtgeschosse durchschlagen 70 mm Panzerstahl auf 30° auf 1.000 Meter, also ganz gut beachtlich. Die Kanone hat einen Autoreloader und du hast die Wahl zwischen konventionellen und eher ungewöhnlichen Geschossen. AP, APHE, HE, HEAT, HESH, EMP. Denk dran, dass die Railgun ganz gut Strom zieht, also sei achtsam beim Gebrauch. Und nicht zu vergessen der Werfer für zielsuchende Mehrzweck Raketen mit Autoloader für sechs Schuss Munition. Das sind Fire-and-Forget Raketen, du gibst einfach die Ziele ein und die Rakete sucht sich ihren Weg. Die haben eine Reichweite von etwa 10 Kilometern und sind klein genug, dass man sie fast nicht kommen sieht. Die sind Panzerbrechend. Der Sprengkopf ist zwar nicht sehr groß, reicht aber definitiv aus um einen Van oder Helikopter mit ein paar Terroristen zu toasten. Die Scheiben können auf Knopfdruck komplett Blickdicht gemacht werden, so sind sie ja nur verdunkelt. Die Frontscheibe hat ein HUD, das dir Navigationswege direkt ins Blickfeld einblendet, sowie wichtige Informationen wie Batteriestand, Wetter, Munition und so weiter.
Dazu ist dein Cockpit vorne auch gleichzeitig den Waffenstand, von dem du die Raketen und die Rail- und EMP-Gun steuerst. Aber wenn du dein Prism 12 in das Fach unter der Klimaanlagenregulierung schiebst, bekommt dein Smartphone ein Update, mit dem du die Werte deines Wagens jederzeit checken und ihn auch fernsteuern kannst. Haha genau, der Wagen ist voll autonom und entweder du gibst Befehle, oder Der Wagen handelt allein oder du steuerst ihn fern. Hal hat das Steuersystem entwickelt und alles verwendet HALOS. Der Wagen ist intelligent und hat dutzende wenn nicht sogar hunderte von Systemen, Das Flugabwehr System hat einen Art sechsten Sinn wenn es darum geht, die Flugbahn von Flugzeugen und Flugobjekten vorauszusehen. Ich glaube ich habe dazu noch was vergessen. Egal, kommen wir zum Stauraum, komm mal mit ans Heck.“
Endlich eine kurze Pause von dem Redeschwall. Xen öffnete die Massive Hecktür. Der Innenraum war überraschend kompakt.
„Ich sehe schon du wunderst dich bei dem Monster über die Größe des Kofferraums. Keine Sorge, mit der Tiefe immer noch größer als der von deinem Defender da draußen auf dem Vorplatz. Und hier kommt der Knaller, rings um den Kern sind an Schienen ausziehbare Staufächer angebracht, also hast du weniger Probleme mit Tetris spielen beim Packen. Ist alles da was du brauchst. Werkzeug, Kartenmaterial, Survialkits, MREs von NOX, Lebensmittel – ich hab dir aus Rache acht große Dosen Tortellini in Tomatensoße eingepackt. Und ein paar Waffen und Munition und Reservepatronen für Gaja. Ein paar bequeme Kleider für dich und Amber der Luxusmarke Nox sind ebenfalls frisch eingepackt. Und ein paar Extras die ich dir nicht verrate. Und das war nur der Innenraum. Am Heck außen findest rechts eine große Transportbox, die dir ebenfalls als großes Waffensafe dient, voll ausgerüstet mit deinen Lieblingswaffen, Mit Schalldämpfern, Visieren und Reservemagazinen.
Die Box auf der anderen Seite enthält eine Überraschung aus der Abteilung Q von NOX, Haha, das erzähl ich dir gleich. Am Dach sind auf der einen Seite eine kompakte Faltleiter angebracht und auf der anderen Seite ein Gestänge für den Aufbau eines Zelts auf dem Dach. Und aufs Dach passen selbstverständlich auf Fahrräder. Und das hier hab ich mir von ein paar alten Opel Modellen abgekupfert.“
Xen zog am Nummernschild unter der Heckklappe und es glitt wie eine Schublade heraus.
