Das Osiris Projekt – Teil 1 – Kapitel 5

5. Kaz – 4. W März 2045 – Samstag – Ankunft

Ein Jammer dass es draußen schon dunkel war, sonst hätte man sicher eine fantastische Sicht auf die Landschaft unter ihnen. Sie waren schon innerhalb des deutschen Luftraumes, also würde es nicht mehr lange dauern bis die mächtige A380 Maschine der Lufthansa zum Landeanflug ansetzen würde.
Er griff nach einer gekühlten Cola Dose aus dem Getränkefach und öffnete sie mit einem Zischen, dann lehnte er sich in die weichen Kissen zurück und sah aus dem Fenster. Er gähnte herzhaft und freute sich schon auf ein schönes warmes Bett, um genauer zu sein: Liz schön warmes Bett. Er freute sich so sehr sie endlich wieder in die Arme schließen zu können, auch wenn er sich wünschte der Anlass seines Besuchs wäre ein anderer. Mit seinem Video vor zwei Wochen hatte er zwar der Welt gezeigt was wirklich passiert war, aber er hatte sich damit auch selbst zur Zielscheibe gemacht. Und der Verschwörungskrempel war ihm so rausgerutscht. Er hatte dazu bitterböse Kommentare gelesen und das Video hatte einiges an Downvotes bekommen. Nach nur zwei Wochen hatte sein Video über neunzig Millionen Aufrufe und das von Akira hatte gute acht Millionen, aber ihr Chanel war auch viel kleiner als seiner. Er rechnete stark mit Reportern und Protestlern bei der Ankunft. Zum Glück war in den letzten Wochen in den USA nichts Dramatisches passiert. Im Gegenteil, er hatte riesig viel Zuspruch von allen Seiten erhalten und die Anzahl der negativen Kommentare hielt von der Tendenz sich in Grenzen. Ein paar Freunde hatten sich bereit erklärt auf die Ranch aufzupassen und Kasimir regelmäßig zu füttern. Wie er dieses knuddelige Vieh vermissen würde.
   Er dachte besorgt an seine Tochter, die in der Minikabine vor ihm untergebracht war. Was ihn nur geritten hatte erste Klasse zu buchen. Bei den Preisen für die Tickets war ihm glatt die Kinnlade runtergefallen aber bei einem so scheiß langem Flug war ihm seine Beinfreiheit durchaus wichtig. Und bei HRZN Air auf den Belugas war ihm die erste Klasse viel zu teuer. Außerdem flog man nicht alle Tage um die Welt und es war unklar, wann oder ob es wieder zurückgehen würde. Er nahm einen tiefen Schluck aus der Cola Dose und stellte sie ab. Dann erhob er sich und schob die Türen auf. Er war groß genug um über die Trennwände von Ambers Kabine herüber zu linsen. Seine Tochter trug einen blauen Hoodie und bequeme Jeans, saß zurückgelehnt auf dem Sessel und browste mit ihrem Laptop das Web, Kopfhörer im Ohr. Auf dem Tisch standen die Reste des Abendessens, die Teller blitzblank. Kein Wunder, die Mahlzeit war erstklassig gewesen und für seinen Geschmack leider von der Portion viel zu wenig, aber nicht jeder verschlang so viel wie er. Er runzelte die Stirn, warum sah sich Amber Bilder mit Frisuren an? Sie sah doch so toll aus mit ihren langen braunen Haaren, total wie Lara Croft aus dem Reboot von, er dachte nach, war das 2013 gewesen? Man, er wurde echt alt. Egal, es ging ihr gut und schien ihr an nichts zu fehlen. Er setzte sich wieder hin und blickte an die Decke.
   In zwei Monaten sollten in Deutschland einige große Internationale Truppenübungen stattfinden. Zu seiner größten Überraschung nahmen nicht nur die Armeeverbände der NATO Länder daran Teil sondern zum Beispiel auch Russland und China. Wohl ein Zeichen einer aufkeimenden Solidarität zwischen einstigen Feinden. Wohl eher nur Tarnung für eine verdeckte Geheimoperation um den Westen zu infiltrieren. Vielleicht könnte er bei den Übungen zusehen, immerhin hatte er durch seine Arbeit recht gute Kontakte zum Militär. Seit er klein war interessierte er sich für das Militär und für dessen Historie und natürlich auch für Waffen und Panzer. Alle waren überrascht gewesen, als er sich eben nicht mustern ließ und jetzt mit dreiundvierzig war er bestimmt schon viel zu alt um das noch nachzuholen. 
