Das Osiris Projekt – Teil 1 – Kapitel 4

4. Jack – 2.W.März 2045 – Sonntag – Earl

Der Besuch war schon gegangen und auch Yolanda und Margarethe waren wieder zurück zuhause.
Jetzt war er ganz allein. Johnny hatte ihm ein Tablet und Kopfhörer zugesteckt. Natürlich nicht persönlich sondern durch einen grimmigen Ritter, der ihn relativ deutlich ignoriert hatte und im nur das Päckchen auf den Nachttisch gelegt. Ein Spectre Feather, das neuste Modell. Typisch Johnny, Geld spielt keine Rolle. Wie es wohl war den als Vater zu haben? Einer der reichsten Männer der Welt. Er hatte zu seinem Leidwesen recht viel Kontakt mit Akira, weil sie ihm selben Haus wohnten und Emma und Johnny selten da waren. Helena lud ihn … nein verdammt sie … fuck Ryan, warum hast du dir die Kugel gefangen? Bitte geh nicht weg. Er hustete und ihm kamen die Tränen.
Er zuckte zusammen als jemand an der Tür klopfte. Das war einer von den Bluhms, er tippte auf den Mittleren, zumindest sah er älter aus als Manfred. Yolanda hat ihm ein bisschen was zu ihrer Familie erzählt. Alles Soldaten und eine sehr stolze und alte Familie. War das nicht ein bisschen zu sehr Zufall dass er und Ryan ausgerechnet die Töchter eines Bundeswehr Offiziers retteten und dessen große Brüder beim KSK waren?
„Ja Herein.“
Ein Mann mit einem kurzen weißen Vollbart und grauen Haaren betrat den Raum, er hatte eine große Plastiktüte dabei. Was war denn das.
„Hey junger Mann, Yolanda hat mir erzählt dass du Jack bist. Einer der tapferen Ritter in dieser Geschichte. Uh, das hätte ich vielleicht nicht sagen dürfen, wo es deinen Bruder so schwer erwischt hat. Ich hab mir aufmerksam eure Geschichte angehört und mir das Video von deinem Onkel Sebastian Solomon angesehen. Sehr üble Sache das Ganze, aber das hast du jetzt bestimmt schon zur Genüge gehört, ich wollte über etwas anderes reden.“
Er legte die Tüte auf das Fußende und schob einen Stuhl neben das Bett sodass sie auf Augenhöhe waren. Der ältere Herr überkreuzte die Beine und musterte ihn wachsam.
„Du und dein Bruder wollen also zu den Kommando Spezialkräften, so wie ich und mein großer Bruder Wilhelm. Interessante Wahl. Gerade dass du in diesen schweren Zeiten zur Bundeswehr willst. Die Regierung verbietet es zu sagen, aber du machst dich und deine Familie zu einer Zielscheibe für die Clowns. Das darf dich natürlich niemals davon abhalten deine Träume zu verfolgen, aber meinen kleinen Bruder hat es erwischt als seine Töchter zum Ziel wurden, er hat schwer damit zu kämpfen und er hat Angst, dass seine Frau Matilda als nächstes kommt. Und meine jüngste Tochter wurde bei einem Clownangriff beinahe getötet. Und du und dein Bruder. Euch ist es zu verdanken, dass wir nicht vier tote Teenager zu betrauern haben. Aber diese Bauchwunde … wenn du im aktiven Kampf bist musst du mit dem Gedanken klarkommen jederzeit deine Freunde durch einen gegnerischen Kämpfer, durch einen Scharfschützen oder eine IED zu verlieren. Es klingt hart, weil man mir gesagt hat dass er nicht nur dein Bruder sondern auch dein bester Freund ist. Aber seine Schussverletzung war übel und er hat viel zu viel Blut verloren. Natürlich sollte man nie aufhören zu hoffen oder zu beten, aber man muss auch der Wahrheit ins Auge blicken. Es kann gut sein, dass er es nicht packt. Und ich will euch keinen Vorwurf machen, aber ihr habt euch zurückgehalten, es ging ums nackte Überleben und wir sind hier nicht in einem Hollywoodstreifen wo der Held die Bösen nur k.o. haut. Das brauchst du wenn du zu uns kommen willst. Die Bereitschaft dein Leben für die Sache zu geben und du musst in der Lage sein, den Abzug zu ziehen um zu töten. Jetzt will ich dir erst einmal etwas geben. Augen zu und Hände auf“
Er gehorchte und hörte das Rascheln der Tüte, dann fühlte er etwas gar nicht mal so leichtes in seinen Händen.
„Augen auf Kleiner.“
Jack öffnete die Augen und in seinem Schoss saß ein ziemlich großer schwarzer Plüschwaran, der sehr süß war aber auch ernst guckte. Er lachte auf, Johnny oder Emma würde sowas doch nie einfallen. Er dachte an seinen Onkel Sebastian, der würde ihm sowas auch schenken.
„Ich dachte, der würde dir gefallen. Den tollen Plüschwaranen vom Zoo in Berlin Solomon kann eben doch keiner wiederstehen und die sind auch toll verarbeitet. Ich dachte mir ich besorg dir was, mit dem du knuddeln kannst und der dich tröstet. Ich hab es schon immer gehasst wenn jemand einen Kranken einen Blumenstrauß hinstellt, der eh nur vor sich hin welkt. Ich bin durch meinen Job leider nicht so oft zuhause, aber vielleicht sehen wir uns noch öfter. Wenn du wieder fit bist zeigen meine Jungs dir mal, wie man richtig kämpft.“
Er zwinkerte ihm zu.
„Ansonsten bin ich mir sicher, dass dein Onkel Sebastian den einen oder anderen Kniff beibringen kann, seine Videos werden bei uns in der Kaserne gern geguckt und es scheint so, als wäre er eine echte Herausforderung im Kampf, selbst für einen SEAL. Das Video, ist echt viral gegangen. Ein normaler Bürger im Wettkampf mit den SEALs, das hat unsere amerikanischen Freunde ziemlich beeindruckt.  So jetzt will ich mal, ich denke es wird gleich Essen geben.
Übrigens gewöhn dich an nicht sehr leckeres Essen. Feldrationen können echt ekelhaft sein.“
Er zwinkerte erneut, erhob sich, nahm die Tüte mit und schob den Stuhl zurück.
„Mach‘s gut Großer und erhol dich gut, und gib dem Waran einen Namen.“
Dann ging er summend raus und ließ ihn allein. Er drehte den Waran in seinen Händen, der war ja richtig groß, von Schnauze zu Schwanzspitze bestimmt einen Meter. Er dachte an sein Lieblingsgetränk.
„Ich nenne dich Earl. Wir gefällt dir das?“
Er verstellte seine Stimme.
„Aber ich bin doch gar nicht grau, ich bin schwarz.“
„Dann passt es doch noch besser.“
„Mh, ok. Earl also, wann gibt’s Essen ich hab Hunger.“
Eine Schwester trug ein Tablet ins Zimmer und stellte es auf den Tisch.
„So, dann mach ich mal dein Bett in eine aufrechte Position und schieb dich richtig hin. Oh wer ist das denn das, der ist ja putzig?“
„Ich bin Earl.“
„Oh hallo Earl und ich bin Schwester Maria. Freut mich dich kennen zu lernen.“
 Mal gucken ob es stimmte was alle zum Essen sagten. So schlimm konnte es doch wohl nicht sein.

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