„Tada, Platz für weitere drei Fahrräder, als gut für den Urlaub mit der großen Familie. Ach ja hab ich ganz vergessen. Der Wagen besitzt ein adaptives Tarnsystem vom Typ Chamäleon, Die Außenhaut kann ihre Farbe und Struktur und teilweise auch die Form verändern und die Nummernschilder sind wechselbar. Die Kiste ist zwar de facto ein Radpanzer der Extraklasse, aber er hat eine Straßenzulassung und TÜV und ein deutsches Kennzeichen, das hat Hal auch wieder gedeichselt. Das war‘s für den großen, jetzt der „kleine“, der Anhänger. Geprüft und Gepanzert wie der große, mit vier unserer Monsterreifen. Ist angetrieben mit und mit ausklappbaren Stützrädern, praktisch zum Manövrieren und selber fahren. Er besitzt einen Akku, der dir im Idealfall weitere 1500 km Reichweite gibt, du musst aber bedenken, dass die Systeme des Anhängers auch davon zehren. Dazu ein supereffizienter Stromgenerator mit 400 Liter Dieseltank, Selbstabdichtend versteht sich. Dazu ein Eigenständiges Verteidigungssystem mit einem Lite Drohnenpaket mit einer weiteren Deathwish, einer Silentblade und zwei Hawks und einem Haufen Mosquitos. Ein Ausfahrbarer Geschützturm mit einem Raketenwerfer und einem schweren MG mit Panzerbrechenden Munition. Im Gegensatz zur Railgun ist das Ding schweinelaut, als pass auf, wo du das abfeuerst. Und der Kleine ist dein Munitionstransporter mit Geschossen für die Railgun, für den kleinen Turm, für die Granaten, Raketen und für deine Handfeuerwaffen. Zwei Wassertanks, einer für Waschen und so, der andere für Trinken und kochen. Letzterer ist aufgetankt mit feinstem polnischem Quellwasser. Auf dem Anhänger sind die weiteres Zubehörpacks. Omega Tragetaschen und Rucksäcke. Haustierset mit Gitter und Rampe für den Kofferraum. Wasserfilter und Schläuche. Adaptive Chamäleon Zelte für das Dach, aber auch ein ganz großes für den Wagen und den Anhänger. Der Anhänger hat über ein verschlüsseltes Kommunikationssystem und ist auf bis zu vierzig Kilometer fernsteuerbar. Natürlich hast du auch hier wieder satt Stauraum. Da kommt dein Bonus. Ein Willkommen Zurück Paket von Accuracy International und Heckler und Koch, deinen Sponsoren. Dann eine hochwertige Campingausrüstung von NOX für fünf Personen. Ein Vision Paket von Hal, mit AR und VR Headset und Joysticks. Ist auch voll kompatibel mit dem Omega. Mulan hat dir ein Stealth Paket mit unaufspürbaren Waffen und Gadgets beigelegt. Und der Knaller von Sir Henry von NOX. Der Kerl ist einfach zu sehr John Wick besessen. Ein adaptiver intelligenter Maßanzug in schwarz, mit Unterwäsche, Hose, Hemden, Weste, Krawatten und natürlich Jackett. Kugelsicher gegen kleinkalibrige Waffen und dank Nanomaterialien unfassbar stabil und selbstheilend. Und geruchsneutral natürlich auch. Also nie wieder Stinkesocken, die nach einem Monat im Arsch sind. Und legere Klamotten sind auch dabei. Tja, ein Jammer, dass du jetzt kurze Haare hast, ansonsten würde es super gut passen, wie die Faust aufs Auge, Haha. So er ist voll aufgeladen, aufgetankt, aufgefüllt. Vollgestopft mit hochwertigen Snacks und Fressalien. Irgendwo da drin ist auch ‘ne gute Kaffeekanne fällt mir gerade ein und ich hab dir ‘ne Palette H-Milch eingepackt. Und immer noch satt Stauraum. Jetzt bist du gerüstet für den Krieg. Oh Gott ich hab ja ganz das Service Paket vergessen. Wir geben dir vierzig Jahre Garantie. In der Zeit bekommst du jederzeit Software, Sicherheits- und Kartenupgrades. Rund um die Uhr Servicehotline mit dem Chef, also mir. Reparatur-, Berge- und Abschleppservice weltweit. Du darfst bei allen Omega Stationen kostenlos tanken, aufladen und einkaufen, auch wenn du in dem Moment in keinem Omega sitzt und das ist übertragbar an deine Frau, falls du heiraten solltest. Und für deine Kinder Selbstverständlich auch. Und ein kleines Geschenk liegt im Handschuhfach, Hochglanzbroschüren für unsere Omegas, diesen mit eingeschlossen und für den Lambda Swordfish und Lambda Orca. Dazu eine super robuste Taucheruhr von Omega für dich und eine elegante Damenuhr für Liz in ihren Lieblingsfarben. So das wärs von mir.“
Xen grinste ihn breit an.