   Umso stolzer war er auf Jack und Ryan, die dem KSK beitreten wollten. Hoffentlich war Ryans Schussverletzung nicht das Aus für seinen großen Traum. Emma hatte ihm vor dem Abflug angerufen und berichtet, dass Ryan immer noch nicht aus seinem Koma erwacht war. Jack hingegen war am vergangenen Donnerstag aus der Klinik entlassen worden.
   Es war so eine Schande, dass alle Kinder seiner kleinen Geschwister aus der Schule geworfen wurden. Gerade in Akiras Fall war das echt eine Katastrophe weil sie in Kürze eigentlich ihre Abschlussprüfung machen würde. Emma und Helena hatten schon alles abtelefoniert, aber kein einziger Schulleiter in der Stadt wollte die Kinder in seiner Schule aufnehmen. Das war knallharte Schikane. Dazu wurden die Charité und die Häuser von Emma, Johnny und den Bluhms von der Presse regelrecht belagert. Und von Protestlern – dämliche Schafe. Seine Verwandten mussten mittlerweile schwer geschützt überall hin eskortiert werden. Die Medien logen, dass sich die Balken bogen, aber die Situation unter der Bevölkerung war durchaus erfreulich. Dank der Videos von ihm und Akira erhielten sie viel Zuspruch und Unterstützung. Video Blogger und kleine unabhängige Zeitungen und Radiosender verbreiteten die Wahrheit weltweit weiter, auch wenn sie selbst stark unter Druck gesetzt wurden. Dadurch, dass er praktisch den Startschuss gegeben hatte, drangen immer mehr Berichte ans Tageslicht, welche die brutalen Überfälle und Attentate durch die Clowns beleuchteten. In den meisten Fällen waren die Angehörigen von Soldaten Ziel der Opfer. Es war so krass, dass das jetzt schon seit so vielen Jahren passierte – in einigen Regionen wie den USA schon seit fast zwanzig Jahren. Er hatte davon gehört aber die Opferzahlen waren wahrlich gewaltig. Er hatte letzte Woche bei seinen Kontakten in der US Armee herumgefragt und mehr Horrorgeschichten zu den Clowns zu hören bekommen, als ihm lieb war. In Deutschland waren die Clowns auch schon seit rund zehn Jahren aktiv und in Berlin seit acht Jahren. Glücklicherweise hatten sie die Jungs nur mit den Juniors angelegt. Die richtigen Clowns waren diszipliniert, trainiert und verfügten über ein brachiales Arsenal. Er fürchtete, dass er durch das Video zur Zielscheibe wurde.
Äußerst unschön war, dass die Clowns seit Samstag verstärkt in der Hauptstadt aktiv waren und ihr Unwesen trieben und Sachschäden in Millionenhöhe anrichteten. Er hatte Berichte gelesen, nach denen sich Gruppen von Clowns Straßenschlachten mit anderen Banden lieferten. Und das die Polizei mit den Clowns angeblich unter einer Decke stecken sollte. Wieder nur die kleinen Clowns, von denen es natürlich mehr gab als von den großen. Zum Glück nicht andersrum.
   Das waren keine allzu rosigen Aussichten, aber er hatte nicht eine einzige Meldung aus dem Stadtviertel gehört wo Liz wohnte, was sehr beruhigend war. Berlin Solomon, er seufzte.
Ohnehin freute er sich schon ihre Wohnung wieder zu sehen, die er das letzte Mal vor gut zehn Jahren gesehen hatte, im Rohbau. Und nicht zu vergessen seine beste Freundin, die er vor sechs Jahren zuletzt getroffen hatte, als sie geschäftlich in den USA zu tun gehabt hatte und er sie für einen Abend und eine Nacht in ihrem Hotel besucht hatte.
   Er dachte an den Sex mit ihr. Sie war erfahrener und immer recht dominant, aber konnte auch sehr sanft und verspielt sein. Wann sie wohl das nächste Mal Gelegenheit dazu hatten. Er wollte es vermeiden, dass Amber es gleich am ersten Tag mitbekam, wie er mit Liz Sex hatte. Liz hatte die etwas lästige Angewohnheit beim Akt ungünstig laut zu stöhnen. Kaz schmunzelte bei dem Gedanken daran. 
   Plötzlich kam eine Kabinendurchsage, nach der sie in Kürze den Landeanflug beginnen würden.
Kaz fuhr den Sessel in eine aufrechte Position und schloss den Gurt. Draußen konnte man schon das Lichtermeer der Hauptstadt sehen. Eine große Vorfreude erfüllte ihn, aber es war auch bedrückend.
