AFOL … mit Leib und Seele

Semi-Fiktives Szenario in etwa 3 Jahren:

Klopf klopf.
„Mh … Ja?“
„Hey Chef, wir müssen reden.“
„Aha … Gehaltserhöhung?“
„Negativ … es ist ernst!“
„Oh … du machst es aber spannend, um was gehts?“
Stille …
„Es geht um den Zentner gebrauchtes LEGO in deinem Keller …“
„Ah …“

Das war natürlich ausgedacht, aber mein Chef ist Vater von zwei erwachsenen Söhnen und sitzt, wie er einmal beiläufig erwähnt hat, auf einem kleinen Berg altem LEGO, das bestimmt irgendwo in der letzten Ecke des Kellers schlummert.

Und jetzt höre ich in meinem Kopf schon die säuerliche Stimme meiner Mutter:

„Moment mal! Von anderen nimmst du Lego an und wir bleiben auf deinem ganzen blöden LEGO Krempel sitzen, der unseren halben Spitzboden blockiert? So geht das aber nicht … so, wann können wir die Sachen vorbeibringen?“

Häh? Lego ist doch nur so ein überteuertes Kinderspielzeug! Du kannst mir doch nicht allen Ernstes erzählen, dass ein erwachsener Mann noch mit LEGO spielt!

Ähm doch. Und jetzt zum Titel. AFOL steht für „Adult Fans Of LEGO“ also erwachsener Fan von LEGO. Mittlerweile bin ich eher ins AFOB-Quartier gewechselt, das steht für „Adult Fan of Bricks“, den es gibt mittlerweile dutzende Klemmbaustein-Alternativen zu LEGO, von denen ich ein paar auf meinem Blog vorstellen werde.

Ich, und tausende begeisterte Erwachsene sammeln LEGO Sets. Die einen um sich tolle Sets ins Regal oder Vitrine zu stellen und die anderen um daraus die abgedrehtesten Modelle (MoCs = My own Creation) zu bauen.

Mal im Ernst, guckt euch mal einen aktuellen LEGO Katalog an. Welches Kind hat denn bitte so viel Geld um sich die mittlerweile zahlreichen Modelle in einer Preisspanne von 300 bis weit über 500 Euro zu holen.

Ich stell euch mal kurz ein zwei AFOLs vor, die echt coole MoCs bauen – in Videoform natürlich:

Jopp, und das waren gerade mal 6 Modelle, von tausenden MoC fleißiger Erbauer im Erwachsenenalter, die ihr hartverdientes Geld im vier- und fünfstelligen Bereich in LEGO investieren um sich geniales Zeug auszudenken. Und ich gehöre dazu, auch wenn ich selbst erst schlanke drei MoCs kreiert habe, die ich im Laufe der nächsten Wochen und Monate auch zeigen werde.

Momentan habe ich in meinem kleinen 14 qm Zimmerchen leider kein Platz für die rund 50.000 LEGO Teile große Sammlung, aber das ist ja nicht für immer so. Auch wenn es mir in den Fingern brennt, an meiner Sortiermaschine und dem 6-Axis-Robot weiterzubauen und die beiden Projekte zu etwas wahrhaft teuflischen zu kombinieren … wartet, ich zeigs euch mal.

Die Teile dafür hab ich in etwa – mir fehlt eigentlich nur das Mindstorms Zeugs (3 EV3 Kits und Sensoren für eine vierstellige Summe), aber das Ding hat eine Grundfläche von rund 3 x 2 Metern … hat jemand zufällig ein leeres Wohnzimmer ohne Möblierung übrig?

Das war ursprünglich tatsächlich der völlig größenwahnsinnige Plan für meine Masterarbeit gewesen, aber eine Weile danach hab ich eingesehen, dass Programmieren doch nicht so meins ist.

Und der da ist schuld!

Den hab ich nachgebaut und abgewandelt … ziert die Startseite meines Blogs und wartet darauf, endlich mal weitergebaut zu werden. Der bekommt mehr als nur einen Beitrag hier, an dem habe ich drei Monate gesessen 🙂

Zurück zum Platz-Problem. Seitdem ich in meiner kleinen WG wohne und einfach nicht mehr so viel Platz wie früher habe, beschränke ich mich darauf, nur noch die Sets zu kaufen, die ich optisch cool finde und eben nicht gezielt nach Teilespendern für meine Modelle zu suchen.

Hier ist ein schönes Modell, dass ich im April erstanden habe und in meine improvisierte Regal-Vitrine gestellt habe …

Bahaha … natürlich nicht! 180€ für dieses furchtbare Ding? Ähm, ne. Die 180€ konnte ich entschieden sinnvoller ausgeben …

der rote …

3.000 Teile, voll ferngesteuert mit Akku, Schaltgetriebe mit Fernbedienung, LED Lichter, Teile in Lego Qualität sowie voll kompatibel und verpackt in eine Premiumbox … für 180€, den findet ihr hier, inzwischen auch in Gelb: LINK

Guckt mal was ihr für das Geld bei LEGO bekommt … betretenes Schweigen. Für jenseits der 300€ bekommt ihr leb- und funktionslose … und schlechte Supersportwagen, die nichteinmal ein Viertel der Funktionen haben, aber doppelt so viel kosten …

Aber ich schwafle schon wieder viel zu viel.

Meine Mutter wird jetzt natürlich vollkommen entsetzt sein, aber den hol ich mir zu Weihnachten: LINK

Und ich finde es echt toll, dass Eltern im Verwandten-Umfeld mit erwachsenen Kindern mir deren altes LEGO anbieten und ich werde bestimmt auch darauf zurückkommen, aber … momentan habe ich einfach zu wenig Platz 😦

Das wird was, ein ganzes Zimmer nur für LEGO … Träumchen …

Tschüss