„Wow, also der Dialog im Buch war echt kürzer.“
Xen brach in schallendes Gelächter aus.
„Hallo Jungs.“
Tamara näherte sich ihnen und balancierte ein Tablet. Sie hatte ihre tollen schwarzen Haare lose hochgesteckt und ihr Bauch hatte eine deutliche Rundung. Kaz hob die Brauen, hatten die beiden nicht schon drei Kinder? Der Jüngste war nach Kaz benannt, also Sebastian, was ihn sehr freute.
„Schon wieder Schwanger? Ich dachte ihr seit mit drei Kindern glücklich?“
Xen lächelte gequält.
„Das war mein Plan, aber meine Frau liebt kleine Kinder und wollte unbedingt noch eins, außerdem findet sie es unfair, dass die Mädchen in der Familie total in der Unterzahl sind. Und wir wechseln uns mit den Namen ab, also ist sie jetzt wieder dran. Wieder irgendwas Osteuropäisches. Und jetzt geht’s erstmal ans Bezahlen Großer. Da du uns allen Beteiligten immer wieder so großartig geholfen hast, weil du mir wortwörtlich das Leben gerettet hast und Early Adopter bist gewähren wir dir einen Rabatt von 80%, das wären dann also noch zwei Millionen Euro.“
Kaz schluckte schwer, was ein Glück dass er auf seinem Konto elf Millionen gefunden, wo er nicht wusste wo die bitteschön hergekommen waren. Aber dann kostet das Ding zum Vollpreis ja zehn Millionen Euro. Das war mehr als der Leopard 2 Kampfpanzer kostete. Er zuckte mit den Schultern, der Leo war wesentlich unpraktischer und schluckte wie ein Loch und war nicht autonom.
Xen schon ihm ein Pad mit einem Unterschriftenfeld hin und er unterschrieb ohne zu zögern.
„Und was machst jetzt mit dem ganzen Geld?“
„Tja, meine Angestellten bezahlen natürlich, die Arbeiten nicht für umsonst. Und zu meinem Leidwesen weiß ich schon was Tamara von ihrem Anteil kaufen wird. Sie ist Russin, liebt den Winter, ist in einem Kaff in Sibirien aufgewachsen und hier wird’s im Winter auch schweinekalt. Pelze. Und Liz hat sie angeregt Perücken auszuprobieren. Und ich gucke ob ich ein paar alte Kisten auftreiben kann um sie zu restaurieren.“
„Wisst ihr Leute. So schlimm ist das auch nicht. Guck mal, Liz hat 42 Pelzmäntel, bestimmt 20 Pelzdecken und über 250 Perücken.“
Tamara starrte ihn ungläubig mit offenem Mund an und Xen brach in schallendes Gelächter aus.
„Ahahaha, bei euch in Berlin fällt doch nie Schnee. Oh man, und dabei hatte ich sie als so ein bescheidenes Mädchen in Erinnerung. Erstaunlich was Geld so bringen kann. Ich für meinen Teil verabscheue Pelze.“ Tamara sah ihn Böse an.
„Und hier sind die Getränke zum Anstoßen, ganz untraditionell. Für dich eine Coke mit Eis und für uns Wasser, ich bin einfach zu fett, aber Tamara kocht zu gut.“
„Und du frisst die ganze Zeit Chips und trinkst pappiges Zeug.“
„Macht der doch auch, nur leider wird der nicht die Bohne fett.“
Kaz nahm sich das große Glas mit Cola und trank ein paar Schlucke, schön kühl.
„Sag mal, geht Alfred aufs BIT?“
Xen blickte auf.
„Alle unsere Kinder gehen aufs BIT. Das ist eine der besten Schulen Europas und Omega ist Sponsor.“
„Ich glaube bei einer Führung hab ich Alfred gesehen wie er an einem Motor herumschraubte.“
Tamara lächelte zufrieden und Xen grinste breit.
„Haha, ganz der Papa. Ja, ich hoffe dass mindestens eins meiner Kinder dann irgendwann Omega übernimmt und weiterführt. Und momentan sind alle sehr Technikbegeistert, selbst Tanja. Achja Hugo meinte ich soll dir das geben. Das ist ein Prism Rogue. Gib das mal der Kripo Beamtin in dem gelben Reno da draußen, die den Eingang beobachtest seit dem du hier bist. Sie ist dir wohl gefolgt. Ein bisschen eingerostet wie?“
Er lachte und gab Kaz ein recht unauffälliges Telefon.