Vor zehn Jahren nach diesem verdammten Streit mit seinen Eltern hatte er sich entschlossen auszuwandern und seiner Heimat den Rücken zuzukehren. Und leider auch Liz, die er entsetzlich vermisste. Zwar schafften sie es alle paar Monate einen kleinen Videochat abzuhalten, bei dem sie natürlich immer toll aussah und zu seiner Irritation immer eine andere Perücke aufhatte, aber das war nicht dasselbe wie ein richtiges Treffen. Sie sah toll mit ihren feinen kurzen Haaren, sie hatte für sowas genau die richtige Gesichtsform. Er wusste, dass sie ihn liebte, hatte aber keinen Versuch gewagt, mehr daraus zu machen. Da gab es nämlich ein Geheimnis und er fürchtete sehr um ihre Reaktion.
   Mit einem mulmigen Gefühl dachte daran, dass er auch seine Eltern wiedersehen würde. Die waren letzten Dienstag aus Japan angereist. Er hatte seit einem Jahrzehnt kein einziges Wort mit ihnen gesprochen und er hatte etwas Angst davor sie wieder zu treffen, sein Verhältnis mit ihnen war immer schon absolut beschissen gewesen. Wie sie es wohl aufgenommen hatten, dass ihr ältester Sohn und Familientrottel ein Mädchen adoptiert hatte?
   Das Flugzeug neigte sich merklich und setzte zur Landung an. Vom Fenster sah man aus der Ferne schon die Lichter eines der größten Flughäfen der Welt, der auch ein riesiges Frachtterminal besaß. Dazu noch einen abgesperrten Bereich und einige Flugbahnen, die der deutschen Luftwaffe gehörten. Interessiert kniff er die Augen zusammen und hielt nach einigen coolen Flugzeugen Ausschau. Wenn er das aus der großen Entfernung richtig sah, standen neben einer Reihe von Eurofightern und Super Hornets auch ein Paar russische und amerikanische Kampfhubschrauber. Wahrscheinlich für die groß angelehnte Militärübung in ein paar Wochen zwischengeparkt. Zudem beobachtete er den Landeanflug eines großen Lambda Bullsharks in Tarnlackierung.
Die Landung ging zügig vonstatten und beinahe sanft schaukelte der riesige Flieger, als die Räder Kontakt mit der Landebahn machten. Wenige Minuten später waren sie am richtigen Terminal angekommen und die Maschine stoppte. Die Anschnallen-Warnlampe erlosch und Kaz öffnete den Gurt, dann stand er auf und sammelte sein weniges Handgepäck ein. Im Gang klopfte er an Ambers Tür und schob sie auf. Seine Tochter schob gerade ihren Laptop in eine Umhängetasche und sah ihn aufmerksam an.
„Geht’s dir gut kleine? Wie fühlst du dich?“
„Alles in Ordnung, ich bin nur so verdammt müde.“
„Keine Sorge, Ich habe gehört, dass meine Freundin Liz ein super bequemes Bett in ihrer Wohnung für dich vorbereitet hat. Wir werden fürs erste bei ihr bleiben.“
Amber nickte und griff dann schnell zu einem halb leeren Glas mit Orangensaft auf dem Tisch und trank es schnell aus.
„Ich weiß dass du kein kleines Mädchen mehr bist, aber ich würde mich sehr viel sicherer fühlen, wenn du meine Hand nimmst. Das ist einer der größten Flughäfen der Welt und ich will dich in den Menschenmaßen nicht verlieren.“
„Nein ist schon ok, Papa. Ich weiß nicht was ich machen würde, wenn ich dich plötzlich nicht mehr sehe. Ich mag Menschenmassen nicht.“
„Tja, das ist leider nicht Montana. Das ist Deutschland, wir haben mittlerweile über hundert Millionen Einwohner und fast acht davon in Berlin“
Sie ergriff seine Hand und er führte sie durch die Abteile bis zur Kabinentür in der Außenhülle des Fliegers und dann durch den Tunnel in Richtung Flughafen. Ihr Flieger war komplett ausgebucht gewesen und hunderte von Menschen strömten mit ihnen aus der Maschine. Nach einer Weile blieb Kaz stehen und studierte die Schilder und Aushängetafeln. Das war das erste Mal, dass er hier war. Als er in die USA ausgewandert war, war dieser Flughafen noch im Bau gewesen. Amber stand unruhig neben ihm und sah sich ängstlich um. Kaz bezweifelte dass sie in ihrem ganzen Leben jemals so viele Menschen auf einem Haufen gesehen hatte. Nach einer kurzen Weile hatte er den Weg zu der Gepäckausgabe für ihren Flieger gefunden und steuerte diesen mit Amber im Schlepptau an. Viel hatten sie nicht dabei. Nicht zu vergessen der kurze Zwischenstopp bei der Passkontrolle, wo ihn der Beamte misstrauisch beäugte während Kaz ihn breit angegrinste.