Huh, warum würde ihm die Kripo folgen?
„Wie bist du überhaupt darauf gekommen den Wagen zu bauen?“
„Erinnerst du dich an die Zeit nach meinem versuchten Suizid wo ich ne Weile bei dir gewohnt habe? Wir haben doch diesen Marvel Filmmarathon gemacht, alle Filme von Iron Man bis Endgame – die guten Marvel Filme, bis auf Captain Marvel, der war Grütze. Und beim zweiten Ironman Film gibt’s doch die Scene wo dieser Typ von Hammer den beiden Airforce Typen seine Waffen vorstellt und die mega unbeeindruckt sind und am Ende von ihm verlangen das er ALLES in den Suit einbaut. Und dann die geile Verfolgungsjagd in Captain America Winter Soldier mit Nick Furys wagen, der Kugelsicher ist und irgendwie einfach alles kann. Und die ganzen James Bond Filme mit den Autos die coole Sachen können. Das hat mich total angefixt und über die Jahre verfolgt bis Omega dann glücklicherweise groß genug war, dass alles in die Tat umzusetzen. Man, der war fast zehn Jahre in Entwicklung. Und du bist unser Testfahrer also teste auch gefälligst. Wir haben die Prototypen in den USA, in Brasilien, in Deutschland, in Russland und China getestet und deren Militärs waren mit dabei und flehen uns regelrecht an, dass wir ihnen den in Serie bauen oder lizensieren. Also wenn sich deiner Bewährt, haben wir mit etwas Glück bald einen Milliarden Auftrag in der Tasche und können eine neue Fabrik in Polen bauen. Und in Deutschland.“
„Klingt Vielversprechend. Habt ihr eigentlich auch so Probleme mit den Clowns?“
„Nope, die gibt’s hier praktisch nicht. Aber wir in Polen sind ja eh alles nur Nazis. Haha. Ne, wenn welche Auftauchen, werden die instant von patriotischen Polen verdroschen. Ich glaube nur linksversifte Nationen haben so große Probleme mit denen und die Kommies. Also Russland hat hart zu kämpfen, China auch, USA ist auch ziemlich stark und bei Deutschland wundert mich das nicht die Bohne, ein Glück dass ich von da weg bin. Ungarn hat sage und schreibe Null Clown Angriffe. Da ist übrigens auch die Omega Firmenzentrale. Das Werk hier ist ja quasi meine eigene Werkstatt, wo alles angefangen hat. Und wir wohnen in dem schwarzen Klotz in den oberen Etagen. Da ist es sehr angenehm. Anderes Thema, wie geht es eigentlich Liz? Sie hat ja ‘ne echt krasse Wandlung in den letzten Tagen durchgemacht. Haha, jetzt sind die Jungs und Mädels bei Horizon auch alles Nazis.“
„Tja sie hat‘s mit ihrem bescheuerten Körper echt nicht leicht, also hat es ihr gereicht. Aber ich glaube sie geht ein bisschen zu weit. Sie nimmt jetzt seit ein paar Jahren Mittel, die ihr die Haare am ganzen Körper ausfallen lassen und ihre Haut ganz weiß macht. Ich glaube sie hat sich ein bisschen zu sehr in die Gesichtslosen in dem Buch verliebt, aber Nova war immer schon ihre Lieblingsfigur gewesen.“
„Nicht das sie noch in echt zu einer wird, das wäre echt gruselig. Man ich hasse Spinnen.“
„Sie hat jetzt auch ‘ne riesige Tarantel als Haustier“
„Oh, lecker. Wie haste reagiert, als du sie das erste Mal gesehen hast?“
„Wie man erwarten würde, schwer panisch. Liz hat sich nur kaputt gelacht.“
„Und wie geht es deiner Tochter? Man, ich finde es einfach nur stark, das du die Kleine bei dir aufgenommen hast, nachdem sie ihre Familie verloren hat.“
„Tja, ich kann doch bei sowas nicht einfach zu sehen. Und wir haben uns sofort verstanden und eine gute Chemie zueinander. Und sie ist zwar etwas schüchtern, aber super willensstark und ehrgeizig. Und sieht knallhart aus wie Lara Croft. Und sie soll jetzt auch aufs BIT, sie macht gerade den Evaluierungskurs.“
„Cool, dann drücke ich ihr die Daumen, dass das was wird. Die sind verdammt gut und der Campus ist eine Festung. Da kommen die Clowns nicht so einfach rein. Ich hab gehört dass die jetzt einen Weltklasse Kletterer an Board haben. Die sind immer etwas komisch drauf, was neue Dozenten und Profs angeht, aber das Konzept zahlt sich aus.“
„Warte mal, bei dem Kletterer fällt mir was ein, kennst du dessen Truck?“
„Japp, die Sleeping Beauty kenne ich. Das ist übrigens ein Theta von unseren Kollegen aus Asien. Die machen sich einen Spaß daraus, alte Sowjetische Trucks aufzumöbeln. Das einzige was ich über die Kiste richtig weiß ist, dass Theta darin das 1.500 PS Dieseltriebwerk vom Leopard 2 Kampfpanzer verbaut hat. Macht die Kiste nicht unbedingt schneller, von daher frag ich mich was das soll. Und du brauchst reell nen Tanklaster hinter dir bei dem Verbrauch. Mehr kann ich dir leider nicht sagen. Unsere Technologieallianz tauscht zwar Technologien aber die Projekte der einzelnen Hersteller sind topsecret.“
Merkwürdig. Was hatte es dann wohl mit Yusuf auf sich?
„Ok großer, es wird schon dunkel draußen. Also mach dich mal auf die Socken. Falls noch irgendwas sein sollte melde dich ASAP bei mir. Und bring mal beim nächsten Mal zumindest die Kleine mit. Wir hängen dir jetzt den Anhänger an. Oh damn it, das hab ich ganz vergessen. Praktisch kannst nur du den Fahren, oder er fährt nur wenn du drin bist, außer er ist autonom unterwegs, da ist es Latte. Du entriegelst die Handbremse beim Blick in Rückspiegel und Griff ans Lenkrad. Die Türgriffe sind mit Handabdrucksensoren ausgestattet und merken wenn jemand rein will, der nicht rein soll. Du kannst die Türen verriegeln und entsperren und man kann alle Türen motorisiert öffnen, wenn du zum Beispiel an nem Hang stehst. Ok, dass müsste es jetzt aber gewesen sein. Und meine Jungs und Mädels aus der Marketingabteilung haben dir ein toll animiertes Video mit den Funktionen des Wagens gemacht und es befindet sich auf den Laptops im Handschuhfach. Und jetzt geht’s rund großer. Mach‘s gut.“
Damit umarmte Xen ihn herzlich und Kaz umarmte Tamara vorsichtig. Sie entschwand dann wieder aus der Halle und Xen hängte den Anhänger an und öffnete das Rolltor. Kaz stand einen Moment staunend vor seinem neuen Radpanzer mit Straßenzulassung und dachte nach.
„Sag mal Xen, was würdest du mir für meinen Defender geben?“
Xen dachte einen Moment etwas ratlos nach.
„Der 2040er als Topmodell? Bei dir wahrscheinlich in der vollen Geländevariante?“
Kaz nickte.
„Schwierig. Den brauche ich eigentlich gar nicht“ Er dache einen Moment nach „Wie wäre es damit, der Wagen bekommt ein Omega Upgrade und du bekommst wieder maximalen Rabatt. Dann hast du einen sicheren Zweitwagen, wenn du mal keinen zehn Tonnen Panzer brauchst.“
„Abgemacht. Hier die Schlüssel. Vergiss den Transponder nicht, der hat bestimmt auch GPS.“
„Jo weiß ich, das System kommt von Mulan, die hat auch diesen ekelhaft hässlichen Kasten in Berlin Solomon am Platz der Welt gebaut, in dem Liz wohnt. Dein Armband ist übrigens ein Slave Armband mit Transponder aber ohne GPS Einheit. Die schwarzen Masterbänder haben sowas und die bekommst du auch nicht mehr ab wenn du die einmal anziehst. Jetzt aber wirklich. Vergiss die Polizistin nicht und ich wünsche dir eine gute Fahrt. Und scheu dich nicht den Wagen so richtig zu testen.“
Xen entfernte sich und Kaz öffnete grinsend die schwere gepanzerte Wagentür. Moment, bevor er das tat würde er sich die AR Brille von Hal aufsetzen. Zehn Minuten später saß er auf dem äußerst bequemen Fahrersitz und sah sich staunend um. Alles war Blitzblank und es roch noch neu. Das Leder fühlte sich weich und geschmeidig aus. Die Innenausstattung war zum Verlieben. Er schob sein Prism 12 in den Schlitz am Armaturenbrett und es tat sich genau nichts, ach ja richtig, erst entsperren. Er legte die Hände aufs griffige Lenkrad und sah in den Rückspiegel. Sofort sprangen die Lichter an und auf dem Display in der Mitte erschien das Omega Logo. Er tippte ein bisschen neugierig auf dem Display herum. Dann drückte er vorsichtig aufs Gas und er Omega bewegte sich völlig Lautlos. Er fuhr auf den Besucherparkplatz und sah grinsend auf den sehr klein wirkenden Defender. Sorry Junge, wir sehen uns im nächsten Leben. Vor der Einfahrt hielt er inne.