Am Rollband warteten sie geduldig auf ihr Gepäck. Nach einer Weile kam Ambers großer grüner Wanderrucksack in Sicht und kurze Zeit darauf ein mächtiger Schalenkoffer, auf den Kaz das Logo seines Youtube Chanels geklebt hatte. Amber schulterte den großen Rucksack und ächzte ein bisschen unter dem Gewicht. Sie lehnte seinen Vorschlag trotzig ab, ihr die Last abzunehmen. Zusammen mit ihrem Gepäck ergriff Amber wieder seine Hand und drückte sie fest. Kaz folgte der Ausschilderung zum dem Ausgang wo sie empfangen werden sollte. Er bemerkte auf dem Weg in die Halle unzählige Menschen, allein oder in Gruppen, die ihn unverhohlen anstarrten oder mit dem Finger auf ihn deuteten. Was bitte war hier denn los. Er blieb stehen, als ihn eine Gruppe Teenager in Akiras Alter belagerte. Seine Unruhe stieg. Das könnten alles Clowns sein.
„Wow, sind sie wirklich Sebastian Solomon, der Autor und Youtuber?“ Fragte ihn ein rotgelocktes Mädchen auf Deutsch. Kaz nickte etwas grimmig.
„Oh man, wir sind riesige Fans von ihnen. Könnten sie uns ein Autogramm geben? Bitte bitte bitte.“
Die Stimme hatte etwas Flehendes. Kaz seufzte etwas resigniert aus und kramte einen Filzer aus seinen Taschen während ihn Amber irritiert anguckte. Hoffentlich dauerte das nicht zulange, aber seine Hoffnung schwand bereits, als er sah, dass die Menschengruppe um ihn herum immer größer wurde. Verdammter Mist, so hatte er sich die Ankunft aber nicht vorgestellt. Wenigstens waren das kleine Clowns.
   Gefühlt Stunden und etliche Autogramme auf T-Shirts, Postkarten, Bücher und so weiter später gelang es Kaz der Menge von Fans zu entkommen. Amber neben ihm starrte ihn mit einer Mischung aus Unglauben und säuerlichem Ärger an. Tja Mädchen, du wirst dich hoffentlich noch daran gewöhnen, dass dein Vater eine gewisse Berühmtheit in gewissen Kreisen war. Hoffentlich warteten die anderen noch auf ihn. Nachdem er jetzt zehn Jahre nicht mehr in Berlin war, würde er den Weg zu Liz nach Hause bestimmt nicht so ohne weiteres finden, allein weil Berlin Solomon, damals noch gar nicht richtig gegeben hatte, als er fort gegangen war.
   In einer riesigen Halle mit einer gigantisch hohen verglasten Decke blieb er abrupt stehen.
In der Mitte stand eine kleine Gruppe. Verdammt Johnny Bruderherz ich weiß dass du Warhammer 40k und Games liebst, aber du übertreibst. Davon hatte er gehört. Megakonzerne stellten Armeen unter dem Decknamen der Sicherheit auf. Wie in einem Cyberpunk Roman.
   Vier Ritter der Bruderschaft in pechschwarzen schweren gepanzerten Exosuits mit gewaltigen futuristischen Gewehren locker vor der Brust. Die sahen durch und durch furchteinflößend aus und waren locker über zwei Meter groß. Daneben zwei Kampfschwestern der Schwesternschaft in schneeweißen Kampfanzügen mit helmartigen Bobfrisuren in Weiß. In der Mitte war ein Trio.
zwei augmentierte Frauen mit weißer Haut und roten Augen und pechschwarzen Haaren. Die eine trug ein sehr elegantes Kostüm in den Konzernfarben und die andere eine schwarze Uniform und trug einen weißen Mantel über dem Arm. Der Mann von Bluhm Security wirkte hilflos zwischen all den Monstern. Die Frau mit dem schwarzen Bob winkte ihnen zu.
   Etwas zögerlich näherte sich Kaz der Gruppe, war die Frau in dem Kostüm wirklich Liz? Sie war es, auch wenn sie nicht wirklich wieder wiederzuerkennen war. Sie wirkte wie ein Alien. Sie sah so anders aus, das war das erste Mal in über vier Jahren, dass er sie richtig sah.
   Doch dann auf die letzten paar Meter ließ er Ambers Hand los und ging schnellen Schrittes auf seine beste Freundin zu. Er umarmte sie fest und wollte sie eigentlich gar nicht mehr loslassen. Ihr Parfum roch gut und in ihm wogten Erinnerungen an früher wieder hoch.
   Etwas widerwillig löste er sich aus der Umarmung und trat einen Schritt zurück. Der Mann von Bluhm Security grinste ihn breit an und hob die Hand, Kaz schlug ein und drückte den Mann kurz. Er kannte Nate ganz gut, auch wenn er ihn nun auch schon seit geraumer Zeit nichtmehr gesehen hatte. Nates kleiner Bruder Simon war noch aktiv bei den SEALs und den kannte Kaz ganz gut.
„Das ist übrigens meine Tochter Amber. Amber das ist Liz über die ich dir so viel erzähl habe.“
Amber versteckte sich ängstlich halb hinter seinem Rücken. Er trat einen Schritt zur Seite und schob sie sanft nach vorne in Richtung Liz. Diese umarmte das Mädchen fest.
„Wie ist jetzt der Plan? Kann ich Ryan schnell im Krankenhaus besuchen bevor wir zu dir fahren?“
„Wie wäre es denn, wenn ich mit Amber und eurem Gepäck schon mal zu mir nach Hause düse und du besuchst Ryan erstmal alleine? Und vor allem wo wart ihr so lange?“
„Ok, das klingt nach einer besseren Idee. Ähm, ein kleines Fan-Problem. Geht voran, wir folgen euch.“
Liz nickte und die Frau neben ihr reichte ihr den Mantel. Weißer Hermelin wie Kaz feststellte, er hob anerkennend eine Braue, der Mantel musste ein Vermögen gekostet haben. Liz schlüpfte in den Mantel und die Gruppe setzte sich in Bewegung, zwei Ritter voraus, dann Liz und ihre Begleiterin flankiert von den Kampfschwestern, dann Kaz und Amber und dann die restlichen beiden Ritter als Nachhut. Sie durchquerten die große Halle und traten durch den Eingang ins Freie. Kaz war regelrecht verwundert über die vollständige Abwesenheit von Reportern oder Protestlern … und Clowns. Kalte frische Luft umfing sie. Es war Mitte März und der Winter war nun endgültig vorbei, aber die Temperaturen waren gerade um die Uhrzeit noch recht eisig. Sie gingen an den Taxiständen vorbei und zum riesigen Parkplatz. Moment mal, der war ja komplett leer!
   Ritter und Gardisten vor Horizon standen in Gruppen zusammen und bewachten die Ecken und die Einfahrten. Auf der Straße standen mehrere Streifenwagen der Polizei und ein Transporter des SEK, Spannung lag in der Luft und man konnte es knistern hören.
„Autos sind mir in dieser Lage zu unisicher und Die Regierung hat Druck gemacht und dem Flughafen verboten uns eine Landegenehmigung für heute Abend auszustellen, also mussten wir improvisieren, dein Flieger kommt zuerst. Wir gehen keinerlei Risiko ein und schicken dir ein Gunship.“
Erstaunt starrte er Liz an, knallhart. Jetzt hörte er auch ein schweres Flappen und ein VTOL näherte sich ihnen im Landemodus. Es sah aus wie eine Kreuzung aus seinen beiden Lieblingsfliegern, der Mil Mi-24 Hind und der Bell-Boing V-22 Osprey. Komplett in Schwarz. Größer, bulliger und bösartiger. Der Flieger landete und hinter dem Cockpit wurde eine schwere Tür geöffnet.
„Da steht dein Flieger zu Charité, den schießt so leicht keiner ab. Viel Spaß.“
Er drückte Amber und stieg dann in den überraschend geräumigen Innenraum. Er setzte sich auf einen bequemen Sessel, nachdem er die acht Gardisten in Kampfanzügen begrüßt hatte. Er wusste nicht ob es ihm Gefallen sollte, dass Konzerne so schwere Security hochfuhren. Aber solange sie den Clowns auf die Nase hauten sollte es ihm recht sein. Eine Stewardess in einem schwarzen Kleid servierte ihm eine lecker riechendes Sandwich und eine gekühlte Cola, na an sowas könnte er sich gewöhnen. Die Triebwerke heulten auf und sie hoben ab und flogen durch den schwarzen Nachthimmel. Er mampfte zufrieden und sah aus dem Fenster nach draußen auf Berlin bei Nacht.

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