„Hal?“
Fragte er den Raum und wartete einen Moment.
„Sie wünschen Sir?“
Ganz der Alte.
„Was kannst du mir zu meinem Schatten sagen?“
„Andrea Wolf, 34 Jahre alt, Kriminalbeamtin und Mitglied eines vierköpfigen Teams. Ihr Stiefvater ist der Polizeipräsident von Berlin, ihr wahrer Vater war Soldat bei der Bundeswehr, damit ist sie ein Risikoziel für die Clowns. Sie und ihr Team scheinen nicht korrupt zu sein und sie ermitteln im Fall des versuchten Mordes an Jack und Ryan Solomon und Margarethe und Yolanda Bluhm. Zumindest haben sie ermittelt. Sie wurden vom Präsident vorläufig suspendiert, weil sie trotz Verbot weiterermittelt haben.“
„Besten Dank mein Guter, du hast mir sehr geholfen.“
Sicherheitshalber schob er sich das Kampfmesser in die Tasche, falls die Kleine Ärger machen sollte.
Dann stieg er aus und näherte sich dem Wagen, den Xen ihn genannt hatte.
Oha, da saß die Frau mit den kurzen Haaren drin, die ihn gestern im Café beobachtet hatte. Sie wirkte sehr erschrocken als er zielstrebig auf ihren Wagen zuschritt. Unsicher stieg sie aus, vermutlich hatte sie ihre Dienstwaffe in den Hosenbund geschoben. War ihm egal, Auf die Entfernung war ein Messer schneller und tödlicher.
Sie trug lockere Jeans und ein grünes Top mit einem offenen schwarzen Hoody.
„Ich gebe es zu, dass ich nicht bemerkt habe wie sie mich hierher verfolgt haben, aber das war doch ein bisschen zu auffällig, meinen sie nicht?“
Sie wirkte etwas zerknirscht.
„Was machen sie hier?“
„Inoffizieller Zeugenschutz. Sie sind Teil der Solomonfamilie und ein wichtiger dazu. Ich weiß ja das die Polizei größtenteils korrupt ist und duldet was die Clowns da machen, aber so will ich nicht sein.“
„Sorry ich brauche keinen Schutz. Um ehrlich zu sein wären sie tot, bevor sie überhaupt die Chance haben ihre Waffe in der rechten Gesäßtasche zu ziehen – glücklicherweise machen sie mir einen vernünftigen Eindruck. Außerdem fahre ich jetzt einen sehr mächtigen Omega, da brauche ich ihren Schutz weiß Gott nicht.“
Sie wich erschrocken vor ihm zurück und ihre Augen weiteten sich, er hob entschuldigend die Arme.
„Wenn sie wirklich etwas Gutes tun wollen dann kämpfen sie gegen die Korruption in ihrem Präsidium. Ich gebe ihnen einen Prism Rogue. Gehen sie damit in ihr Büro im Präsidium, loggen sie sich in WLAN oder verbinden sie es per USB mit ihrem Rechner. Das Rogue macht den Rest und knackt sich in das System. Dann können sie in Ruhe Material sammeln um ihre korrupten „Freunde“ und ihren Papa schwer zu belasten. Auf dem Rogue können sie mich unter dem Namen meines Haustiers Kasimir erreichen. Fahren sie vorsichtig oder checken sie für die Nacht in ein Hotel und fahren sie morgen.“
Sie wirkte ein bisschen gefasst, nickte dann aber schnell und stieg in ihren Wagen. Er sah ihr hinterher während sie davonfuhr, dann stieg er seinen Omega.
Wohin jetzt? Es war jetzt fortgeschrittener Abend. Er dachte an den vollgepackten Wagen samt Anhänger. Ihm kam da gerade eine Idee, Ja die war gut. Er grinste und das schwere zehn Tonnen Monster schoss regelrecht aus der Einfahrt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: